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Nördlich von Amman liegt der King-Talal-Staudamm, wichtig für die Bewässerung des Jordantals (Bild: Jordan Tourism Board)

Landesübersicht und Naturraum

BeschreibungInhalt
Offiz. Name:Haschemitisches Königreich Jordanien
Fläche:92 300 km²
Einwohnerzahl:6,3 Mio. (Wachstum 2,3 %, Weltrang 42)
Regierungssitz:Amman
Klima:Kontinental-mediterran bis arid

Jordanien

Landesflagge Jordanien

Aktuelle Informationen

Tagesaktuelle Informationen zu Jordanien finden Sie in der jordanischen Internetzeitung Ammon NewsÖffnet externen Link in neuem Fenster, auf dem kommerziellen panarabischen Internetportal Al-BawwabaÖffnet externen Link in neuem Fenster, auf dem Internetportal Jordan DailyÖffnet externen Link in neuem Fenster (gehört zum World News Network), in der Online-Fassung der staatlich kontrollierten englischsprachigen Tageszeitung Jordan TimesÖffnet externen Link in neuem Fenster und bei dem unabhängigen Internet-Fernsehkanal Jordan DaysÖffnet externen Link in neuem Fenster. Die StadtverwaltungÖffnet externen Link in neuem Fenster des Großraums Amman (Greater Amman Municipality, kurz GAM) informiert auf Arabisch und Englisch. Über das touristische Angebot informiert das Jordan Tourism BoardÖffnet externen Link in neuem Fenster unter anderem auch in deutscher Sprache.

Übersichtskarten

Landkarte: Jordanien (Bild: CIA World Factbook)
Landkarte Jordanien (Bild: CIA World Factbook)

Weitere kostenlos einsehbare Übersichtskarten zu JordanienÖffnet externen Link in neuem Fenster und zur Region Nah- und Mittelost Öffnet externen Link in neuem Fenster hat die Universität Texas ins Internet gestellt, sowie UnimapsÖffnet externen Link in neuem Fenster

 

Ausdehnung und Grenzen

Unmittelbare Nachbarn Jordaniens sind der Irak, Israel, Saudi-Arabien, Syrien und die palästinensischen Autonomiegebiete im israelisch besetzten Westjordanland. Jordaniens Außengrenzen sind insgesamt 1636 Kilometer lang. Die längste Einzelgrenze ist die zu Saudi-Arabien, mit 744 Kilometern. 1965 wurde Jordanien nach Verhandlungen mit Saudi-Arabien ein rund 22 Kilometer langer Küstenstreifen südlich von Aqaba zugesprochen. Jordaniens Meeresküstenlänge (Aqaba ist der einzige Zugang zum Meer) beträgt damit heute 26 Kilometer.

Seit 1950 und auch nach der Besetzung durch Israel im Jahr 1967 zählten die drei westlich des Jordans gelegenen Distrikte Jerusalem, Hebron und Nablus (West Bank) ebenfalls zum Verwaltungsgebiet Jordaniens. 1988 gab König Hussein I. alle staatsrechtlichen Ansprüche auf das Westjordanland auf und erklärte, dass er die PLO für zuständig hielte. Im israelisch-jordanischen Friedensvertrag vom 26.10.1994Öffnet externen Link in neuem Fenster wurde der Grenzverlauf zwischen dem Toten Meer und Aqaba festgelegt. Jordanien erhielt 380 qkm Land zurück, das ihm nach alten Karten gehörte. Mit einer weiteren Gebietsrückgabe im Norden erhielt Jordanien wieder Zugang zum Zusammenfluß von Yarmuk und Jordan. 

Landesimpressionen

Sand, schroffe Felsen und saubere Luft - die beeindruckende Wüstenlandschaft Wadi Rum
Wadi Rum in Südjordanien (Bild: JTB)

 

Bildquellen und Blogs

Das Jordan Tourism BoardÖffnet externen Link in neuem Fenster bietet im Internet auch in deutscher Sprache wertvolle Informationen, die sowohl für durchreisende Touristen interessant sind als auch für AuslandsmitarbeiterInnen, die länger in Jordanien bleiben werden. Unter anderem gibt es detaillierte Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen, Sportmöglichkeiten, Restaurants und vieles mehr. Zur Einstimmung lohnt sich auch ein Blick in den umfangreichen Blog der Wahljordanierin Ruth CaswellÖffnet externen Link in neuem Fenster (Achtung: viele wertvolle Infos, abrer nicht mehr laufend aktualisiert), auf die Seite des deutschen Fotografen Lutz JäkelÖffnet externen Link in neuem Fenster oder in eins der zahlreichen ReisetagebücherÖffnet externen Link in neuem Fenster deutschsprachiger TouristInnen. Lesenswert ist auch der Bericht über eine Studienreise der Universität RostockÖffnet externen Link in neuem Fenster aus dem Jahr 2005.

Das Portal GlobalvoicesÖffnet externen Link in neuem Fenster gibt einen guten Überblick über die politisch engagierte jordanische Blog-Szene. Der Designer Ahmed HumeidÖffnet externen Link in neuem Fenster kommentiert auf unterhaltsame Art den Alltag sowie politische und kulturelle Ereignisse. Der mit Abstand populärste und mehrfach ausgezeichnete jordanische Blogger Naseem Tarawneh kommentiert unter dem Namen Schwarze SchwertlilieÖffnet externen Link in neuem Fenster das Zeitgeschehen und präsentiert Ausschnitte aus der jordanischen Presse. 

Informationsquellen und Grunddaten

Nationale Daten

Die Weltbank bietet ein regelmässig aktualisiertes DatenblattÖffnet externen Link in neuem Fenster mit den wichtigsten Zahlen zu Bevölkerungsentwicklung und Wirtschaft Jordaniens.

Achtung: Die Daten des  Jordanischen Amtes für StatistikÖffnet externen Link in neuem Fenster finden Sie in englischer Sprache NICHT komplett hinter dem "English"-Button, sondern teilweise auch, indem Sie auf die arabischen Links klicken. Einige arabische Buttons führen zu zweisprachigen arabisch-englischen Tabellen. Im Gegensatz zu einigen anderen Ländern der Region gilt das Nationale Statistikamt in Jordanien als recht zuverlässig, auch wenn die Daten gelegentlich von den Daten internationaler Organisationen wie dem US-amerikanischen Auslandsnachrichtendienst CIAÖffnet externen Link in neuem Fenster oder den Earth TrendsÖffnet externen Link in neuem Fenster abweichen. Eine gute allgemeine Einführung bietet auch das Jordanien-Länderprofil der US Library of CongressÖffnet externen Link in neuem Fenstervon 2006.

Regionale Vergleichsdaten

Die Vereinten NationenÖffnet externen Link in neuem Fenster sind in Jordanien ein wichtiger entwicklungspolitischer Akteur. Wie Jordanien in bezug auf gesellschaftliche Schlüsselthemen im regionalen Vergleich dasteht, erfährt man bei der regionalen UN-Unterorganisation für Westasien ESCWAÖffnet externen Link in neuem Fenster. Die Handhabung der Vergleichsstatistiken ist allerdings etwas mühsam.

Naturräumliche Gegebenheiten

 

Landschaftliches Erscheinungsbild

Jordanien ist trotz seiner geringen Ausdehnung landschaftlich sehr vielfältig und reizvollÖffnet externen Link in neuem Fenster. Die TopografieÖffnet externen Link in neuem Fenster des Landes ist maßgeblich durch den JordangrabenÖffnet externen Link in neuem Fenster geprägt. Im Norden des Landes dominieren mediterrane Hügellandschaften mit Kiefern- und Eichenwäldern, im Jordantal wachsen zum Teil Tropenfrüchte. Der weite Osten und Süden des Landes sind nahezu ausschließlich Wüste. Der Wasserspiegel des Toten MeeresÖffnet externen Link in neuem Fenster markiert mit 420 Metern unter NN den tiefsten Punkt der Erdoberfläche. Am höchsten Punkt des Landes, dem Jabal Umm Adaami (1854m) im südjordanischen Wadi RumÖffnet externen Link in neuem Fenster sind die spektakulärsten Ergebnisse des gigantischen Erdbebens zu sehen, das vor schätzungsweise 30 Millionen Jahren den ostafrikanischen Graben nach Norden verlängerte. 

Übernachten in herrlicher Natur: Campingplatz der der Königlichen Naturschutzgesellschaft im Naturreservat Dana (Bild: RSCN)
Campingplatz der Königlichen Naturschutzgesellschaft im Naturreservat Dana (Bild: RSCN)

Landschaftliche Großräume

Man unterscheidet in Jordanien von Westen nach Osten gesehen drei Großlandschaften, die jeweils in Nord-Süd-Richtung verlaufen:

  • Die große Grabensenke, die nördlich des Toten Meers am Tiberias-See (See Genezareth) beginnt und dort von den Jordaniern Ghor genannt wird. Sie zieht sich durch das Tote Meer und führt als Wadi Araba weiter nach Süden bis zum Roten Meer. Von hier setzt sie sich bis zu den Großen Seen in Ostafrika als ostafrikanische Rift fort
  • Das vom Zentrum nach Süden verlaufende Hochplateau mit dem Jabal Ram als höchstem Punkt
  • Die sogenannte Badia, Wüste und Wüstensteppe, bestehend aus Stein- und Lavawüste sowie Sandwüste

 

 

Natürliche Steinbrücke in den Felsen von Wadi Rum (Bild: Jordan Tourism Board)
Natürliche Steinbrücke in den Felsen von Wadi Rum (Bild: Jordan Tourism Board)

Klima, Wetter

Das WetterÖffnet  externen Link in neuem Fenster und das allgemeine KlimaÖffnet externen Link in neuem Fenster Jordaniens empfinden die meisten Europäer als angenehm. Im Norden des Landes einschließlich der Hauptstadt Amman Öffnet externen Link in neuem Fenster herrscht Mittelmeerklima mit feuchten, relativ milden Wintern (Achtung: in Amman kann es schneien!) sowie langen, trockenen Sommern, die in Amman aufgrund der Höhenlage und des Windes in der Regel relativ mild verlaufen. Im größten Teil des restlichen Landes herrscht kontinentales Wüstenklima. Im Wadi Rum und in Aqaba steigen die Temperaturen im Juli und August zwar schon mal bis auf 48 Grad, aber aufgrund der Trockenheit und der nächtlichen Abkühlung ist die Hitze bei durchschnittlicher Kondition gut zu ertragen. Ausnahme: das JordantalÖffnet externen Link in neuem Fenster, dessen tropisch anmutende feuchtheisse Temperaturen schon im Juni derart quälend werden können, dass auch viele Jordanier in die kühleren Höhenlagen flüchten. Ausflüge ans Tote Meer und Umgebung sind deshalb im Juli und August eher nicht zu empfehlen, schon gar nicht mit kleinen Kindern.

  1. Die Niederschlagsmengen sind in Jordanien im allgemeinen gering und variieren beträchtlich: Zwischen 700 mm im Norden und Nordwesten und 50 mm im Süden des Landes. Am kältesten ist die Zeit von Mitte November bis Mitte Februar.

Kinder spielen im Schnee: Winter in Amman (Bild: Martina Sabra)
Kinder spielen im Schnee: Winter in Amman (Bild: Martina Sabra)

Wie die ganze Levante, ist auch Jordanien im Frühjahr und Herbst regelmäßig vom KhamsinÖffnet externen Link in neuem Fenster betroffen, einem heißen, Schirocco-ähnlichen Wind aus Süd-Südost, der zwar meist nur ein bis zwei Tage dauert, sich aber zu einem echten Sandsturm entwickeln kann, mit negativen Folgen für die Ernte. Der Khamsin kündigt sich durch fallenden Luftdruck und einen eingetrübten Himmel an. In den Monaten Juni bis September bringt der sogenannte ShamaalÖffnet externen Link in neuem Fenster, ein bis zu 10 Tagen andauernder Wind aus dem arabisch/persischen Golf, ebenfalls vermehrt Trockenheit und Hitze mit sich. Nach Sonnenuntergang macht sich der Shamaal oft als angenehme Brise bemerkbar.

 

Wasser

Der WassersektorÖffnet externen Link in neuem Fenster ist aufgrund der extremen Wasserknappheit ein Schlüssel-Politikfeld in Jordanien. Das jordanische WasserministeriumÖffnet externen Link in neuem Fenster ist formell zuständig für die Wasserpolitik. Die WasserressourcenÖffnet externen Link in neuem Fenster umfassen natürliche und künstliche Oberflächengewässer wie Flüsse, Seen, Kanäle und Stauseen sowie Tiefengrundwasservorkommen und (auf lange Zeit nicht nachfließende) "fossile" Wasservorräte wie das Disi-Aquifer in Südjordanien.

Jordaniens wasserreichste Flüsse sind der Jordan und der Yarmuk. Der JordanÖffnet externen Link in neuem Fenster (arab. al-urdunn), Namensgeber des Landes, entsteht im Länderdreieck Libanon/Israel/Jordanien aus den Quellflüssen Hasbani, Dan und Banias. Er mündet in den Tiberiassee (See Genezareth) und fließt anschließend weiter nach Süden, wo er sich nacheinander mit dem aus Syrien kommenden Yarmuk sowie den jordanischen Flüssen Zarqa und Mujib vereinigt, um schließlich im Toten Meer zu münden. Gemessen an seiner welthistorischen und politischen Bedeutung ist der Jordan ein relativ kleiner Fluss, der im Hochsommer und im Herbst teilweise sehr wenig Wasser führt. Während der Regenzeit von November bis Januar können der Jordan und seine Zuflüsse jedoch unverhofft ÜberschwemmungenÖffnet externen Link in neuem Fenster auslösen, die immer wieder zahlreiche Menschen das Leben kosten und die Infrastruktur beschädigen.
Da die Landwirtschaft in Jordanien nahezu vollständig auf künstliche Bewässerung angewiesen ist, hat der Ausbau der entsprechenden Infrastruktur in Jordanien seit Jahrzehnten Priorität. Unterstützung kommt dabei u.a. von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)Öffnet externen Link in neuem Fenster, die seit Anfang 2011 die Tätigkeiten der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ)Öffnet externen Link in neuem Fenster, des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED)Öffnet externen Link in neuem Fenster und der Internationalen Weiterbildung und Entwicklung (Inwent) vereint.

Bereits in den 1950er und 1960er Jahren entstanden im Dibbin-Park nördlich von Amman der King-Talal-Damm und im Jordantal der heute 110 Kilometer lange King-Abdullah-Kanal, der die landwirtschaftliche Erschließung großer Teile des Jordantals ermöglicht hat. Mittlerweile gibt es in Jordanien auch ein gutes Dutzend weiterer Staudämme, die hauptsächlich der landwirtschaftlichen Bewässerung dienen sollen.

 

Rohstoffe

Jordanien verfügt nur über wenige RohstoffeÖffnet externen Link in neuem Fenster. Wichtig sind Phosphat sowie Pottasche (hier steht Jordanien weltweit an fünfter Stelle). Von Bedeutung sind außerdem die im Verhältnis zur Größe nicht unerheblichen Uranvorräte des Landes. Durch neue Verfahren soll in Zukunft im Rahmen der Phosphatverarbeitung zusätzlich Uran in erheblichen Mengen produziert werden. Das Uran soll unter anderem den Bau und Betrieb des ersten jordanischen Kernkraftwerkes bis 2015 ermöglichen. Entsprechende Verträge wurden im Sommer 2008 mit Frankreich und China unterzeichnet. Jordanien besitzt Erdgas und ErdölÖffnet externen Link in neuem Fenster (Erdöl u.a. als Ölschiefer und Teersand in Azraq), allerdings ist nicht ganz klar, in welchem Umfang. Bislang ist Jordanien bei der Energieversorgung zu 95% auf Importe angewiesen. In geringeren Mengen besitzt Jordanien auch Kupfer, Eisen und Schwefel.  

Die seltene Oryx-Antilope - ein Wahrzeichen Jordaniens (Bild: RSCN)
Die seltene Oryx-Antilope - ein Wahrzeichen Jordaniens (Bild: RSCN)

Flora und Fauna

Die königliche Naturschutzgesellschaft RSCNÖffnet externen Link in neuem Fenster unterhält zahlreiche Projekte zur Dokumentation und zum Schutz der trotz knappen Wassers erstaunlich vielfältigen jordanischen FloraÖffnet externen Link in neuem Fenster. Die Konvention über BiodiversitätÖffnet externen Link in neuem Fenster hat Jordanien 1992 unterzeichnet und 1993 ratifiziert. In 2004 ratifizierte Jordanien das Protokoll über biologische SicherheitÖffnet externen Link in neuem Fenster von Cartagena.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ökologische Probleme

Wasserknappheit und governance-Probleme

Das drängendste Problem in Jordanien ist die WasserknappheitÖffnet externen Link in neuem Fenster, in Kombination mit unzureichendem Wasser-Management und dem zwar von 3,8% auf 2,3% gesunkenen, für die Ressourcen des Landes aber immer noch zu starken Bevölkerungszuwachs. Das ohnehin knappe Grundwasser wird permanent übernutzt, die Versorgung ist deshalb prekärÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Der Pro-Kopf-Verbrauch an Trinkwasser liegt zwar etwas niedriger als im benachbarten Israel, das wegen seines hohen Wasserverbrauchs und seiner einseitigen Ausbeutung regionaler Wasserressourcen immer wieder in die KritikÖffnet externen Link in neuem Fenster gerät. Dennoch werden die erneuerbaren Grundwasservorräte seit Jahren übernutzt und sind teilweise akut vom Austrocknen und Versalzung bedroht. In der Oase AzraqÖffnet externen Link in neuem Fenster war dies bereits in den 1980er Jahren der Fall, mit negativen Folgen für die Landwirtschaft und für die Zugvögel, die in dem Feuchtgebiet Rast machten. Seit einigen Jahren wird Azraq rehabilitiert.
Eine zentrale Frage ist, wie angesichts der knappen Ressourcen die Trinkwasserversorgung dauerhaft  gesichert werden kann. Jordaniens Regierung favorisierte bislang die Ausbeutung nicht-erneuerbarer fossiler Wasservorkommen, unter anderem aus dem Disi-Aquifer an der Grenze zu Saudi-Arabien. Die Meerwasserentsalzung war zu teuer. Aktuell plant Jordanien den Bau eines Kernkraftwerkes Öffnet externen Link in neuem Fenster in Mafraq, nur eine Autostunde von der Hauptstadt Amman entfernt. Mittelfristig sollen 60% des jordanischen Strombedarfs aus Atomkraftwerken gewonnen werden. Die Regierung hofft, dass die Meerwasserentsalzung auf diese Weise erheblich preisgünstiger wird. Die Bevölkerung steht dem Vorhaben jedoch sehr kritisch gegenüber.

Entwaldung, Bodenerosion, Wüstenausbreitung

Nur knapp ein Prozent des jordanischen Territoriums ist von Wald bedeckt, unter anderem wachsen Zypressen, Eichen und Kiefern. Die Ursachen dieses Mangels sind vielfältig und reichen zum Teil weit in die Geschichte zurück: Neben der Überweidung mußten beispielsweise im 19. Jahrhundert tausende Bäume für den Bau der Hedschas-BahnÖffnet externen Link in neuem Fenster fallen. Aktuell gefährden vor allem zwei Faktoren die wenigen Waldgebiete des Landes: 1) Die intensive Bautätigkeit, vor allem in den attraktiven Hügellandschaften nördlich von Amman und 2) Die hohen Preise für Heizöl, aufgrund derer die Menschen manchmal keine andere Möglichkeit sehen, als Holz zum Heizen aus den Wäldern zu holen. Besonders betroffen sind hiervon die Forstgebiete von Dibbin, Jerash und Ajloun. Die geringe Bewaldung begünstigt die ohnehin fortgeschrittene Bodenerosion und die Wüstenausbreitung, von der Jordanien bereits massiv betroffen ist. Umweltaktivisten versuchen, der Entwicklung unter anderem durch Aufbau eines Umwelt-FriedensparksÖffnet externen Link in neuem Fenster entgegenzuwirken. Das Land hat die UN-Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD)Öffnet externen Link in neuem Fenster ratifiziert und nationale Pläne zur Umsetzung ausgearbeitet, die auf verschiedenen Ebenen (Prävention, Beratung, Strukturmaßnahmen) operationalisiert werden.

 

Zwei Männer mit überdimensionierten Zucchini und Tomaten gehen an einer Dame mit recht praller Oberweite vorbei: Überall werden zuviele Hormone eingesetzt (Bild: Emad Hajjaj)
Die Hormone! Jordanische Karikatur (Bild: Emad Hajjaj)

Luftverschmutzung, Bodenverarmung

Die Luftverschmutzung hat in Jordanien stark zugenommen. Neben veralteten und schlecht ausgerüsteten Industrieanlagen (Z.B. die Erdölraffinerie und das Zementwerk in Zarqa) zählen der Personennah- und Frachtverkehr und die damit verbundenen Abgase zu den Hauptursachen des Smogs. Ein weiteres, auf Dauer sehr gravierendes Umweltproblem ist die schnell fortschreitende Verarmung der Böden. Insgesamt sind ohnehin nur knapp fünf Prozent der gesamten jordanischen Staatsfläche landwirtschaftlich nutzbar. Aufgrund von Überdüngung, Übernutzung und fehlerhafter Bewässerung läßt die Fruchtbarkeit vieler Böden und damit die Qualität der angebauten Produkte nach.

 

GIZ-Projekt zur Förderung der Bio-Landwirtschaft: Farmer aus dem Jordantal fachsimpeln im Gewächshaus (Bild: P. Magiera)
Von der GIZ gefördert: Bio-Gemüseanbau in Jordanien soll weitere Verarmung der Böden aufhalten (Bild: P. Magiera)

Sozialgeographische Fakten

Transport und Verkehrswege

Das jordanische Transportministerium wirkt bei der Entwicklung, Bewirtschaftung und Überwachung der Transport- und Verkehrswege des Landes mit. Jordaniens Infrastruktur umfasst nach Angaben des Transportministeriums

  • rund 8000 km Straßen- und Wegenetz, davon 3440 km Hauptstraßen, 2127 km Nebenstraßen (geteert/asphaltiert), 2435 km Fahr- und Forstwege sowie Pisten. Die Hauptverbindungsstraße von Amman nach Aqaba ist autobahnähnlich mit bis zu sechs Spuren ausgebaut
  • 3 internationale Flughäfen (Amman Queen Alia International, Amman Marka, Aqaba)
  • 1 Seehafen in Aqaba
  • 2 Eisenbahngesellschaften, von denen zur Zeit nur eine in Betrieb ist: die Aqaba Railway Corporation (ARC) transportiert Phosphat vom Toten Meer zum Hafen von Aqaba.

Das jordanische Transportministerium hat eine Strategie Leitet Herunterladen der Datei ein für den Zeitraum 2009-2011 fomuliert.

 

Trend zur Verstädterung

Jordanien hat rund 6,3 Millionen Einwohner. Auch wenn der offizielle Regierungs-Diskurs immer noch die Rolle des Beduinentums für die nationale Identität betont - die tatsächliche soziale und ökonomische Bedeutung der jordanischen Beduinen ist sehr gering. Weniger als ein Prozent der jordanischen Bevölkerung verdient den Lebensunterhalt mit nomadischer oder halbnomadischer Viehzucht. Vier von fünf JordanierInnen leben heute in Städten. Die restlichen 20% sind größtenteils Farmer oder Viehzüchter.


In der Hauptstadt Amman wohnen aktuell rund 2,5 Millionen Menschen und damit gut vierzig Prozent der Bewohner des Landes. Hinzu kommen noch schätzungsweise eine halbe Million Iraker. In ZarqaÖffnet externen Link in neuem Fenster, zweitgrößte Stadt und industrielles Zentrum Jordaniens, leben mehr als eine halbe Million Menschen. Der Großraum der Universitätsstadt IrbidÖffnet externen Link in neuem Fenster im Norden des Landes zählt rund 650.000 EinwohnerInnen. Weitere schnell wachsende Agglomerationen sind SaltÖffnet externen Link in neuem Fenster und vor allem AqabaÖffnet externen Link in neuem Fenster. Seit der Gründung der Freihandelszone ASEZA und der gezielten Förderung des Tourismus mausert sich das einst verschlafene Städtchen zum urbanen Zentrum Südjordaniens. Die Bevölkerung hat sich binnen weniger Jahre verdoppelt; aktuell leben schätzungsweise 100.000 Menschen in Aqaba.


Nationale Symbole

Jordaniens Nationalflagge
Jordaniens Nationalflagge

Flagge

Die heutige jordanische Nationalflagge stammt aus dem Jahr 1928 und geht in ihrer Grundstruktur auf die arabische Revolte gegen die Osmanen im Jahr 1916 zurück, die vom Ur-Ur-Großvater des heutigen Königs Abdullah II. angeführt wurde. Die Farben Grün, Weiß und Schwarz stehen für die großen arabisch-islamischen Gründerdynastien: Omayyaden, Abbasiden und Fatimiden. Der siebenzackige weiße Stern auf rotem Grund symbolisiert die sieben Verse der "Fatiha", der ersten Sure des Korans, die für Muslime eine Form des Glaubensbekenntnisses darstellen.

Nationalhymne

Der TextÖffnet externen Link in neuem Fenster der jordanischen NationalhymneLeitet Herunterladen der Datei ein preist den König und die Dynastie der Haschemiten.

 

Jordaniens Staatswappen (Bild: Jordanische Botschaft Washington)
Jordaniens Staatswappen (Bild: Jordanische Botschaft Washington)

Das Staatswappen

Das jordanische StaatswappenÖffnet externen Link in neuem Fenster war ursprünglich das Wappen der Haschemiten und geht in seiner heutigen Form auf das Jahr 1921 zurück. Adler und Königskrone verkörpern die Monarchie. Speerspitzen, Krummschwerter, Pfeile und Bogen stehen für Opferbereitschaft und Wehrhaftigkeit. Die Farben des Wappenmantels symbolisieren Opferbereitschaft (rot) und Reinheit (weiß). Der Globus versinnbildlicht die Universalität des Islams. Goldene Weizenähren (rechts) und ein Palmblatt (links) bedeuten Wohlstand. Am Ordensband hängt der grün-rot-goldene, mit Diamanten besetzte jordanische Renaissance-Orden (Wisam al-Nahda) erster Klasse. Über dem Orden befindet sich ein gelbes Spruchband mit der arabischen Aufschrift Abdullah bin al-Hussein (links), König des Haschemitischen Königreichs Jordanien (Mitte), der auf Hilfe und Erfolg durch Gott hofft (rechts).

Die schwarze Iris - Symbol des haschemitischen Königshauses in Jordanien (Bild: JTB)
Die schwarze Iris - Symbol des haschemitischen Königshauses in Jordanien (Bild: JTB)

Die schwarze Iris

Die schwarze Iris ist das Symbol der Haschemiten, die ab dem Jahr 1915/1916 die Grundlagen für die Entstehung des jordanischen Staates schufen. Die Haschemiten waren keine Beduinen, sondern städtische Händler aus dem Hejaz, dem Westen des heutigen Saudi-Arabien. Sie waren verantwortlich für die heiligsten Stätten des Islams, Mekka und Medina.

Lesetipp

Titelansicht (Bild: Verlag)
(Bild: Verlag)

Myriam Ababsa porträtiert in ihrem Buch "Amman de Pierre et de Paix" über zwei Dutzend spannende Persönlichkeiten aus Jordanien: darunter die Alt-Feministin Emily Naffa und den Stadtplaner Rami Daher. Lesenswert! mehrÖffnet externen Link in neuem Fenster

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Januar 2012 aktualisiert.

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