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Mit 582.000 qkm hat Kenia etwas mehr als die Fläche Frankreichs. Mitten durch das ostafrikanische Land zieht sich der Äquator. Im Norden grenzt Kenia an Somalia, Äthiopien und den Sudan, im Westen an Uganda. Im Süden hat Kenia fast tausend Kilometer gemeinsame Grenze mit Tansania. Im Osten liegt Kenias Küste zum Indischen Ozean.
Eine physische Karte
und weitere thematische Karten zu Kenia finden Sie bei der University of Texas. Auf den Karten von MS Encarta
können Sie auch kleinere Ortschaften suchen. Mit 'Google Maps
' können Sie sogar einen virtuellen Flug über Nairobi machen (im Suchfeld "Kenia, Nairobi' eintippen und Ansichtseinstellung 'Satellit' wählen). Ganz deutlich zu sehen: Die dicht besiedelten fruchtbaren Gebiete nördlich von Nairobi und die karge Steppe, die hinter den Ngong-Bergen wenige Kilometer südwestlich der Metropole beginnt.
Die FAO hält zu Kenia eine ganze Reihe von thematischen Karten
bereit, u.a. zur Bevölkerungsdichte und zum landwirtschaftlich bebaubaren Land.



Kenia bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Landschaften und atemberaubende Szenerien. Der (noch) schneebedeckte Mount Kenya
ist mit 5.199 Metern der zweithöchste Berg Afrikas. Weite Teile des Landes sind von wildreicher Savanne
bedeckt. Die Gesamtfläche der Nationalparks
erreicht fast die Größe Bayerns. Die Tierwelt Afrikas ist Kenias wichtigsteTouristenatraktion. Leider kennen die meisten Kenianer Elefanten und Löwen nur aus dem Schulbuch oder von Reklametafeln, da sie sich einen Nationalparkbesuch nie leisten könnten. Die Vielfalt der Vogelwelt
ist aber selbst in einer Großstadt wie Nairobi auffällig. In Kenia sind über 500 verschiedene Arten zu finden.
Sehr sehenswert für einen ersten Eindruck vom Land ist die umfangreiche Fotogalerie
von Christoph Grandt. Sie sehen dort nicht nur Landschaftsbilder aus fast allen Regionen Kenias, sondern auch viel vom Alltagsleben der Menschen. Auch die Fotogalerie von Paul Hofmann bietet stimmungsvolle Impressionen
. Auf der deutschsprachigen privaten Seite Kenya.de
finden sich Reisetipps.
Daten, Zahlen, Fakten -knapp und weitgehend unkommentiert- liefern das CIA World Factbook
sowie die deutschsprachige Seite 'Afrika auf einen Blick'
. Mehr Hintergrundinformationen bieten die Keniaseiten des Auswärtigen Amtes
.
Im Human Development Report
des UNDP rangiert Kenia auf Rang 148 von 177.
Informationen zu Geschichte, Geographie und Bevölkerung aus offizieller kenianischer Perspektive
bietet auch das Kenya Statehouse, das Büro des Präsidenten sowie die Seiten der Botschaft Kenias
in Deutschland.
Trotz der Lage des Landes am Äqautor sind Klima und Vegetation nur an der Küste und am Viktoriasee tropisch feucht. Landwirtschaft ist in einem schmalen Steifen im Hinterland der Küste und vor allem in den fruchtbaren Highlands zwischen Machakos, Meru und den Ufern des Viktoriasees möglich (Karte zur Bodennutzung
). Das keinianische Hochland mit seinem gemäßigteren Klima war in der Kolonialzeit auch für die europäischen Siedler attraktiv. Die Nordhälfte des Landes zwischen Lamu und Lodwar ist karg bis wüstenhaft und nur spärlich besiedelt. Auch aus Klimadiagrammen
lassen sich die enormen klimatischen Unterschiede zwischen den Landesteilen ersehen. Dürrezeiten verursachen besonders in den nördlichen Regionen immer wieder
Hungerkrisen.
Auch in Kenia ist die Natur bedroht. Aus Landnot roden Bauernfamilien offiziell geschützte Wälder, um Ackerland zu gewinnen. Illegaler Holzeinschlag - oft gedeckt durch einflussreiche Politiker - dezimiert die Wälder weiter. Die Entwaldung
bedroht auch die Wasserreserven des Landes. Die Einbindung der lokalen Bevölkerung in das Waldmanagement
soll die Situation verbessern.
Der Viktoriasee
, das Wasserresevoir für Millionen Menschen in Afrikas, ist ebenfalls durch Umweltprobleme belastet. Die Einsetzung des Nilbarsches
in den 1950er Jahren führte inzwischen zu einer dramatischen Reduzierung der Artenvielfalt. Die Einleitung von Abwässern und vor allem die von den einstigen Kolonialherren als Zierpflanzen eingeführten Wasserhyazinthen machen dem größten See Ostafrikas zusätzlich zu schaffen. Auch millionenschwere Projekte zur Rettung des Sees
konnten bislang nur partielle Erfolge zeigen.
Die Mehrzahl der Kenianer lebt in Dörfern und verstreuten Weilern. In der Küstenregion sowie in den fruchtbaren Regionen der Highlands und Westkenias ist die Bevölkerungsdichte
sehr hoch, die trockene Nordhälfte des Landes dafür fast menschenleer. Als Großstädte können nur Nairobi mit offiziell 2,1 Millionen Einwohnern (inoffiziell inzwischen mehr als 3 Millionen) und Mombasa mit offiziell 660.000 Einwohnern bezeichnet werden. Ein Überblick über die Bevölkerungsentwicklung der kenianischen Städte
zeigt jedoch, dass gerade die Mittelstädte und die kleineren Marktzentren ihre Einwohnerzahl in den letzten zwanzig Jahren oft verdreifacht haben.
Der Bau der Eisenbahnstrecke zwischen der Küste und Uganda war vor mehr als hundert Jahren einer der Gründe für die Ausweitung der britischen Macht auf das kenianische Hinterland. Heute spielt die Eisenbahn
für den Personenverkehr allenfalls eine touristische Rolle und auch der Güterverkehr über die Schiene ist nur sehr begrenzt.
Der gößte Teil des Verkehrs geht auch in Kenia über die Straße. Das Straßennetz
ist in Kenia für afrikanische Verhältnisse sehr dicht, in weiten Teilen jedoch in einem schlechten Zustand. Einen recht genauen Überblick über die Straßenverbindungen gibt inzwischen auch Google-Maps
(als Suchwort 'Kenia' eingeben).
Nairobi und Mombasa haben je einen internationalen Flughafen
. Der vom früheren Präsidenten Moi als Prestigeobjekt gebaute 'Eldoret-Airport'
hat inzwischen zumindest eine gewisse Bedeutung als Frachtflughafen für die Exportprodukte der kenianischen Agroindustrie. Über das Land verteilt gibt es zudem Landepisten für Kleinflugzeuge.

Die Farben der kenianischen Flagge deuten viele Kenianer so: Schwarz steht dafür, dass Kenia ein afrikanisches Land ist, Rot für die Leiden beim Kampf um die Unabhängigkeit und Grün für die Zukunft des Landes. Der Schild mit den zwei Speeren steht für die afrikanische Tradition und die Wehrhaftigeit kenianischer Krieger.
In der kenianischen Nationalhymne wird mehrfach die Einheit und eine künftige Zeit des Überflusses beschworen. Den Text der Hymne
in Kiswahili und Englisch finden sie auf der Internetseite des State House. Auf YouTube finden Sie die Melodie als Instrumentalversion
oder gesungen von Kindern einer ländlichen Schule
.
Andreas van Nahl (M.A.) ist Ethnologe und Entwicklungssoziologe. Der Autor ist mit Kenia durch mehrere Forschungs- und Arbeitsaufenthalte verbunden.
Kontakt: AndreasNahl(at)web.de