Direkt zum Seiteninhalt oder zur Haupt-Navigation oder zur Meta-Navigation oder zum Seitenabschluss.
Sie befinden sich hier: GIZ Start / Webangebote / LIPortal > Mali / Überblick

Mali, offizielle französische Bezeichnung: République du Mali, ist ein in Westafrika gelegener Binnenstaat und grenzt im Nordwesten an Mauretanien, im Norden an Algerien, im Osten an Niger, im Südosten an Burkina Faso, im Süden an die Elfenbeinküste und Guinea, und im Westen an Senegal.
Mali gehört entsprechend der Indikatoren der menschlichen Entwicklung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen zu den ärmsten Ländern der Welt (2011: Rang 175 von 187 Staaten). Die folgenden Zahlen sind den vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen herausgegebenen Berichten über die menschliche Entwicklung
sowie den Länderberichten der UNICEF
entnommen.
Eine Vielzahl nützlicher Informationen findet man auf den Maliseiten des Auswärtigen Amtes
, von Afrika auf einen Blick
sowie der BBC
. Weitere interessante Links, die es lohnt sich einmal anzuschauen sind Country Studies
sowie University of Pennsylvania
.
Mali
ist mit einer Fläche von 1,24 Mio. km² fast viermal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Das Land reicht von der Oberguineaschwelle im Süden über das Nigerbecken und die Sahelzone im Zentrum des Landes bis in die Sahara, die ca. 60 % der Landesfläche einnimmt, was sich in markanter Weise auf Satellitenbildern
des Landes erkennen lässt. Mit wenigen Ausnahmen (Mandingoberge, Dogonland, Hombori-Berge) prägen weite Ebenen und flache Becken das Landschaftsbild und das Relief
. Im Gebiet des Berglandes Adrar des Ifoghas
an der algerischen Grenze steigen die Erhebungen auf annähernd 1000 m Höhe an.
Im Lande befinden sich bedeutende, erst zu einem Teil erschlossene Lagerstätten
von Bodenschätzen, auf deren wirtschaftliche Bedeutung im Kapitel „Wirtschaft“ eingegangen wird.
Einen guten photographischen Überblick über die verschiedenen Regionen des Landes und seine Bewohner bietet die Photosammlung
von GEO-Reisecommunity.
Mali hat Anteil an mehreren Klima- und Vegetationszonen. Die Vielfalt dieser Vegetationszonen
reicht von den Feucht- und Trockensavannen
im Süden über die Dornstrauchsavanne im Zentrum bis zu extrem ariden Wüstengebieten im Norden. Eine Sonderstellung nimmt das Nigerbinnendelta
in Zentralmali ein, welches saisonal großflächig vom Niger und seinen Zuflüssen überflutet wird und von großer Bedeutung für den Fischfang
ist.
Das Binnendelta des Niger im Zentrum des Landes ist eine eindrucksvolle Natur- und Kulturlandschaft Malis. Aufgrund der jährlich wiederkehrenden Überschwemmungen
ist das Nigerbinnendelta eine sehr bedeutende Anbau- und Weideregion, welche starke Kontraste zum recht trockenen Umland aufweist. Insbesondere während der Regenzeit und der Hochwasserperiode sind weite Teile des Binnendeltas nur mit Einbäumen erreichbar.
In den weiten Wüstenregionen Nordmalis (links oben) fällt jahrelang praktisch kein Regen. Der weit nach Norden fließende Niger (rechts oben, bei Timbuktu) bildet einen markanten Gegensatz zur Wüste
Der Bestand an wild lebenden Tieren
ist stark dezimiert worden, so dass sich heute nur noch mit viel Glück Affen, Gazellen sowie seltene Vogelarten
beobachten lassen. Von Löwen, Büffeln, Elefanten und Giraffen
gibt es nur noch sehr wenige Tiere in weitgehend unerschlossenen Landesteilen. Die im Norden und Zentrum des Landes regelmäßig auftretenden Dürren bedrohen auch die seltenen Wüstenelefanten
, die im Schutzgebiet Réserve d’élephants de Gourma leben.
In Mali gibt es einige großflächige Schutzgebiete
sowie zwei Nationalparks
, deren nachhaltige touristische Erschliessung
eine große Herausforderung darstellt.
Es lassen sich drei Jahreszeiten unterscheiden. Von November bis Februar ist es trocken und mäßig warm, von März bis Mai trocken und heiß. In dieser Zeit können v.a. in Nordmali heftige Staubstürme auftreten. Im Juni beginnt die feuchtwarm-schwüle Jahreszeit, welche z.T. sehr heftige Regenfälle bringt und im Oktober endet.
Die Niederschlagsverteilung
weist große regionale Unterschiede auf. Die Niederschläge, die sich auf die Monate Juli und August konzentrieren, nehmen von Süden nach Norden ab. Der mittlere Jahresniederschlag beträgt in Sikasso im Südosten des Landes 1123 mm und lediglich 159 mm in Timbuktu am Sahararand. Zudem nimmt von Süden nach Norden die Länge der Regenzeit ab, während die Niederschlagsvariabilität und das Dürrerisiko zunehmen. Im Norden kam es in der jüngeren Vergangenheit wiederholt zu mehrjährigen Dürreperioden, die für die dort lebende vorwiegend nomadische Bevölkerung schwerwiegende Folgen hatten. Sehr selten sind hingegen Regenfälle in der Wüste
.
Während der Regenzeit kann es vor allem in Süd- und Zentralmali in Folge von Starkniederschlägen zu Überflutungen
kommen, die an manchen Orten große Schäden
anrichten können und bisweilen sogar ganze Dörfer
verwüsten. Erhebliche Schäden wurden in 2010 und 2011 auch aus der Hauptstadt
gemeldet, wo die Auswirkungen der Starkniederschläge durch eine unangepasste Flächennutzungsplanung und eine unzureichend ausgebaute und gewartete Kanalisation
verschärft werden.
Ein Vergleich der Klimatabellen und Klimadiagramme
verschiedener malischer Städte lässt schnell erkennen, dass Mali ein sehr warmes Land ist. Die mittlere Tagestemperatur beträgt in der Hauptstadt Bamako im Jahresdurchschnitt 27,8°C. Die maximalen Temperaturen erreichen im Süden 45°C und im Norden sogar über 50°C. In den Monaten Dezember bis Februar hingegen können in den Wüstengebieten die Nachttemperaturen auf unter 5°C sinken.
Laufend aktualisierte Informationen zum Wettergeschehen in Mali bietet Wetteronline
. Zahlreiche thematische Karten finden sich in der Kartensammlung
von Mapjourney.
Das Thema Klimawandel wird nachfolgend umfassend behandelt.
Im Hinblick auf die Umweltproblematik ist als Kernproblem die zunehmende Gefährdung der landwirtschaftlichen Produktionsgrundlagen sowie der natürlichen Vegetation hervorzuheben, von der weite Teile des Landes betroffen sind. Die vielerorts zu beobachtende Ausweitung der Ackerflächen, verstärkte Bodenerosion, zunehmende Überweidung, Desertifikation
sowie eine weitgehend unkontrollierte (Über-) Nutzung der Holzressourcen
sind auf eine Vielzahl von ökologischen, sozialen und ökonomischen Ursachen zurückzuführen, die vielfach eng miteinander verknüpft sind.
Transport von Brennholz in der Region Ségou (oberes Bild). Hauptenergieträger ist Holz. Der Holzeinschlag
verursacht vielerorts schwere ökologische Probleme. Werbung für brennstoffsparende Kochherde (unteres Bild), deren Verbreitung im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit gefördert wird
Der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft stellt eine zunehmende Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Zudem stellt die unsachgemässe Lagerung und Entsorgung
von Pestiziden ein erhebliches Umweltproblem dar, an dessen Lösung unter anderem das Africa Stockpiles Programme
arbeitet.
Die malische Regierung hat auf die drängenden Umweltprobleme mit der Unterzeichnung der UN-Konvention zur Wüstenbekämpfung, der Ausarbeitung eines Nationalen Umweltaktionsplans
und der Initiierung einer Reihe von Ressourcenschutzprojekten
und Wiederaufforstungsprogramme
reagiert. Zudem hat die Umweltpolitik
an Stellenwert gewonnen, wobei sehr unterschiedliche Maßnahmen
angewendet bzw. in Betracht gezogen werden. Einfache Maßnahmen gegen die Bodendegradation
werden insbesondere in der besonders betroffenen Sahelzone zunehmend von der Landbevölkerung angewendet.
Auch in der Bekämpfung von Buschfeuern
, der Einrichtung von ländlichen Holzmärkten
und der Nutzung der Solarenergie
sind Fortschritte auszumachen. Eine verstärkte Nutzung von Kochgas
, die aus ökologischer Sicht sinnvoll erscheint, wird hingegen durch regelmäßig auftretende Versorgungsengpässe erschwert. Hieran konnte bislang auch die von der Regierung praktizierte Subventionierung der Verwendung von Kochgas nicht viel ändern.
Aus Protest gegen die ihrer Meinung nach neuen drakonischen Kontrollmaßnahmen
des staatlichen Forstdienstes haben Holzkohlehändler Anfang 2011 die Versorgung der Hauptstadt mit Holzkohle
zeitweilig eingestellt, woraufhin es in Bamako zu einer Versorgungskrise kam.
Im Nachbarland Niger erzielte Erfolge in der Förderung der Naturverjüngung
von Baumbeständen sowie beim Schutz von Giraffen
könnten sich auch für die malische Umweltpolitik als interessant erweisen.
Die verstärkte Nutzung von Purgieröl als Kraftstoff
könnte einen wichtigen Beitrag leisten sowohl zur Stabilisierung der ökologischen Situation (Anpflanzung von Purgiersträuchern), wie auch zur Reduzierung der Treibstoffimporte
. Mehrere Anlagen zur Herstellung von Treibstoff auf Purgierölbasis arbeiten bereits oder befinden sich im Bau oder in Planung.
Der erste Windpark
des Landes soll in Timbuktu errichtet werden. Bereits getestet wird eine kombinierte Nutzung von Wind- und Solarenergie
zum Zwecke der Wasserversorgung. In verstärktem Maße wird zur Elektrizitätsgewinnung auch die Photovoltaik
genutzt.
Insbesondere in den Städten, und vor allem in Bamako, bereitet die Entsorgung von Abfällen
und Abwässern
besorgniserregende Probleme, die auch im Hinblick auf die Verbesserung der Gesundheitsbedingungen sowie die Flussfischerei
einer Lösung
bedürfen. In zunehmendem Maße gefährden auch Abwässer aus kleingewerblichen Färbereien
sowie Wasserhyazinthen
die Wasserressourcen.
Herausforderung Klimawandel
In den vergangenen vierzig Jahre liess sich insbesondere in Nord- und Zentralmali ein deutlicher Klimawandel beobachten. Dieser ist vor allem an einem tendenziellen Rückgang der Regenmengen zu erkennen, der die agrarwirtschaftliche Nutzung erheblich erschwert hat. Jedoch gab und gibt es auch immer wieder Jahre mit deutlich überdurchschnittlichen Niederschlägen. Insgesamt stieg in dem benannten Zeitraum die Niederschlagsvariabilität deutlich an.
Obwohl es in Bezug auf die Auswirkungen
des gegenwärtigen globalen Klimawandels auf Mali noch viele offene Fragen gibt, gehen die verfügbaren Studien
von einer Temperaturerhöhung und einer weiteren Zunahme der Niederschlagsvariabilität aus. Hiervor wäre in besonderer Weise die Agrarwirtschaft betroffen, die auch in Zukunft von zentraler sozioökonomischer Bedeutung für die große Mehrheit der Bevölkerung sein wird.
Angesichts der möglichen Auswirkungen des globalen Klimawandels und der hiermit verbundenen Risiken wurde in 2007 ein Nationales Aktionsprogramm zur Bewältigung der Klimawandel-Folgen
verabschiedet. Die in dem Programm vorgeschlagene Anpassungsstrategie umfasst zum größten Teil Aktivitäten, die in Mali bereits seit längerer Zeit bekannt sind und mit Unterstützung der Entwicklungszusammenarbeit in anderen Begründungszusammenhängen gefördert werden, so zum Beispiel Förderung der nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen sowie der Errichtung von Getreidebanken. Da die technisch-organisatorischen Grundlagen für die Umsetzung der Strategie bereits weitestgehend vorhanden sind, scheint die größte Herausforderung in der Beeinflussung der Verhaltens- und Handlungsmuster
der zumeist ländlichen Zielgruppen zu bestehen.
Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit werden beispielsweise Kleinprojekte
gefördert, die der Bevölkerung die Anpassung an veränderte Klimabedingungen erleichtern sollen. Anpassungsstrategien an den Klimawandel fliessen zudem in die Politikberatung
ein.
Auch unter Hinweis auf den Klimawandel wird in den staatlichen Entwicklungsplänen dem Bau weiterer Staudämme und der Ausweitung der Bewässerung eine besondere Bedeutung beigemessen. Die hieraus resultierenden möglichen ökologischen und sozioökonomischen Auswirkungen werden durchaus kontrovers
bewertet.
Die jüngere Bevölkerungsentwicklung
Malis ist von einer raschen Bevölkerungszunahme geprägt. Zum Zeitpunkt der letzten Volkszählung im April 2009 lebten in Mali 14,5 Mio. Einwohner, wohingegen die Bevölkerung in den Jahren 1987 bzw. 1998 lediglich 7,7 Mio. bzw. 9,8 Mio. Einwohner betrug. Für den Zeitraum 1998 bis 2009 wurde das jährliche Bevölkerungswachstum auf 3,6 % beziffert. Selbst wenn man ein in der Landesstatistik des Weltenwicklungsberichts 2007/2008 publiziertes jährliches Bevölkerungswachstum von 2,9 % zugrunde legt, so wird die malische Bevölkerung bis 2015 auf 18,1 Mio. Einwohner ansteigen, was zweifelsohne große Herausforderungen für die Entwicklungspolitik der malischen Regierung bedeuten wird.
Trotz einer raschen, vielfach ungelenkten Verstädterung
lebt die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung (65 %) im ländlichen Raum. Im Zeitraum von 1976 bis 2009 hat sich der Anteil der städtischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung von 16 % auf 35 % verdoppelt, wobei die Mehrheit der Stadtbevölkerung in schwierigen Wohnverhältnissen
lebt. Die größte Stadt ist Bamako, wo in 2009 1,8 Mio. Einwohner lebten (1976: 440.000 Einwohner). Die Bevölkerung Bamakos hat im Zeitraum 1998 bis 2009 um jährlich 4,8 % zugenommen. Mit weitem Abstand folgen Sikasso (225.000 Einwohner), Segou (130.000 Einwohner) und Kayes (127.000 Einwohner) (alle Zahlen für 2009).
Hinsichtlich der Bevölkerungsverteilung lässt sich eine ausgeprägte Konzentration der Bevölkerung im klimatisch begünstigten südlichen Drittel des Landes
ausmachen, wo sich auch die größten Städte befinden. In den weitgehend von Wüsten bedeckten drei nördlichen Verwaltungsregionen, die zwei Drittel der Landesfläche ausmachen, leben hingegen nur knapp 10 % der Bevölkerung. Die Konzentration der Bevölkerung im südlichen Landesteil hat sich insbesondere infolge wiederholter Dürreperioden und massiver Migrationsbewegungen im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte fortlaufend verstärkt.
Der Name der Hauptstadt Bamako
ist auf die Lage der Stadt am einstmals krokodilreichen Niger zurückzuführen: Bamako bedeutet in der Bambara-Sprache „Krokodilteich“. Bamako liegt im Südwesten des Landes und ist von den Nachbarländern Burkina Faso und Elfenbeinküste leicht zu erreichen. Nach Guinea, Senegal und Mauretanien ist es zwar auch nicht weit, der Zustand der in diese Nachbarländer führenden Straßen ist allerdings z.T. sehr schlecht.
Bamako liegt am Fuße des Präsidentenhügels „Koulouba“ (links im Bild oben). Der Niger trennt die Stadt in einen Nord- und Südteil, wobei insbesondere auf dem Südufer des Nigers in den letzten 15 Jahren ausgedehnte neue Stadtviertel entstanden sind. In der Regenzeit wird die von Feldern, Savannen und Wäldern geprägte Umgebung Bamakos von üppigem Grün dominiert, das mit Einsetzen der Trockenzeit allerdings rasch einer Vielzahl von Gelb- und Brauntönen weicht.
Der Niger, der längste Fluss Westafrikas, ist die Lebensader Malis. Eindrücke von einer Reise von den Quellen des Nigerflusses
bis zu seiner Mündung vermittelt eine Reportage auf der Internetseite von Weltreporter. Das Stadtbild Bamakos ist vielfältig. Die Hauptstadt wirkt in weiten Teilen wie eine Kleinstadt. Insbesondere außerhalb des Stadtzentrums dominieren staubige Strassen und einfach gebaute Häuser das Stadtbild. Es gibt allerdings auch Villenviertel mit viel Grün, sowie zahlreiche neue Verwaltungs- und Geschäftsbauten. Der anhaltende Bauboom in Bamako hat zum Entstehen eines lukrativen Marktes für Sand und Kies geführt, wobei sich der Abbau auf die Nigerufer am Stadtrand konzentriert. Jedoch bedroht die Sand- und Kiesgewinnung
in zunehmendem Maße das Ökosystem des Niger sowie Infrastrukturanlagen.
Vielerorts lassen sich in Bamako bedeutende Bautätigkeiten ausmachen. So wurde im September 2011 das mit libyscher Finanzierung errichtete neue Regierungsviertel
eröffnet. Im gleichen Monat wurde im Stadtzentrum ein neues großes Geschäftszentrum
eingeweiht.
Im September 2011 wurde die dritte Nigerbrücke in Bamako dem Verkehr übergeben. Das von der VR China finanzierte Bauwerk trägt den Namen „Brücke der chinesisch-malischen Freundschaft“
. Von der Realisierung dieses mit Abstand wichtigsten hauptstädtischen Verkehrsvorhabens und dem weiteren Ausbau des innerstädtischen Straßennetzes
erhofft man sich eine wesentliche Verbesserung der Verkehrssituation in Bamako. Bereits im September 2010 wurde im Stadtzentrum ein moderner Verkehrsknotenpunkt
eingeweiht.
Für die geplante Einrichtung einer Straßenbahn
in Bamako wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt. Kritiker jedoch monieren das Zustandekommen und bezweifeln den Sinn des Straßenbahn-Projekts
.
Durch den Ausbau der Trinkwasserversorgung
wird versucht, den steigenden Wasserbedarf der rasch wachsenden Bevölkerung Bamakos zu decken.
Die Binnenlage und die unzureichend ausgebaute Verkehrsinfrastruktur wirken sich sehr erschwerend auf die Entwicklung des Landes aus. Nach Ausbruch schwerer innenpolitischer Krisen in der Elfenbeinküste ist die 650 km lange Eisenbahnlinie Bamako - Dakar
(Senegal) zur zwischenzeitlich wichtigsten Außenhandelsroute Malis geworden. Zugleich handelt es sich um die einzige Bahnlinie Malis. Der Betrieb dieser Linie ist jedoch mit einer Reihe ernster Probleme konfrontiert, die ein bedeutendes Hindernis für die Realisierung wichtiger industrieller und bergbaulicher Investitionsvorhaben in Westmali darstellen.
In den letzten Jahren wurde der Ausbau der Straßenverbindungen nach Senegal
, Guinea
, Niger
und Mauretanien mit Nachdruck vorangetrieben. Mit dem Bau weiterer Straßen soll unter anderem die Anbindung Westmalis
sowie der Region Timbuktu
verbessert werden. Das malische Straßennetz hat eine Länge von über 20.000 km, von denen ca. 5.700 km asphaltiert sind. Auf einigen Fernstraßen werden seit 2007 Straßenbenutzungsgebühren
erhoben, die dem Straßenunterhalt dienen. Bei der Mauterhebung scheint es jedoch bisweilen zu Unregelmäßigkeiten
zu kommen.
Im September 2010 sagte die VR China der malischen Regierung einen Kredit
in Höhe von 76,2 Mrd. FCFA für den Bau der ersten Autobahn
Malis zu. Der Bau der 226 km langen mautpflichtigen Schnellstraße, welche die Hauptstadt Bamako mit der Regionshauptstadt Ségou verbinden wird (langfristig geplante Verlängerung bis Bobo Dioulasso in Burkina Faso), zählt zu den wichtigsten Infrastrukturprojekten
der Regierung. Dennoch erscheint die Frage durchaus berechtigt, ob die zweifelsohne notwendige Verbesserung der wichtigen Verkehrsachse Bamako – Ségou nicht auch kostengünstiger, beispielsweise durch den Ausbau der bestehenden Fernstraße und einen besseren Unterhalt derselben, zu erreichen wäre.
Viele Straßen und Pisten weisen auch als Folge von unzureichendem Unterhalt
und Überladung von LKW
weiterhin eine schlechte Qualität auf, was Überlandtransporte erheblich erschwert (siehe unten stehende Photos). Ein weiteres wesentliches Problem stellt die Erhebung illegaler Abgaben
an Straßenkontrollposten dar.
Schifffahrt ist auf den Flüssen Senegal und Niger nur während einiger Monate in der Hochwassersaison möglich. Eingesetzt werden in erster Linie lokal gefertigte Holzkähne
. In Bamako befindet sich der größte internationale Flughafen
des Landes, der gegenwärtig ausgebaut und modernisiert wird. Abgeschlossen wurde hingegen im September 2011 der Ausbau des Flughafens
der Regionalhauptstadt Kayes zu einem internationalen Flughafen, wodurch die Erreichbarkeit weiter Teile Westmalis erheblich verbessert werden könnte.
Die Fluggesellschaft Air Mali
fliegt eine Reihe von Zielen im In- und Ausland an. Die Flughäfen in Mopti/Sévaré, Timbuktu, Gao und Kayes werden in den Wintermonaten auch von europäischen Charterlinien angeflogen, die insbesondere von ausländischen Touristen genutzt werden.
Im Mittelpunkt der Nationalhymne „Le Mali"
steht neben dem Aufbau und der Verteidigung der malischen Nation auch die Verwirklichung der afrikanischen Einheit.
Die Farben der Nationalflagge
symbolisieren die Hoffnung (grün), das Gold (gelb) und das Gedenken (rot) an die im Kampf um die nationale Souveränität Gestorbenen.
Im Staatswappen
erscheint unter der offiziellen Staatsbezeichnung der Schriftzug „Ein Volk - ein Ziel - ein Glaube“. Als Symbole sind abgebildet ein sagenumwobener Geier, die Moschee von Djenné, der Sonnenaufgang und zwei Bögen.
Der Diplom-Geograph Kai-Uwe Seebörger lebt in Berlin.
Seit 1993 ist er in der Entwicklungszusammenarbeit tätig. Mehrjährige Arbeitsaufenthalte und verschiedene Gutachtereinsätze in westafrikanischen Staaten mit Schwerpunkt Mali. Tutor in der Akademie für internationale Zusammenarbeit (AIZ) der GIZ. Lehraufträge an Universitäten und Fachhochschulen.
Ich freue mich auf Ihre Anregungen, Kommentare, Kritik.
Weiterführende Literatur zu den Themen:
Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2012 aktualisiert.
Die AIZ mit Sitz in Bad Honnef bietet mehr als 50 monatlich stattfindende Trainingskurse zu folgenden Themen an:
Gerne konzipieren wir für Sie maßgeschneiderte Trainingskurse, die sich an Ihren individuellen Bedürfnissen und Interessen orientieren. Wir freuen uns über Ihre Anfragen!