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Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Auf dem Human Development Index HDI 2011
des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP
) rangiert das Land mit einem Index von 0,331 auf Platz 181 von insgesamt 187 Länder. Über 50% der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze von 1,25 US$ pro Tag. Das Bruttonationaleinkommen
(BNE) betrug 2011 1.141 US$ pro Kopf. In Deutschland liegt es 30-mal höher, nämlich bei 34.854 US$. Sehr schwankende Wetterbedingungen (Überschwemmungen 2009, 2010, Dürre 2011), ungünstige Binnenlage mit hohen Transportkosten, Mangel an abbaubaren Rohstoffen und preisgünstigen Energiequellen sowie sehr geringes Ausbildungs- und Produktivitätsniveau sind neben zunehmender Korruption einige von zahlreichen Standortnachteilen, die die Wirtschaftsentwicklung
beeinträchtigen und auch in absehbarer Zukunft in erheblichem Maße beeinträchtigen werden.

Burkina Faso ist ein Agrarland
. Mehr als 80 % der Bevölkerung leben und arbeiten in ländlichen Gebieten. Insgesamt trägt der Primärsektor (Landwirtschaft
, Viehzucht
, Fischerei und Forsten) durchschnittlich mit ca. 35 bis 39% zum BIP
bei. Er stellt die Haupteinnahmequelle des Landes dar.
Das Ziel, hinter Ägypten zweitgrößtes Anbauland für Baumwolle in Afrika zu werden, konnte Burkina Faso tatsächlich erreichen. Dieser Erfolg ist der Neuorganisation
und Teilprivatisierung des Baumwollsektors
, der zuvor ein Monopol der Vertriebsgesellschaft "Société burkinabè des Fibres Textiles" SOFITEX
war, zu verdanken. Burkina Faso hat als erster Staat Westafrikas Versuche mit gentechnisch veränderter Baumwolle
zugelassen und damit heftige Verunsicherungen bei den Bauern hervorgerufen. Nach den ersten, sogenannten erfolgreichen Testergebnissen hat der Minister für Landwirtschaft beschlossen, die Kultur der gentechnisch veränderten Baumwolle ab 2007 zu verbreiten. Dies soll helfen, die Produktionskosten zu senken. Die NRO CV-OGM/BF
, Hauptgegner der genmanipulierten Kulturen
in Burkina Faso, versuchte diese vorschnelle Entscheidung auch mit rechtlichen Mitteln zu verhindern.
Baumwolle ist neben Gold Hauptexportware. Seit Schließung der Fabrik Faso Fani (früher Voltex) 2000 wird Baumwolle kaum noch im eigenen Land verarbeitet. Unter dem Gesichtspunkt globalen Handels beschreibt der österreichische mit dem Deutschen Dokumentarfilm Preis 2009 ausgezeichnete Film "Let´s make Money
" den Baumwollhandel als Symbol des unfairen Handels. Auch die Deutsche Welthungerhilfe DWHH
weist auf die Folgen von Subventionen für Baumwolle in anderen Ländern auf die Situation in Burkina Faso hin.
Über 75% der Anbauflächen werden für die Getreideproduktion genutzt, die im Wesentlichen der Eigenversorgung dient. Im trockenen Norden dominiert die Kultur der kleinkörnigen Perlhirse
, während im übrigen Land Sorghum
(großkörnige rote und weiße Hirse) und Perlhirse gleichermaßen angebaut werden. In den sudano-guineischen Vegetationsgebieten werden zusätzlich Reis, Mais und Wurzelknollen (Yams
, Maniok
, Süßkartoffeln) angebaut. Reis und Mais werden auch zunehmend in anderen Teilen des Landes in Bewässerungsperimetern angebaut. Der Anbau von Gemüse wird hauptsächlich in der Trockenzeit aus Brunnen, Rückhaltebecken oder Flüssen intensiv betrieben. Weitere Kulturen, die sowohl der eigenen Ernährung dienen, als auch für den Export bestimmt sind, sind Sesam, Erdnüsse, Fonio
, Karité
- und Cashewnüsse.
Die Bilanz für die Getreideproduktion war in den Jahren 2000-2010 - wie die "Direction Générale der Prévisions et Statistiques Agricoles", DGPSA
, bestätigt - überdurchschnittlich. Ausnahme bleibt der seit eh und je defizitäre Anbau von Reis. Die jüngste Getreideproduktion von 2011 ist aber in vielen Gegenden defizitär. Nach vorläufigen Bilanzen der Bourse Céréalière Nationale
sind im Jahr 2012 1,4 Millionen Menschen in Burkina Faso vom Hunger bedroht.
Die Viehzucht
ist die zweitwichtigste Wirtschaftsaktivität des primären Sektors. Der Norden ist das Hauptgebiet der Viehwirtschaft. Vorherrschend ist traditionelle Wanderviehwirtschaft oder Transhumanz
. Eine Modernisierung
dieses Sektors ist noch nicht weit fortgeschritten. Rinder und Häute werden exportiert, hauptsächlich in die Elfenbeinküste.

Der landwirtschaftliche Sektor verfügt über Potentiale, deren Ausschöpfung von zahlreichen Problemen behindert wird:
unzureichende Managementkapazitäten bzw. -kompetenzen zur optimalen Nutzung der vorhandenen Potenziale.
Die Anbautechnik (mit der Daba
= traditionelle Hacke) ist weitgehend rudimentär. Traktor und Pflug - wenn überhaupt erschwinglich - können auf Böden mit zu dünner Humusschicht oft mehr schaden als nutzen.
Sollten die Böden nicht ausreichend gegen Erosion geschützt werden, droht langfristig die Degradierung der natürlichen Ressourcen. Damit stehen die Produktionsgrundlagen insgesamt in Frage. Die etwas ertragreicheren Böden im Süden, Südwesten und Südosten werden für den Baumwollanbau unter Einsatz von Pestiziden intensiv genutzt, was unter Umweltgesichtspunkten weitere schwerwiegende Probleme darstellt.
Der Anteil des sekundären Sektors am BIP liegt bei 19%. Dieser Sektor ist noch weitgehend von staatlichen Unternehmungen (Elektrizität
und Wasser
) und dem Bausektor geprägt. Das Telekommunikationsunternehmen ONATEL
wurde 2006 zu 49 % privatisiert. Nahrungsmittelverarbeitung, Montage von Mopeds und Getränkefabrikation sind weitere Industriezweige. Daneben umfasst der schwer messbare informelle Bereich über 60%.
Der tertiäre Sektor ist regelmäßig mit 40 bis 45% am BIP beteiligt. Er wird geprägt durch Export - und Importhandel
sowie den weit verbreiteten Kleinhandel. Auch in diesem Sektor ist der Anteil der informellen Tätigkeit (z.B. der weit verbreitete Kleinhandel) beträchtlich.
Eine Reihe negativer Standortfaktoren stehen einer nennenswerten industriellen Entwicklung im Wege. Zu nennen sind:
geringes Ausbildungs- und Produktionsniveau
Als Folge der schwach entwickelten Wirtschaft und der klimabedingt schwankenden Ernteerträge arbeiten 2 bis 3 Mio. burkinische ArbeitnehmerInnen im Ausland
, hauptsächlich in der Elfenbeinküste. Der Bürgerkrieg im Nachbarland hatte starke negative Auswirkungen auf die Wirtschaft Burkina Fasos befürchten lassen. Diese sind jedoch weniger dramatisch ausgefallen als ursprünglich erwartet. Die Inflationsrate hat sich von 4,2 % (2010) auf 5,3 % im Jahr 2011 erhöht.
In Burkina Faso könnte die Mineralindustrie
bald eine herausragende Rolle im Exporthandel spielen. Die Revision der Bergbaugesetzgebung
2003 hat den Sektor anscheinend belebt. Zahlreiche Bodenforschungsunternehmen haben sich mittlerweile im Land niedergelassen. Die aktivsten Unternehmen sind kanadische Firmen. Zu diesen gehören Axmin Inc
, Semafo Inc
, Orezone Resources Inc
, High River Gold Mines Ltd
, Goldcrest Resources Ltd
und Etruscan Resources Inc. Nach ersten Schätzungen verfügt Burkina Faso neben den reichen Gold- und Manganvorkommen auch über Kupfer, Eisenerz, Kassiterit (Zinnstein) und Phosphate in den etwa 75.000 km² birimischen Sedimenten. Produziert werden bereits Dolomit, Gold, Granit, Marmor, Phosphate, Bimsstein und andere Vulkangesteine sowie Salze. Der Einstieg der kommerziellen Gesellschaften in die Goldförderung
eröffnet neue Perspektive und leistet seit 2005 einen zunehmenden Beitrag zum Exporthandel. Im Jahre 2009 entthronte Gold die Baumwolle als wichtigstes Exportgut des Landes. Das verkündete der Minister für Bergbau
und Energie bei einem interministeriellen Treffen
am 15. April 2010 in Ouagadougou. Dies beflügelte den Traum der aktuellen Regierung, das Land noch im Jahre 2010 zum viertgrößten Goldproduzenten Afrikas aufsteigen zu lassen.

In Burkina Faso sind die Wirtschaftsindikatoren
sehr schlecht. Mehrere Gründe dürften dies erklären. Die Wirtschaft
leidet maßgeblich unter schwankenden Weltmarktpreisen für die Hauptexportprodukte. Manche Experten führen die desolate Wirtschaftslage auch auf das niedrige Bildungsniveau und das verhältnismäßig schnelle Bevölkerungswachstum zurück. Die ungünstige geographische Lage als Binnenland und der fehlende Anschluss an Wirtschaftsmärkte wirkten sich zuletzt nicht weniger negativ aus. Obwohl das Land über großes Potential im Hinblick auf Bodenschätze (Mangan, Silber, Gold, Zink, Kupfer, Phosphat, Titan, Nickel, Blei und Bauxit) verfügt, fehlen dort noch die Infrastrukturen zum Abbau. Die sehr schwankenden Wetterbedingungen wirken sich stark auf das jährliche Wirtschaftswachstum aus. Subventionen, Billigimporte und Geschenke führender Industrie- und Schwellenländer (USA - Baumwolle, Textilien aus Asien, EG - Milchpulver und Fleisch, Japan - Reis...) sorgen dafür, dass Burkina Faso in seinen ureigensten Bereichen als Agrarland nicht nur nicht mehr für den Export produzieren kann, sondern selbst auf dem Binnenmarkt nicht mehr konkurrenzfähig ist. Dass Korruption, Oligarchiebildung und schlechte Regierungsführung ebenfalls Hemmnisse für Wirtschaftsentwicklung sind, zeigt die Lizenzvergabe für den Goldabbau
. Es ist nicht transparent, in wie weit die enormen Gewinne
, die in diesem Sektor eingefahren werden, in angemessener Weise
zur Erhöhung des Bildungsniveaus beitragen oder die Infrastruktur
aufbauen und somit die Wirtschaftsindikatoren verbessern.
Das Wirtschaftswachstum wird 2011 voraussichtlicht wie im Vorjahr bei 5,6 % liegen, woran der steigende Goldpreis seinen Anteil hat. Angesichts eines Bevölkerungswachstums von 3,1 % und dem hohen Grad an Unterentwicklung bedeutet eine solche Ziffer eher Stagnation als Entwicklung.
Dass Burkina Faso wirtschaftlich zu den "Verdammten dieser Erde" gehört, darüber sind sich alle Statistiken einig. Die Zahlen fallen dennoch unterschiedlich aus und die Angaben, die erhältlich sind, werden nicht immer regelmäßig aktualisiert. Hier einige Quellen:
(kommerziell)
(kommerziell)
(World Economic Outlook Data)






Die Privatisierung
staatlicher Unternehmen stieß in den letzten Jahren an ihre Grenzen. Nach negativen Erfahrungen mit ONATEL
wurde die Privatisierung der für Wasser, Strom und Gas zuständigen Unternehmen ONEA
, SONABEL
und SONABHY
gestrichen. Sie wirtschaften zufriedenstellend und bleiben wegen ihrer Schlüsselfunktion in der Hand des Staates.
Zu Erreichung der Millenniumsziele OMD
(Objectifs du millénaire pour le développement) und zur Umsetzung des Programms zur Bekämpfung der Armut CSLP
(Cadre stratégique de lutte contre la pauvreté) ließ Wirtschafts- und Finanzminister Lucien Marie Noël Bembamba
als Orientierung der Wirtschaftspolitik die SCADD 2011-2015
(Stratégie de croissance accélérée et de développement durable) ausarbeiten
. Ziel ist ein zweistelliges Wirtschaftswachstum. SCADD orientiert sich auf vier Achsen:
die Rahmenbedingungen für Entwicklung nachhaltig verstärken.
Das Programm wurde im Oktober 2011 vom Minister der Weltbank und dem IWF vorgestellt, wobei auf einige Punkte besonders eingegangen wurde: Im Vordergrund steht ein umfangreiches Beschäftigungsprogramm, insbesondere für Frauen und Jugendliche. Weiterer Punkt ist die Subventionnierung von Benzin. Die Landwirtschaft soll durch Subventionierung von verbessertem Saatgut, Dünger, Mechanisierung und Verarbeitung der Produkte gefördert werden. Der Bergbau soll besser und gewinnbringender organisiert werden. Ferner sollen Tourismus, Infrastruktur und Energie gefördert werden. Neue Großprojekte werden in Angriff genommen. Zurzeit werden Studien zum weiteren Ausbau der Eisenbahn bis Accra und bis Niamey erstellt. Für den Bau des neuen Flughafens Donsin (35 km nord-östlich von Ouagadougou) ist ein Ausschuss gebildet worden, der in Kürze eine Delegation der Weltbank in Ouagadougou erwartet. Weiterhin sind Straßenrehabilitierung und Elektrifizierung im ländlichen Raum geplant. Ob das mit viel Sachverstand ausgearbeitete Programm zu mehr Entwicklung führen kann als seine Vorgängerprogramme, wird nicht zuletzt von den Akteuren an der Basis abhängen.
Das Finanzsystem unterliegt dem "Plan de renforcement de la gestion budgétaire" - PRGB
, einem strengen Reformpaket, dessen Umsetzung allgemein als positiv beurteilt wird. Die Geld-, Kredit und Währungspolitik liegt in der Hand der Zentralbank der Westafrikanischen Staaten (Banque Centrale des Etats de l'Afrique de l'Ouest - BCEAO
). Seit der Einführung des Euro steht der FCFA (Franc de la Communauté Financière Africaine) in festem Wechselkurs zum Euro. Dieses System scheint sich - trotz der Krise in Côte d'Ivoire - bewährt zu haben.
Die Außenwirtschaftspolitik Burkina Fasos ist sehr stark auf den Prozess der regionalen Integration gerichtet. Das Land ist Mitglied der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion, UEMOA
, sowie der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten, ECOWAS
.


Im Rahmen der UEMOA sind die Handelsschranken weitgehend abgebaut worden. Die Mitgliedsstaaten haben zum 01.01.2000 einen gemeinsamen Außentarif eingeführt. Langfristig haben ECOWAS und UEMOA das Ziel, einen einheitlichen Markt mit einer Währung zu schaffen.
Über den Binnenhandel liegen selten zuverlässige Statistiken und Analysen vor.
Der Exporthandel erhöhte sich in den letzten 5 Jahren um etwa 40 %. Während 2007 die Exporte bei 617,8 Mio. US$ lagen, erreichten sie im Jahr 2010 812,9 Mio. US$. Die Importe lagen 2010 bei 1.235,2 Mio. US$. Die Handelsbilanz
lag 2010 somit bei – 422,3 Mio. US$. Hauptabnehmerländer waren 2008 Singapur (12,4 %), Belgien (9,5 %), VR China (8,3 %), Thailand (6,7 %), Ghana (4,1 %).
Quelle: EIU, Country Report
Auf Grund des geringen Zuflusses von privatem Kapital schließt Burkina Faso die Finanzierungslücke hauptsächlich durch bilaterale und multilaterale Zuschüsse und Darlehen. Im Jahre 2010 hatte der Anteil ausländischer Zuschüssen zur Finanzierung des Staatshaushalts eine Höhe von 219,9 Mrd. FCFA, das sind 335,2 Mio. EURO. Das macht 22,7 % aus. Zusätzlich kam es zu ausländischen Finanzierungen in Höhe von 153,6 Mrd. FCFA, das sind ca. 234 Mio. Euro.
Quelle: IMF, Country Report
Laut Angaben von EIU, Country Report beliefen sich die Auslandsschulden von Burkina Faso im Jahr 2010 auf fast 2,2 Mrd. US$. Burkina Faso zählt damit zu den hoch verschuldeten Ländern der Welt.
Im April 2002 hatte Burkina Faso den "Completion Point
" unter der HIPC-Initiative erreicht. Ein umfassendes Entschuldungsprogramm wurde damit wirksam. Insgesamt wurden dem Land mehr als 500 Mio. $US Schulden erlassen. Aufgrund der im Juni 2005 getroffenen Einigung
der acht führenden Industriestaaten (G-8) wurden Burkina Faso (zusammen mit vorerst 17 weiteren HIPC-Staaten) sämtliche Schulden bei Weltbank, IWF und Afrikanischer Entwicklungsbank erlassen. Die Schulden erreichten damit im Jahre 2006 einen Tiefstand von 700 Mio. US$ und hatten sich bis 2011 wieder verdreifacht.
Der Bestand ausländischer Direktinvestitionen in Burkina Faso lag Ende 2007 bei 770 Mio. US$.
Seit dem Millenniumsgipfel der Vereinten Nationen im September 2000 läuft das Armutsbekämpfungsprogramm
von Burkina Faso in enger Abstimmung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank
(WB) und den Gebern von Entwicklungshilfegeldern.
Es besteht darin, bis 2015 Armut und Hunger zu halbieren und sichtbare Fortschritte im Bildungswesen zu machen. Weitere Punkte sind die Gleichstellung und Unabhängigkeit der Frau, gesundheitlicher Schutz für Mutter und Kind, AIDS-Bekämpfung und Umweltschutz. 2003/04 wurde das Programm überarbeitet
und fortentwickelt
. Nach dem ersten Fortschrittsbericht 2003 hat Burkina Faso 2010 einen zweiten vorgelegt. Darin wurden ermutigende Fortschritte in den Bereichen Grundbildung, Trinkwasserversorgung, Gesundheitsversorgung und AIDS-Bekämpfung hervorgehoben. Von den Vereinten Nationen wurden vor allem die Fortschritte in der Trinkwasserversorgung auf dem Gipfel September 2010 gelobt. Bei einigen Zielen ist die Bilanz
negativ. Es scheint, dass sie bis 2015 nicht erreicht werden können. Das gilt für die Abwasserentsorgung, die Bekämpfung der monetären Armut und den Hunger und der Verringerung der Mütter- und Kindersterblichkeit. Die Regierung reagierte mit „Beschleunigungsprogrammen“, die seit 2011 umgesetzt werden:
Burkina Faso ist ein Schwerpunktland der bilateralen deutschen Entwicklungszusammenarbeit
des BMZ
. Am 30.11. und 01.12.2011 fanden in Ouagadougou turnusgemäß die entwicklungspolitischen Regierungsverhandlungen
zwischen beiden Ländern statt. Dabei wurden für einen Zeitraum von drei Jahren Mittel von insgesamt 82 Millionen Euro für die Entwicklungszusammenarbeit in den nächsten drei Jahren zugesagt.
Mit seiner Finanziellen Zusammenarbeit
(FZ) fördert das BMZ dabei Investitionen durch günstige Kredite, Beteiligungskapital oder Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Verantwortliche Organisation für die Finanzielle Zusammenarbeit ist die KfW Entwicklungsbank
.
Die Technische Zusammenarbeit (TZ) berät, liefert in begrenztem Umfang Sachgüter, erstellt Anlagen, Studien und Gutachten. Die Vorhaben der TZ werden überwiegend im Auftrag des BMZ von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
umgesetzt. Technische Zusammenarbeit erfolgt immer als Direktleistung, die vom Empfängerland nicht zurückerstattet werden muss.
Mit der Regierung von Burkina Faso wurden drei Schwerpunkte der Zusammenarbeit verabredet. Sie ergänzen das Engagement anderer Geber in Burkina Faso:

Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung
In weiteren Bereichen engagiert sich Deutschland durch sogenannte Querschnittsprogramme: Förderung der Menschen-, besonders der Frauenrechte, Verbesserung der sexuellen Gesundheit besonders von Jugendlichen, Bekämpfung von HIV/AIDS und Engagement gegen Kinderarbeit.
Gestaltungsprinzip aller Zusammenarbeit ist die Partizipation
der Nehmer. Ein wichtiger Akzent der Beratertätigkeit in der TZ ist capacity building.
Das Binnenland Burkina Faso ist sehr stark auf ausländische Hilfe angewiesen. Nach wie vor ist Frankreich mit der Agence Française de Développement
noch der wichtigste Patner der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit. Neben Frankreich sind auch:
,
,
,
, (Taiwan)
,und Österreich
, die in Burkina Faso am stärksten engagierten Partnerländer.
Im Jahre 2005 hat sich Burkina Faso für den Millenium Challenge Account
(MCA), ein neues Instrument der Entwicklungszusammenarbeit der USA, qualifiziert. Dieses neue Instrument zeichnet sich durch besonders strenge, aber transparente Vergabebedingungen aus. In dieser Hinsicht bringt die Qualifizierung für Burkina Faso ein gutes Ansehen auf internationaler Ebene.
Jörg Lange
, Mag., Dipl.-Ing., geb. 1959, wohnhaft in Bad Honnef, Theologe und Wasserbau-ingenieur, seit 1985 mehrjährige Aufenthalte in Burkina Faso, 17 Jahre lang in der EZ in Westafrika, 11 Jahre mit dem DED, seit 2009 selbständige Fachkraft in der EZ.
Anregungen, Kommentare, Kritik

Diese Länderseite wurde zum letzen Mal im Dezember 2011 aktualisiert.
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