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Kleinbauern in Thyolo (Heiko Meinhardt)

Landesübersicht und Naturraum

BeschreibungInhalt
Offizieller Name:Republik Malawi
Fläche:118.484 km²
Einwohner:13,1 Mio.
Bevölkerungswachstum:2,8% (2005-2010)
Regierungssitz:Lilongwe
Klima:subtropisch

Malawi

Landesflagge Malawi

Südostafrikanisches Armenhaus

Malawi gehört nicht zu den allgemein bekannten afrikanischen Staaten. Das liegt nicht nur an der - positiven - Tatsache, dass es bisher nicht mit Schreckensmeldungen über verheerende Naturkatastrophen oder Bürgerkriege aufwarten konnte, sondern auch an seiner geringen Größe und Armut.

Malawi ist ein SchwerpunktlandÖffnet externen Link in neuem Fenster der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und war dies schon traditionell seit Mitte der 1960er Jahre, als es diese Kategorie noch gar nicht gab.

 

Fernverkehr in Malawi. Mit freundlicher Genehmigung von Heiko Meinhardt (Gutachter und Wissenschaftler, info@dr-heiko-meinhardt.de)
Fernverkehr in Malawi. Mit freundlicher Genehmigung von Heiko Meinhardt (Gutachter und Wissenschaftler, info@dr-heiko-meinhardt.de)

Über 90% der ca. 13,1 Millionen Einwohner (Volkszählung 2008) Malawis leben direkt oder indirekt von der Landwirtschaft, da das Land über keine nennenswerten mineralischen Bodenschätze verfügt. Das Land gilt mit 139 Einwohnern pro Quadratkilometer als im Vergleich mit den Nachbarländern dicht besiedelt. Das Wirtschaftswachstum wird von der Quantität und Qualität der erzeugten landwirtschaftlichen Produkte bestimmt und ist abhängig von den labilen klimatischen Bedingungen.

Malawi zählt traditionell zu den ärmsten Ländern der Welt. Im jährlichen Human Development Index des UNDP rangiert das Land auf Rang 153 (von 169).

 

Übersichtskarten

Ein Mausklick auf die Malawi-Karte zeigt diese in voller Größe. (Quelle: University of Texas)
Ein Mausklick auf die Malawi-Karte zeigt diese in voller Größe. (Quelle: University of Texas)

Malawi auf einen BlickÖffnet externen Link in neuem Fenster bietet auch die UN. Das Land verfügt über eine Reihe kleinerer NationalparksÖffnet externen Link in neuem Fenster. Die White Fathers bieten eine deutlich differenzierte AnsichtÖffnet externen Link in neuem Fenster. Zudem gibt es Stadtpläne der Hauptstadt LilongweÖffnet externen Link in neuem Fenster und der Handelsmetrople BlantyreÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Lage & Größe

Malawi ist ein Binnenland und liegt am drittgrößten See Afrikas, dem Lake Malawi. Es ist knapp 120.000km² groß, wovon ca. 24.000km² Wasserfläche sind. Der südliche Teil des Landes ist von Mosambik umgeben, während es im Westen an Zambia und im Norden an Tansania grenzt. Während die Grenze zu Mosambik in der Mitte des Lake Malawi verläuft und die beiden besiedelten malawischen Inseln Likoma und Chidzumulu zu Exklaven macht, verläuft die offizielle Staatsgrenze zu Tansania entlang des tansanischen Ufers.

Diese Binnenlage, ohne Zugang zum Meer, stellt ein großes Handelshemmnis dar, da die Transportkosten deutlich verteuert werden.

 

Landesimpressionen

Aussagekräftige Fotodokumentationen über Land und LeuteÖffnet externen Link in neuem Fenster sowie Alltag, Schule und das Leben der LandbevölkerungÖffnet externen Link in neuem Fenster bietet die Zitha-Foundation. Weitere Aufnahmen bietet die Virtuelle AkademieÖffnet externen Link in neuem Fenster, aber auch das Expeditions-Blog von Charly Julier und Sylvia VogelÖffnet externen Link in neuem Fenster. Ein KurzfilmÖffnet externen Link in neuem Fenster zeigt den berühmten Lake Malawi, denn drittgrößten See Afrikas.

 

Kinder spielen in Malawi eine große Rolle (Heiko Meinhardt)
Kinder spielen in Malawi eine große Rolle (Heiko Meinhardt)

Grunddaten

Einen guten Einstieg in das Land bieten die Tourismusbehörde MalawisÖffnet externen Link in neuem Fenster, die neben einem kurzen Überblick über Land und Leute auch Touristenziele, Hotels und Unterkünfte sowie Safariangebote enthält. Leider wird die Seite nicht regelmäßig aktualisiert. Den neuesten Stand kann man indes bei Lonely PlanetÖffnet externen Link in neuem Fenster abrufen.

Ebenso für den Einstieg geeignet sind der landeskundliche ÜberblickÖffnet externen Link in neuem Fenster des Auswärtigen Amtes, die Homepage der malawischen Botschaft in LondonÖffnet externen Link in neuem Fenster, das CIA-FactbookÖffnet externen Link in neuem Fenster, sowie die freie Enzyklopädie WikipediaÖffnet externen Link in neuem Fenster. Umfangreiche Statistiken hält auch das National Statistical OfficeÖffnet externen Link in neuem Fenster in Zomba bereit.

Obwohl das Land nicht von besonderen Heimsuchungen (Kriege, große Naturkatastrophen) betroffen war und obwohl es seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1964 relativ großzügig mit westlicher Entwicklungshilfe versorgt wurde, gehört Malawi noch immer zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Lebenserwartung war zeitweise deutlich, in der Spitze bis auf 39 Jahre, vor allem auf Grund von HIV/AIDS zurückgegangen, konnte sich aber in den letzten Jahren auf fast 55 Jahre verbessern. Das ist einerseits auf den Einsatz von AIDS-Medikamenten, andererseits auf Verbesserungen bei der - noch immer hohen - Säuglings- und Kindersterblichkeit zurückzuführen. Ein Arzt kommt statistisch gesehen auf über 51.000 Einwohner. In Großbritannien leben und arbeiten mehr malawische Mediziner als in Malawi, was auf die äußerst unattraktive Bezahlung in ihrer Heimat zurückzuführen ist. Verbesserungen sind auf dem Feld der Alphabetisierung zu verzeichnen. Dafür mitverantwortlich sind die Abschaffung der Schulgebühren für Primarschulen und der Verzicht auf Schuluniformen (seit dem Schuljahr 1994/95). Die weibliche Alphabetenrate liegt bei 65,8% (2008), und weist eine deutliche Diskrepanz zur männlichen (80,2%) auf. Diese und weitere Daten sind im Detail bei UNDP nachzulesenÖffnet externen Link in neuem Fenster.

 

Schwere Lasten auf kleinen Köpfen (Heiko Meinhardt)
Schwere Lasten auf kleinen Köpfen (Heiko Meinhardt)

Indikatoren für menschliche Entwicklung in Malawi

Lebenserwartung
(in Jahren)
1970
41,0
2010
54,6
Säuglingssterberate
(auf 1.000 Lebendgeburten)
1970
189
2008
71
Sterberate der unter Fünfjährigen
(auf 1.000 Lebendgeburten)
1970
330
2008
100
Infektionsrate mit HIV/AIDS
(15-49-Jährige)
2007
11,9%
Bevölkerung mit Zugang zu sicherem Trinkwasser 1990
49%
2008
80%
Alphabetenrate
(über 15-Jährige)
1990
51,8%
1999-2008
72,8%
Alphabetenrate der Jugendlichen
(15-24 Jahre)
1990
63,2%
2008
85,7%
Öffentliche Ausgaben für Bildung
(in % des BIP)
1991
3,2
2010
4,1
Urbanisierung
1975
7,7%
2008
15,0%
Human Development Index
1975
0,327
2010
0,385
Quelle: Human Development Report 2010. UNDP 2010; UNESCO 2010; National Statistical Office, Zomba, 2010.

Naturräumliche Gegebenheiten

Malawi zählt zu den äußeren TropenÖffnet externen Link in neuem Fenster. Ein Fünftel des Staatsgebietes besteht aus Wasserfläche. Der Nyasagraben als südlichster Teil des ostafrikanischen Grabens durchzieht das Land der Länge nach. Malawi läßt sich in drei ZonenÖffnet externen Link in neuem Fenster unterteilen: Im Nordosten liegt der Malawisee; südlich des Sees befindet sich der von Bergen und Hochplateus umgebene Shiregraben. Das Hochland verläuft im Westen mit dem Nyika-Plateau und den Viphyabergen. Ein Großteil des LandesÖffnet externen Link in neuem Fenster liegt über 1.000 Meter über dem Meeresspiegel. Der Malawisee ist bis zu 600 Meter tief und gehört damit zu den vier tiefsten Seen der Welt. Es gibt drei kleinere, flachere Seen im Süden. Der größte Fluß Shire ist der einzige Abfluß des Sees. Er fließt durch den Süden des Landes und mündet schließlich in Mosambik in den Sambesi. Im Südosten (Mulanje) befindet sich der Mount MulanjeÖffnet externen Link in neuem Fenster, der mit 3000 Metern höchste BergÖffnet externen Link in neuem Fenster Südafrikas. Der BodenÖffnet externen Link in neuem Fenster ist für die Landwirtschaft geeignet.

Es gibt eine Reihe von geschützten GebietenÖffnet externen Link in neuem Fenster, wie zum Beispiel den Kasungu- (Zentrlregion) und den Liwonde-Nationalpark (Südregion), das Nyika-Plateau im Norden und das Zomba-Plateau. Der Malawisee-NationalparkÖffnet externen Link in neuem Fenster weist den größten Artenreichtum an Fischen weltweit auf, von denen fast alle endemisch sind, und der deshalb zum UNESCO-WeltkulturerbeÖffnet externen Link in neuem Fenster zählt.

Das Klima weist erhebliche regionale Unterschiede auf. Der Norden erhält deutlich mehr Regen als der Süden. Die große Wasserfläche des Sees sorgt für regelmäßige Niederschläge. Die Regenzeit dauert von Dezember bis April. Von Mai bis August ist es kühl, während die heiße Jahreszeit von September bis November andauert. Einen Überblick über die DurchschnittstemperaturÖffnet externen Link in neuem Fenster bietet die FAO. Einen generellen Überblick bietet die KlimatabelleÖffnet externen Link in neuem Fenster. Neben Informationen über die Flora und FaunaÖffnet externen Link in neuem Fenster hält die FAO auch Fakten zu den AnbauperiodenÖffnet externen Link in neuem Fenster der wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte bereit.

 

Teeplantagen vor dem Mount Mulanje (Heiko Meinhardt)
Teeplantagen vor dem Mount Mulanje (Heiko Meinhardt)

Ökologische Probleme

Der Umweltschutz spiegelt sich bisher eher in der modernen Umweltgesetzgebung wider als in der Realität. Die größten Umweltprobleme werden durch AbholzungÖffnet externen Link in neuem Fenster verursacht. Da diese vor allem auf den Brennholzbedarf der armen Landbevölkerung zurückzuführen ist, ist sie vom Staat kaum durch Gesetze zu verhindernÖffnet externen Link in neuem Fenster. Die Folgen der AbholzungÖffnet externen Link in neuem Fenster sind verheerend. Malawi weist einen Bestandsverlust von 1,6% pro Jahr auf und liegt damit an der Spitze der SADC-Region. Formal gibt es eine relativ moderne Umweltgesetzgebung, die aber in der Realität keine wichtige Rolle spielt, zumal Umweltkatastrophen oder größere Umweltschäden bisher weitgehend ausgeblieben sind. Im Environmental Performance IndexÖffnet externen Link in neuem Fenster der Yale University nimmt das Land Rang 107 von 163 ein und zählt damit zum oberen Mittelfeld der subsaharischen Staaten.

Über Umweltpolitik, Umweltschutz und -projekte finden Sie Informationen auf der Homepage vom SNDPÖffnet externen Link in neuem Fenster als auch beim NGO CUREÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Brennholznutzung als Umweltproblem (Heiko Meinhardt)
Brennholznutzung als Umweltproblem (Heiko Meinhardt)

Sozialgeographische Gegebenheiten

Bevölkerung, Stadtentwicklung und Verkehrswesen

Von den 13,1 Millionen Einwohnern (2008) leben 45% in der Süd-, 42% in der Zentral- und 13% in der Nordregion. 85% der Bevölkerung (2008) Malawis lebt auf dem Lande, zumeist in Dörfern, von denen es knapp 18.000 gibt. Die urbane Bevölkerung siedelt im Wesentlichen in vier Städten: Das 1976 zur Hauptstadt ausgebaute LilongweÖffnet externen Link in neuem Fenster (Südregion) hat 669.000 Einwohner, gefolgt von der Handelsmetropole BlantyreÖffnet externen Link in neuem Fenster (661.000 Einwohner), der Metropole der Nordregion, MzuzuÖffnet externen Link in neuem Fenster (128.000 Einwohner) und der ehemaligen Haupt- und heutigen Universitätsstadt ZombaÖffnet externen Link in neuem Fenster (87.000 Einwohner).

Lilongwe wurde in der ersten Hälfte der 1970er Jahre vom autoritären Banda-Regime neben der gleichnamigen Siedlung als Retortenstadt errichtet. Mittlerweile sind die sogenannte Old Town und die Capital City zusammengewachsen. Stadtteile wurden als Areas numerisch bezeichnet. Nach dem Umzug des Staatspräsidenten von Blantyre nach Lilongwe (2004) boomt die Stadt. Sie konnte Blantyre aber bisher nicht den Rang als Geschäfts- und Handelsmetropole streitig machen.

Die regionale Verteilung der Bevölkerung variiert. Die Südregion ist am dichtesten besiedelt, gefolgt von der Zentralregion, während die Nordregion nur eine dünne Besiedelung aufweist.

Malawi verfügt über ein kleines, aber relativ gutes Netz von befestigten Straßen, sowohl auf der Nord-Süd-Achse, als auch zwischen den wichtigen Tabak-, Tee- und Zuckeranbaugebieten und den Städten. Der Straßenbau wird von den GebernÖffnet externen Link in neuem Fenster maßgeblich unterstützt, unter anderem von der African Development BankÖffnet externen Link in neuem Fenster.

 

Verkehrshindernisse bei Dedza (Heiko Meinhardt)
Verkehrshindernisse bei Dedza (Heiko Meinhardt)

Große Hoffnung wird auf den Ausbau der Eisenbahnverbindung von Malawi nach Nacala an der mosambikanischen Küste gelegt. Damit könnten die Transportwege deutlich abgekürzt und verbilligt werden. Das BahnnetzÖffnet externen Link in neuem Fenster Malawis umfaßt nur 800 Kilometer und reicht von Mchinji an der zambischen Grenze über Salima bis nach Mosambik. Es wird nur für den Güterverkehr genutzt.

Auf dem See verbindet das Motorschiff IlalaÖffnet externen Link in neuem Fenster zahlreiche Küstenorte miteinander und die Inseln Chitsumulo und Likoma mit dem Festland. Sie faßt ca. 400 Passagiere und 100 Tonnen Fracht.

Internationale Flughäfen bieten Lilongwe und Blantyre. Darüber hinaus gibt es einen nationalen Airport in Mzuzu und eine Reihe von Landepisten.Insgesamt ist der FlugverkehrÖffnet externen Link in neuem Fenster übersichtlich.

Fischer am Lake Chilwa (Heiko Meinhardt)
Fischer am Lake Chilwa (Heiko Meinhardt)

Nationalflagge

Im August 2010 wurde die neue Nationalflagge eingeführt. Sie basiert auf der bisherigen, zeigt aber einige Änderungen bei der Anordnung der Farben und der Sonne. Die Farbe rot steht für das für die Unabhängigkeit vergossene Blut, schwarz für Afrika,  und grün für die Felder und Wälder Malawis. Die volle weiße Sonne mit 45 Strahlen symbolisiert die bisher erreichte positive Entwicklung des Landes. Die aufgehende rote Sonne auf der von 1964 bis 2010 verwendeten Nationalflagge symbolisierte die Unabhängigkeit und die Hoffnung auf eine prosperierende Entwicklung und hatte sich damit, so die offizielle Begründung, überlebt. Nähere Informationen, auch zum Landeswappen, hält das FlaggenlexikonÖffnet externen Link in neuem Fenster bereit.

Die Nationalhymne können Sie hierÖffnet externen Link in neuem Fenster in Chichewa und Englisch lesen und auch hörenÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Über den Autor

Dr. Heiko MeinhardtÖffnet externen Link in neuem Fenster, Politikwissenschaftler. global tätiger International Consultant und Wahlexperte.

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Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Oktober 2011 aktualisiert.

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