Direkt zum Seiteninhalt oder zur Haupt-Navigation oder zur Meta-Navigation oder zum Seitenabschluss.


Im heutigen Staatsgebiet von Ecuador lebten in präinkaischer Zeit mehrere kleine voneinander weitgehend unabhängige Stammesgebiete zwischen den Großreichen der Chimu im Süden und der Chibcha im Norden. Im 15. Jahrhundert eroberten die Inka in längerwierigen Kämpfen gegen die Quitu-Cara das Gebiet bis in die Gegend von Pasto (heute Süd- Kolumbien ) und etablierten den Hauptort Quito als nördliche Hauptstadt ihres Reiches. Von hier aus errang der letzte Inkakaiser Atahualpa in einem kurzen Bürgerkrieg gegen seinen Bruder Huáscar die Macht.
Die spanische Kolonialherrschaft dauerte in Ecuador etwa 300 Jahre. Sie begann 1532 mit der Ankunft der Spanier und endete 1822 mit der Unabhängigkeit. 1823 schuf Simón Bolívar "Großkolumbien", zu dem Ecuador (damals Audiencia de Quito), Venezuela und Kolumbien gehörten. Die Republik Ecuador schließlich entstand 1830 aus dem Zerfall der Gran Colombia .
In der Geschichte des Landes
lassen sich fünf deutlich voneinander getrennte Phasen unterscheiden,die hier in sehr groben Zügen wiedergegeben werden können.
Die erste Phase erstreckt sich vom Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg und wurde durch eine stetige Zunahme des Kakaoexports bestimmt. Während dieser Epoche beschränkten sich die sozio-politischen Auseinandersetzungen auf Teile der Oberschicht. Dabei ging es im wesentlichen um die widersprüchlichen Interessen der protektionistischen, am Binnenmarkt orientierten Großgrundbesitzer des Hochlandes, die mit dem Klerus verbunden waren, einerseits und der auf den Weltmarkt ausgerichteten liberalen Plantagenbesitzer, Kaufleute und Finanzkreise des Küstengebietes andererseits.
Nach dem Niedergang der Kakaoproduktion ab 1916 u.a. infolge nachlassender Weltmarktnachfrage, kam es zu einer tiefen Wirtschaftskrise, die bis in die 1940er Jahre andauerte. In diese Zeit fällt auch die Entstehung der meisten noch existierenden linksorientierten politischen Parteien, Gewerkschaften und populistischen Bewegungen.
Anfang der 1950er Jahre setzte der ein, der zwei Jahrzehnte anhielt. Während dieser Zeit wurden die bis dahin vorhandenen vorkapitalistischen Produktionsweise im Agrarsektor fast restlos aufgegeben. In Verbindung mit der einsetzenden Industrialisierung entstand das heutige Ecuador mit seiner Infrastruktur und Vermarktung sowie den zwei Großstadtzentren Quito und Guayaquil. Gleichzeitig hat die Ära des Bananenbooms jene ökonomischen und sozio-politischen Probleme hinterlassen (Auslandsverschuldung, ungleiche Vermögensverteilung, Arbeitslosigkeit etc.), mit denen sich das Land bis heute konfrontiert sieht.
Als 1972 erstmals große Mengen Erdöl exportiert werden konnten, begann die bislang letzte Phase ökonomischen Wohlstands in Ecuador. Das Ende diese Epoche fällt in etwa zusammen mit der Überwindung der Militärherrschaft.
Die Verfassung von 1979 leitete den fünften Abschnitt der Geschichte des ecuadorianischen Staates ein und ist durch einen Demokratisierungsprozess, aber auch durch eine Verschärfung politischer, ökonomischer und sozialer Problemfelder andererseits charakterisiert. Zu den wichtigsten Ereignissen der jüngsten Geschichte zählt die 1998 erzielte Lösung des vormals größten außenpolitischen Problems Ecuadors, die Beilegung des seit der Unabhängigkeit schwelenden Grenzkonfliktes mit Peru.
Der Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Situation und politischer Herrschaft
ist prägend für die Geschichte Ecuadors. Während des Kakao- und Bananenbooms konnte das Land von Konservativen und Liberalen ohne Intervenierung des Militärs regiert werden. Wenn sich die ökonomischen Voraussetzungen gegen verschlechterten, ergriffen selbsternannte Militärdiktatoren (Caudillos
) oder durch vom Volk getragene "echte" Caudillos die Macht. Zumeist durchlebte Ecuador dann politische Krisen. "Der Caudillo bezeichnet einen Typus autoritärer Herrschaft, der nicht institutionell verankert ist und primär auf den persönlichen Führungsqualitäten des Herrschenden beruht. Er erkennt keine staatliche Institution und höhere Autorität an und ordnet sich allenfalls mächtigeren Vertretern seiner Gattung unter" (Karl-Dieter Hoffmann: Militärherrschaft und Entwicklung in der Dritten Welt. Der Fall Ecuador, Saarbrücken und Fort Lauderdale 1985, S.249f.). Eine besondere Bedeutung erlangte der Caudillio José María Velasco Ibarra
, dessen politische Ideen als 'Velasquismo' von 1833 bis weit ins 20. Jahrhundert Anhängerschaft besaßen.
Inzwischen blickt das Land auf die längste demokratische Periode in der Geschichte Ecuadors als unabhängige Republik zurück. Gleichzeitig wird das formal-demokratische System besonders seit Mitte der 1990er Jahre durch informale Faktoren, wie wachsende Korruption, die persönlichen Interessen einzelner Politiker und Familienclans und immer neue politische Skandale, massiv unterminiert, so dass heute eher von einer "defekten Demokratie" zu sprechen ist. Nach zehn Jahren politischer Dauerkrise und der darauf folgenden politischen Neuordnung in gut zwei Jahren Regierung Correa hat sich die politische Landschaft jedoch deutlich verändert.

Eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Herausbildung des heutigen Staatswesens bildete die 1885 beginnende liberale Revolution von Eloy Alfaro
. Er war zweimal (1895-1901 und 1906-1911) Präsident von Ecuador. Er gilt als der herausragende liberale Politiker in der Geschichte seines Landes und als zentrale Figur des politischen Lebens an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Alfaro sorgte für die Trennung von Kirche und Staat, säkularisierte das Bildungswesen, führte Religionsfreiheit und Zivilehe ein und schaffte die Todesstrafe ab. Alfaro gründete verschiedene Bildungsinstitutionen und widmete sich stärker als seine Vorgänger der Indígenas- und der Frauenfrage, und verbesserte die rechtliche Stellung beider Gruppen.
Ecuador ist eine Präsidialrepublik
mit repräsentativer Demokratie und Mehrparteiensystem. Der Präsident und das Parlament, der Nationalkongress mit 100 Sitzen, werden am selben Tag direkt gewählt. Der Präsident ist gleichzeitig Staatsoberhaupt und Regierungschef. Die Legislative wird von Regierung und Nationalkongress gemeinsam ausgeübt. Trotz diverser Dezentralisierungsbemühungen in den vergangenen Jahren ist das politische System Ecuadors weiterhin zentralisiert. Die politische Macht liegt hauptsächlich beim Präsidenten und damit in der Hauptstadt Quito. In der Praxis jedoch muss die politische Macht ständig zwischen den beiden bedeutenden Großregionen Costa und Sierra mit ihren Zentren Guayaquil und Quito austariert werden.

In der vergangenen Dekade hatte Ecuador sieben Präsidenten, von denen drei nach tumultartigen Aufständen gehen mussten. Bei in den beiden Runden der Präsidentschaftswahlen
im Oktober und November 2006 setzte sich der linksgerichtete Wirtschaftsprofessor Rafael Correa
gegen den konservativen Milliardär Alvaro Noboa
durch. Correa präsentierte sich bereits während des Wahlkampfs und seither im Amt als Verfechter eines radikalen Umschwungs mit deutlicher Opposition zur Politik Washingtons. Der Präsident hat grundlegende Reformen eingeleitet, die in der neuen Verfassung
ihren deutlichsten Ausdruck finden, und verfolgt eine stärkere staatliche Kontrolle der Wirtschaft. Anders als Chávez in Venezuela nennt Correa seine Politik nicht "Sozialismus des 21. Jahrhunderts", sondern "Bürgerrevolution
". Rückhalt genießt der Präsident vor allem in den ärmeren Schichten. Deren Lebenssituation hat sich durch die neuen Sozialprogramme der Regierung spürbar verbessert. Bei der Präsidentschaftswahl am 26. April 2009
- die nach Inkrafttreten der Verfassung von 2008 nötig geworden war - wurde Correa mit klarer Mehrheit von 52 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Er erhielt dabei mehr Stimmen als die sieben anderen Kandidaten zusammen. Platz zwei erlangte der frühere Präsident Lucio Gutiérrez mit 28 Prozent. Für die Wiederwahl im ersten Durchgang benötigte Correa 40 Prozent der Stimmen und einen Vorsprung von 10 Prozent auf den Zweitplatzierten. Bei den gleichzeitig abgehaltenen Parlamentswahlen erreichte Correas Partei "Alianza País
" ebenfalls einen deutlichen Sieg, verfehlte aber knapp die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung
. Auf Grundlage der neuen Verfassung könnte Correa 2013 erneut kandidieren und damit maximal bis 2017 im Amt bleiben.
Im Oktober 2008 trat eine neue Verfassung in Kraft
, die dem Präsidenten deutlich mehr Macht zubilligt. Bei einer Volksabstimmung
hatten Ende September fast 64 Prozent der Wähler für die neue Konstitution
gestimmt. Die 444 Artikel ermöglichen unter anderem eine einmalige Wiederwahl des Staatsoberhaupts. Außerdem darf der Präsident künftig das Parlament auflösen und Neuwahlen ansetzen. Die neue Verfassung stärkt zudem die Rolle des Staates und setzt auf ein "soziales und solidarisches" Gesellschaftsmodell
. Sie soll den Ausverkauf der natürlichen Ressourcen des Landes verhindern und verbietet, ausländische Truppen auf ecuadorianischem Territorium zu stationieren. Darüber hinaus ist die Einführung einer kostenlosen Bildungs- und Gesundheitsversorgung für alle vorgesehen.
Nach der bisherigen Verfassung (von 1998) bestand der Kongress
aus 100 Abgeordneten (deputados) mit Sitz in der Hauptstadt Quito. Die Abgeordneten
wurden als Vertreter der Provinzen für eine Vier-Jahres-Periode gewählt. Jede der 22 Provinzen stellte mindestens zwei Abgeordnete, einwohnerreiche Provinzen erhielten weitere Sitze. Die Parlamentswahlen
am 15. Oktober 2006 verliefen nach Angaben des internationalen Wahlbeobachterteams weitgehend ruhig und normal. Die stärksten Fraktionen im letzten Kongress waren: Die konservativ-populisitische Partido Renovador Institucional Acción Nacional
( PRIAN, 28 Abgeordnete) die Partido Sociedad Patriótica 21 de Enero
des Ex-Präsidenten Lucio Gutiérrez
(PSP, 24) und die sozialchristliche Partido Social Cristiano
(PSC, 13). Die Verfassunggebende Versammlung
Ecuadors verabschiedete an ihrem ersten Sitzungstag am 30. November 2007 ein Dekret, nach dem der Kongress in eine unbefristete Sitzungspause eintrete, wodurch der Nationalkongress seither derzeit de facto nicht getagt hat. Am 26. April 2009 fanden Neuwahlen zum Parlament
, das jetzt Nationalversammlung heisst, statt. Keine Partei erreichte die absolute Mehrheit und der Opposition verfehlte ihr Ziel, ein signifikantes Zeichen gegen die Regierung Correa und seine ""Bürgerrevolution" zu setzen. Die neue Verfassung hat die Macht der Legislative
als Gegengewicht zum Präsidenten zu wirken, deutlich geschwächt.
Ecuador gilt als eines der korruptesten Länder weltweit. Auf dem Korruptions-Perzeptions Index
(2009) von Transparency International nimmt Ecuador Position 146 unter 180 aufgeführten Ländern ein (eine leichte Verbesserung von 5 Plätzen gegenüber dem Vorjahr). Je weiter unten ein Land auf dem Index steht desto korrupter ist es. Auf dem Demokratie-Index Lateinamerika (2009)
der Konrad-Adenauer-Stiftung ist Ecuador inzwischen auf Platz 7 unter den 18 Staaten des Subkoninents aufgestiegen, nachdem das Land noch 2006 den letzten Rang belegt hatte. Regionale Loyalitäten dominieren jede Art der politischen Entscheidungen, resultieren in offen ausgetragenen Verteilungskämpfen zwischen 'Costa' und 'Sierra' und verhindern regelmäßig nationale Reformansätze. Wie in weiten Teilen Lateinamerikas sind auch in Ecuador personalismo, clientelismo und nepotismo (Vetternwirtschaft), d.h. auf Patronage und Loyalität beruhende Netzwerke ("Seilschaften"), im politischen System wie auch in der Gesellschaft insgesamt stark ausgeprägt.

Die sich ursprünglich aus den Großgrundbesitzern des Hochlands und der Küste rekrutierende ecuadorianische Elite
hat über Jahrhunderte als Oligarchie das Land regiert, die Mittelschicht
hat in den letzten Jahren jedoch stark an Bedeutung gewonnen, hier vor allem die libanesischen Einwanderer, die nicht zuletzt mit Mahuad zum wiederholten Mal einen Präsidenten stellten. Das Militär
bleibt jedoch nach wie vor ein wichtiger Machtfaktor. Wie in anderen Ländern Lateinamerikas hat die Bedeutung der Zivilgesellschaft
zugemommen. Die Schwäche der zivilgesellschaftlichen Organisationen
liegt aber weiterhin in ihrer Zersplitterung, d.h. die einzelnen Organisationen vertreten häufig einander widersprechende Partikularinteressen.
Das herausragende politische Ereignis der letzten Jahre stellt das selbstbewusste Auftreten der organisierten indigenen Völker Ecuadors
in Form der Konföderation der Indigenen Nationen Ecuadors CONAIE
dar. Zwar ist ihr institutioneller Einfluss noch begrenzt, sie hat jedoch über ihre Aktionen (Besetzung des Parlaments oder Unterstützung der Opposition) die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Nicht wenige Akteure in Ecuador versuchen regelmässig, die Arbeit von CONAIE zu behindern, die bis zu Morddrohungen und sogar Mordanschlägen reichen. Für eine umfassende und aktuelle Analyse der Indigenen in Ecuador
und deren politischen Rolle ist der Aufsatz von Nina Schierstaedt in den KAS-Auslandsinformationen sehr zu empfehlen.
Einige ihre Forderungen, wie beispielsweise die Definition Ecuadors als Vielvölkerstaat oder die Deklaration der Rechte der indianischen Bevölkerung und Afroecuadorianer , haben Eingang in der neuen Verfassung von 1998 gefunden. Die indianischen Organisationen spielten seit dem Generalstreik von Juli 1999 bis zum Militärputsch von Januar 2000 ebenfalls eine zentrale Rolle. Inzwischen ist es jedoch zu einem Bruch zwischen der Regierung und CONAIE gekommen.
Der Ecuador-Jahresbericht 2009
von Amnesty International erwähnt Berichte über Verletzungen der Rechte von Menschen, die sich für indigene Interessen und die Umwelt engagierten. Kritiker beschuldigten die Regierung einer zunehmenden Intoleranz gegenüber abweichenden Meinungen. Die neue Verfassung, die auf sozialem Gebiet als eine der fortschrittlichsten des Kontinents gilt, hat jedoch zur Stärkung der Menschenrechte
beigetragen.
Nach 20-monatiger Funkstille haben Kolumbien und Ecuador ihre diplomatischen Beziehungen
im November 2009 normalisiert. Die seit 2006 belasteten Beziehungen zu Kolumbien
eskalierten im März zur schwerwiegenden diplomatischen Krise. Bereits 2006 drangen Maschinen der kolumbianischen Luftwaffe
bei der Verfolgung von Rebellen der Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC)
mehrfach in den Luftraum des Nachbarlandes ein. Im September 2005 hatten Soldaten der ecuadorianischen Armee auf ihrem Territorium einen Stützpunkt der FARC entdeckt und ausgehoben. Der Rebellen-Unterschlupf befand sich im Norden Ecuadors, 200 Meter von der Grenze zu Kolumbien entfernt.
Am 1. März 2008 drang das kolumbianische Militär erneut auf ecuadorianisches Gebiet vor und tötete den stellvertretende Farc-Anführer Raúl Reyes Reyes und mindestens 23 weitere Rebellen, sowei ein ecadorianischer und vier mexikanische Staatsbürger bei einem kombinierten Luft- und Bodenangriff
. Ecuador und Venezuela, das die Militäraktion ebenfalls scharf verurteilt hatte, stationierten daraufhin Soldaten an den Grenzen zum Nachbarland. Kurzfristig brachen beide Staaten ihre diplomatischen Beziehungen
mit Kolumbien ab. Nach wenigen Tagen und einer Entschuldigung des kolumbianische Präsidenten Alvaro Uribe, konnte die Krise jedoch beigelegt
werden. Die FARC hat bis zu tausend Geiseln in ihrer Gewalt, darunter die franko-kolumbianische Grünen-Politikerin Betancourt.
Unabhänig von den jüngsten Spannungen hat Ecuador Kolumbien wegen langjähriger Sprühaktionen mit Pflanzenvernichtungsmitteln
im Grenzgebiet vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag verklagt. Kolumbien setzt seit Jahren bei der Bekämpfung des illegalen Anbaus von Kokasträuchern, aus denen der Rohstoff für Kokain gewonnen wird, auf die Vernichtung durch die Besprühung mit Gift von Flugzeugen aus.
Nach Bolivien ist auch Ecuador gegen ausländische Ölförderfirmen vorgegangen: Die Regierung Land annullierte im Mai 2006 den Vertrag mit der Occidental Petroleum (Oxy) aus den USA und ordnete die Beschlagnahmung der Förderanlagen
des Unternehmens an. Hintergrund ist der Vorwurf, die kalifornische Firma habe ohne Zustimmung der Regierung in Quito Förderanteile verkaufen wollen. Ecuador ist Südamerikas fünftgrößter Erdölproduzent. Die Erdölindustrie erwirtschaftet ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts und einen Großteil der Deviseneinnahmen des Landes.
Einen Tiefpunkt erreichten Ecuadors Beziehungen mit der Weltbank
. Ende April 2007 wies Präsident Rafael Correa den Vertreter der Weltbank in Ecuador, Eduardo Somensatto, aus. Correra wirft der Weltbank Erpressung vor. Die Weltbank habe 2005, als Correa noch Wirtschaftsminister war, einen Kredit zurückgehalten, nachdem aus einem Ölgeldfonds, der zur Schuldentilgung eingerichtet war, Mittel für soziale Zwecke entnommen worden waren. Ein ähnlich gespaltenes Verhältnis besteht zum IWF. Nach eigenen Angaben hat Ecuador seine Schulden beim Internationalen Währungsfonds
bezahlt und wird die Verbindungen zu der Finanzinstitution trennen. Ähnlich wie der linksnationalistische Präsident Venezuelas, Hugo Chávez, kündigte Correa an: "Wir wollen nichts mehr von dieser internationalen Bürokratie hören".
Am 26. Oktober 1998 wurde das Friedensabkommen zwischen Peru und Ecuador
unterzeichnet, das einen Schlußstrich unter den 50 Jahre lang anhaltenden Grenzkonflikt zieht, der noch 1995 zu einem Grenzkrieg
eskalierte. Am 15.05.1999 wurde die Grenzziehung beendet.
Im April 2007 hat die EU Komission ein neues Country Strategy Paper für Ecuador veröffentlicht, das den Ansatz für die europäisch-ecuadorianischen Beziehungen
für den Zeitraum bis 2013 skizziert. Das Strategiepapier
(Zusammenfassung
) bietet auch eine gute Zusammenfassung der aktuellen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Situation des Landes. Von großer Wichtigkeit für Ecuador sind die Verhandlungen über den künftigen einheitlichen EU-Zoll für Bananen, der die bisherige EU-Bananenmarktordnung
ablöst. Ecuador ist als größter lateinamerikanischer Bananenexporteur in die EU und Verhandlungsführer Lateinamerikas.
Bolivien, Ecuador, Kolumbien, Venezuela und Perú hatten vor wenigen Jahren einen neuen Anlauf genommen, ihre Länder wirtschaftlich und politisch enger in der Andengemeinschaft
zu integrieren. Ihre Beziehungen zu anderen regionalen Zusammenschlüssen -wie dem Mercosur
- sollten ebenfalls intensiviert werden. Die Persepektiven wirtschaftlicher Integration verschieben sich jeodoch mehr und mehr von sub-regionalen Optionen hin zu bilateralen Freihandelsabkommen mit den USA, die den Auflösungsprozess der Andengemeinschaft vorangetrieben haben. Entsprechende Freihandelsverhandlungen Ecuadors mit den USA
sind jedoch ins Stocken geraten, wie einem Beitrag der Deutschen Welle zu entnehmen ist. Nach Protesten gegen ein Freihandelsabkommen erklärte die Regierung in Quito im März 2006 den Ausnahmezustand.

Wenn Sie politisch "auf dem Laufenden" bleiben wollen, sollten Sie wissen, dass die wichtigsten Tageszeitungen Ecuadors auch "online" verfügbar sind: die konservative El Comercio, die liberale Hoy die online-Version der Zeitschrift Vistazo und schließlich das online Portal La Hora. Aktuelle Nachrichten zu Ecuador finden sich auch in der online-Zeitung Southamerica Daily. Deutschsprachige Zeitungen gibt es in Ecuador ebenfalls.