Direkt zum Seiteninhalt oder zur Haupt-Navigation oder zur Meta-Navigation oder zum Seitenabschluss.
Im Nordosten Afrikas gelegen wird Ägypten im Norden durch das Mittelmeer und im Südosten durch das Rote Meer begrenzt. Der Gaza-Streifen (11 km) und Israel (266 km) bilden die Staatsgrenzen im Osten, der Sudan (1272 km) im Süden und Libyen (1115 km) im Westen. Die Sinai-Halbinsel bildet eine Brücke nach Asien.
Ägypten ist das bevölkerungsreichste Land Nordafrikas und stellt rund ein Viertel der arabischen Bevölkerung. Auf 1 Millionen qkm leben hier rund 80 Millionen Menschen - etwas weniger als in der Bundesrepublik Deutschland, bei fast dreifacher Fläche. Da sich die Bevölkerung
allerdings wesentlich auf das Niltal und -delta konzentriert, und ein Viertel aller Ägypter überhaupt in Kairo leben, gehören diese Gebiete zu den dichtestbesiedelten Regionen der Welt.
Grunddaten zu Ägypten werden von einigen deutschen, ägyptischen und internationalen Institutionen und Organisationen bereitgestellt.
Darunter:
Die Geographie Ägyptens ist geprägt durch den schroffen Gegensatz zwischen Wüsten und dem fruchtbaren über 1000 km langen und bis zu 15 km breiten Niltal, das zusammen mit dem Nildelta nur 4% der Kultur- bzw. Siedlungsfläche ausmacht und in der 90% der Bevölkerung leben. Ende der 1990er Jahren wurde das umstrittene Toshka-Projekt zur Nutzbarmachung der Wüste im Südwesten des Landes angestoßen, mit ungewissen Erfolgsaussichten.
Die zur Sahara gehörende Libysche Wüste im Westen und die gebirgige Arabische Wüste im Osten begrenzen das Niltal. Im Süden der Libyschen Wüste finden sich unter anderem die Oasen Farafra, Kharga und Dakhla. Die Arabische Wüste erstreckt sich bis zum Roten Meer und zum Suezkanal.
Es gibt drei Nationalparks: Den Ras-Mohammed-Nationalpark, den Wadi-al-Gamal-Nationalpark, und den Gebel-Elba-Nationalpark im zwischen Ägypten und Sudan umstrittenen Hala'ib-Dreieck. Darüber hinaus existieren eine Reihe von Naturschutzgebieten. Die durchschnittliche Höhe Ägyptens liegt etwa 15 m unter dem Meeresspiegel - der tiefste Punkt ist die Qattara-Senke mit 133 m unter dem Meer; am höchsten liegt der Katharinenberg auf der Sinai-Halbinsel mit 2637 m.
Neben der Funktion als Hauptstadt stellt Kairo auch eine geographische Demarkationslinie dar. Sie trennt den Norden (Unterägypten) vom Süden (Oberägypten).
Die wichtigsten Rohstoffe des Landes sind Erdöl und Erdgas.
Das Klima Ägyptens wird wesentlich durch die großen Wüstengebiete bestimmt. Mit Sommertemperaturen über 40°C und beträchtlichen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, häufig starken Sandstürmen im Frühling und milden Wintern (um 20°C tagsüber) herrscht das Halb- und Wüstenklima vor. Nur die Mittelmeerküste und das Nildelta mit ihrem Steppenklima kommen in den Genuss von Niederschlägen - mit einem Jahresdurchschnitt von 200 mm, der in Kairo jedoch nur noch ein Jahresmittel von 25 mm erreicht.
Das Sinai-Gebirge ist das einzige Gebiet Ägyptens, in dem der Winter recht kühl werden kann. Durch die hohen Lagen können die Temperaturen nachts auf 0 bis 5°C sinken; tags ist es rund 12-15°C. Frühling und Herbst sind allerdings mild und werden als ideale Reisezeit empfohlen.
Durch die großen Wüstengebiete zu beiden Seiten des Niltals und die intensive landwirtschaftliche Nutzung der Nilgebiete ist die natürliche Vegetation Ägyptens in weiten Teilen nicht sehr üppig. In der Wüste wachsen Tamarisken und Akazien; am Nilufer außerdem Dattelpalmen, Johannisbrotbäume und Maulbeerfeigen. Lotusbäume und Bambus kommen im Nildelta vor.
100 km südwestlich von Kairo liegt El-Fayum, die größte Oase Ägyptens. Diese beherbergt das ganze Jahr hindurch eine große Vielfalt an Vogelarten. Der Ras-Mohammed-Nationalpark im Süden des Sinai ist unter anderem für seine Korallenriffe bekannt. Die Qattara-Senke ist ein wichtiges Biotop für Geparden; auch Gazellen leben hier. In der Wüste kommen Hasen und Springmäuse vor; außerdem Skorpione und Eidechsen. Schakale, Hyänen und Fenneks gehören ebenfalls zur ägyptischen Fauna.
Die Flora des Sinai ist von Akazien, Dattelpalmen, Wacholder und Tamarisken geprägt. Am Roten Meer gibt es zudem Mangrovenwälder. Dort findet sich auch eine riesige Vielfalt an Fischen und Meerestieren. Delfine, Haie, Rochen, Clownfische sind nur einige davon. Im übrigen Sinaigebiet ist das Kamel das am häufigsten vertretene Tier.
Das Umweltbewusstsein
in der ägyptischen Bevölkerung ist nach wie vor wenig ausgeprägt - angesichts der hohen Armutsquote stehen Fragen der Existenzsicherung für die meisten Ägypter oben auf der Agenda. Dabei drängen die Probleme, denen Ägypten sich gegenübersieht. Neben den globalen Themen wie dem Klimawandel
gibt es eine Reihe von landesspezifischen Schwierigkeiten:
Die gravierende Luftverschmutzung besonders in den urbanen Räumen wird durch Industrieanlagen, den Stadtverkehr und offene Müllverbrennung verursacht. Über Kairo liegt eine regelrechte Smogglocke; als größtes Luftverschmutzungsproblem
gelten die hohen Feinstaubwerte. Gebietsweise überschreiten auch die Kohlenmonoxid-, Schwefeldioxid- und Stickstoffdioxidwerte - trotz Verbesserungen in den letzten Jahren, besonders seit Gründung des Cairo Air Improvement Project (CAIP
) im Jahr 2000 - die zulässigen Grenzen.
Die lückenhafte Infrastruktur für die Müll- und Abwasserentsorgung führt dazu, dass Abfälle einfach verbrannt werden und teilweise toxische Abwässer aus Industrie und Landwirtschaft in Gewässer geleitet werden. Sowohl das lebenswichtige Nilwasser
als auch die Küstengegenden sind dadurch gefährdet; dazu kommen Überfischung sowie die Veränderungen des ökologischen Gleichgewichts, die der Bau des Assuan-Staudamms
mit sich gebracht hat, und die zum Verlust der Schwemmstoffe aus dem Nil und daher zur verstärkten Nutzung chemischer Dünger führt, die wiederum in die Gewässer gelangen. In einem der wasserärmsten Länder der Welt ist dies ein durchaus existenzielles Problem.
Einer besonderen Bedrohung sind die Korallenriffe im Roten Meer
ausgesetzt: Abwasser, übermäßiger Tauchtourismus
besonders in Hurghada, und das Einbringen von Öl oder anderen verunreinigenden Stoffen durch Schiffe haben bereits große Schäden angerichtet. Seit wenigen Jahren stehen sie, auch aufgrund ihrer großen touristischen Bedeutung, im Fokus nationaler (z. B. durch HEPCA
)und internationaler
Anstrengungen zu ihrem Schutz. Die Ökobucht El Quseir
ist ein Beispiel für bewussten Tauchtourismus.
In den letzten Jahren haben nationale und internationale Initiativen ihre Bemühungen verstärkt, die gravierenden Umweltprobleme zu bekämpfen; ein Gesetz zur Erhaltung und zum Schutz der Umwelt besteht seit 1994. Mit diesem Gesetz wurde auch die Egyptian Environmental Affairs Agency (EEAA) gegründet - nun das ausführende Organ des Umweltministeriums -, ebenso der Environmental Protection Fund, der seit 2000/2001 regulär arbeitet. Seit 1997 existiert ein vollwertiges Umweltministerium
. Viele der ökologischen Probleme
stehen auf der Agenda; Korruption
und mangelndes Bewusstsein in der Bevölkerung erschweren trotz gegenteiliger Bemühungen
zum Teil eine konsequente Umsetzung grundsätzlich sinnvoller Gesetze.
Administrativ ist Ägypten in 29 Gouvernements unterteilt. Die ihnen vorstehenden Gouverneure werden vom Präsidenten ernannt.
Das Niltal und -delta ist mit 1120 Einwohnern/qkm ein mit dem Ruhrgebiet vergleichbarer Ballungsraum. Kairo selbst gilt mit knapp 8 Millionen Einwohnern im Stadtgebiet und 12 bis 16 Millionen Einwohnern gar als das am dichtesten besiedelte Stadtgebiet der Welt. Schätzungen zufolge (in Ägypten gibt es keine Meldepflicht) leben in manchen Bezirken über 270.000 Menschen auf einem Quadratkilometer. Aufgrund der damit einhergehenden Wohnungsknappheit wohnen in Kairo nicht selten mehrere Generationen zusammen. Die großen Durchgangsstraßen sind praktisch zu jedem Zeitpunkt verstopft.
Mit einer Gesamtlänge von 45.000 km ist das Straßennetz am weitesten ausgebaut; ein Drittel ist befestigt. Das Eisenbahnnetz mit 7.700 km ist der wichtigste Verkehrsträger. Auf den schiffbaren Wasserwegen von 3.500 km Länge werden 25% des Güterverkehrs abgewickelt. Der 161 km lange Suez-Kanal verbindet die Hafenstadt Port Said am Mittelmeer mit dem Hafen Suez am Roten Meer. Durch einen Tunnel unter dem Suez-Kanal, Autobrücken und mehrere Fähren ist die Sinai-Halbinsel mit dem Festland verbunden.
In den Städten sind die wichtigsten Transportmittel Busse und Taxis. Alexandria verfügt zusätzlich über ein Straßenbahnnetz. Kairo besitzt mit seiner 1987 eingeweihten Metro das einzige voll entwickelte U-Bahn-Netz Afrikas - das vormals auch hier bestehende Straßenbahnnetz wurde seither im Stadtgebiet zum größten Teil stillgelegt.
Kairo, Alexandria, Luxor, Hurghada, Assuan, St. Catherine und Sharm El-Sheik verfügen über internationale Flughäfen; weitere Orte - u. a. Abu Simbel - sind per Inlandsflug erreichbar. Alexandria ist der wichtigste Überseehafen Ägpytens.
Die ägyptische Nationalflagge zeigt drei waagerechte Streifen in Rot, Weiß und Schwarz; in der Mitte ist der goldene Adler Saladins. Die panarabische Trikolore geht auf den Sturz der Monarchie 1952 zurück. Der Adler trägt ein Spruchband mit dem Landesnamen - Arabische Republik Ägypten - auf Arabisch. Die Flagge ist in dieser Form seit 1984 in Gebrauch.
Das Wappen ist der Adler Saladins, auch Arabischer Adler genannt. Er ist nach dem Ayyubiden-Sultan Saladin benannt. Auf der Brust trägt er die panarabische Trikolore in Rot, Weiß und Schwarz, allerdings in vertikaler Ausrichtung; auch im Wappen trägt er das Spruchband mit dem Landesnamen.
Ägyptischer Nationalfeiertag ist der 23. Juli, zur Erinnerung an die Revolution von 1952.
Biladi, Biladi, Biladi (Text: Younis al Qadi, Musik: Sayed Darwish) ist seit 1979 Ägyptens Nationalhymne. Gesungen wird bei offiziellen Anlässen die erste Strophe und der Refrain. Der Text lautet in der deutschen Übersetzung:
Heimatland, Heimatland, Heimatland, mein Herz schlägt liebevoll für dich.
Heimatland, Heimatland, Heimatland, mein Herz schlägt liebevoll für dich.
Ägypten, du Mutter aller Länder, meine Hoffnung, mein Sehnen,
wie könnte die Segnungen des Nils für die Menschheit ermessen?
Kristian Brakel (M.A.) studierte Islam- und Erziehungswissenschaft in Hamburg und Izmir/Türkei. Nach dem Studium absolvierte er den Postgraduiertenkurs Entwicklungspolitik am SLE Berlin und arbeitet seitdem für das Auswärtige Amt als Referent für zivile Krisenprävention in den Palästinensischen Autonomiegebieten.
Ägypten ist ihm aus vielen Forschungs- und Arbeitsaufenthalten bekannt.
Weiterführende Dokumente:

, einzelne Kapitel und andere Sprachfassungen auf der UNDP-Webseite