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Für die Einreise nach Malawi ist für einen Zeitraum bis zu drei Monaten für deutsche Staatsbürger kein Visum erforderlich. Der Reisepass muss bei Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein.
Bei der Ankunft wird eine Aufenthaltserlaubnis bis zu 30 Tage erteilt, die dann nochmals um zwei Monate kostenpflichtig beim Immigration Head Office in Blantyre oder Lilongwe verlängert werden kann. Die aktuellen Einreisebestimmungen
können beim Auswärtigen Amt eingeholt werden.

In den großen Städten Lilongwe, Blantyre, Mzuzu und Zomba gibt es Hotels internationalen Standards. Das gleiche gilt für die Touristendestinationen am Lake Malawi. Alternativ zu diesen teuren Häusern findet man eine Reihe kleinerer Hotels, Lodges und Guest Houses von unterschiedlicher Qualität. Abseits der touristisch erschlossenen Gegenden gibt es auf dem Lande zumeist nur sehr einfache Unterkünfte, die sicherheitstechnisch und hygienisch problematisch sein können.
Der Wohnungsmarkt ist relativ solide, aber übersichtlich. Da Apartments und Etagenwohnungen fast nicht vorhanden sind, werden in der Regel freistehende Häuser zur Anmietung angeboten. Häuser, die an Ausländer vermietet werden, entsprechen einem für einheimische Verhältnisse gehobenem Standard. Mehrere Zimmer und ein großer Garten auf einem eingezäunten Gelände sind üblich.
Oftmals wird eine halbe oder sogar eine ganze Jahresmiete im Voraus verlangt.
Es gibt, mit Ausnahme bei Benzin und Diesel, keine akuten Versorgungsengpässe. Die großen ausländischen Supermarktketten halten ein breites Angebot an Lebensmitteln und Haushaltsgütern bereit. Lokal produzierte Produkte (Obst, Gemüse, Fisch) kann man gut und günstiger auf den lokalen Märkten einkaufen. Seit Ende 2010 kommt es immer wieder zu Engpässen bei der Versorgung mit Benzin und Diesel. Mehrmals kam es so für einige Tage fast zum vollständigen Erliegen des Straßenverkehrs. Man sollte sich bei Zeiten einen Vorrat zulegen, da bei akuter Knappheit der Treibstoff rationiert wird und Reservekanister nicht aufgefüllt werden dürfen.
Die Versorgungslage auf dem Lande ist schwieriger. Den Grundbedarf an Lebensmitteln bekommt man aber in jedem Distrikthauptort im malawischen Supermarkt.

Malawis Währung ist seit 1971 der Kwacha, der sich in 100 Tambala unterteilt. Kwacha bedeutet Sonnenaufgang und ist das Symbol für die Unabhängigkeit des Landes. Tambala bedeutet Hahn. Aufgrund des Geldwertverfalls werden Tambala-Münzen heute nicht mehr verwendet. 2006 wurden 5 und 10 Kwacha-Münzen eingeführt, die die gleichlautenden Banknoten sukzessive ersetzt haben. Banknoten gibt es zu 20, 50, 100, 200 und 500 Kwacha. Sie zeigen auf der Vorderseite das Porträt der historischen Persönlichkeit John Chilembwe (siehe Geschichte).


Den aktuellen Kurs des Malawi-Kwacha sagt Ihnen OANDA
.
Der Wechsel von Bargeld
kann sowohl in Geschäftsbanken als auch in Wechselstuben erfolgen. Die Kurse in letzteren sind oft, aber nicht immer, günstiger. Reiseschecks werden bei Banken akzeptiert, aber fast immer zu einem schlechteren Kurs als Bargeld. Zudem fallen Gebühren an.
In den großen Hotels und bei Autovermietern kann mit Kreditkarte bezahlt werden. Mit einer solchen kann auch Bargeld abgehoben werden. Die Geldautomaten sind in bezug auf internationale Kreditkarten jedoch noch nicht immer zuverlässig. Es gibt sie ohnehin nur in den großen Städten. Es empfiehlt sich, Bargeld (Euro oder US-Dollar) mitzuführen. Die bisher obligatorischen 30 US-Dollar Flughafengebühr sind seit Juli 2008 in den Ticketgebühren enthalten und müssen nicht mehr in bar entrichtet werden. Man benötigt aber US-Dollars zur Beschaffung von Visa nach Zambia und Zimbabwe.

Das Reisen im Land
ist, jedenfalls abseits der großen Städte, nicht immer ganz unproblematisch. Die staatliche Fluglinie Air Malawi
bedient täglich die Strecken Lilongwe-Blantyre und zurück. Die Verbindung ins nördliche Mzuzu wurde Mitte 2010 wieder aufgenommen. Sporadisch gibt es auch Flüge nach Club Makokola am Südende des Lake Malawi. Air Malawi ist mittlerweile als nur bedingt zuverlässig einzustufen und wird nur vom Eigentümer, dem Staat, vor der Insolvenz geschützt. Eine Übernahme oder Liquidierung ist im Gespräch.

Zwischen den Städten Blantyre, Lilongwe und Mzuzu verkehren relativ komfortable und sichere Fernbusse (Coachline). Ansonsten gibt es eine Reihe weiterer, fast ausschließlich private, Busunternehmen, Minibusse und — aber nur in den Städten — wenige Taxis.
Schon aus Sicherheits- und Zeitgründen ist es ratsam, ein eigenes Fahrzeug zu mieten, auch wenn man nur in der Stadt zu tun hat.
In Malawi herrscht Linksverkehr. Die großen Überlandstraßen auf der Nord-Süd-Achse als auch zu den Teeplantagen in Thyolo und Mulanje, und die Straßen von Lilongwe nach Salima und nach Mchinji (Grenze zu Zambia) sind geteert und in einem guten Zustand. Nach Einbruch der Dunkelheit (ca. 18 Uhr) sollten Überlandfahrten aus Sicherheitsgründen dringend vermieden werden. Auch auf Fahrradfahrten sollte man aus verkehrstechnischen Sicherheitsgründen lieber verzichten.
Die beste Reisezeit ist von Mai bis Oktober. Während der Regenzeit (Ende November bis Anfang April) sind Überschwemmungen in vielen Gegenden möglich. Über das Wetter in Malawi
können Sie sich aktuell informieren.
Interessante Reise-Links
hält der Hupe-Verlag bereit. Reisetipps und Kurzreportagen finden sich bei Afrika Aktuell
.

Landesspezifische Sicherheitshinweise
vom Auswärtigen Amt gibt es derzeit nicht. Es wird aber ein Anstieg von Kriminalität konstatiert, der sich vor allem auf Lilongwe, Blantyre und die Touristenorte Senga Bay, Cape Maclear und Nkhata Bay konzentriert.
Vor allem nach Einbruch der Dunkelheit kann es zu Fahrzeugdiebstählen, auch unter Gewaltanwendung, kommen. Spaziergänge am Abend oder nachts sollten ganz vermieden werden. An belebten Orten (Märkte, Einkaufszentren) sind — wie in Europa auch — Taschendiebe und Trickbetrüger aktiv.

Der reisemedizinische Infoservice "Fit for Travel"
des Tropeninstituts der Universität München bietet ständig aktualisierte Reisehinweise für Malawi mit Informationen über Impfempfehlungen und Impfvorschriften, Malariarisiko und speziellen Gesundheitsrisiken. Zudem gibt es eine Klimatabelle. Bitte beachten Sie zudem die medizinischen Hinweise
des Auswärtigen Amtes.

Die Verbreitung des Internets
ist in Malawi noch nicht weit vorangeschritten. Es wird von UNDP geschätzt, dass 24 von 1.000 Malawiern (2008) Zugang zum Internet haben. Das ist auch auf die mangelhafte Infrastruktur zurückzuführen. Der führende Internetprovider ist MalawiNet
. Während die meisten Institutionen und Unternehmen, nicht aber Primarschulen und nur wenige Sekundarschulen, über Internetzugänge verfügen, gibt es nur wenige private Nutzer. Häufige Stromausfälle und Überlastungen auf Grund zu geringer Leitungskapazitäten machen das Herunterladen großer Dateien zu einer Tortur.
Der Internetzugang vor Ort ist begrenzt. Es gibt wenige Internetcafes in den Städten Blantyre, Lilongwe, Zomba und Mzuzu. Zudem verfügen die wenigen großen Hotels der Sunbird-Kette über Internetcafes für ihre Gäste. Die Kosten für den Dienst sind häufig unverhältnismäßig hoch. Man kann aber auch über die Mobilfunkanbieter mit Hilfe eines Modems einen mobilen Internetzugang abonnieren. Mittlerweile ist auch die Schnelligkeit akzeptabel.
18 von 1.000 Malawiern verfügen über einen Festnetz-Telefonanschluß (2008), während die Zahl der Mobiltelefonkunden bei 136 von 1.000 Malawiern gut 7,5 Mal so hoch liegt.
Zur Zeit (Stand: 25. Oktober 2011) günstigstes Angebot:
01029 4,75 Cent pro Minute zu einem Festnetzanschluss
010057 4,95 Cent pro Minute zu einem Mobiltelefon
00265 + 1 + sechsstellige Anschlussnummer (Festnetz)
00265 + neunstellige Anschlussnummer (Mobiltelefon)
Da sich die Preise regelmäßig ändern, empfiehlt sich ein Blick in den Tarifrechner
.
Wer nach Links zu Malawi sucht, findet zahlreiche in der Auflistung der kalifornischen Stanford University
. Auf der Suche nach Experten und Ressourcen kann die Datenbank "Internationale Beziehungen und Länderkunde
" (IBLK) der Universität Karlsruhe hilfreich sein. Die Datenbank umfasst ca. 470.000 Literaturnachweise ab 1980. Zu den berücksichtigten Fachgebieten zählen: Internationale Politik, Sicherheit, Wirtschaftsbeziehungen sowie die Außenpolitik und die politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung einzelner Länder. Die National Archives of Malawi
sind das größte Archiv im Lande. Viele Dokumente unterliegen jedoch einer dreißigjährigen Sperrfrist. Regelmäßig in deutscher Sprache informiert die von der Informationsstelle Südliches Afrika herausgegebene Zweimonatszeitschrift Afrika Süd
. Eine Anlaufstelle für Informationen ist zudem der British Council
in Lilongwe. Seit einiger Zeit ist auch die malawische Botschaft
in Berlin wieder im Internet präsent. Seit 1985 beschäftigt sich Dr. Heiko Meinhardt
als Gutachter und Wissenschaftler mit Malawi.Im August 2009 wurde die Deutsch-Malawische Gesellschaft
mit Sitz in Berlin gegründet. Die DMaG versteht sich als Forum für Nichtregierungsorganisationen, Unternehmen und Einzelpersonen, die ein spezielles Interesse an Malawi haben. Sie arbeitet eng mit der Botschaft Malawis in Berlin zusammen. Ein auf der Homepage abrufbarer Newsletter bietet eine Reihe interessanter und aktueller Informationen.

Viel Spaß in einem Land, das in erster Linie für seine friedlichen und gastfreundlichen Menschen bekannt ist und nicht zu Unrecht den Ehrentitel "The Warm Heart of Africa" trägt!
Also dann: Takulandirani ku Malawi!
Erstellung der Seite durch Dr. Heiko Meinhardt (Inhalt), und Sven Meinhardt (technische Realisierung).
Dr. Heiko Meinhardt
, Politikwissenschaftler. global tätiger International Consultant und Wahlexperte.
Ich freue mich auf Ihre Kommentare, Anregungen und Kritik.
Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Oktober 2011 aktualisiert.
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