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Interandines Tal

Landesübersicht und Naturraum

BeschreibungInhalt
Offizieller Name:Plurinationaler Staat Bolivien
Fläche:1.098.581 km²
Einwohner:10,1 Mio. (2011)
Bevölkerungswachstum1,772% (2010)
Regierungssitz:La Paz
Klima (für Hauptstadt):gemässigt

Bolivien

Landesflagge Bolivien

Übersichtskarte

Politische Karte Boliviens
Quelle: INE ©

Detailliertere Karten Darstellungen wie eine politischeÖffnet externen Link in neuem Fenster, eine ReliefÖffnet externen Link in neuem Fenster und VegetationskarteÖffnet externen Link in neuem Fenster finden Sie bei der University of Texas. Auch auf der Website
Bolivia InternetÖffnet externen Link in neuem Fenster, bei der bolivianischen RegierungÖffnet externen Link in neuem Fenster und ReliefWebÖffnet externen Link in neuem Fenster finden Sie nützliche Karten.

Landesimpressionen

Betrachten Sie Bilder verschiedener Landschaften BoliviensÖffnet externen Link in neuem Fenster, des Titicaca-Sees und UmgebungÖffnet externen Link in neuem Fenster sowie von La PazÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Grunddaten

Inter-american Development BankÖffnet externen Link in neuem Fenster, Fischer WeltalmanachÖffnet externen Link in neuem Fenster und die CIAÖffnet externen Link in neuem Fenster liefern Grundinformationen über Bolivien. Natürlich gibt es eine Vielzahl weiterer internationaler und nationaler Organisationen, die statistische Daten zum Land bereitstellen. Besonders zu erwähnen sind hier die Botschaft in BerlinÖffnet externen Link in neuem Fenster, das nationale statistische Institut (INEÖffnet externen Link in neuem Fenster) und die WeltbankÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Naturraum

Geographie

Das Hauptmerkmal der Geographie Boliviens ist der Kontrast zwischen der kalten andinen Höhe und dem heißen Tiefland. Zwei Bergketten durchqueren das Land: die westlichen vulkanischen Anden und die "königliche" Kordillere. Dazwischen erstreckt sich das 700 km lange und 200 km breite Hochlandebene Altiplano, in dem mit 3606 m La Paz, die höchste Großstadt der Welt, liegt. Am Ostabhang der Anden befindet sich die fruchtbare Region der "yungas"(Berg- und Nebelwälder mit tiefeingeschnittenen Tälern und Schluchten), die in die tropenfeuchte Urwaldebene übergeht, die 3/4 des bolivianischen Territoriums ausmacht.

Klima

Die großen Höhenunterschiede bedingen sehr vielfältige Klimazonen (wie auf nachfolgenden Klimmadiagrammen zu sehen ist): vom Altiplano (La PazÖffnet externen Link in neuem Fenster), am Ostabfall der Anden (warm gemäßigtes bis subtropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit) bis hin zum Tiefland (Santa CruzÖffnet externen Link in neuem Fenster). Die interaktive KlimakarteÖffnet externen Link in neuem Fenster gibt Auskunft über weitere Orte.
In unregelmäßigen Abständen taucht eine warme Meeresströmung an der pazifischen Küste auf, was zu extremen klimatischen Veränderungen in den betroffenen Regionen führt. Man spricht von dem "El Niño"-Phänomen. Das stärkste bisher beobachtete El Niño-Ereignis der Jahre 82/83 löste in Bolivien nach tagelangen, anhaltenden Niederschlägen Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Die Schadensbilanz war damals, ebenso wie die negativen Auswirkungen in den Jahren 97/98, erheblich. Trotz getroffener Vorkehrungen durch den bolivianischen Staat waren die Folgen des El Niño-Stromes im Jahr 2007Öffnet externen Link in neuem Fenster verheerend.

Flora und Fauna

Alpakas auf dem Hochland
Alpakas auf dem Hochland, © Freddy Hernani Chávez

Durch seine Täler und sein Hochland beheimatet Bolivien unterschiedlich(st)e Vegetationszonen. Wobei in der Provinz Gran Chaco im Süden Boliviens überwiegend Buschland zu finden ist. Im Hochland wachsen aufgrund des windigeren und kälteren Klimas beispielsweise Zwergsträucher (Ichugräser). In Boliviens Nordosten dagegen gibt es tropische Berg- und Regenwälder.

Die am weitest verbreiteten Tiere des Hochlands sind die AlpakasÖffnet externen Link in neuem Fenster, VikuñasÖffnet externen Link in neuem Fenster und GuanakosÖffnet externen Link in neuem Fenster . Das Lama, die Haustierform des Guanakos, dient als Lasttier und bietet Milch, Fleisch und Wolle. Affen, PumasÖffnet externen Link in neuem Fenster, JaguareÖffnet externen Link in neuem Fenster und GürteltiereÖffnet externen Link in neuem Fenster sowie eine Vielzahl von Reptilien-, Vogel- und Insektenarten sind hauptsächlich in den tropischen Regenwäldern beheimatet. In den Savannen leben ÑandusÖffnet externen Link in neuem Fenster, Schlangen und Termiten. Am imposantesten dürfte allerdings der nicht mehr so weit verbreitete Kondor sein, der schon zur Zeit der Inka als besonderes Tier galt. Er ist der größte flugfähige Landvogel und ist in den Anden und dem Hochland zu Hause.

Bodenschätze

Im Jahr 2003 zählte Bolivien mehr als 54 TCF (Trillionen von Kubikfuß) bescheinigter Erdgasvorkommen und ist damit das Land mit den zweitgrößten Erdgasreserven in Lateinamerika nach Venezuela.
Neben Gas und Erdöl verfügt das Andenland über bedeutende Reserven an Zink, Silber, Kupfer, Eisen und Zinn.

Ökologische Probleme

Die Umweltprobleme in Bolivien haben eine lange Geschichte und vielfältige Ursachen. Sensible Ökosysteme, die vom Menschen falsch genutzt werden, bilden das Hauptproblem. Bolivien, das als Schlusslicht in der Entwicklung der Länder Lateinamerikas gilt, leidet mittlerweile in vielen Fällen unmittelbar unter den Umweltschäden. Mit der Zerstörung der eigenen Ressourcen hat sich das Land ein großes Entwicklungshemmnis selbst in den Weg gelegt. In Bolivien geht es demnach bei dem Schutz der Ressourcen keineswegs nur um den Schutz natürlichen Reichtums, vielmehr geht es direkt um das Leben und zukünftige Überleben der Bevölkerung, die von Überschwemmungen, Bodendegradation, Vegetationsverlust, Wasserknappheit, Waldrodung (1997 rund 168 000 ha) und vielen anderen Umweltproblemen direkt betroffen ist.

Das Vizeministerium für Umwelt, Naturressourcen und WaldwirtschaftÖffnet externen Link in neuem Fenster sowie das Nationale Umweltinformationssystem SIAÖffnet externen Link in neuem Fenster informieren über die Umweltlage, -politik und -projekte. Bolivien beteiligt sich an der Reduktion von Kohlendioxid Emissionen im Rahmen des Projektes Nationalpark Noel KempffÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Zur Erhaltung der biologischen Artenvielfalt hat man in Bolivien eine Reihe von Maßnahmen zu diesem Zweck eingeführt. Die geschützten GebieteÖffnet externen Link in neuem Fenster werden in verschiedene Kategorien eingeteilt: Nationalparks, Naturgebiet mit integrierter Verwaltung und Reserve zum Schutz der Flora und Fauna. Hierbei werden Initiativen der indigenen BevölkerungÖffnet externen Link in neuem Fenster mitaufgenommen, wie die Gründung des Kaa-Iya National Parks im Osten des Landes beweist. Auf diesem Gebiet leben Indigenas der Isoceño Guaraní mit der größten Jaguarpopulation der Welt zusammen.

Städte und Verkehrsinfrastruktur

Mit einer Bevölkerungsdichte von 7,3 Menschen pro qkm  (8,3 Mio Einwohner und 1,1 Mio qkm groß) ist Bolivien einer der am dünnsten besiedelten Länder des Subkontinents. Dabei ist der Altiplano mit 20 Einw/qkm relativ dicht (80% der Bevölkerung leben hier). La PazÖffnet externen Link in neuem Fenster als größte Stadt hat über 1,8 Mio Einwohner (davon ½ Mio in El Alto), Santa CruzÖffnet externen Link in neuem Fenster über 800 Tsd., CochabambaÖffnet externen Link in neuem Fenster 300 Tsd. und PotosiÖffnet externen Link in neuem Fenster, SucreÖffnet externen Link in neuem Fenster, OruroÖffnet externen Link in neuem Fenster und TarijaÖffnet externen Link in neuem Fenster mehr als 100 Tsd.

Durch Bolivien führt die "Transoceánica", die den Atlantik mit dem Pazifik verbindet. Nur 5 % der Straßen sind asphaltiert oder betoniert (2001), die restlichen Straßen sind geschottert. Da das Klima vor allem im Tiefland durch ausgedehnte Regenzeiten gekennzeichnet ist, führt diese Situation zu katastrophalen Verkehrsbedingungen.
Das Eisenbahnnetz des Landes umfaßt 3.700 km eingleisige Strecken in Meterspur und entspricht noch weniger als das Straßennetz den Anforderungen an ein modernes Verkehrsnetz. Das Schienennetz ist zweigeteilt und gehört der Empresa Ferroviaria Andina S.A.Öffnet externen Link in neuem Fenster (FCA) auf dem Altiplano mit einem Schienennetz von 2276 km und der Ferroviaria Oriental S.A. (FOSA) im bolivianischen Tiefland mit 1244 km. Eisenbahnlinien verbinden Bolivien mit Peru, Chile, Brasilien und Argentinien.

Die Fluglinien bieten Direktflüge und Verbindungen nach Nord- und Südamerika, Europa und Asien an. Wichtigste Flughäfen unter den 37 bolivianischen Flughäfen sind die von La Paz, Santa Cruz und Cochabamba.

Die Fluss-Schifffahrt auf dem Amazonas und dem Río Plata öffnet den Weg zum Atlantik. Das Pfahlbausystem (Titicacasee und Río Desaguadero) verbindet Bolivien mit den Häfen in Peru.

Einfache Wege im Hinterland
Einfache Wege im Hinterland
Strasse zu den Yungas
© Copyright by Stefan Helmbrecht
Strasse nach Coroico
© Copyright by Stefan Helmbrecht

Nationale Symbole

Die LandesflaggeÖffnet externen Link in neuem Fenster besteht aus drei gleich breiten horizontalen Streifen in der Folge rot-gelb-grün. Die Symbole im StaatswappenÖffnet externen Link in neuem Fenster sollen die Reichtümer des Landes darstellen (Cerro Rico in Potosí (mineralische Rohstoffe) und die Lama). Der Kondor im oberen Teil symbolisiert die Freiheit und Unabhängigkeit. Den Text der offiziellen HymneÖffnet externen Link in neuem Fenster schrieb José Ignacio de Sanjinés (1800 - 1864). Die VertonungLeitet Herunterladen der Datei ein stammt von Leopoldo Benedetto Vincenti (1815-1914).

Flagge mit Wappen
Flagge mit Wappen
Wappen
Wappen
Stammt aus dem Tawantinsuyu (Inkareich)
Neue bolivianische Flagge Wiphala

Über den Autor

Gerardo Basurco Valverde, Dr. phil, Dipl. Volkswirt, geb. 1953, Studium der Volkswirtschaft und Politikwissenschaft.
Gutachter von Projekten der Entwicklungszusammenarbeit.

Für Anregungen und Kommentare wäre ich Ihnen dankbar.

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Juni 2011 aktualisiert.

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