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Benin ist durch ethnische, regionale und linguistische Vielfalt geprägt. Die oben abgebildete Karte der ethnischen Gruppen Benins gibt Ihnen einen ersten Überblick über die räumliche Verteilung der ethnischen Gruppen. In den Veröffentlichungen der Ergebnisse des Zensus 2002 wurden die 61 gezählten ethnischen Gruppen in folgende Großgruppen zusammengefasst:
Fon
und verwandte ethnische Gruppen: 39,2%
Adja und verwandte Gruppen: 15,2%
Yoruba
und verwandte Gruppen: 12,3%
Bariba und verwandte Gruppen: 9,2%
Fulbe
und verwandte Gruppen: 7%
Bètammaribè und verwandte Gruppen: 6,1%
Yom, Lokpa und verwandte Gruppen: 4%
Dendi und verwandte Gruppen: 2,5%
Andere ethnische Gruppen: 1,6%
Bei der letzten Volkszählung 2002 wurden darüber hinaus 141.595 Ausländer in Benin gezählt. Die meisten stammen aus den Nachbarländern, davon 34,8% aus dem Niger, 22,1% aus Togo und 20,5% aus Nigeria. Meistens sind es Männer, die als Arbeitsmigranten in das Land kommen.
Detaillierte Informationen zur linguistischen Vielfalt Benins und deren Einordnung in die großen afrikanischen Sprachen finden Sie auf der folgenden Liste des Ethnologue
oder auf den Seiten des Joshua Projects
, auf denen Sprachproben zu hören und Fotos zu sehen sind. Die dort gemachten Zahlenangaben zu den Sprechern der jeweiligen Sprache müssen jedoch insofern relativiert werden, als die Mehrsprachigkeit des überwiegenden Teils der beninischen Bevölkerung dort nicht berücksichtigt ist. So ist zum Beispiel das Dendi (z.B. Ethnologue: 30.000 Sprecher) mit Ausnahme des Atakoragebirges die Markt- und Verkehrssprache des gesamten Nordens.


Wie in vielen Ländern der dritten Welt ist auch für Benin die Kluft zwischen der armen Bevölkerungsmehrheit und wenigen Wohlhabenden kennzeichnend. Über 30% der Bevölkerung leben unterhalb der absoluten Armutsgrenze, Tendenz steigend. Der Mangel an Arbeitsplätzen in den Städten zwingt viele Beniner dazu, sich im informellen Sektor zu betätigen oder sich mit mehreren gleichzeitig Jobs über Wasser zu halten.
In vorkonialer Zeit gab es in Teilen Benins Kasten-ähnliche Bevölkerungsgruppen, denen bestimmte Tätigkeit und ein bestimmter Platz innerhalb der sozialen Hierarchien zugewiesen war. In Nordbenin waren z.B. die Gando die Sklaven der Fulbenomaden. Die heute in Benin als kulturell eigenständig lebende Gruppe mussten damals für die Fulbe die Felder bestellen.
Überall in Benin kann man sog. "Könige" in ihren Palästen besuchen, doch das Königtum ist weniger ein Relikt vorkolonialer Strukturen als eine Folge des scramble for Africa nach der Berliner Konferenz von 1885, bei der festgelegt worden war, dass eine Besetzung nur bei gültigen Verträgen mit lokalen Autoritäten anerkannt würde. So wurden lokale und regionale Herrscher als ‚Könige' betitelt, um den Verträgen größere Bedeutung zu verleihen. Die traditionellen Herrscher Benins wurden aufgrund ihrer Funktion als lokale Vertreter der Kolonialverwaltung (chef de canton) schon vor der Unabhängigkeit von einer neuen einheimischen politischen Elite der Komplizenschaft mit den Franzosen beschuldigt. Ihr politischer Einfluss wurde Anfang der 1960er Jahre durch verschiedene Dekrete eingeschränkt. In dem jungen Staat mussten Dorfchefs nun gewählt werden. Die Zugehörigkeit zur lokalen Aristokratie war kein Kriterium mehr, welches Anwärter auf ein lokales Amt erfüllen mussten. Insgesamt blieb die Stellung der chefferie traditionelle bis zur Machtübernahme durch Kérékou 1972 aber ambivalent: Einerseits wurden die während der Kolonialzeit eingesetzten Kantonchefs nach und nach durch gewählte Vertreter ersetzt, andererseits hatten sie offiziell weiterhin eine beratende Funktion. Sie verstanden es in vielen Fällen, auch die neuen politischen Ämter zu kontrollieren, indem sie auf Basis ihrer ungebrochenen Autorität innerhalb der lokalen Bevölkerung Mitglieder ihrer Familie in wichtige Ämter wählen ließen. Die repressive Politik des sozialistischen Regimes zwischen 1972 und 1990 gegenüber der chefferie traditionelle war Teil einer ideologisch motivierten, breit angelegten Kampagne gegen traditionelle Institutionen und als rückständig angesehene Praktiken wie Hexerei und Ahnen- und Geisterkult. Die Diskriminierung der als ‚Ausbeuter' angesehenen dörflichen Oberschicht ist als Legitimationsstrategie der neuen Machthaber zu sehen. Dabei kam es jedoch keineswegs zu einer vollständigen Zerschlagung der Aristokratie, sondern eher zu einer empfindlichen Schwächung. Wichtige Aufgaben wie die Steuererhebung wurden ihr entzogen und ihre informellen juristischen Befugnisse abgeschafft. Darüber hinaus durfte beim Tod eines Königs kein Nachfolger inthronisiert werden, wodurch während den 1970er und 1980er Jahren viele traditionelle Herrscherämter vakant blieben. Wie der Erdherr von Wari Maro bedauern viele traditionelle Autoritäten den nachhaltigen Bedeutungsverlust der lokalen Aristokratien zwischen 1972 und 1990. Im Zuge der Demokratisierung nach 1990 und der damit einhergehenden Rehabilitierung von Opfern politischer Unterdrückung und Verfolgung während der Alleinherrschaft der sozialistischen Einheitspartei setzte eine Re-Legitimierung traditioneller Institutionen ein. Im ganzen Land kam es zur Wiederbesetzung vakanter Ämtern der chefferie traditionelle. Gleichzeitig entstanden neue sogenannte ‚Königtümer' auf lokaler Ebene, die vor der Revolution lediglich den Status einer untergeordneten Vertretung hatten. Auf nationaler Ebene gründete sich der Conseil des Rois du Bénin als Interessensvertretung der traditionellen Herrscher. Immer wiederkehrende Forderungen nach einer gesetzlich verankerten Integration der Häuptlingsämter in der kommunalen Verwaltung wurde allerdings bisher nicht nachgegeben. Traditionelle Herrscher bilden daher bis heute eine in ihrem Einfluß oft unterschätzte Parallelstruktur zur staatlichen Administration.
Etwa 40% der Landesbevölkerung lebt in den Städten. Bevölkerungswachstum und steigende Armut treibt immer mehr Menschen aus ihren strukturschwachen Dörfern in die Städte. Vor allem die Randgemeinden der Cotonou-Agglomeration, wie Abomey-Calavi, haben enorme Zuwachsraten. Neben der Abwanderung in die Städte spielen aber vor allem intrarurale Wanderungsbewegungen eine wichtige Rolle. Während in Benin mittlerweile die Binnenwanderungen überwiegen und sich das Land auch verstärkt zum Zielgebiet grenzüberschreitender Migration entwickelt, war die beninische Bevölkerung, insbesondere während der 1960er und 1970er Jahre, in die Makromuster internationaler Arbeitsmigration in Westafrika eingebunden. Die wichtigsten Zielländer
waren Ghana und Nigeria.
Nachdem die internationale Arbeitsmigration nach Ghana, Côte d'Ivoire und Nigeria Ende der 1960er bzw. Mitte der 1980er Jahre abnahm, prägen heute neben den Land-Stadt-Wanderungen insbesondere ländliche Binnenmigrationen die Mobilitätsprozesse in Benin. In der Karte zur Migration in Benin sind Abwanderungs- und Zuwanderungsgebiete nach Gemeinden dargestellt. Die hohen Wachstumsraten in den mittleren Landesteilen speisen sich aus den auf Zentralbenin gerichteten intraruralen Migrationen. Die Abwanderungsgebiete liegen im extrem dicht besiedelten Süden Benins und in den im Vergleich zum Landesmittel überdurchschnittlich dicht besiedelten Regionen des Nordwestens.
Die intrarurale Binnenmigration von Kleinbauern kann als Ausgleichsbewegung hinsichtlich der ungleichen Bevölkerungsverteilung und den damit verbundenen Disparitäten bei der Verfügbarkeit landwirtschaftlicher Nutzfläche verstanden werden. Im Gegensatz zu den in Westafrika vorherrschenden, nach Süden gerichteten intraruralen Wanderungen, ist in Benin die Zentralregion das wichtigste Zielgebiet ruraler Binnenmigrationen.
Laut Verfassung sind in Benin Frauen und Männer gleichberechtigt. Die Polygamie wurde 2004 offiziell abgeschafft. Dennoch findet man vor allem auf dem Land Großfamilien, in denen Männer mehrere Frauen haben. Aufgrund der ethnischen und kulturellen Vielfalt des Landes gibt es auch bezüglich des Geschlechterverhältnisses regionale Unterschiede. So sind im Norden des Landes Frauen insgesamt seltener in wichtigen Positionen und höheren Berufsklassen vertreten. Auch in der Nationalversammlung
(l'Assemblée nationale du Bénin) arbeiten nur wenige weibliche Abgeordnete. Wichtig zum Verständnis der Geschlechterrollen ist außerdem die Tatsache, dass Frauen und Männer in praktisch allen Haushalten über getrennte Budgets verfügen und hochgradig individualisert
wirtschaften. Statistiken und Untersuchungen zu wirtschaftlichen Themen, die auf Haushaltsbasis erhoben werden, beschreiben daher die komplexe Realität des lokalen ökonomischen Handelns nur sehr unzureichend. Sehr häufig wissen die Ehepartner überhaupt nicht, was ihre Partner verdienen.
Die Analphabetenrate in Benin liegt bei den Männern bei ca. 48% und bei den Frauen bei über 70%. In den Millenniumszielen der Vereinten Nationen hat sich die Regierung Benins vorgenommen bis zum Jahr 2015 eine Einschulungsrate von 100% zu erreichen.
Ein hohes Bevölkerungswachstum und fehlende Finanzmittel bewirken aber zurzeit noch einen Mangel an Schulgebäuden, Lehrern und Lehrmaterial. Die beninische Regierung fördert die Alphabetisierung von Erwachsenen in deren jeweiligen Regionalsprachen.
Das Bildungswesen
ist stark durch die ehemalige Kolonialmacht Frankreich geprägt und besteht aus der sechsjährigen Grundschule (école primaire) und den zweistufigen, siebenjährigen Sekundarschulen (collège, lycée). Der Zustand vieler Dorfschulen
ist schlecht, es fehlt an Lehrmitteln und Lehrpersonal. Seit 2007/2008 ist die Ecole Primaire gebührenfrei. Ein Verdienst von Yayi Boni. Das Vorhaben ist jedoch nicht überall erfolgreich umgesetzt worden, teilweise wurden Lehrer nicht bezahlt, sind in den Streik getreten, was dazu geführt hat, dass an manchen Schulen nachgezahlt werden musste. Der Regierung wird ein hastiges und schlampiges Vorgehen bei der Reform vorgeworfen.
Die bereits 2009 begonnenen Streiks wurden Anfang 2010 weitergeführt. Das Schuljahr drohte ungültig zu werden, was Schüler und Lehrer auf die Straße trieb. Sie demonstrierten für ihr Recht auf Bildung. Dabei kam es zu Sachbeschädigung und Yayi Boni willigte in die Aufwertung der Lehrer ein, eine weitere Belastung für die ohnehin schon klamme Staatskasse.
Hochschulbildung
Wenn die Abiturienten ein Stipendium bekommen oder von ihrer Familie unterstützt werden, können sie an verschiedenen technischen und Verwaltungshochschulen wie etwa der Ecole Régionale Supérieure de la Magistrature (ERSUMA), an der Universität von Abomey-Calavi (früher: Université Nationale du Bénin) und der 2001 neu gegründeten Universität von Parakou studieren. Die Website des digitalen Campus von Cotonou bietet Ihnen weitere Informationen zum beninischen Hochschulwesen.
USAID
und WHO
bieten Ihnen Übersichten über den beninischen Gesundheitssektor. Zur Gesundheitssituation von Kindern in Benin steht Ihnen die länderspezifische Website von UNICEF
zur Verfügung. Das Anti-AIDS-Aktionsprogramm von USAID
gibt ihnen einen Überblick zu HIV-Infektionen und AIDS in Benin. Im folgenden Dokument können Sie mehr über die ökonomischen Folgen von AIDS
erfahren (allerdings von 1999).
Traditionelle Medizin
Traditionelle Medizin und Heilungsverfahren spielen eine große Rolle. Gerade im ländlichen Raum sind Ärzte oder Krankenhäuser oft überhaupt nicht erreichbar, oder einfach zu teuer. Es gibt eine große Bandbreite alternativer Heilverfahren, die von lokaler Biomedizin bis zu verschiedenen Formen spiritueller oder religiöser Heilverfahren reicht. Oft werden die Ursachen der Krankheit nicht einem Erreger, sondern einem Hexer zugesprochen, der aufgrund von Eifersucht eines Nachbarn hinzugezogen wurde. Wie die verschiedenen traditionellen und modernen Therapieeinrichtungen und - verfahren miteinander konkurrieren, erfahren Sie in der Promotionsschrift der Ethnologin Thamar Klein.
Beniner nehmen unterschiedliche Therapieeinrichtungen wahr, je nachdem, welches Verfahren für den besonderen Krankheitsfall den meisten Erfolg zu versprechen scheint.
Benin stellt für Kunst und Kultur nur wenig finanzielle Mittel zur Verfügung. Schon mit dem Namen des für Kultur zuständigen Ministeriums - Ministre des Sports et des Loisirs (Ministerium für Sport und Freizeit) - wird deutlich: Die Prioritäten liegen woanders. Dennoch haben sich neben der traditionellen Kunst, wie z.B. die thematischen Wandbehänge des Südens,
auch zeitgenössische Künstler durchsetzten können, auch über Benins Grenzen hinaus. Künstler wie Dominique Zinkpè
, Rumuald Hazoumé
, Aston oder Simplice Ahouansou
sind einige bekannte Künstler. In der Galerie Fondation Zinsou
wird zeitgenössische afrikanische Kunst gezeigt und gefördert. Für Künstler aus Benin ist die Fondation Zinsou eine interessante Plattform. Interessante Schriftsteller, Essayisten und Theaterregisseure sind Camille Amouro
, Dine Alougbine und Housmane Aledji, der Herausgeber von Artistik Afrika
, ein Magazin für Afrikanische Kunst, das unter anderem auch dabei ist einen WEB TV Sender
aufzubauen. Als Veranstaltungsorte und Festivals gibt es neben dem Festival International de Théâtre du Bénin (FITHEB), das seit 1991 durchgeführt wird, das Centre Culturel Français
in Cotonou. Konzerte, Ausstellungen, Theater, Workshops und Parties bieten dem Besucher ein abwechslungsreiches kulturelles Programm. Das beninische Kino mit seinen Filmemachern wie Jean Odoutan
wurde in den letzten Jahren vor allem durch das Internationale Filmfestival
von Ouidah gestärkt.
Die Musikszene Benins ist weit aufgefächert. Traditionelle beninische Musik wie die von
Amikpon
steht neben Synthesen von Tradition und Jazz wie sie die Gangbé Brass Band
produziert und neuer Musik aus Benin, deren wohl bekannteste Vertreterin der Worldmusic-Star Angelique Kidjo
ist. Aber auch Afropop, wie z.B. von Segun Ola
oder andere Musikrichtungen findet man in Benin. Beispiele für traditionelle und moderne Musik können Sie auf der Website von Beninensis
hören. Eine Übersicht über aktuelle kulturelle Ereignisse finden Sie auf der Website von Africinfo
, über die afrikanische Kulturszene im Allgemeinen bei Africultures
.
Sport spiellt für viele Beniner eine große Rolle. Disziplin Nummer eins ist Fußball, aber auch andere Ballsportarten, Karate und Laufsport sind beliebt. Im Atakora spielt traditioneller Ringkampf eine Rolle.
Die beninische Fußballnationalmannschaft wird, bzw. wurde stets, "die Eichhörnchen" (les écureuils) genannt. Da der sportliche Erfolg bislang überschaubar blieb, ordnete der zuständige Sportminister im Herbst 2008 an, die Mannschaft mit einem neuen Wappentier auszustatten, welches den Löwen aus Kamerun oder den Elephanten aus der Côte d'Ivoire besser standhalten könne als ein Eichhörnchen. Die Umbennennung in"Aufstrebende Panther" (Panthères de l'émergence) ist allerdings in der Öffentlichkeit umstritten. Mehr zum beninischen Fußball finden Sie auf der offiziellen Seite des Verbandes
.

Die römisch-katholische Kirche begann ihre Missionsarbeit 1680. Der Katholizismus ist heute auch die wichtigste christliche Konfession in Benin mit einem klaren Schwerpunkt im Süden. Englische Methodisten begannen 1843 zu missionieren, konzentrierten sich aber ebenfalls auf die Küstenbevölkerung. Andere protestantische Kirchen
sind z.B. die Assemblé de Dieu, die Baptisten und der von der internationalen Missionsgesellschaft SIM
gegründete Kirchenverband "Union des Eglises Evangeliques du Bénin" (UEEB). Eine weitere bedeutende Kirche ist die der "Himmlischen Christen", (CCC Celestial Church of Christ
) mit Glaubensannahmen aus dem Weltbild der Yoruba. 1947 in Porto Novo gegründet, hat sie heute über 10 Mio. Anhänger in vielen Ländern Westafrikas, aber auch in Europa, Kanada und den USA.
Die westafrikanische Ausprägung des Islam
unterscheidet sich in vielen Dingen vom Islam in arabischen Ländern. Der Islam in Benin wurde durch muslimische Händler (Dendi) aus Mali und Niger verbreitet, die durch den Handel mit Kolanuss und Gold in Kontakt mit den islamischen Manding-Händlern (Malinké, Bambara, Dioula) waren. 1962 waren 7% der Bevölkerung Muslime, 1992 20%. Dachorganisation der beninischen Muslime ist die Union Islamique du Bénin (UIB), die aber aufgrund ihrer Inhomogenität nur auf dem Papier existiert. Sie wurde 1980 auch zur besseren Kontrolle der einzelnen Gemeinschaften in den islamischen Zentren Benins wie Djougou, Parakou, Nikki, Kandi und Porto Novo gegründet, die heute aber eine relativ große politische Autonomie haben. Die islamische Gemeinde im südlichen Porto Novo entwickelte sich erst im 19. Jahrhundert , v. a. durch Yoruba und Haussa-Händler aus dem heutigen Nigeria.
In Benin gibt es unzählbar viele Koranschulen, deren Unterrichtsziel für die SchülerInnen im Alter zwischen 5 und 20 Jahren vor allem das Lesen der 114 Kapitel des Koran ist und die Fähigkeit einige davon beim Gebet zu rezitieren. Ab 1950 wurden die "écoles franco-arabes", von arabisch-islamischen Institutionen aus Nordnigeria, Sudan, Ägypten, Saudi-Arabien finanziert und ausgestattet. Seit Mitte der 1960er Jahre arbeiten auch Absolventen der islamischen Universität von Medina in Saudi Arabien als Lehrer und seit 1970 gibt es viele Beniner mit Diplomen arabischer Hochschulen.
Vodoun, Synkretismus und die gesellschaftliche Bedeutung von Religion
Mit Benin verbindet man immer auch Vodoun. Bitte informieren Sie sich über folgende Links ausführlich über Glaubensinhalte und Götter des Vodoun:
AllgemeineInformationen zu Vodoun
Missverständnisse von Vodoun
Vodoun in Benin 
Animismus in Benin 
Vodoun und seine soziale Kontrollfunktion
Informationen zu Religionszugehörigkeit sollten immer vorsichtig betrachtet werden. Chrakteristikum aller Religionen sind Synkretismus. Alle Beniner ordnen sich demnach in einer Volksbefragung einer "offiziellen" Relgion zu, da ihnen ja schließlich nur eine Auswahlmöglichkeit gegeben wird. Tatsächlich aber verfolgen viele traditionelle spirituelle und religiöse Praktiken und bezeichnen sich gleichzeitig als Christ oder Moslem. Wie auch in anderen Teilen Afrikas sind Hexereidiskurse im Alltag eines großen Teils der beninischen Bevölkerung sehr präsent. Eine besonders grausame rituelle Praxis, die mit lokalem Hexerei-Glauben zusammenhängt, gibt es vor allem in Nordbenin. Auf dem Land werden dort Babys und Kleinkinder rituell ermordet
, wenn sie als Hexenkinder (enfants sorciers) verdächtigt werden. Für diesen Verdacht reicht es z.B. aus, dass ein Baby mit den Füßen zuerst geboren wird, die Schulter zuerst erscheint o.ä. Diese Babys werden liegen gelassen und anschließend von einem Spezialisten ermordet, indem z. B. der Kopf gegen einen Baum geschlagen wird. Auch Kleinkinder werden ermordet, wenn z. B. die Zähne in einer ungewohnten Reihenfolge wachsen oder andere bestimmte Entwicklungsmerkmale oder Behinderungen zutreffen. Es gibt einige NGOs
, die gegen den Kinder-Ritualmord kämpfen, auch ein katholischer Priester in Tanguieta engagiert sich für die Rettung von Kindern.
Tilman Przyrembel ist freier TV-Journalist und lebte zwischen 2004 und 2009 in Cotonou, Benin.
In dieser Zeit entstanden mehrere Dokumentarfilme zu entwicklungspolitischen Themen in Benin.
Ich freue mich über Feedback, Anregungen, Kommentare und Kritik
Vielen Dank auch an Moritz Heldmann und Martin Doevenspeck für wichtige Beiträge.
Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2011 aktualisiert.
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