Direkt zum Seiteninhalt oder zur Haupt-Navigation oder zur Meta-Navigation oder zum Seitenabschluss.
Sie befinden sich hier: GIZ Start / Webangebote / LIPortal > China / Wirtschaft & Entwicklung

China ist der bedeutendste Industriestaat Asiens und ein Motor für das globale Wirtschaftswachstum. Billige Arbeitsplätze in der Produktion und eine aufgrund des steigenden Lebensstandard wachsende Konsum-Nachfrage locken zahlreiche Investoren aus dem Ausland. Gleichzeitig steht Chinas Regierung
vor der schwierigen Aufgabe, die Früchte des wirtschaftlichen Erfolges gerecht zu verteilen, also die gesamte Bevölkerung teilhaben zu lassen, und gleichzeitig das Engagement des Einzelnen zu belohnen.
Die Kommunistische Partei in China versucht in einem schwierigen Prozess
aus Versuch und Irrtum eine sozialistische Marktwirtschaft chinesischer Prägung
zu entwickeln. Die Aufgabe gleicht einem riskanten Balance-Akt
auf einem hohen Drahtseil ohne Netz, bei dem es um den Machterhalt ebenso geht wie um die innere Sicherheit, die Einheit und Stabilität sowie den Wohlstande des Landes.
China war bis in die zweite Hälfte des vergangenen Jahrtausends ein Agrarstaat. Und bis heute, viele Jahre nach der politischen Kampagne "Großer Sprung nach Vorn" (1958-1962), die die Industrialisierung Chinas vorantreiben sollte, lebt noch über die Hälfte der rund 800 Millionen Menschen zählenden Landbevölkerung von der Landwirtschaft. Das ist mehr als ein Drittel der Chinesen. Dabei tragen die Früchte ihrer Arbeit nur noch elf Prozent zum gesamten Bruttoinlandsprodukt bei, mit fallender Tendenz.
Der Anbau ist der wichtigste Bestandteil der Landwirtschaft Chinas. Im Vordergrund stehen vor allem Getreide wie Reis, Weizen, Mais und Sojabohnen, ausserdem Nutzpflanzen wie Baumwolle, Erdnuss, Raps, Zuckerrohr und Zuckerrüben. Dabei sind nur etwa elf Prozent der Fläche Chinas für die Landwirtschaft geeignet, und zwar vor allem der Süd-Osten.
Die Landwirtschaft finanzierte in der Vergangenheit die Herrscher und ihre Kriege und hat auch den wirtschaftlichen Aufschwung Chinas in den letzen 30 Jahren ganz wesentlich mitgetragen. Um die soziale Stabilität zu sichern, wird nun versucht, im Gegenzug die ländliche Bevölkerung am wirtschaftlichen Erfolg der Industrie teilhaben zu lassen. Beispielsweise wurde Ende 2005 die Besteuerung der Landwirschaft abgeschafft. Gleichzeitig werden die Infrastruktur ausgebaut, soziale Sicherungssysteme aufgebaut und die Bildungschancen vergrößert.
Aber auch die Landwirtschaft selbst wurde entscheidend reformiert. Ein vertragsgebundenes System der Verantwortlichkeit der Haushalte gab den Bauern wieder eigene Bodennutzungsrechte. Sie können wieder selbst entscheiden, was sie anbauen und was sie anschließend mit ihren Produkten machen. Das System des zentralisierten Ankaufs existiert nicht mehr, stattdessen sind die meisten Preise für landwirtschaftliche und nebengewerbliche Produkte freigegeben. Diese Maßnahmen steigerten die Produktion erheblich. Zurzeit ist China weltweit führend bei der Produktion von Getreide, Baumwolle, Ölpflanzen, Obst, Fleisch, Geflügel, Eiern, Fischerei- und Algenprodukten sowie Gemüse. Und die Reformen
gehen weiter.
Die zunehmende Umweltverschmutzung
bereitet jedoch der chinesischen Landwirtschaft große Probleme. Über zehn Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ist so stark verschmutzt, dass sie nicht mehr für die Lebensmittelproduktion geeignet ist. Dazu kommen Schwierigkeiten bei der Bewässerung, zum einen durch den Mangel an Wasser und zum anderen durch seine Verschmutzung. Die chinesische Regierung sieht die Probleme und reagiert
, allerdings fragen sich viele, ob die Maßnahmen ausreichen und erfolgreich umgesetzt werden.
Mao führte in China die Planwirtschaft nach sowjetischem Vorbild ein und hatte das Ziel, das Land so schnell wie möglich zu industrialisieren. Weil jedoch planerische und administrative Kräfte fehlten, wurde bereits in den 1950er Jahren die Planwirtschaft dezentralisiert und die Verantwortlichen auf Provinz- und Betriebsebene bekamen mehr Freiraum aber auch mehr Verantwortung. Dabei strebte Mao eine autarke Entwicklung an, sowohl für die gesamte Volksrepublik als auch für einzelne Provinzen oder Regionen.
Das Bruttoinlandsprodukt wuchs in den Jahren 1952 bis 1975 jährlich um rund sieben Prozent. Die Bildungschancen wurden ausgebaut, insbesondere auch für Frauen, und die medizinische Versorgung und soziale Sicherheit erreichten ein bis dahin nicht gekanntes hohes Niveau. Allerdings waren Maos Massenkampagnen, wie etwa der "Große Sprung nach Vorn" oder die "Kulturrevolution", eher politisch motiviert und behinderten das Wirtschaftswachstum. Damit wurden die wirtschaftlichen Erfolge hauptsächlich durch die Mobilisierung zusätzlicher Ressourcen ermöglicht, die Investitionen waren zunehmend ineffizient und vergrößerten deshalb die Konsummöglichkeiten der Bevölkerung nur minimal.
Nach Maos Tod (1976) gelangten eher pragmatische Funktionäre an die Macht, allen voran Deng Xiaoping. Er führte ab 1978 schrittweise Reformen
durch und begründete damit die sozialistische Marktwirtschaft chinesischer Prägung
. Vor allem nahm er die Kollektivierung der Landwirtschaft schrittweise zurück und lies Mitte der 1980er Jahre nicht-staatliche Unternehmen in der Industrie zu. Die wirtschaftliche Liberalisierung erhielt 1989 einen Dämpfer, als nach den Studentenprotesten am Platz des Himmlischen Friedens die Parteilinke wieder größeren Einfluss gewann. Erst im Jahr 1992 konnte Deng sich endgültig durchsetzen.
In den Städten entwickelte sich eine dynamische Privatwirtschaft, ausländischen Unternehmen wurde erlaubt in China zu investieren und der Außenhandel wurde liberalisiert. Bis 1995 war das vorher weitgehend isolierte Land zum siebtgrößten Teilnehmer am internationalen Handel geworden. Die wichtigsten Industriezweige sind Bergbau, Stahl- und Zementproduktion, Textilverarbeitung, Automobil- und Maschinenbau, Elektrogeräte- und Konsumgüterindustrie sowie Düngemittelproduktion.
Inzwischen belegt China in vielen Bereichen der Produktion weltweite Spitzenpositionen und hat zum Teil sogar die Führungsposition übernommen. Die Volksrepublik ist inzwischen die drittgrößte Volkswirtschaft und gleichzeitig drittgrößte Handelsnation der Welt. Das Land besitzt weltweit die größten Devisenreserven und verfügt über stabile Investitionen aus dem Ausland. Seine Industrie trägt inzwischen 49 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei, die Dienstleistungen 40 Prozent.
In der Forschungsarbeit arbeitet Deutschland insbesondere in den Bereichen Ökologische Forschung und Umwelttechnologie, Biowissenschaften und -technologie sowie Materialwissenschaften und Schutz von Kulturgütern mit China zusammen.
Hohe Investitionen fliesen in die Infrastruktur des Landes, den Bau von Straßen, Eisenbahnlinien und Flughäfen. Probleme bereitet der chinesischen Regierung die ungleiche Verteilung der Einkommen. Der Gini-Koeffizient als Maßzahl übersteigt derzeit mit einem Wert von 0,496 den der USA. Die mit dem Wirtschaftswachstum einhergehende Umweltverschmutzung wird zunehmend zu einem Kostenfaktor, der das Wirtschaftswachstum bremst. Auf der anderen Seite benötigt die chinesischen Industrie immer mehr die Rohstoffe sowie Energie. Und vor allem die Produktion von Energie verursacht weitere Umweltrisiken.
Das chinesische Bankensystem ist nur in geringem Maß von der internationalen Finanzkrise betroffen. Jedoch leidet die Realwirtschaft des Landes aufgrund fehlender Nachfrage im Ausland. Der Rückgang des Wirtschaftswachstums hat Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Besonders betroffen sind die rund 230 Millionen Wanderarbeiter. Etwa zehn Prozent von ihnen haben ihren Arbeitsplatz verloren. Damit fehlen in den ländlichen Regionen viele Transferzahlungen, mit denen die Wanderarbeiter ihre Familien unterstützen. Insgesamt schätzt die Asiatische Entwicklungsbank die städtische Arbeitslosigkeit auf mindestens 8,5 Prozent, die ländliche sogar auf 30 Prozent. Dennoch macht die Volksrepublik bereits wieder Schlagzeilen mit aussergewöhnlich hohen Wachstumsraten. Dies verdankt China vor allem einem schnellen und effizienten Krisenmanagement
.
Eine kompakte Zusammenfassung der Wirtschaftsdaten Chinas
bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Ausserdem stellt das Handelsministerium der Volksrepublik China im Internet Informationen in verschiedenen Sprachen, auch Deutsch
, zur Verfügung.
Auf der Homepage der WTO gibt es Informationen
zum Mitgliedsland China, Statistikmaterial zur Handelssituation
Chinas, zum Zolltarif und Import
und Wirtschaftsdaten im Dienstleistungssektor
sowohl allgemein als auch aufgeschlüsselt nach Transport, Telekommunikation und Finanzen und Versicherungen. Ausserdem werden Zeitreihen
mit zahlreichen frei wählbaren Parametern angeboten.
Die Weltbank hat aktuelle Datenbanken
mit gesamtwirtschaftlichen Daten und Länderprofilen, sowie Landesinformationen
über China
Die Deutsche Botschaft in China hat ebenfalls eine Zusammenfassung der Wirtschaftsdaten
ins Internet gestellt. Und Germany Trade and Invest informiert über die und über die Wirtschaftstrends
der VR China.
Die chinesische Wirtschaftspolitik
überrascht mit ihrer Flexibilität und Lernfähigkeit. Offizielle Leitlinien für die Kommunistische Partei Chinas sind Mao Zedongs Ideen und Deng Xiaopings System. Die politische Philosophie von Versuch und Irrtum, oft regional begrenzt, beruhen auf Dengs Initiative.
Im Lauf der über 30jährigen Reformpolitik ist es immer wieder zu Fehlentwicklungen gekommen, denen die Regierung gegensteuern musste. Und die politischen Machthaben stehen weiterhin vor großen Herausforderungen, sowohl Innen- als auch Aussenpolitisch.
Die ungleiche Einkommensverteilung sorgt für soziale Spannungen innerhalb der Volksrepublik. Protektionismus und Rechtsunsicherheiten verärgern internationale Handelspartner. Im Großen und Ganzen jedoch profitiert die Weltwirtschaft vom Boom auf zweifache Weise. Zum einen durch billige Produktionsmöglichkeiten und zum anderen durch wachsende Absatzmärkte.
Die wichtigsten Reformziele Chinas
sind derzeit die gerechtere Verteilung des Wohlstandes, verbesserte Bildungschancen und damit auch Fortschritte in der Forschung und Entwicklung sowie eine höhere Energieeffizienz und effizienterer Ressourcenverbrauch zusammen mit einem verbesserten Umweltschutz.
Dafür müssen das Rechts-, Bildungs- und Bankenwesen reformiert und ein soziales Sicherungssystem aufgebaut werden. Gleichzeitig muss jedoch das Wirtschaftswachstum weiter erhalten bleiben, damit diese Maßnahmen überhaupt finanziert werden können.
Chinas Wirtschaft zeichnet sich durch einen großen Aussenhandelsüberschuss
aus. Die globale Wirtschaftskrise hat den Exportzahlen jedoch einen Dämpfer erteilt. Der chinesische Aussenhandel hat an Dynamik verloren. Der Handelsbilanzüberschuss fiel 2009 um 34 Prozent auf 196,1 Milliarden US-Dollar. 2008 betrug er noch 295 Milliarden US-Dollar, 2004 hatte er bei 32 Milliarden US-Dollar gelegen.
Vor allem bei den größten Handelspartnern Chinas brach die Nachfrage ein, bei der EU um 19 Prozent, den USA um 13 Prozent, Japan um 17 Prozent und Südkorea um 27 Prozent. Knapp die Hälfte der Exporte gingen an die EU (16 Prozent), die USA (13 Prozent) und Japan und Südkorea (11 Prozent). Dabei wurden rund zwei Drittel der chinesischen Exportgüter von insgesamt rund 300.000 ausländisch investierten Unternehmen hergestellt.
Auf der anderen Seite betrugen die Importe 1005 Milliarden US-Dollar. Nur knapp ein Fünftel davon kommt aus der EU und den USA, gut ein Drittel stammt aus Japan, Südkorea und Taiwan. Maschinen, Geräte, Treibstoffe, Öle, optische Geräte, Rohstoffe, Kunststoffe und chemische Erzeugnisse stehen ganz oben auf den Bestellscheinen der Volksrepublik.
Seit 2001 ist China Mitglied der WTO
. Dabei betrachten die anderen Teilnehmer den Neuling immer noch mit gemischten Gefühlen. Obwohl China inzwischen die Beitrittsanforderungen in der Gesetzgebung und bei den Zöllen weitgehend erfüllt hat, gibt es noch einige Probleme, insbesondere beim Schutz des geistigen Eigentums und einigen nicht-tarifären Handelshemmnissen. Zudem sendet China durch eine Vielzahl von bilateralen Freihandelsabkommen zweideutige Signale.
Die EU-27
ist mit einem Anteil von 17% der größte Handelspartner Chinas, der viertgrößte ausländische Investor und größte Technologie-Lieferant. Umgekehrt ist China nach den USA der zweitgrößte Handelspartner der EU.
Chinas Beziehungen zu ASEAN
entwickeln sich zunehmend positiv. Der Handelsaustausch verzeichnet jährliche Steigerungsraten von rund 30 Prozent. Ziel ist es eine Freihandelszone einzurichten und die Zölle bis 2010 abzubauen. China ist in diesem Prozess besonders für die kleineren Länder der Region ein wirtschaftlicher Motor, und davon profitiert wiederum insbesondere der Süden der Volksrepublik. Dabei ist die Zusammenarbeit Chinas mit der ASEAN nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch, beispielsweise bei der Bekämpfung des Drogenhandels und der Erhaltung der maritimen Sicherheit.
Im Südwesten ist Pakistan
ein traditioneller Verbündeter Chinas, und die Beziehungen zu Indien
werden immer besser, trotz einiger offenere Grenzfragen im Himalaya. Im Nordosten hat China traditionell gute Beziehungen zu Nordkorea, seit 15 Jahren aber auch intensive Handelsbeziehungen mit Südkorea. Japan
ist ein wichtiger Handelspartner. Die Beziehungen zu China sind jedoch durch japanische Kriegsverbrechen und deren aus chinesischer Sicht unzureichenden Aufarbeitung gestört und werden immer wieder durch Streitigkeiten, etwa über Gebietsansprüche, belastet.
Nach tiefen politischen Zerwürfnissen zur Zeit Maos haben sich die Beziehungen zu Russland wieder normalisiert. Der wachsende Energiebedarf Chinas macht den Nachbarn mit den großen Rohstoffreserven
besonders interessant. Aber auch die benachbarten Zentralasiatischen Staaten sind als Rohstofflieferanten interessant und China hat ein großes Interesse an einer politischen Stabilität in dieser Region.
Die Beziehungen zu den USA
schließlich stehen im Mittelpunkt der chinesischen Aussenpolitik. Beide Länder sind aus übergeordneten Interessen an einem guten Verhältnis interessiert, was sich in einer wachsenden Zusammenarbeit der beiden Länder ausdrückt.
Während China selbst noch ein Schwellenland ist und Entwicklungshilfe bezieht, ist es bereits der größte Geber in Afrika. Dabei zeigt sich auch die Weltbank besorgt über das Engagement der Chinesen auf dem Schwarzen Kontinent.
Deutschland leistet seit 2008 keine finanzielle Entwicklungshilfe mehr für China. Stattdessen gibt es chinesisch-deutsche Kooperationen bei Reformprozessen insbesondere in den Bereichen Recht, Gesellschaft und Klimaschutz. Aber auch bei der nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung und im Gesundheitsbereich arbeiten beispielsweise GTZ und CIM mit China zusammen. Dabei soll die deutsche Entwicklungszusammenarbeit eng mit der wirtschaftlichen Kooperation der beiden Länder verknüpft werden. Beispielsweise durch die Einbindung deutscher Unternehmen, die im Rahmen von gemeinsamen Projekten ihre Produkte und Techniken beispielhaft vorführen können. Daneben engagieren sich beispielsweise Organisationen wie die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Hanns-Seidel-Stiftung.
Weitere Informationen zur Entwicklungszusammenarbeit mit China liefern die Weltbank und die Asean Development Bank auf ihren Internetseiten. Außerdem informieren beispielsweise die EU, UKAID und USAID im Internet über ihre Projekte.
Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Dezember 2010 aktualisiert.
Die AIZ mit Sitz in Bad Honnef bietet mehr als 50 monatlich stattfindende Trainingskurse zu folgenden Themen an:
Gerne konzipieren wir für Sie maßgeschneiderte Trainingskurse, die sich an Ihren individuellen Bedürfnissen und Interessen orientieren. Wir freuen uns über Ihre Anfragen!