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Hier finden Sie einen interaktiven Atlas von Benin
des Forschungsprojektes Impetus mit verschiedenen physischen und sozio-ökonomischen Karten
Ein weiteres Landsat Satellitenbild
ist auf dieser Seite zu finden.
Weitere thematische Karten und ein Satellitenbild Benins finden Sie im FAO Länderprofil Benin
.
Die Republik Benin ist ein kleiner Staat an der westafrikanischen Küste. Mit gerade einmal 120km Küstenlänge erstreckt sich das Land flaschenförmig Richtung Norden und grenzt dort an die Länder Niger und Burkina Faso. Im Osten befindet sich der große Bruder Nigeria und im Westen liegt das ebenfalls kleine Togo. Mit einer Fläche von 112km2 ist Benin etwa ein Drittel so groß wie Deutschland.
Regiert wird das Land in zwei Städten. Zum einen in der Hauptstadt Porto Novo, wo sich die Nationalversammlung befindet und zum anderen in Cotonou, der wirtschaftlichen Hauptstadt, in der sich die meisten Ministerien befinden, der für die Wirtschaft wichtige Hafen, sowie die meisten Banken und Unternehmen. 2002 wurden die während der französischen Kolonisation eingeführten zentralen Machtstrukturen aufgegliedert. Die Dezentralisierung gilt als eine der wichtigsten politischen Umstrukturierungen der jüngsten Vergangenheit.
Mehr über die Dezentralisierung finden Sie in der Rubrik: Geschichte, Staat und Politik.
Benin ist ein kleines, wenig bekanntes Land und im Vergleich zu anderen Ländern gibt es nicht viel an Bildern über Benin im Internet. Einige sehr schöne Fotostrecken gibt es aber dennoch, wie z.B. diese nach Departements sortierte Fotostrecke aus Südbenin.
Einen sehr schönen Eindruck vermittelt auch die Seite die Seite von Serge Sang
, der viele Jahre in Benin gelebt hat. Weitere, sehr schöne Bilder aus Benin gibt es auf der Seite Beninesis
.
Videos
Das Magazin Artistik Afrika ist im Begriff einen WEB TV Sender
aufzubauen. Hier finden Sie einen kurzen Film über ein Künstlerfestival zu dem Thema Wasser und Klimawandel.
Im 50.ten Jahr der Unabhängigkeit stellt der Journalist Benjamin Agon Cotonou in einem interaktiven Film
von einer anderen Seite vor.
Benin ist eines der ärmsten Länder der Erde, das zeigen auch die Grunddaten. Die Lebenserwartung bei Männern liegt bei 59,8 Jahren, bei Frauen bei 61,1. Im Vergleich leben die Menschen in Deutschland 20 Jahre länger.
Fast die Hälfte der Beniner hat keinen Zugang zu Trinkwasser. Viele beziehen ihr Wasser aus offenen Brunnen, Flüssen oder sie graben vorwiegend in der Trockenzeit Löcher in die Erde, um an Wasser zu kommen. Wasser, in dem sich zahllose Krankheitserreger tummeln, nicht zuletzt auch deswegen, weil es kaum Toiletten gibt und die getrockneten Fäkalien in der Regenzeit in die Wasserquellen gespült werden. Dieses fehlende Wissen einhergehend mit dem niedrigen Bildungsstand und einer Analphabetenrate von etwa 60% sind eine der Ursachen für eine geringe Lebenserwartung und einer hohe Kindersterblichkeit. Jedes fünfte Kind stirbt vor Erreichen des ersten Lebensjahres. Durchfallerkrankungen sind nach Malaria die häufigste Ursache für Krankheiten mit tödlichem Ausgang und sind fast immer mit dem Konsum von verunreinigtem Wasser in Verbindung zu bringen. Wer hingegen in der Stadt Cotonou an das Wasserwerk angeschlossen ist bekommt Trinkwasser durch ein recht gut funktionierendes Leitungssystem ins Haus geliefert.
Allgemeine Landesdaten über Benin sind beim index mundi
, dem CIA Factbook
oder dem Auswärtigem Amt
zu finden. Auch die offizielle Internetseite der Regierung Benins
stellt aktuelle Informationen zur Verfügung.
Interessant ist auch der "doing business Index"
. Er beschreibt wie leicht, oder vielmehr wie schwer es in Benin ist Geschäfte zu machen. Ob es sich nun um die Unternehmensgründung, die Kreditaufnahme, das Verwalten von Genehmigungen oder das Auflösen des Unternehmens handelt, Benin ist auf diesem Index weit abgeschlagen und befindet sich auf Platz 170 von 180 und liegt damit noch weit hinter dem Krisen geschütteltem Sudan, das seinen Platz auf 154 hat.
Wie in den meisten Küstenzonen ist auch in Benin dieser Naturraum eines der am dichtesten besiedelten Gebiete. Fast die Hälfte der Landesbevölkerung lebt hier auf einem Zehntel der Landesfläche, die 100km in das Landesinnere ragt. Tendenz steigend. Nutzungskonflikte und sozioökonomische Probleme sind die Folgen.
Kennzeichnend für die geradlinig verlaufende Küstenlinie sind die weiten Sandstrände, die aufgrund der rasch abfallenden Meerestiefe und die dadurch geringe Wirkung der Gezeiten flächenmäßig nahezu konstant bleibt. Hinter der Sandnehrung schließt sich ein komplexes System von Sümpfen, Lagunen, Flusstälern und Seen an, wie z.B. dem Lac Nokoué bei Cotonou, der viel von den Lagunenfischern
genutzt wird. Die in östlicher Richtung verlaufenden Lagunengewässer
erreichen nach etwa 100 km das offene Meer bei Lagos, Nigeria.
Hinter dem Lagunensystem steigt das Land allmählich zu einer Ebene an. Höhenunterschiede von 20-40 Metern in Küstennahe bis 250m im 130km nördlich gelegenen Abomey kennzeichnen die Plateaus hinter den Lagunen. Getrennt werden sie durch den im Zentrum liegenden Lamawald, sowie durch Flusstäler. Weiter nördlich, im Zentrum Benins, befinden sich die schönen granitischen Inselberge. Vorwiegend in der Region um Dassa, der größten Stadt in der Gegend, ragen diese Hügel (les colines) zwischen den Trockenwäldern hervor. Das felsige Gelände macht den Zugang zu Trinkwasser schwierig, denn Bohrungen sind hier mühsam. Geprägt wird diese Gegend vorwiegend durch Trockenwälder und Savannen. Starke Auswirkungen auf diese Vegetation haben die Flächenbrände, die während der Trockenzeit gelegt werden, zu Jagdzwecken oder um den Grasaustrieb zu fördern. Ein Großteil des kleinen Waldbestandes fiel der Rodung zum Opfer. Heute prägen landwirtschaftliche Nutzflächen das Bild, wie z.B. Ölpalmenwälder, Kokospalmhaine, Bananen- und Ananasplantagen.
Im Nordwesten Benins erstreckt sich mit der Atakorakette das einzige Gebirge des Landes. Höchster Punkt des Landes ist der Berg Sokbaro nahe an der Grenze zu Togo. Das Atakoragebirge steigt selten über 600 m und besteht hauptsächlich aus Quarziten, was zu nährstoffarmen Böden führt. Es folgt in östlicher Richtung das Pendjari-Tiefland, in dem der berühmte Pendjari Nationalpark liegt und mündet in die Ebene des Nigerflusses, nord-östliches Grenzgebiet zu dem Land Niger. Die typische Vegetation ist hier die Feuchtsavanne, die nördlich allmählich zur Trockensavanne wird. In diesen Regionen liegen die großen Baumwollplantagen Benins.
Im Nordwesten wird der Pendjari zum Oti und fließt in Ghana in den Volta. Der Voltastaudamm in Ghana ist einer der bedeutendsten Stromhersteller der Region und beliefert auch Benin mit Strom. Im Osten sind der Mékrou (410 kmLänge), der Alibori (340 km) und der Sota (250 km) die wichtigsten Zuflüsse des Niger, der über rund 120 km die Grenze zwischen Benin und der Republik Niger bildet. Der Ouémé, dessen gesamtes Einzugsgebiet sich in Benin befindet, ist mit 510 km der längste Fluss. Seine wichtigsten Zuflüsse sind der Okpara (200 km) und der Zou (150 km). Der Ouémé mündet im Atlantik, in der Bucht von Benin. Im Südwesten bildet der Mono auf 100 km die Grenze zwischen Togo und Benin und fließt in die Lagune von Grand Popo.
Klimatisch lässt sich Benin in drei Zonen aufteilen:
1. Im Süden herrscht auf einem etwa 200 km breiten Streifen das tropisch-heiße subäquatoriale Klima vor. Charakteristisch für diese Region sind die zwei Regenzeiten. Die große Regenzeit geht von April bis Juli. Im August und September ist es trocken, oft aber bedeckt. Eine zweite, kleine Regenzeit geht von Oktober bis November. Danach folgt eine lange Trockenperiode von Dezember bis April. Die durchschnittlichen Jahrestemperaturen bleiben bei 30C am Tag und 23C in der Nacht konstant. Die Luftfeuchtigkeit im Süden kann bis zu 90% betragen. Lediglich der Harmattan, ein staubiger Wüstenwind aus Nordosten, sorgt für kühle Luft und Milderung der hohen Luftfeuchtigkeit. Der trockene, rötliche Staub aus der Wüste ist aber auch Träger von Krankheitserregern. Etwa 2000 mm Niederschlag fallen im Süden im Laufe eines Jahres.
2. Nur die Hälfte des Niederschlages fällt während dieser Zeit in der Mitte und im Nordwesten Benins. In diesem Sudan-Klimaregime regnet es ca 1.000 mm – 1200 mm pro Jahr. Die Temperaturen variieren tagsüber von 29°C - 38°C und nachts von 16° - 26°. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 30% - 70%. Die siebenmonatige Regenzeit geht von Ende März, Anfang April bis Oktober erreicht in den Monaten August und September ihren Höhepunkt. Auch hier senkt der Harmattan in der Trockenperiode die Temperaturen. Die Staubdichte des Wüstenwindes ist im Norden Benins aufgrund der Nähe zur Wüste sehr viel Höher als im Süden und bildet bei starker Ausprägung einen dichten Nebel mit geringen Sichtweiten.
3. Das Atakoraklima unterscheidet sich von dem Sudan-Klimaregime durch die orographisch bedingten hohen Niederschläge. Aufwärts gerichtete Luftbewegung an dem Gebirge sorgt für Niederschlagsschwankungen.
Mit dem Klimawandel, der sich auch in Benin bemerkbar macht, werden Menge und Verteilung des Regens allerdings immer unvorhersehbarer.
Benin liegt geographisch in der sog. "Dahomey-Senke", ein fast waldfreier Savannen-Korridor. Umso dramatischer stellt sich die Verkleinerung um knapp 30% der Waldbestände
in dem Zeitraum von 1990 – 2005 dar. Eine rasch wachsende Bevölkerung sorgt für steigenden Druck auf die kleiner werdende Ressource Wald. Brandrodung, unkontrollierte Buschbrände und illegaler Holzschlag von Wertholz bedrohen das ökologische Gleichgewicht. 80-90% des Gesamtbedarfes von rund 60.000 m³ werden illegal gefällt. Verstärkt wird das Problem durch die illegale Praxis, die gefällten Bäume gleich vor Ort zu den handelsüblichen Bohlen zu verarbeiten. Das wertvolle Restholz wird einfach liegen gelassen und verbrennt mit dem nächsten Buschfeuer. Ein weiteres Problem der unkontrollierten Entwaldung ist die Holzkohleproduktion. Holz ist immer noch der mit Abstand bedeutendste Energieträger mit einem Biomassenanteil am Energieträgermix von rund 90%. Der Bedarf an Holzkohle in den Städten ist enorm. Fast in jedem Haushalt wird das Essen auf Kohleöfen gekocht, mit ineffizientem Energieverbrauch. Im Norden des Landes führt die Entwaldung zur Wüstenbildung, die Böden degradieren, werden unfruchtbar. Ein Hoffnungsschimmer sind die Teakhozplantagen in Zenral- und Südbenin, in denen das Holz kontrolliert geschlagen wird. Auch wenn die Plantagen keinen Ersatz für die Aufrechterhaltung der ökologischen Funktionen naturnaher Wälder darstellen, so tragen sie zumindest für die Erholung der Waldbestände
bei.
In Cotonou bringen etwa 40.000 Zemidjans ihre Fahrgäste ans Ziel. Zemidjans heißt auf der im Süden des Landes gesprochenen Sprache Fon „bring mich schnell ans Ziel“ und sind Zweitakt-Moped Taxis, deren bläuliche Abgase in Cotonou allgegenwärtig sind. Viele der Taxifahrer sind 12 Stunden im Dienst und klagen nicht selten über gesundheitliche Schäden. Es ist oft der letzte Ausweg ein wenig Geld zu verdienen, um über den Tag zu kommen. Ein weiteres Problem ist die unzureichende Müllentsorgung. An den Stränden, entlang der Straßen oder auf Talsenken, in denen sich der Müll auf „natürliche Art“ sammelt, entstehen immer wieder wilde Müllkippen. Es gibt kaum Müllverbrennungsanlagen. Die offiziellen Mülldeponien sind weitgehend überladen. Plastikverpackungen und vor allen Dingen die weit verbreiteten schwarzen Plastiktüten, die mit dem Fortschritt in das Land gelangt sind, werden verbrannt. Oft werden auch Autoreifen verbrannt, auf denen Straßenhändler Ziegenköpfe grillen und verkaufen. Bei der unsachgemäßen der Verbrennung von Plastik und Autoreifen entstehenden hochgiftige Substanzen, wie etwa Dioxine, die hierdurch ungefiltert in die Luft gelangen.
Die grundlegenden Indikatoren zur Bevölkerungsentwicklung in Benin stammen aus der letzten nationalen Volksbefragung 2002 der INSAE (Institut National de la Statistique et de l’Analyse Economique)
Die Bevölkerungsdichte in Benin ist sehr ungleich verteilt. Je weiter man in den Norden fährt, desto dünner besiedelt ist das Land. Von den 6.750.000 in Benin lebenden Menschen, wohnen 60% im Süden des Landes, die meisten davon in Cotonou. Während in Cotonou ca. 8100 Einwohner auf einem km2 leben, sinkt die Dichte im Norden bis auf 70 Einwohner pro km2. Wie in den meisten Entwicklungsländern wächst auch in Benin die Bevölkerung schnell. 4-5 Kinder bringt hier eine Frau durchschnittlich zur Welt. Mit einer Verdopplungszeit der Bevölkerung von 23-28 Jahren ist zu rechnen. Dadurch kann das Bevölkerungswachstum zu einer politischen Bombe werden. In den Medien ist von diesem Problem wenig zu finden.
Um die 40% der Beniner sind Städter. Offizielle Hauptstadt ist Porto-Novo im Südosten Benins. In der zweitgrößten Stadt des Landes ist davon jedoch nicht viel zu merken, da sich fast alle Regierungsinstitutionen und hauptstädtischen Infrastrukturen in der Metropole Cotonou befinden. Die drittgrößte Stadt Parakou ist gleichzeitig das städtische Zentrum des dünner besiedelten Nordens Benins. Die drei Städte haben als "Communes urbaines" seit der Verwaltungsreform 2002 einen administrativen Sonderstatus.
Die 6 Departement-Hauptstädte der 12 Departements sind bedeutende Subzentren. Zwar wurde die Zahl der Departements 2002 auf 12 vergrößert, allerdings konnten sich die beninischen Politiker bislang noch nicht auf die neuen Verwaltungshauptstädte einigen, so dass die neuen Departements weiter von den 6 alten "Cheflieux de Departement" verwaltet werden.
Die meisten Beniner leben auf dem Land und in Dörfern, die sich regional in Bauweise, Größe und Siedlungsstruktur unterscheiden. Besonders bekannt sind die befestigten Lehmbauten aus dem Atakora Gebirge, die "Tata Somba" und die Pfahldörfer in Südbenin am Unterlauf des Ouémé und auf dem Lac Nokoué, wo vor allem das Dorf Ganvié zu einer Touristenattraktion geworden ist.
Die Nord-Südachse des Sraßennetzes ist eine relativ gut ausgebaute Strecke. Aufgrund des Hafens von Cotonou werden große Mengen von Gütern nach Burkina Faso, Mali oder Niger über diese Straßen transportiert, eine Wartung dieser Strecke findet daher regelmäßig statt. Dennoch behindern immer wieder Schlaglöcher, die durch das hohe Verkehrsaufkommen entstehen den Verkehr. Der schlechte Zustand der LKWs verursacht viele Unfälle und entlang der Strecke sieht man immer wieder LKW-Wracks am Straßenrand verrotten. Im besten Fall ist die herabstürzende Ladung bei diesen Unfällen Baumwolle, im schlimmsten verunreinigt das Austreten von vielen Tonnen Diesel die Flora und Fauna.
Abseits der Hauptverbindungen sind die meisten Verkehrswege nicht geteert. In der Regenzeit sind diese Pisten dann so sehr überschwemmt, dass ohne Geländewagen kaum ein Durchkommen ist. In den Städten gibt es ebenfalls nur Asphaltstraßen auf den Hauptrouten. Auch hier kommt während der Regenzeit auf Teilstrecken der Verkehr zum Erliegen. Durch die fehlende Straßenbegeitende Kanalisation und die hohen Mengen des herunterstürzenden Regens entstehen auf den Pisten, aber auch auf den geteerten Straßen große Überschwemmungen.
Die letzte Zugstrecke wurde leider im Dezember 2007 stillgelegt. Händler von Waren aller Art, die nicht in ein Taxi oder Bus passen fuhren auf dieser Strecke.
Auf dem Wasserweg werden Personen und Waren auf kleinen Holzpirogen transportiert. Für große Schiffe sind die meißten Lagunengewässer und Flüsse nicht tief genug. Das große, weitverzeigte Fluss- und Lagunennetz, mit seinen zahlreichen Nebenarmen führt auch über die grüne Grenze nach Nigeria, was von den Benzinschmugglern genutzt wird, um unerkannt den Treibstoff in Plastikkanistern nach Benin zu bringen wo es dann am Straßenrand in großen Glaskaraffen aus der französischen Kolonialzeit verkauft wird.
Der Landesname der Republik Benin wurde in Anlehnung an das historische Reich Benin auf dem Gebiet des heutigen Nigerias gewählt, obwohl es weder einen geographischen noch einen historischen Bezug gibt. Es steht aber für Glanz und Ruhm, der mit diesem alten afrikanischen Reich assoziiert wird. Die Namenswahl ist vor allem auch eine Entscheidung gegen einen Namen regionaler Königreiche, deren Tradition nur von bestimmten Ethnien in bestimmten Landesteilen verwurzelt ist. Seit der 1975 erfolgten Änderung des Landesnamens von "Dahomey" (bezog sich auf das südbeninische Königreich Danhomè) in "Benin" können sich alle Bürger auf gleiche Weise mit ihrem Land identifizieren.

Von November 1959 bis 30.11.1975 war die heutige Flagge bereits die Nationalflagge von Dahomey. Nachdem das Land am 30.11.1975 in Benin umbenannt wurde, hatte das Land eine grüne Fahne mit einem roten Stern, was der farblichen Umkehrung der roten Fahne der Revolutionären Volkspartei von Benin entsprach. Das Grün stand auf dieser Flagge für die Landwirtschaft, das Rot für die Revolution und Sozialismus, und der rote Stern selbst für die nationale Einheit.
Die Nationalkonferenz von 1990 führte die alte Fahne von Dahomey am 01.08.1990 wieder ein. Die Flagge Benins ist in den panafrikanischen Farben gestaltet: Ein senkrechter grüner, zwei waagerechte Streifen in gelb bzw. rot. Etwa 1900 setzte die Panafrika-Bewegung ein, die Gemeinsamkeiten aller Menschen mit schwarzer Hautfarbe hervorheben wollte. Der Farbendreiklang Grün-Gelb-Rot, den viele afrikanische und auch amerikanische Staaten nach Erlangung ihrer Unabhängigkeit in ihre Flaggen übernahmen, steht für die politische Einheit Afrikas. Als Ursprung gelten die Landesfarben von Athiopien als dem ältesten unabhängigen Staat Afrikas. Die Farben Gelb und Grün symbolisieren die Trennung zwischen dem trockenen, nördlichen Teil der Savannen und dem südlichen, feuchteren Teil Benins. Die beiden Teile sind mit Rot verbunden, das vergossene Blut, das auch für die nationale Einheit steht.

Das Wappenschild Benins ist gevierteilt. Im ersten Feld ist eine typische Wohnburg des nördlichen Atakoragebirges("tata somba") abgebildet. Im zweiten silbernen Feld der höchste Orden des Landes, im dritten eine Palme, und im vierten ein dreimastiges Segelschiff. Über dem Schild schauen aus zwei schwarzen Füllhörnern Maiskolben hervor. Schildhalter sind zwei Panther. Das Wappen steht für das Volk, eine ruhmreiche Vergangenheit, die landwirtschaftliche Produktion und die überseeische Handelstradition. Gleichzeitig werden der Norden und der Süden als die zwei großen naturräumlichen Einheiten symbolisiert.
Auf einem Spruchband unterhalb des Wappens steht das Motto: "Brüderlichkeit, Gerechtigkeit, Arbeit".
Das heutige Wappen wurde nach der Unabhängigkeit für Dahomey eingeführt. Zwischen 1975 und 1990 zeigte das Wappen eine grüne Scheibe, umgeben von einem Kranz aus Maiskolben die mit einem roten Band verbunden waren. Im oberen Teil der grünen Scheibe befand sich ein roter fünfzackiger Stern und im unteren Teil, unmittelbar am Rand der Scheibe, das Blatt einer Kreissäge. Wie die Flagge wurde auch das alte Wappen durch die Nationalkonferenz 1990 wieder eingeführt.
Tilman Przyrembel ist freier TV-Journalist und lebte zwischen 2004 und 2009 in Cotonou, Benin.
In dieser Zeit entstanden mehrere Dokumentarfilme zu entwicklungspolitischen Themen in Benin.
Ich freue mich über Feedback, Anregungen, Kommentare und Kritik
Vielen Dank auch an Moritz Heldmann und Martin Doevenspeck für wichtige Beiträge.
Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2011 aktualisiert.
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