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Ein Visum kann man bei der malischen Botschaft in Berlin
(Adresse und Kontaktdaten siehe unten) beantragen. Es besteht auch die Möglichkeit, im Empfangsgebäude des Internationalen Flughafens in Bamako ein Visum zu bekommen, allerdings empfiehlt sich die Beschaffung vor Antritt der Reise.
In Bamako gibt es zwei internationale Schulen: das Französische Gymnasium
, dem auch eine Grundschule angegliedert ist, sowie die Amerikanische Schule
.
Während es in Bamako ein relativ gutes Versorgungsangebot gibt (u.a. mehrere Supermärkte), sind die Versorgungsmöglichkeiten im Landesinnern sehr eingeschränkt.
Der Wohnungsmarkt in Bamako bietet zahlreiche Objekte höheren Standards. Außerhalb Bamakos hingegen gestaltet sich die Suche nach Wohnobjekten, die gängigen europäischen Vorstellungen entsprechen, schwieriger.
Zahlungsmittel in Mali ist der Franc CFA (FCFA). Mali ist Mitglied der westafrikanischen FCFA-Zone
. Vor der Einführung des Euro war der FCFA
durch einen festen Umtauschkurs von 1:100 an den französischen Franc gebunden. Diese Bindung ist bei Einführung des EURO beibehalten worden.
Damit beträgt der Umtauschkurs 1 Euro = 655,9 FCFA.
Die Beibehaltung dieses festen Kurses unterliegt dem Willen der Europäischen Zentralbank (EZB) und kann jederzeit aufgehoben werden.
Insbesondere in Bamako kann man in Hotels, Supermärkten und bei vielen Händlern mit Euro bezahlen. Tauschen kann man Euroscheine in Banken sowie bei fliegenden Händlern, wobei bei letzteren ein erhebliches Maß an Vorsicht geboten ist. In Banken kann man auch Cheques einlösen, wobei jedoch erhebliche Bearbeitungsgebühren anfallen können.
Geldüberweisungen von Deutschland nach Mali sind grundsätzlich möglich, sie können aber zeitaufwendig und teuer sein. Der Gebrauch von Kreditkarten ist bislang noch wenig verbreitet und beschränkt sich weitest gehend auf größere Hotels, Fluggesellschaften und Autoverleihfirmen. In Bamako gibt es mehrere Geldautomaten, an denen man mit Kreditkarten Bargeld abheben kann.
Mali ist bislang touristisch wenig erschlossen und die touristische Infrastruktur ist auch in den von Touristen besuchten Landesteilen vielfach dürftig. Dennoch ist Mali insbesondere für Individualtouristen ein lohnenswertes Reiseziel
, welches eine Reihe sehr interessanter natürlicher wie kultureller Sehenswürdigkeiten
aufzubieten hat. Von ausländischen Touristen werden neben Bamako vor allem Ségou
, Djenné, Mopti, das Dogonland und Timbuktu
besucht. Eine gute Übersicht über touristische Ziele bietet die Internetseite des malischen Tourismusbüros OMATHO
, auf der auch aktuelle Informationen und Empfehlungen erscheinen.
Abgesehen vom großen Markt (grand marché) im Stadtzentrum, der Zentralmoschee (grande mosquée) und einem interessanten Handwerksmarkt, lohnt sich in Bamako
insbesondere der Besuch des Nationalmuseums
. Besonders sehenswert ist eine ethnologische Sammlung, in der religiöse Gegenstände, Masken und Holzfiguren gezeigt werden.
Eine der touristisch am stärksten frequentierten Regionen Malis ist das Dogonland, das in Zentralmali zwischen Mopti und der Grenze zu Burkina Faso gelegen ist. Der Steilabfall der Falaise de Bandiagara erstreckt sich über eine Länge von 140 km und weist markante, bis zu 300 m hohe Felswände auf, an deren Fuße sich malerische Dörfer mit einer reichen kulturellen Tradition
befinden. Am besten läßt sich das Dogonland während mehrtägiger Wanderungen
entdecken.
Impressionen aus dem Dogonland: Das Dorf Banani (rechts unten) lässt sich vom Hauptort Sangha leicht erreichen. Steilabfall der Falaise de Bandiagara in der Nähe des Dorfes Tiréli (links oben). Ausblicke in die Gondo-Ebene, aufgenommen in der Nähe des Dorfes Dourou (rechtes Bild oben und linkes Bild unten)

Die Fahrt über die Tanezrouft-Strecke
von Algerien nach Mali setzt eine entsprechende Ausrüstung voraus und verlangt den Reisenden einiges an Schweiß und Ausdauer ab
Beste Reisezeit sind die vergleichsweise kühlen Monate von November bis Februar. Allerdings sollte man bei der Reiseplanung bedenken, daß auch in diesen Monaten die Mittagstemperaturen leicht über 30° steigen können und sich deshalb eine längere Mittagspause empfiehlt. Zudem sollte man, insbesondere wenn man Touren nach Nordmali plant, einen soliden Schlafsack mitnehmen, weil es nachts empfindlich kalt werden kann. Wer Wert auf eine komfortable Unterbringung
legt, sollte im Zeitraum November bis Februar vor Antritt Unterkünfte reservieren (am besten telefonisch und / oder per Mail), da in dieser Zeit die anspruchsvolleren Unterkunftsmöglichkeiten schnell belegt sein können.
Für Reisen außerhalb Bamakos sollte man am besten FCFA und Euroscheine mitnehmen, die man in den Banken der größeren Städte tauschen kann. Erwartet man ein bestimmtes Maß an Annehmlichkeiten, was Unterbringung und Transport angeht, so ist Mali kein preisgünstiges Reiseland.
Die Risiken im Straßenverkehr
sind erheblich. Auf Grund des damit einhergehenden höheren Unfallrisikos und der Gefahr von Überfällen rät das Auswärtige Amt generell von Überlandfahrten bei Dunkelheit ab. Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, daß die größte Bedrohung für Leib und Leben von Verkehrsunfällen mit Überlandbussen
ausgeht.
Von Gelegenheitsdiebstählen abgesehen, kann der Süden Malis als weitgehend sicher bezeichnet werden. Vor Reisen in die nördlichen und nordöstlichen Landesteile rät das Auswärtige Amt zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch ausdrücklich ab. Hiervon sind bis auf weiteres auch die wichtigen touristischen Destinationen Timbuktu, Djenné, Mopti und das Dogonplateau betroffen. Die Reisewarnung geht zurück auf die Bedrohung durch nordmalische Rebellen, die AQMI und kriminelle Gruppen. Zudem sollte man sich ebenso bei Reisen in andere Gebiete vor Antritt der Reise wie auch vor Ort informieren, da sich die Sicherheitslage bisweilen auch dort kurzfristig verändern kann.
Das Auswärtige Amt veröffentlicht auf seiner Internetseite regelmäßig aktualisierte, das Reisen im Lande betreffende Sicherheitshinweise und medizinische Hinweise
.
Zur Gesundheitssituation
gilt besonders hervorzuheben, daß das Auftreten von Malaria in weiten Teilen des Landes tendenziell ganzjährig ein Risiko für die Gesundheit darstellt. Bei kürzerem Aufenthalt sollte man sich auf jeden Fall durch entsprechende Prophylaxemaßnahmen schützen. Durchfallerkrankungen mit einhergehender Dehydratation sind eine in der Regel nicht gefährliche Bedrohung. Durch die außerhalb der Städte extrem schlechte Gesundheitsversorgung können allerdings solche Erkrankungen, ebenso wie Verletzungen infolge von Verkehrsunfällen, schnell sehr ernste Ausmaße annehmen.
Ausführliche Informationen über die Gesundheitssituation im Lande sowie Präventionsmöglichkeiten bieten auch der reisemedizinische Informationsservice Fit for travel
sowie das Tropeninstitut der Universität München (Reise- und Impfberatung Afrika: Telefon 089-218013507).
Dank erheblicher Investitionen ist das malische Telefonnetz seit Ende der neunziger Jahre ständig ausgeweitet und modernisiert worden. Heute ist auch in kleineren Städten das Telefonieren über das Festnetz möglich, beispielsweise in den zahlreichen privaten Telefonlädchen (cabines téléphoniques). Sollte man einen Privatanschluß besitzen, empfiehlt es sich, regelmäßig die Telefonrechnungen des Telekommunikationsunternehmens SOTELMA
zu prüfen, um vorkommende Unstimmigkeiten hinsichtlich der in Rechnung gestellten (Auslands-) Verbindungen aufdecken und gegebenenfalls reklamieren zu können.
In den Städten kann man mittlerweile auch problemlos mit Handys telefonieren. Es gibt zwei Anbieter: Malitel
(Tochtergesellschaft der SOTELMA) sowie Orange-Mali
. Prepaid-Karten für Handys
werden an vielen Orten vor allem von Straßenhändlern angeboten.
In 2008 fand eine umfassende Umstellung der Telefonnummern
statt.
Auch der Zugang zum Internet ist in den letzten zehn Jahren deutlich verbessert worden. Gab es Ende der neunziger Jahre in Bamako nur einige wenige Internetcafés, so gibt es diese heute zahlreich über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Mittlerweile ist auch in einer zunehmenden Zahl von kleineren Städten der Zugang zum Internet möglich. Landesweit ist die Zahl der Internetnutzer laut Internet World Stats
im Zeitraum 2000 bis 2010 von 18.800 Personen auf 250.000 Personen angestiegen, womit in 2010 der Anteil der Internetnutzer an der Gesamtbevölkerung lediglich 1,8 % betrug (Senegal 7,3 %, Burkina Faso 1,1 % und Niger 0,7 %).
Ebenso wie die Telefongebühren ist auch der Internetzugang, insbesondere als Folge der zunehmenden Konkurrenz, preisgünstiger geworden (insbesondere in Bamako). Die Qualität der Verbindungen (oft relativ langsam) sowie der Service der zahlreichen Internetcafés, der SOTELMA, von Orange-Mali sowie der Anbieter Malinet
, Cefib
, Datatech
und Afribone
können erheblich variieren, so daß sich ein eingehender Vergleich und ein Umhören lohnt.
Auf verschiedenen Internetseiten (beispielsweise Billiger Telefonieren
) kann man sich über die günstigsten Telefontarife nach Mali informieren. Die Tarife können kurzfristigen Veränderungen unterworfen sein.
Die deutsche Botschaft in Bamako
befindet sich im Stadtteil Badalabogou Est und hat folgende Adresse: Avenue de l’OUA, rue 14, porte 330. Die malische Botschaft in Berlin ist unter folgender Adresse zu erreichen: Kurfürstendamm 72, 10709 Berlin. Zudem gibt es malische Honorarkonsule in den folgenden Städten: Kamp-Lintfort, Erfurt, Hamburg und Frankfurt am Main. Nähere Informationen zu den malischen Vertretungen
in der BRD finden sich auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes.
Das Landesbüro der GIZ befindet sich in Bamako im Stadtteil Badalabogou Est.
Viel Interessantes und Wissenswertes über Land und Leute erfährt man im Mali-Beitrag im 13. Jahrbuch der Heinz-Kühn-Stiftung
. Wer noch neugierig auf weitere Bilder und Eindrücke aus Mali ist, dem seien die Internetseiten von Architecture Album
und Transafrika
, sowie das Reisetagebuch
von Thierry Bocoum und Manu Pochez empfohlen. Für Briefmarken- und Vogelliebhaber bietet die Internetseite von Birdtheme
Sehenswertes. Und Wüstenfans sind sicherlich auf der Internetseite von Wüstenschiff
gut aufgehoben.
Der Diplom-Geograph Kai-Uwe Seebörger lebt in Berlin.
Seit 1993 ist er in der Entwicklungszusammenarbeit tätig. Mehrjährige Arbeitsaufenthalte und verschiedene Gutachtereinsätze in westafrikanischen Staaten mit Schwerpunkt Mali. Tutor in der Akademie für internationale Zusammenarbeit (AIZ) der GIZ. Lehraufträge an Universitäten und Fachhochschulen.
Ich freue mich auf Ihre Anregungen, Kommentare, Kritik.
Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Februar 2012 aktualisiert.
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