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Größe 274.200 km²
Einwohner 17.250.000 (geschätzt 2012)
Hauptstadt Ouagadougou 2.080.000 Einwohner (geschätzt 2012)
Nachbarländer Mali, Niger, Benin, Togo, Ghana, Elfenbeinküste
Klima Im Süden wechselfeuchtes subtropisches Klima im, NordenTrockensavanne
Landessprache Amtssprache Französisch, Verkehrssprachen Moore, Dioula, Fulfulde
Ethnien Mossi 40 %, Bobo 14 %, Senufo 9 %, Gulmancema 8 %, Tuareg 7 %, Lobi 6 %, Fulbe 5 %, außerdem Bissa, Sanam, Gourounsi…
Staatsform Zentralstaat (Dezentralisierung begonnen), laizistische Republik mit Präsidialsystem nach dem Muster der V. Republik Frankreichs
Präsident Blaise Compaore (seit 15.10.1987)
Ministerpräsident Luc Adolphe Tiao ( seit 18.04.2011)
Bevölkerungswachstum 3,085 % (geschätzt für 2011)
Urbanisierung 26 %
Analphabeten 78 %
Lebenserwartung 53,7 Jahre
Säuglingssterblichkeit 8,81 %
HIV-Prävalenz 1,2 %
Die weitgehend aktuellen Daten und Sozialindikatoren Burkinas in dieser Tabelle sind The World Factbook
entnommen, der Länderinformationsseite der CIA. Die Quelle weiterer allgemeiner Länderinformationen zu Burkina Faso ist Afrika auf einen Blick.![]()
Das Binnenland Burkina Faso liegt im Sudangürtel Westafrikas, ist im Nordosten Teil des Sahels, wo es an Niger und Mali grenzt. Das Land hat im Norden und im Nordwesten eine in zwei Kleinkriegen (1974, 1985) umstrittene aber endgültig geklärte Grenze mit Mali. Im Süden (von West nach Ost) grenzt Burkina Faso an die Elfenbeinküste (Côte d'Ivoire), Ghana, Togo und Benin. Das westafrikanische Binnenland ist mit 274.200 km² etwa so groß wie die alten Bundesländer.
Anlaufstelle für alle Belange der Kartographie in Ouagadougou ist das Institut Géographique du Burkina
. Es ist sehr gut ausgestattet und verfügt seit mehr als 20 Jahren über ein eigenes Flugzeug, um Luftaufnahmen zu machen.
Google maps
und bing maps
bieten interaktive Karten.
Neben Google earth zeigt auch geology.com ein Satelitenbild
(Landsat) von Burkina Faso.
Die sicher umfangreichste wissenschaftliche Kartensammlung von Burkina Faso bietet das Institut de Recherche en Développement - IRD (Institut für Entwicklungsforschung). Es betreibt ein großes Archiv
von historischen Landes- und Landesgebietskarten, die im Rahmen fachspezifischer Forschungen entstanden sind.
Eine weitere Kartensammlungen über das Land Burkina Faso, die zur Koordinierung von Katastrophenschutz angelegt wurde, bietet Reliefweb
, ein Portal von OCHA, dem Amtes für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten des UN-Sekretariats. Themen sind die jüngsten Überschwemmungen, Epidemien, Flüchtlingsströme, Nahrungssicherung und Bürgerkriege. Ähnlich erstellte die FAO ihrem Anliegen entsprechende Themenkarten
.
Aufschlußreich können auch Themenkarten und Landkarten-Linklisten
der Universität Texas von Austin sein.
Ausserdem gibt es einfache Landkarten, die jeweils andere Schwerpunkte haben wie
, Burkina Faso (UniMaps)
, die beide die Nationalparks hervorheben,
(65 Sprachen)
(45 Provinzen).Burkina Faso hat bald 17 Mio Einwohner. Die Bevölkerungsdichte beträgt - laut Schätzungen der kanadischen Schule für Angewandte Politik "Perspective Monde
" 58,68 Einwohner/km². Davon leben fast 80 % ausserhalb von Städten und betreiben in der Mehrheit Subsistenzlandwirtschaft. Seit Jahrzehnten halten Migration und Landflucht an. Die höchsten Bevölkerungsdichten findet man auf dem Zentralplateau. Die Bevölkerung umfasst etwa 60 ethnische Gruppen. Die dominierende ist die Mossi-Gruppe mit einem Anteil von mindestens 40%. Neben der Amtsprache Französisch sind Mooré, Dioula und Foulfouldé die wichtigsten Verkehrssprachen. Etwa die Hälfte der Bevölkerung ist unter 16 Jahre alt. Die Zahl der Analphabeten liegt mit 78 % sehr hoch. Über 50 % der Bevölkerung bekennt sich zum Islam, etwa 20 % zu christlichen Konfessionen. Auch wenn sich nach aussen nur noch etwa 20 % als Anhänger eines traditionellen "Animismus" bezeichenen würden, praktiziet die große Mehrheit der Bevölkerung über die Konfessionsgrenzen hinweg in irgendeiner Spielart Geister- und Ahnenglaube. Mindestens 2.000.000 Burkiner leben in der Elfenbeinküste, mehr als 500.000 in anderen Ländern wie Ghana, Frankreich, Italien...
Die wichtigsten Städte
Burkina Fasos sind Ouagadougou
(Hauptstadt) mit ca. 2.050.000 Einwohnern, Bobo-Dioulasso
mit ca. 610.500, Koudougou
mit ca. 105.000, Banfora
mit ca. 94.000 Einwohnern und Ouahigouya
mit ca. 86.000 (geschätzt 2012).
Die Urbanisierungsquote beträgt 26 % im ganzen Land und die Urbanisierungsquote pro Jahr 6,2 %. Damit gehört Burkina Faso zu den Ländern Westafrikas mit den niedrigsten Urbanisierungsquoten. Doch die Hauptstadt wächst in einem Schwindel erregenden Tempo. Im Jahr 2025 wird die Einwohnerzahl Ouagadougous auf 5.000.000 zugehen. Vor diesem Horizont entwerfen Stadtplaner einen "Schéma directeur d’aménagement du grand Ouaga" (SDAGO
).

Das Straßennetz
von Burkina Faso umfasst laut factbook derzeit 92.495 km. Etwa 60 % aller Nationalstraßen (RN) sind asphaltiert, d.h. 3.857 km von insgesamt 6.697 km. Sie bilden die Hauptverkehrsachsen zwischen den größeren Städten und den Nachbarländern. Regional- und Provinzstraßen (8.575 km) sind zum größten Teil befestigte Lateritstraßen. Daneben existieren über 75.000 km ländliche Pisten ohne Straßenbelag, die in der Regenzeit nur schwer passierbar sind. Zwischen allen Städten Burkina Fasos verkehren private Buslinien. Neben Überlandbussen werden oft Minibusse („Taxi-brousse“) eingesetzt.
Die einzige Bahnlinie
wurde während der Kolonialzeit in verschiedenen Etappen zwischen Ouagadougou über Koudougou, Bobo-Dioulasso, Banfora bis zur Grenze der Elfenbeinküste gebaut. Von dort ist sie weiter mit dem Hafen von Abidjan verbunden. Die Linie wurde während der Herrschaft Sankaras bis Kaya
ausgebaut (bataille du rail). Seit den 1990er Jahren kam es zu Phasen der Privatisierung und Umstrukturierung, die durch den Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste Rückschläge erlitten. Die ein- und meterspurige Strecke umfaßt insgesamt 1.264 Km, davon 622 km in Burkina Faso.
Im Jahr 2001 - vor der seit September 2002 im Nachbarland herrschenden Krise - wurden 243.041 Personen und ca. 900.000 t Fracht transportiert. Heute verkehren täglich Güter- und Personenzüge zwischen Abidjan und Ouagadougou.
Ein kanadischer Entwicklungsdienst arbeitet zur Zeit an einer Durchführungsstudie für eine eingleisige Bahnstrecke nach Ghana.
Burkina Faso verfügt über zwei internationale Flughäfen: in Ouagadougou und in Bobo-Dioulasso. Die 2001 teilprivatisierte nationale Fluglinie, Air Burkina
, verbindet Ouagadougou mit den westafrikanischen Städten Abidjan, Accra, Bamako, Bobo-Dioulasso, Cotonou, Dakar, Lomé und Niamey und fliegt regelmäßig Paris an.
Ouagadougou wird außerdem von Air France, Brussels Airlines, Royal Air Maroc, Air Algérie, Ethiopian Airlines und anderen angeflogen.

Burkina Faso ist ein Flachland. Die Differenz zwischen der höchsten und der niedrigsten Ebene beträgt weniger als 600 Meter. Nahezu die Hälfte des Landes liegt zwischen 250 und 350 Metern über Normalnull. Die Flachheit des Landes schließt jedoch keine bestimmte Vielfalt aus. Zwei große Bereiche lassen sich zunächst unterscheiden: Eine Rumpffläche und ein Sandsteinmassiv.
Die Rumpffläche erstreckt sich über drei Viertel des Landes. Das zum größten Teil monotone Relief ist eine Aufeinanderfolge von weichen Kuppen und geschweiften Tälern. Stellenweise trifft man auf Einzelhügel oder eine Gruppe von Hügeln, die sich auf einige dutzend Meter über der Hochebene (Zentralplateau
oder "Mossiplateau") erheben. Die niedrigen und flachen Teile bestehen aus Granitgestein und Gneis. Die vereinzelten felsigen Massen, die die Erosion überstanden haben, stellen sich in den verschiedensten Formen dar.
Ein Sandsteinmassiv nimmt den Südwesten in der hügeligsten Region des Landes um Orodara ein. Der Ténakourou
stellt dort mit seinen 749 Metern die höchste Erhebung des Landes dar. Die sedimentäre Kuppe primären Sandsteines beherrscht den von eindrucksvollen Steilhängen umgebenden Sockel. Zwischen Bobo Dioulasso und Banfora erstreckt sich eine ca. 150 Meter hohe Steilwand, die „Falaise de Banfora
“. Außergewöhnlich geradlinig erstreckt sie sich von Nordosten nach Südwesten. Im Südosten des Landes befindet sich auch ein kleines Massiv (das Massiv von Gobnangou, chaîne de Gobnangou
) an der Grenze zu Togo und Benin. Dieses endet ebenfalls mit einer senkrechten Felswand mit einer Höhe von bis zu 100 Metern.
Quelle: Atlas du Burkina, Jeune Afrique
Obwohl Burkina Faso flach ist und sehr geringe Niederschlagsmengen verzeichnet, hat es ein verhältnismäßig gut ausgeprägtes hydrographisches Netz, vor allem im südlichen Teil. Die Wasserläufe hängen mit drei Hauptbecken zusammen: das Volta-, das Comoé- und das Nigerbecken.
Das Voltabecken ist das bedeutendste von allen drei Becken. Es erstreckt sich auf das Zentrum und den Westen des Landes und hat eine Fläche von 178.000 km². Das sind über 60% der Gesamtfläche des Landes. Es wird von drei Hauptunterbecken gebildet: Die Becken der Flüsse Mouhoun, Nakambé und Pendjari. Die Zuflüsse dieser drei Becken treffen sich im Zentrum von Ghana, wo sie den Voltasee bilden.
Der Fluss Mouhoun
(ehemals Volta Noire) ist der einzige ständig wasserführende Fluss des Landes mit einem 92.000 km² großen Einzugsgebiet. Der Hauptnebenfluss des Mouhoun ist der Sourou mit einem Einzugsgebiet von 15.200 km². Seit 1984 ermöglichen die im Oberlauf des Zuflusses mit dem Mouhoun installierten Kontroll- und Umleitungsbauten die Speicherung von 250 Millionen m³ Wasser.
Der Fluss Nakambé
(ehemals Weißer Volta) entspringt östlich von Ouahigouya, in einer Region mit einer jährlichen Niederschlagsmenge zwischen 500 - 600 mm. Er hat ein 50.000 km² großes Einzugsgebiet. Der Nazinon (ehemals Rote Volta) dräniert den südwestlichen Teil des zentralen Plateaus. Sein Einzugsgebiet beträgt 20.000 km². Sein Regime ist demjenigen des Nakambé sehr ähnlich. Der Fluss Pendjari
bildet einen Teil der südöstlichen Grenze von Burkina Faso mit Benin. Er hat am rechten Ufer drei Nebenflüsse (Doudodo, Singou und Kompienga), deren Einzugsgebiet ca. 21.600 km² erreichen. Der Fluss Comoé, im Südwesten des Landes, hat ein ca. 18.000 km² großes Einzugsgebiet. Er entspringt in den Felswänden von Banfora. Die verhältnismäßig hohe Niederschlagsmenge dieser Regionen verleiht diesem Fluss in der Zeit von Juni bis September starke Ströme, die 500 m³/s erreichen können.
Im Nigerbecken, das eine ca.72.000 km² große Fläche hat, sind die Flüsse überwiegend endoreisch (d.h., sie erreichen in diesem trockenem Gebiet des Landes den Hauptfluss Niger meist nicht; sie münden in so genannten Endseen, versickern oder verdunsten im Beckenboden). Das sind z.B. der Béli, der Gorouol, der Goudébo und der Dargol. Sie können manchmal großes Hochwasser auslösen. Neben diesen drei Flussbecken gibt es auch noch im Nordosten des Landes in sich geschlossene Becken, die Wasser zu großen und kleinen natürlichen Seen (z.B. die Seen von Tingrela, von Bam und von Dem, die Tümpel von Oursi, von Béli, von Markoye usw.) führen.
Eine vom zuständigen Ministerium eingerichtete Website, Portail du secteur de l’eau au Burkina Faso
, informiert ausführlich über das Wasser und die Wasserpolitik im Lande.
Burkina Faso liegt in der innertropischen Konvergenzzone
und wird somit beherrscht von tropischem Wechselklima zwischen Trockenzeit und Regenzeit. Die Trockenzeit ist gekennzeichnet durch den trockenen heißen Wüstenwind, Harmattan
, der von Nordost nach Südwest weht. Diese Jahreszeit erstreckt sich von Oktober bis März. April ist der Übergangsmonat, in dem der Harmattan von den Monsunwinden
langsam abgelöst wird. Diese Übergangszeit entspricht dem Anfang der Regenzeit, die von Mai/Juni bis September/Oktober dauert. Der Harmattan bereitet bei nächtlicher Abkühlung der Sahara im Januar die niedrigsten Temperaturen bis unter 10°C. Bei Ablösen der Winde im April entstehen bei Windstille die höchsten Temperaturen, manchmal über 45°C.
Im Hinblick auf die Niederschlagsmengen können drei große Klimazonen unterschieden werden: Die Sahelzone, die nordsudanische und die südsudanische Zone.
Die sahelische Klimazone
erstreckt sich auf den Norden des Landes zwischen 13° 5' und 15° 3' nördlicher Breite. Sie kennzeichnet sich durch eine schwache Niederschlagsmenge (weniger als 600 mm) und hohe Temperaturen. Die nordsudanische Klimazone
liegt im Zentrum zwischen 11° 3' und 13° 5 ' nördlicher Breite. Sie hat eine durchnittliche Niederschlagsmenge von ca. 750 mm jährlich. Die südsudanische Klimazone
streckt sich auf den Süden zwischen 9° 3' und 11° 3' nördliche Breite. Sie ist gekennzeichnet durch höhere Niederschlagsmengen und niedrigere Durchschnittstemperaturen. August ist der Monat mit der höchsten Niederschlagsmenge und der höchsten Luftfeuchtigkeit (80 %) im ganzen Land. Im März und April erreicht die Verdunstung ihren Höhepunkt (> 400 mm).
Aktuelle Klima- und Wetterinformationen über Burkina Faso sind auf folgenden Websites zu finden:
[Das Portal bietet für sechs Städte Temperatur und Niederschlagsdaten.]
[Das Portal bietet umfassende Wetterinformationen, aber auch Wettervorhersage-Informationen für verschiedene Städte in Burkina Faso an.]
[wetter.com bietet graphisch sehr ansprechende Wetterinformationen und eine Wettervorhersage für bis zu 16 Tagen an, allerdings beschränkt dieses Portal sich sehr stark auf die Hauptstadt Ouagadougou und ist daher aber auch besonders interessant für dieses Reiseziel.]
[Hier werden sehr übersichtliche und graphisch sehr einfach dargestellte Augenblick-Informationen über das Wetter in mehreren Städten von Burkina Faso angeboten. Auf der Hauptseite findet man eine Liste ausgewählter Lokalitäten mit einem Link zu den entsprechenden tagesaktuellen Informationen.]iten-online.ch
[Die private Website von Karl Iten bietet Städte bezogene Jahresklimadiagramme, knappe Informationen über das allgemeine Klima im Land und einen Link zu kurzen nützlichen Länderinformationen bei transafrika.org für Reise-Interessierte.]
Über das Phänomen des Klimawandels
in Sahelgebieten während der letzten 80 Jahre informieren Schaubilder
, die dem Atlas d´Afrique von Jeune Afrique entnommen sind. Eine Studie aus Washington
von November 2011 analysiert die Schwankungen der Niederschlagsmengen von 1900 -2011.
Das sahelische Gebiet setzt sich aus dem eigentlichen sahelischen Vegetationsgebiet im extremen Norden um Gorom Gorom und einem sudano-sahelischen Vegetationsgebiet in Höhe des Zentralplateaus zwischen Ouahigouya und Fada N´Gourma zusammen. Die Vegetation wird dort von Gräsern, Sträuchern, Dornbüschen und Dornbäumen beherrscht. Die Hauptbaumart in der Sahelzone
ist die Akazie
, die sich an verschiedenartige Standorte angepasst und somit eine große Bedeutung für Mensch und Tier (Futter, Dünger) hat. Südlich davon verläuft ein von Sträucherbewuchs bestimmter etwa 100 km breiter Gürtel, der dem sudanischen Gebiet zuzurechnen ist und durch immer stärkere Bewaldung ein sudano-guineisches Vegetationsgebiet im Süden des Landes einleitet. Während in den Übergangszonen der Karitébaum
und der Baobab
die Landschaft bestimmen, wird zunehmend im Süden der Mangobaum
und andere Fruchtbäume zum bestimmenden Element.

Desertifikation
bezeichnet wörtlich „Wüstenmachung“. Menschliches Tun und Unterlassen sind die Hauptfaktoren von Verwüstung, wobei die Erosion, also der Abtrag von fruchtbaren Bodenpartikeln durch Wind und Wasser, nur als letzte ausführende Komponente hinzutritt. Mitte der 1970er Jahre rückte das Problem in Verbindung mit Hungerkatastrophen in das Bewusstsein.
Die Führer der Revolution von 1983-1987 machten die Lebensgrundlagen von 80 % ländlicher Bevölkerung zu ihrem Hauptanliegen und sensibilisierten die Bevölkerung, gegen die drei Hauptursachen der Desertifikation zu kämpfen ("les trois luttes"): Buschfeuer, Abholzung und Überweidung (Herumlaufen lassen von Ziegen).
Seitdem gab es Generationen an Erosionsschutz- und Wiederaufforstungsprojekten. Verschiedene Maßnahmen
wie Bau von Steinreihen, Kompostierung, Baumpflanzungen, holzsparende Herde… wurden eingeübt. Erfolge dabei entlarvten den Mythos, es handele sich bei Desertifikation um naturgegebenes unaufhaltsames Wüstenwachstum.
Desertifikation bleibt in Burkina Faso, wo 80 % der Bewohner in der Landwirtschaft arbeitet, bei steigendem Bevölkerungsdruck und zunehmenden Klimaschwankungen eine tickende Zeitbombe.
International beteiligt sich Burkina Faso stark in der Bekämpfung von Wüstenbildung: Der Sitz des CILSS
(Comité permanent Inter-Etats de Lutte contre la Sécheresse dans le Sahel) ist in Ouagadougou. Arba Diallo
, inzwischen Bürgermeister von Dori und Zweiter bei den Präsidentschaftswahlen in Burkina Faso, hat das Sekretariat der Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation der UNO (UNCCD
) 1999 nach Bonn geholt und stand ihm 10 Jahre lang als Exekutivsekretär vor.
Neben diesem landesweiten ökologischen Problem ist die sehr starke, Gesundheit schädigende Luftverschmutzung
in Ouagadougou zu erwähnen. Der Strassenverkehr steigt jährlich um etwa 3,5 %. Tausende Mofas
mit Zweitaktmotoren verstopfen fast rund um die Uhr die Straßen. Blei in den Kraftstoffen führt dabei zu immer höheren Belastungen durch gesundheitsgefärdende Feinstpartikel. Unkontrollierte Müllverbrennung tritt als Faktor der Luftverschmutzung hinzu. Studien der "Clean Air Initiative in Sub-Saharan Africa" gewähren detaillierte Einblicke in die Abgassituation
in der Hauptstadt und formulieren Lösungsvorschläge für die Reduzierung der verkehrsbedingten Luftverschmutzung. Die 335-seitige Studie (Welt im Wandel, Armutsbekämpfung und Umweltpolitik
) vom Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen befasst sich u.a. mit dem Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Armut, wobei Fallbeispiele aus Burkina Faso herangezogen werden.
Die aktuelle Flagge wurde offiziell am 4. August 1984, dem ersten Jahrestag der Revolution, eingeführt. Sie ersetzte dadurch die erste Flagge des Landes Obervolta
, einer Trikolore (schwarz, weiß, rot) der "kolonialen" Farbgebung für die drei großen Quellflüsse des Volta. Die drei Farben der neuen Flagge (Rot, Grün und Gelb) sind die panafrikanischen Farben
. Damit sollte zusätzlich zu ihrer nationalen Bedeutung die Zugehörigkeit des Landes zu der "großen afrikanischen Nation" symbolisiert werden. Gelb ist dabei nur der Stern. Mit ihm in der Mitte reihte sich Burkina Faso in die Zahl der revolutionären Staaten (wie z.B. Vietnam) ein.
Mit neuem Namen und neuer Flagge erhielt das Land ebenfalls am 4. August 1984 von der Revolutionsführung eine neue Hymne
,"le Ditanyè" oder die "Hymne des Sieges". Sie wurde von Präsident Thomas Sankara
selbst gedichtet und wahrscheinlich auch komponiert.
Das aktuelle Staatswappen ist das vierte
in Folge seit der Unabhängigkeit. Es wurde 1997 eingeführt.
Der Nationalfeiertag ist der 11. Dezember, der Tag, an dem im Jahre 1958 die Republik ausgerufen wurde. Auch der 5. August ist staatlicher Feiertag. Am 5. August 1960 wurde die Unabhängigkeit des Landes von Frankreich proklamiert.
Allgemeine Impressionen von Burkina Faso bieten folgende ausgewählte Webseiten, die im wesentlichen aus Bilderkatalogen und Blogs über Menschen, Landschaften und Kultur bestehen.
: Eine kommerzielle Website von einem professionellen Fotografen, der in 4 Kategorien einen knappen Einblick in das Leben und die Kultur einiger Volksgruppen in Burkina Faso gewährt.
von TrekEarth
: eine private Website von Helge Fahrnberger mit Fotografien aus den Jahren 2003 und 2005.
:Das auf dem Server der belgischen Haute Ecole Roi Baudin untergebrachte Projekt bietet verschiedene Landschafts-, Dorf- und Städtebilder aus dem Norden, dem Zentrum, dem Süden, dem Westen und dem Südwesten Burkina Fasos an.
, 1970-2004
[ein Tagebuch mit vielen aktuellen Informationen]
[Tagebuch einer schweizerischen Praktikantin]
der Mitarbeiter der NRO Sonnenenergie für Afrika e.V (SEWA).
Das 21 Bilder umfassende Fotoalbum von Frank Masson dokumentiert das farbenfrohe Leben der Menschen im Norden
Burkinas.

Ein beliebtes Touristenziel ist der Süden mit den Wasserfällen und idyllischen Sandsteinen
in der Gegend von Banfora.
Das Video präsentiert ein Landwirtschaftsprojekt der britischen Entwicklungshilfeorganisation Christian Aid im trockenen Sahelgebiet des Landes Burkina Faso. Innovative Landwirtschaftstechniken sollen den Bauern helfen, die Böden fruchtbarer zu machen, die wenigen Regentropfen besser sickern lassen und die Desertifikation zu bekämpfen.
Jörg Lange
, Mag., Dipl.-Ing., geb. 1959, wohnhaft in Bad Honnef, Theologe und Wasserbau-ingenieur, seit 1985 mehrjährige Aufenthalte in Burkina Faso, 17 Jahre lang in der EZ in Westafrika, 11 Jahre mit dem DED, seit 2009 selbständige Fachkraft in der EZ.

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Dezember 2011 aktualisiert.
Die AIZ mit Sitz in Bad Honnef bietet mehr als 50 monatlich stattfindende Trainingskurse zu folgenden Themen an:
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