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Als die chinesische Volksrepublik 1949 gegründet wurde, lebten dort rund 540 Millionen Menschen. Trotz niedriger Lebenserwartungen stieg die Bevölkerungszahl in den 1950er Jahren an, weil die politische Führung um Mao Zedong glaubte, ein mächtiger Staat brauche viele Menschen. Erst gegen Ende des Jahrzehnts wurden Kampagnen zur Geburtenkontrolle gestartet.
Eine große Hungerkatastrophe im Zusammenhang mit der Kampagne zum Großen Sprung nach Vorn und einer Dürrezeit senkte die Gesamtbevölkerungszahl kurzfristig. Da die Überbevölkerung die Hungersnot noch verschärft hatte, begannen in den 1960er Jahren zahlreiche Programme zur Geburtenkontrolle, Abtreibungen waren erlaubt und Verhütungsmittel, wo vorhanden, kostenlos. Allerdings brachte die Kulturrevolution diese Kampagnen wieder zum Stillstand und das Wachstum erreichte in manchen Jahre bis zu drei Prozent und mehr.
In den 1970er Jahren wurde die Überbevölkerung wieder verschärft bekämpft, bis hin zur Ein-Kind-Politik ab 1979. Dabei wurden von Anfang an nationalen Minderheiten mehr Kinder zugestanden, ebenso Bauern, die als erstes Kind eine Tochter bekommen. Und inzwischen wurden einige weitere Lockerungen eingeführt.
Derzeit leben in der Volksrepublik China über 1,3 Milliarden Menschen und das weitere Wachstum der Bevölkerung wird auf über 0,6 Prozent geschätzt. Rund 43 Prozent von ihnen leben in den Städten (2008).
Fünfundfünfzig Jahre nach ihrer Gründung und fünfundzwanzig Jahre nach Einleitung wirtschaftlicher Reformen bietet die VR China das Bild einer zunehmend komplexen und in Bewegung geratenen Gesellschaft. Ihre Dynamik wird durch zwei große Transitionsprozesse geprägt: zum einen durch die Transformation von einer sozialistischen Planwirtschaft zu einer autoritären Marktwirtschaft und zum anderen durch den Übergang von einer Agrar- zu einer Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft.
Ein Problem in der chinesischen Gesellschaft stellt die starke Land-Stadt-Migration dar. Nach Angaben des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit betrug die Anzahl der sich vorübergehend in den Städten aufhaltenden Bevölkerung, und zwar derjenigen, die arbeiteten, also Handel trieben oder Dienstleistungen erbrachten, im Jahre 2003 ganze 50 Millionen Personen.
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts begannen erste Wandlungprozesse die Stellung der Frau in der chinesischen Gesellschaft zu verändern. Die Kommunistische Revolution Anfang des 20. Jahrhundert wurde nicht zuletzt von zahlreichen Frauen mit getragen, die aktiv in der Roten Armee tätig waren oder diese im Untergrund unterstützen.
Mit der Machtergreifung Maos änderte sich auch die rechtliche Stellung der Frau. Die konfuzianischen Vorstellungen zum Verhalten einer Frau in der Gesellschaft wurden zum Teil radikalen Änderungen unterworfen. Beispielsweise wurde das Binden der Füße unter Strafe gestellt, Frauen erhielten das Recht zur freien Partnerwahl und die Möglichkeit, sich Scheiden zu lassen. Sie wurden in das Schul- und Bildungssystem integriert und speziell für die junge Generation in den Städten sind viele Freiheiten im gesellschaftlichen Miteinander bereits selbstverständlich. Zum neuen Selbstbewusstsein der jungen Frauen mag auch die Ein-Kind-Politik beigetragen haben. Kleine Mädchen wurden dadurch vielfach "gleichberechtigt" erzogen, aus dem ganz einfachen Grund, weil sie keinen Bruder hatten.
Rund 91 Prozent der chinesischen Bevölkerung sind Han. Dennoch gehören über 100 Millionen Menschen einer der 55 offiziell anerkannte Minderheiten beziehungsweise den etwa 15 bis 20 nicht offiziell anerkannten ethnischen Gruppen (beispielsweise den Sherpa) an.
Ihr traditionelles Siedlungsgebiet umfasst über 60 Prozent des heutigen Staatsgebietes der Volksrepublik. Beispielsweise leben in:
Nord-China: Mandschu, Mongolen, Ewenken und Daur
Nordwest-China: Uiguren, Kasachen und Kirgisen
Süd-China: Zhuang, Miao, Yi, Dong, Yao, Bai, Hani, Naxi und Tujia
Tibet und Qinghai: Tibeter, Salar und Tu
Nur 18 nationale Minderheiten überschreiten zahlenmäßig die Millionengrenze. Dennoch kommt es immer wieder zu Konflikten, etwa in Tibet und in Xinjiang.
Die chinesische Sprache ist die bedeutendste der sinotibetischen Sprachen. Sie ist durch Einsilbigkeit der Wortwurzeln, Isolierung und Worttöne gekennzeichnet. Der im Altchinesischen sehr komplizierte Lautstand vereinfachte sich bis hin zum abgeschliffenen, nur noch rund 1600 Lautkomplexe umfassenden nordchinesischen Dialekt Putonghua (Gemeinsprache), der in der Moderne als Hochsprache genutzt wird.
Chinesisch erscheint vielen als eine schwierige Sprache. Die Unverständlichkeit verursacht vor allem der Unterschied zwischen der geschriebenen und der gesprochenen Sprache. Die Sprache ist nicht alphabetisch, das heißt, zwischen dem Laut und dem Schriftbild herrscht keine Übereinstimmung. Stattdessen wird die Bedeutung durch ein Symbol ausgedrückt, ursprünglich ein Piktogramm. Und diesem Symbol wird ein phonetischer Wert zugeordnet. Dabei entspricht jede Silbe einem Schriftzeichen und einer Bedeutung sowie einem Wort.

Die gesprochene Sprache unterscheidet sich in den verschiedenen Landesteilen der Volksrepublik China zum Teil sehr stark. Aber bereits der erst Kaiser, Qin Shihuangdi, hat die Schrift vereinheitlicht. Und das gilt auch heute noch, mit Ausnahme von Hongkong, wo eine ältere Version der chinesischen Schrift benutzt wird. Außerdem besitzen einige Minderheiten eine eigene Schrift, die in den anerkannten autonomen Gebieten auch parallel zur chinesischen Schrift eingesetzt wird.
Der Mandarin-Dialekt (Pinyin: Putonghua) aus der Gegend rund um Peking gilt als Hochchinesisch und wird von allen Kindern in der Schule gelernt. Daneben wird Englisch unterrichtet, und in einigen Gebieten die Sprache der Minderheiten. Denn 53 der offiziell anerkannten 55 nationalen Minderheiten in China benutzen ihre eigene Sprache.
Insgesamt gibt es in China über 80 verschiedene Sprachen, weil einige Nationalitäten auch mehrere Sprachen haben. Laut offiziellen Angaben nutzen derzeit 22 Nationalitäten 28 verschiedene Schriftsysteme. Beispielsweise die Zhuang, Miao, Uiguren, Yi, Mongolen, Tibeter, Dong, Yao, Koreaner, Hani, Kasachen, Dai, Krigisen, Russen und Usbeken.
Bildung und Wissenschaft haben in China immer wieder Höhen und Tiefen erfahren. In der Geschichte der Volksrepublik verursachten insbesondere das Ende der "Lasst Hundert Blumen blühen"-Kampagne sowie die Kulturrevolution starke Einbrüche in Erziehung und Forschung. Dazu kommt, dass von politischer Seite immer wieder neue Aufgaben oder veränderte Schwerpunkte vorgegeben wurden, denen sich die Schulen und Universitäten anpassen mussten.
Im Aufbau ähnelt das chinesische Schulsystem dem amerikanischen:
2-6 Jahre: Kindergarten
6-12 Jahre: Grundschule (vorgeschrieben)
12-15 Jahre: Junior Middle School (vorgeschrieben)
15-18 Jahre: Senior High School oder Berufsschule
18-22 Jahre: Universität oder College
Allerdings nimmt die Zahl der Schüler auf weiterführenden Schulen extrem ab, da die Hochschulbildung seit 1985 nicht mehr kostenfrei ist. Auch die neun kostenlosen Pflichtschuljahre werden regional verschieden praktiziert und durchgesetzt.
Europäer benötigen eine gehörige Portion Vorstellungskraft, um die Grundbegriffe der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) zu Verstehen: entlang unsichbarer Linien, den Meridianen, durchfliesst der "Lebenshauch" Qi den menschlichen Körper und versorgt die Organe mit lebensnotwendiger Energie.
Dazu kommt ein weiteres Grundprinzip der chinesischen Welt und somit auch der Medizin, nämlich die Lehre von Yin und Yang: Alles im Kosmos, sowie auch der Kosmos selbst, setzt sich nach daoistischer Vorstellung aus einer kühlen, dunklen und weiblichen Seite (Yin) sowie einer heissen, hellen und männlichen Seite (Yang) zusammen.
Der chinesischen Arzt achtet deshalb darauf, dass das Qi frei fliesen kann und das Verhältnis von Yin und Yang im Körper ausgeglichen ist. Krankheiten werden als Ungleichgewicht der Verhältnisse interpretiert und zum einen durch die Gabe von Yin und Yang im richtigen Verhältnis gekämpft. TCM-Ärzte arbeiten vielfach mit Tee-Zubereitung und Kräutern, sowie mit Akupunktur und Massagen.
Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) erfreut sich in Europa wachsender Beliebtheit. An chinesischen Universitäten wird die TCM jedoch nur noch in Verbindung mit einem Studium der westliche Schulmedizin gelehrt.
Während der Kulturrevolution wurden die sogenannten Barfußdoktoren eingeführt, also Personen mit einer grundlegenden medizinischen Ausbildung, die auf dem Land die verbreitetsten Krankheiten behandelten. Sie haben viel dazu beigetragen, dass chinesischen Patienten der westliche Schulmedizin großes Vertrauen entgegen bringen.
Vielerorts erlebt die TCM jedoch eine Renaissance, weil sie billiger ist. Denn die medizinischen Leistungen werden nicht mehr vom Staat oder seinen Unternehmen gratis erbracht. Stattdessen müssen sich Patienten an den Kosten beteiligen. Die Regierung strebt eine allgemeine Verbesserung der Versorgung sowie ein Krankenversicherungs-System nach westlichem Vorbild an. Dabei bestehen jedoch noch zahlreiche Probleme und viele Menschen sind mit den bisherigen Reformen nicht zufrieden.
Dazu kommen die negativen Folgen des Wirtschaftsbooms. Wohlstandskrankheiten belasten das Gesundheitswesen, und zwar mit steigender Tendenz. Probleme bereitet zudem die Ausbreitung von HIV und Aids.
Die WHO stellt auf ihrer Homepage aktuelle Daten über die medizinische Versorgung in China zur Verfügung und hat eine zusammenfassende Analyse ihrer Kooperation mit China erstellt.
Die chinesische Küche ist genauso bunt und vielfältig wie die Landschaft und das Klima des Landes, angefangen bei der Peking-Ente bis hin zur Schlangensuppe. Obwohl die Chinesen insbesondere im Süden des Landes praktisch keine Nahrungstabus kennen, verwenden sie in Wirklichkeit zu neunzig Prozent dieselben Zutaten, die auch auf unseren Märkten angeboten werden. Die Rezepte dazu sind einfacher als Sie denken - probieren Sie es doch einfach einmal aus.
Der chinesische Tee spielt nicht nur in der Geschichte, sondern auch in der Gegenwart eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Leben. Interessant ist neben dem Genuß von hochwertigem grünen Tee, die Teilnahme an einer chinesischen Tee-Zeremonie.
Vor Ihrer Ausreise sollten Sie sich auf jeden Fall mit dem Gebrauch der sogenannten Kuaizi, den Eßstäbchen, vertraut machen.
Die Zeugnisse der chinesischen Kultur erfahren bis heute große Wertschätzung. Optisch reizvoll ist die Chinapage, die viele Einblicke in die traditionelle Kunst vermittelt. Ein umfangreicher Index verweist auf verschiedene Gemälde, kalligraphische Meisterwerke, Gedichte und vieles mehr.
Des weiteren lohnt es sich verschiedene literarische Werke chinesischer Autoren des 20. Jahrhunderts zu lesen, die berühmten klassischen Romane zu kennen und sich über zeitgenössische und modernen Kunst (Gemälde, Skulpturen, Videokunst und Installationen) beispielsweise in aktuellen Ausstellungen zu informieren.
Darüber hinaus listed die Unesco auf ihrer Homepage die zahlreichen Kulturgüter Chinas, die zum Weltkulturerbe gehören.
Die jahrtausendealte chinesische Tradition kennt den Begriff 'Religion' im abendländischen Sinn nicht, sie spricht vielmehr von Schulen und Lehren. Im chinesischen Denken hat sich nie jene Gegensätzlichkeit zwischen natürlicher Welt und übernatürlicher Sphäre etabliert, die im Westen die Geschichte so tiefgreifend beeinflusst hat. Das Irdische und das Metaphysische sind in der chinesischen Philosophie und Religion zwei sich ergänzende Aspekte eines einzigen Universums.
Zu den wichtigsten philosophischen und religiösen Lehren zählen der Kunfuzianismus, der Daoismus und der Zen-Buddhismus.
Qigong wird im Deutschen häufig vereinfacht mit "Atemübungen" übersetzt, besser wäre "Arbeit an der Lebensenergie". Es gibt viele verschiedene Arten von Qigong, die jeweils von Meistern entwickelt wurden. Eine davon, die Falun Gong, ist seit 1998 in den Schlagzeilen. Ihr Meister Li Hongzhi hat die Gruppe nach Meinung der chinesischen Regierung als Sekte organisiert, die die Ordnung im Volk stört und deshalb verfolgt wird.
Die chinesischen Tierkreiszeichen werden nach dem chinesischen Kalender bestimmt, der sich nicht nach der Sonne, sondern nach dem Mond orientiert. Daher ist der Beginn eines neuen Jahres in China nicht am 01. Januar, sondern am ersten Tag des ersten Mondmonats, der jährlich wechselnd im Januar oder Februar ist. Die Chinesen feiern an diesem Tag das Frühlingsfest.
Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Dezember 2010 aktualisiert.
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