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Insgesamt leben in der Demokratischen Republik Kongo bis zu 250 Volksgruppen. Die wichtigsten heute sind die Luba
(18%), die Mongo
(17%), Die Bakongo
(16%), und die Zande
(10%)
Einige Quellen gehen von der Existenz von etwa 200 Sprachen
aus, die sich wiederum in 25 linguistische Gruppen
gliedern. 4 Hauptsprachen werden als Nationalsprachen angesehen: Lingala
, Kisuaheli
, Kikongo
und Tshiluba
. Der Gegensatz zwischen Kinshasa und Shaba kommt auch in dem Gegensatz zwischen Lingala und Kisuaheli zum Ausdruck. Die von der Kolonialmacht Belgien mitgebrachte Amts- und Schriftsprache Französisch wird als Mittel eingesetzt sprachliche Barrieren zu überbrücken und den staatlichen Zusammenhalt zu sichern.
Der ethnische Nationalismus und eigene regionale Identitäten bleiben bis in die Gegenwart erhalten, gesteuert und teilweise umgeformt durch die Politik der Kolonialverwaltung und der Missionen. Die europäischen Kolonisatoren waren verantwortlich für die Schaffung neuer "Stämme", bevorzugten einzelne dieser Gesellschaften gegenüber anderen und verstärkten die von ihnen geweckte Identität der ethnischen Gruppen durch Sprach- und Bildungspolitik. Dieser Partikularismus war Teil des kolonialen "Teile- und Herrsche", spielte in der Zeit der Entkolonisierung und bei den Unruhen nach der Unabhängigkeit eine wichtige Rolle und trat auch nach der Aufweichung des totalitären Regimes, seit Beginn der "Demokratisierungsdiskussion" Anfang der 90er Jahre, erneut deutlich in Erscheinung.
In kolonialer Tradition halten sich noch etliche tausend Europäer, vor allem Belgier und US-Amerikaner, dauerhaft im Lande auf - zu einem Großteil als Unternehmer oder Berater für Zivilprojekte und das Militär. Außerdem gibt es eine größere Zahl v.a. libanesischer, pakistanischer, westafrikanischer Händler und zunehmend Chinesen.
Die in den Entwicklungsländern zu beobachtenden hohen Geburtenraten haben "eine junge Bevölkerung
" zur Folge. In Bezug auf die Demokratische Republik Kongo ist knapp die Hälfte der Bevölkerung (47,5%) weniger als 15 Jahre alt, 50% sind zwischen 15 und 64 Jahren alt und 2,5% haben das Alter von 65 und mehr Jahren.
Im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens steht immer noch die Großfamilie mit Solidarstrukturen, die für die ärmeren Bevölkerungsschichten einen Schutz vor Verelendung und Hunger bilden. Diese für das Überleben wichtigen Strukturen führen zur Klientel- und Pfründenwirtschaft.
Das von der Kolonialzeit übernommene politisch-administrative System wurde für die Bedürfnisse der Staatsklasse modifiziert. Selbstprivilegierung und Machterhalt sind die vorrangigen Ziele, denen es zu dienen hat. Günstlinge der Machthaber spielen in der Bürokratie eine tragende Rolle und kontrollieren die Implementierung von Entwicklungsvorhaben.
Die systematische Korruption machte die formal existierenden modernen Institutionen zur Farce und eine rationale Entwicklungspolitik so gut wie unmöglich.
Ohne das Engagement kirchlicher Einrichtungen wäre vielerorts selbst ein Minimalniveau in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Transport nicht vorhanden.
In einem großen Teil der Demokratischen Republik Kongo sind die allgemeinen Krankenhauseinrichtungen unzureichend. Die meisten Krankenhauseinrichtungen wurden in der Kolonialzeit gebaut und befinden sich dementsprechend in einem starken Zerfallstadium. Dies trifft ganz besonders für die größte medizinische Einrichtung des Landes, das Krankenhaus von Kinshasa, zu. Oft müssen Patienten mehrere Monate auf einen Operationstermin warten weil sie nicht in der Lage sind sich das für die Operation erforderliche Material zu verschaffen oder zu bezahlen.
Die mangelnde Organisation und das Fehlen staatlicher medizinischer Einrichtungen führten zu einer explosionsartigen Entwicklung des Privatsektors, dessen Kosten für stationäre und ambulante Behandlung nur für eine Minderheit von Wohlhabenden bezahlbar sind. In wichtigen privaten Kliniken gibt es kompetentes medizinisches und paramedizinisches Personal, die dem zahlenden Patienten nahezu jede Behandlung anbieten.
Durch das Zusammenbrechen der Infrastruktur ist im Landesinneren die medizinische Versorgung höchstens nur noch in Missionskrankenhäusern vorhanden. Viele Menschen sterben an behandelbaren Krankheiten wie Malaria. In den meisten Regionen muss sich die überwiegende Mehrheit der Kranken auf kleine Ambulanzstationen von karitativen Organisationen beschränken, wie beispielsweise der "Heilsarmee"
, die allein in Kinshasa bis zu 20 Gesundheitszentren und Ernährungszentren unterhält.
In den abgelegenen Regionen des Hinterlandes hat die Bevölkerung keine andere Wahl als die traditionelle Medizin und die Selbstmedikation mit den entsprechenden Vergiftungsrisiken. Zahlreiche Kranke geben sich fetischistischen und okkulten Praktiken, ja sogar intensiven Gebetssitzungen und Wunderheilungen hin.
Aids
stellt auch in der Demokratischen Republik Kongo ein schwerwiegendes gesellschaftliches Problem dar. Aidspatienten haben kaum Aussicht auf Behandlung. Einige Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenze
sind mit Aufklärungskampagnen aktiv. Dazu werden Menschen, die bereit sind, sich einem Aidstest zu unterziehen begleitet und beraten. Auch Begleiterkrankungen werden bei Aidspatienten behandelt.
Programme, in denen schwer kranke Aidspatienten mit lebensverlängernden antiretroviralen Medikamenten
behandelt werden, sind nur in der Hauptstadt Kinshasa und in wenigen andere Städte wie Bukavu (Provinz Süd-Kivu) vorhanden.

Musik und Kunst in der Demokratischen Republik Kongo sind über die Grenzen hinweg berühmt. Bei der Kunst dominiert die Schnitzkunst. Sie sind in den bekanntesten Museen der Welt zu finden wie "American Museum of Natural History
" sowie vor allem das koloniale Afrikamuseum "Musee Royal de L'Afrique Centrale"
in Tervuren bei Brussel.
Die moderne kongolesische Tanzmusik
hat, ungeachtet aller Kriegs- und Krisenzeiten, in Afrika und weltweit einen beachtlichen Erfolg zu verzeichnen.
Kinshasa, die Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, gilt auch als das kreative Zentrum der modernen afrikanischen Musik. Nach dem Ende der Makossa
-Ära vor etwa zwanzig Jahren hat sich der Soukous
-Stil fest etabliert
Unter Begriffen wie Kwassa Kwassa
, N'dombolo
etc. erlang diese Tanzmusik eine hohe Popularität und eroberte mit Künstlern wie Tabu Ley Rocherau
, Zaiko Langa-Langa,
Tschala Muana
, Koffi Olomide
oder Wenge B.C.B.G./J.P. M'Piana
. Diskotheken Zentral- und Ostafrikas.
Auch in der afrikanischen Diaspora ist der Erfolg groß. So trugen die o.g. Künstler voller Selbstbewusstsein ihre Musik in die ganze Welt. In europäischen Großstädten sind sie vor allem in Paris und Brüssel, gelegentlich auch in Deutschland, in Konzerten zu bewundern.
Mehr als 80%der Bevölkerung bekennen sich zu christlichen Religionen. Mit 50% ist die einflussreichste Konfessionsgemeinschaft die Katholische Kirche
; 20% sind evangelisch und 10% gehören der einheimischen christlichen Kirche der Kimbanguisten
an. Daneben gibt es kleine muslimische Gemeinden. Die verbleibenden ca. 10% hängen traditionellen Religionen an. In den letzten Jahren haben afrikanische Freikirchen eine zunehmende Bedeutung erlangt.
Jacques Nshimyumukiza
ist Architekt und in seinem Fachgebiet, Umwelt- und Raumplanung, als Consultant tätig. Nebenberuflich organisiert und leitet er Projekt- und Studienreisen nach Ruanda hauptsächlich im Rahmen der langjährigen Länderpartnerschaft zwischen Ruanda und dem Bundesland Rheinland-Pfalz. Seit 2002 ist er als Landeskunde-Tutor für Ruanda und Burundi bei der V-EZ tätig
Auf Anregungen und Kommentare würde ich mich sehr freuen
Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2011 aktualisiert.
Weiterführende Literatur zu den Themen:
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