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Im Reich der Mitte gilt das Jahr 2698 v.Chr. als offizielles Gründungsdatum. Mit dem Gelben Kaiser (Huang Di) begann damals die erste von insgesamt 83 Dynastien. Sie regierten China insgesamt beinahe 5000 Jahre lang. Bis 1911 der letzte chinesische Kaiser, Aisin-Gioro Pu Yi, seinen Sitz auf dem Drachenthron verlor und die Republik China ausgerufen wurde.
Eine Zeittafel der verschiedenen Dynastien verschafft einen groben Überblick über die wechselvolle Geschichte des Landes. Wer sich intensiver mit der Geschichte der einzelnen Epochen und Dynastien auseinander setzen will, findet die offizielle Version Chinas auf der deutschsprachigen Internetseite von China Radio International. Ebenfalls sehr interessant und gut lesbar ist die Geschichte des Landes auf der kommerziellen chinaseite.de.
Chinesen merken sich die Urkaiser, die Reihenfolge der Dynastien sowie die Republik mit folgendem Spruch:
三皇五帝夏商周 Sānhuáng Wǔdì Xià Shāng Zhōu
春秋戰國秦漢流 Chūnqiū Zhànguó Qín Hàn Liú
三國魏晉南北隋 Sānguó Wèi Jìn Nánběi Suí
唐宋元明清民收 Táng Sòng Yuán míng Qīng Mín Shōu

Im Mythos geht die chinesische Kultur auf drei Urkaiser zurück: Fuxi, Shennong und Huang Di (Gelber Kaiser). Bereits vorher gab es 16 irdische und eine Reihe himmlischer Kaiser. Allerdings gibt es keine historischen Belege für die Existenz dieser Persönlichkeiten, die laut Überlieferung vor 5000 bis 6000 Jahren gelebt haben sollen.
Auf dem heutigen chinesischen Staatsgebiet siedelten in der Frühzeit mindestens 24 verschiedene Kulturen. Und zu Beginn der Jungsteinzeit lebten die Menschen in China in einer matriarchalischen Gesellschaft. Die Kennzeichen dieser Gesellschaftsform treten in der Yangshao-Kultur (5000-3000 v.Chr.) im Einzugsgebiet des Gelben Flusses besonders deutlich zutage.
1973 wurde in dem Namen gebenden Dorf Hemudu im Norden der Provinz Zhejiang, rund 120 Kilometer südlich des heutigen Shanghai Überreste der Hemudu-Kultur (5000-3300 v.Chr.) gefunden. Seit 1993 gibt es dort auch ein Museum.
Zu dieser Zeit waren bereits der Anbau von Nassreis, die Gewinnung und Verarbeitung von Lack und die Seidenraupenzucht bekannt, ausserdem wurden Schweine und Hunde gezüchtet. Angeblich gehen die landwirtschaftlichen Kenntnisse auf die drei Urkaiser zurück. Tongefäße wurden mit geometrischen Mustern und später mit Menschen- sowie Tier-Motiven verziert. Außerdem wurden zahlreiche Gegenstände aus Tierknochen gefertigt, etwa Hacken und Flöten.
Vor etwa 5000 Jahren trat man in China in das Stadium der patriarchalischen Sippengesellschaft ein. Im allgemeinen zählt man die Überreste der Stammeskulturen von Longshan im Einzugsgebiet des Gelben Flusses und von Liangzhu im Einzugsgebiet des Yangtse sowie einigen anderen Orten zu typischen Vertretern dieser Periode.
Ein Kaiser Yu gründete angeblich die Xia-Dynastie, für die es allerdings kein direktes schriftliches Zeugnis gibt. Sie wurde von der Shang-Dynastie (ca. 1570-1066 v.Chr) abgelöst. Aus dieser Zeit existieren erste Schriftzeugnisse, es gab bereits eine gut ausgebaute Bürokratie, Bronze wurde verarbeitet, Münzen geprägt sowie Wälle gebaut und die Krieger hatten Pferde-Streitwagen. Die Zhou-Dynastie (1045-221 v.Chr.) wird in verschiedene Reiche aufgeteilt, die im Lauf der Zeit in insgesamt 140 Königreiche zerfallen, um sich dann wieder zu sieben Staaten zusammen zu schließen. In diese letzten Phase der Dynastie fällt die Blütezeit der großen Philosophen Chinas.
Zhao Zheng aus dem Reich der Qin einte 221 v.Chr. die sieben Königreiche, gründete die Qin-Dynastie (221-207 v.Chr.) lies sich zum Kaiser krönen und nannte sich fortan Qin Shihuangdi („Erster Gottkaiser von Qin“). Er vereinheitlichte die Schrift, die Maße und die Gewichte, ließ Straßen bauen und verband einzelne Wälle zur ersten Version der Chinesischen Mauer. Im Westen wurde er vor allem durch die Terrakotta Armee bekannt, die sein Grab bewacht.

Aber bereits sein Sohn wurde vom ersten Kaiser der Han-Dynastie (206 v.Chr. -220 n.Chr.) abgelöst. Diese Dynastie war so erfolgreich, dass man fortan die Chinesen als Han-Chinesen bezeichnete. Der Konfuzianismus wurde für die nächsten zwei Jahrtausende zur Staatsphilosopie, der Buddhismus kam nach China und die Seidenstraße ermöglichte Handelsbeziehungen mit dem Römischen Reich.
Die folgende Zeit der Drei Reiche (221-597) wurde in dem klassischen Roman „Die Geschichte der Drei Reiche“ verewigt und ihre Helden sind in China sehr populär. Erst die selbst sehr kurzfristige Sui-Dynastie (581-618) konnte das Reich wieder langfristig einen.

Die Kaiser der Sui wurde von den Herrschern der Tang-Dynastie (618-907) abgelöst, deren Regentschaft als zweite Blüte der Kaiserzeit gilt. Allerdings waren die Tang innerlich so zerstritten, dass Wu Zetian als erste und einzige Frau es schaffte, in dieser Zeit an die Macht zu kommen und ihre eigene Dynastie zu gründen (690-705). Nach ihrem Tod jedoch ergriffen wiederum die Tang die Macht im Staat und regierten weitere zwei Jahrhunderte in China.
Von 907 bis 960 wechseln sich in schneller Folge fünf Dynastien ab, bevor die Song-Dynastie (960-1279) die Regierung übernahmen. Die Konfuzianische Lehre wurde erneuert und mit Elementen des Daoismus und Buddhismus erweitert. Um 1024 wurde das erste Papiergeld gedruckt. Ab 1040 ist auch der Druck mit beweglichen Lettern möglich, und die Kunst der Porzellanherstellung entwickelte sich.

Aber die Song waren keine starken Herrscher und mussten den Norden des Landes bald abtreten. Erst der Mongole Kublai Khan einte China wieder und etablierte die Yuan Dynastie (1279-1368). Der internationale Handel blühte und Marco Polo besuchte das Land des Mitte.

Im 14. Jh. aber wurden die fremden Herrscher wieder vertrieben und Kaiser Yongle gründete die Ming Dynastie (1368-1644). Während er gemeinsam mit Admiral Zheng He China zur führenden Seenation der damaligen Welt machte, schotteten seine Nachfolger China mehr und mehr von der Welt ab. Ab 1493 wurde die Chinesische Mauer wieder aufgebaut und im Jahr 1551 die internationale Schifffahrt eingestellt. Im Gegenzug ankerten bereits 1516 die Portugiesen vor China und errichteten 1557 in Macao eine Handelsstation.

Die Mandschu aus dem Norden waren die letzten Kaiser Chinas, und ihre Qing-Dynastie (1644-1911) eine der erfolgreichsten. Zuletzt hielt wiederum eine Frau die Macht über den Drachenthron in ihren Händen. Wu Cixi bestimmte als Kaiser-Witwe die Geschicke des Landes von 1861 bis zu ihrem natürlichen Tod im Jahr 1872. Damit regierte sie länger als jede andere Frau und sogar als die meisten Kaiser in der chinesischen Geschichte.
Gleichzeitig jedoch übten die Händler aus Europa immer mehr Macht aus und beherrschten das Land mit Opium und einer weit überlegenen Waffentechnologie. Mit dem ersten Opiumkrieg (1839-1842) begann aus chinesischer Sicht ein Jahrhundert der Demütigungen, das erst durch Mao und die Ausrufung der Volksrepublik endete.

1912 musste der letzte chinesische Kaiser, Pu Yi, abdanken. Die Republik China wurde ausgerufen. Sun Yat Sen verzichtet zugunsten von Yuan Shikai auf das Präsidentenamt um blutige Auseinandersetzungen zu vermeiden. Aber die junge Republik stand auf wackeligen Beinen, denn bereits 1915 rief Yuan Shikai wiederum eine Monarchie aus. Er konnte sich jedoch nur wenige Monate an der Macht halten, weil sogar seine eigenen Generäle gegen ihn stimmten. In der Folge brach ein Machtkampf aus, der das Land in einen jahrzehntelangen Bürgerkrieg stürzte.
Nach dem Tod Sun Yat Sen im Jahr 1925

übernahm Chiang Kai-Shek die Macht im Süden und marschierte nach Norden. Beijing war noch nicht erreicht, als zwei Jahre später der offene Kampf der Guomintang gegen die 1921 gegründete Kommunistische Partei Chinas begann, den letztlich die Kommunisten für sich entschieden. Die Guomintang mussten sich nach Taiwan zurück ziehen und Mao Zedong rief am 1. Oktober 1949 auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Beijing die Volksrepublik China aus.

Mao Zedong (1893-1976) prägt die ersten 27 Jahre der Volksrepublik (VR) China. Der Staatsgründer regiert das Land bis zu seinem Tod. Politische Kampagnen wie "Lasst hundert Blumen blühen" (1956-1957), der "Grosse Sprung nach Vorn" (1958-1960) sowie die "Kulturrevolution" (1966-1976) kennzeichnen die wechselvollen Jahre seiner Regierung. Maos Entscheidungen werden inzwischen in der VR selbst als zu 60 Prozent als richtig, aber auch zu 40 Prozent falsch eingeschätzt.

Nach dem Tod Maos verlieren die linksgerichteten Parteimitglieder ihre Macht. Stattdessen regieren Realpolitiker unter der Leitung von Deng Xiaoping das Land. Die Kontrolle über das Privatleben der Bürger wird gelockert und an der Ostküste werden Sonderwirtschaftszonen eingerichtet, um auf begrenztem Raum zu experimentieren. Das Land wird auf Kurs in Richtung einer sozialistischen Marktwirtschaft gebracht und öffnet sich für die Weltgemeinschaft.
Derzeit regieren eine Doppelspitze aus dem Staatspräsidenten Ju Jintao und dem Premierminister Wen Jiabao die Volksrepublik China.
Die sozialistische Volksrepublik China wurde am 01.10.1949 gegründet. Sie verfügt über ein Einparteiensystem ohne parlamentarische Opposition. Die Kommunistische Partei der VR China (KPCh) wird vom Zentralkomitee (ZK) mit seinen rund 200 Mitgliedern geführt, aus dem das Politbüro mit 25 Mitgliedern und dessen Ständiger Ausschuss mit insgesamt 9 Mitgliedern hervor geht.
Acht weitere (in der Praxis bedeutungslose) Parteien sind zusammen mit Vertretern der Massenorganisationen und der Minderheiten in der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes als sog. Einheitsfront unter Führung der KPCh zusammen geschlossen.
Das höchste Staatsorgan ist der Nationale Volkskongress (NV), das Parlament der Volksrepublik China. Er wählt den Staatspräsidenten, den Vizepräsidenten, den Ministerpräsidenten und den Staatsrat, also die Regierung der Volksrepublik China, sowie den Obersten Volksgerichtshof, die Zentrale Militärkommission und die Oberste Staatsanwaltschaft.
Die Bevölkerung wählt die Volkskongresse der untersten Ebene direkt. Diese wählen dann jeweils die Abgeordneten der nächsthöheren Ebene bis zum Nationalen Volkskongress. Der Nationale Volkskongress wird jeweils für fünf Jahre gewählt. Seine Wahl erfolgt unter der Leitung des Ständigen Ausschusses.
Der Nationaler Volkskongress (NVK) ist eine Kammer mit rund 3.000 Abgeordneten. Zuletzt wurde er im März 2009 von den Volkskongressen der Provinzen für die nächsten 5 Jahre gewählt. Der Vorsitzende ist derzeit Wu Bangguo (PBM).
Derzeit regieren Hu Jintao und dem Wen Jiabao als Doppelspitze die Volksrepublik China.
Präsident Hu Jintao ist seit 2003 Staatsoberhaupt der Volksrepublik Chinas. Er wurde 2008 für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt. Hu ist zugleich Generalsekretär und Mitglied des Ständigen Ausschusses des Politbüros der KPCh.
Regierungschef Wen Jiabao ist ebenfalls seit 2003 im Amt, uns zwar als Ministerpräsident des Staatsrats. Auch er wurde 2008 für weitere fünf Jahre gewählt. Wen ist zugleich Mitglied des Ständigen Ausschusses des Politbüros des ZK der KPCh.
Aussenminister ist derzeit Yang Jiechi. Er wurde 2007 gewählt und ist gleichfalls Mitglied des ZK der KPCh.
Die Zentralregierung der Volksrepublik China sitzt in der Hauptstadt Beijing. Das Land ist aufgeteilt in 22 Provinzen und fünf autonome Regionen, vier regierungsunmittelbare Städte (Beijing, Tianjin, Shanghai und Chongqing) sowie zwei Sonderverwaltungs-Regionen (Hongkong, Macau).
Wirtschaftliche Zentren sind unter anderem Shanghai, Guangzhou und Chongqing. Die flächenmäßig größte Stadt ist Hulun Buir (Innere Mongolei) mit 263.953 Quadratkilometern vor Jiuquan (Provinz Gansu) mit 191.230 Quadratkilometern. Die bevölkerungsreichste Stadt ist Shanghai mit 17.783.119 Einwohnern vor Beijing mit 12.230.029 Einwohnern.
Die Volksrepublik China ist ständiges Mitglied des Weltsicherheitsrates der Vereinten Nationen und zahlreicher Sonderorganisationen, sowie bei der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC). Ausserdem ist die Volksrepublik seit 2001 Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO).
Offiziell erkennt China die grundlegenden Prinzipien der Charta der Vereinten Nationen sowie der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte an. Ausserdem hat die VR China einer Reihe von Übereinkünften zum Schutz der Menschenrechte der Vereinten Nationen zugestimmt.
Amnesty International und andere Nichtregierungsorganisationen (NROs) berichten jedoch immer wieder von Menschenrechtsverletzungen. Es gibt zahlreiche Verletzungen rechtsstaatlicher Mindeststandards, etwa die Strafverfolgung aus politischen Gründen, Haftstrafen ohne Gerichtsurteil und Folter. Des weiteren fehlen echte Presse- und Meinungsfreiheit sowie unabhängige Gewerkschaften.
Fortschritte gibt es im privaten Bereich, wo sich die individuellen Freiräume der Bürger in Wirtschaft und Gesellschaft vergrößert haben, etwa durch die Schaffung privaten Eigentums, einer erweiterten Mobilität und individuellen beruflichen und wirtschaftlichen Chancen. Ausserdem gibt es zahlreiche Bemühungen, das chinesische Rechtssystem zu reformieren.
Die Arbeiter und Bauern werden in China durch die kommunistische Einheitsgewerkschaft "Allchinesischer Gewerkschaftsverband" vertreten, unabhängige Gewerkschaften sind verboten. Dazu kommt eine wachsende Zahl von Nichtregierungsorganisationen (NRO), die jedoch nur im Rahmen der staatlichen Vorgaben agieren können.
Die Medienlandschaft in der VR China ist sehr umfangreich, unterliegt aber starken Kontrollmaßnahmen durch die Regierung. Daher hat das Internet als Informationsquelle große Bedeutung gewonnen. Vor allem junge Chinesen hoffen auf unzensierte Nachrichten in Online-Zeitungen, Blogs und Foren. Verhaftungen zeigen aber, dass der Staat auch das Internet genau beobachtet und vielfache Möglichkeiten der Rückverfolgung hat, auch durch die Hilfe von westlichen Internet-Dienst-Anbietern.
Im Printbereich gibt es in China auch englisch- und deutschsprachige Zeitungen und Zeitschriften, wenn auch in geringer Auswahl und zensiert. Der China Daily gehört zu den englischsprachigen Tageszeitungen mit der längsten Tradition. Er gibt die offizielle Sichtweise von Ereignissen wieder, verzichtet allerdings auf die Karikaturen und Newscartoons der chinesischen Ausgabe.
Aufgrund der strikten Medienkontrolle sind viele Themen für chinesische Zeitungen jedoch tabu. Will man sich umfassender informieren, so ist auch ein Blick in ausländische Nachrichtendienste empfehlenswert, beispielsweise der Asiaobserver. Wobei manche Seiten, zum Teil zeitlich begrenzt, gesperrt sein können.
Beim chinesischen Fernsehen hat die Liberalisierung der Wirtschaft einerseits zu größerer Freiheit und Unabhängigkeit geführt, und andererseits zu starkem Wettbewerb innerhalb und zwischen den einzelnen Sendern im Streit um das Publikum. CCTV9 heißt der staatliche, englischsprachige Fernsehsender der Volksrepublik China, der weltweit sendet.
Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Dezember 2010 aktualisiert.
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