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Baumwollernte in der Region Ségou, Foto: Kai-Uwe Seebörger

Wirtschaft und Entwicklung

BeschreibungInhalt
geschätztes BIP:14,18 Mrd. US-$
Pro Kopf Einkommen (Kaufkraftparität):1033 US-$
Rang der menschlichen Entwicklung (HDI):178 (von 182)
Anteil Armut (unter 2  $ pro Tag):64 %
Einkommensverteilung (Gini-Koeffizient):0,39
Anteil alphabetisierte Erwachsene:25 %

Mali

Landesflagge Mali

Wirtschaft

Wirtschaftssystem und seine Strukturen

Die malische Wirtschaft wird geprägt von der Dominanz des Agrarsektors sowie der rasch zunehmenden Bedeutung des Goldbergbaus.

Landwirtschaft

Nur ca. 4 % der Landesfläche sind ackerbaulich nutzbar, weitere
25 % können als Weideland genutzt werden. Die AnbauzentrenÖffnet externen Link in neuem Fenster des Landes befinden sich in den südlichen Landesteilen und entlang des Niger. Im Süden werden vor allem Getreide (Hirse, Sorghum, Mais), Baumwolle und ErdnüsseÖffnet externen Link in neuem Fenster angebaut.

Entlang des Niger wird in erster Linie ReisÖffnet externen Link in neuem Fenster angebaut. Seit Anfang der neunziger Jahre wurden die BewässerungsflächenÖffnet externen Link in neuem Fenster beständig ausgeweitet. Eine besondere Bedeutung fällt in diesem Zusammenhang dem Bewässerungsgebiet des Office du NigerÖffnet externen Link in neuem Fenster in der Region Ségou zu. Es handelt sich um das größte Bewässerungsgebiet Westafrikas, in dem neben Reis auch Zuckerrohr und Gemüse angebaut werden, und in dem in Zukunft verstärkt auch WeizenÖffnet externen Link in neuem Fenster und Ölfrüchte angebaut werden sollen. Die Ausweitung der BewässerungÖffnet externen Link in neuem Fenster gehört zu den Prioritäten der malischen Agrarpolitik. In diesem Zusammenhang misst die Regierung dem im Februar 2010 begonnenen Taoussa-StaudammprojektÖffnet externen Link in neuem Fenster am Niger in der Region Gao eine große Bedeutung bei. An der FinanzierungÖffnet externen Link in neuem Fenster dieses nicht unumstrittenen Großprojekts sind zahlreiche Geber beteiligt.

Die Tatsache, dass sowohl Mali wie auch andere Anrainerstaaten neue Staudämme Öffnet externen Link in neuem Fensterentlang des Niger und seinen Nebenflüssen planen, unterstreicht die Notwendigkeit einer besseren grenzüberschreitenden AbstimmungÖffnet externen Link in neuem Fenster hinsichtlich der zukünftigen Nutzung des NigerwassersÖffnet externen Link in neuem Fenster. In diesem Zusammenhang ist auf ein mit niederländischer Unterstützung durchgeführtes Pilotprojekt zu verweisen. Auch hinsichtlich der zukünftigen Nutzung der Wasserressourcen des SenegalÖffnet externen Link in neuem Fenster wird eine verstärkte Kooperation zwischen den Anrainerstaaten angestrebt, was gerade auch angesichts der geplanten Errichtung weiterer StaudämmeÖffnet externen Link in neuem Fenster sinnvoll und notwendig erscheint.

In Zentralmali dominieren die extensive, vor allem von den Fulbe betriebene, Viehhaltung Öffnet externen Link in neuem Fenster (Rinder, Schafe, Ziegen) und der Hirseanbau, welcher im Dogonland durch bewässerten GemüseanbauÖffnet externen Link in neuem Fenster ergänzt wird. Im Nigerbinnendelta ist der Fischfang, der insbesondere von den Bozo betrieben wird, von großer Bedeutung. Je weiter man nach Norden gelangt, desto größer wird das Risiko, dass sich aufgrund ungünstig verteilter Regenfälle die kritische Periode zwischen dem Aufbrauchen der alten Erntevorräte und dem Einbringen der neuen Getreideernte verschiebt, wodurch sich die saisonale AbwanderungÖffnet externen Link in neuem Fenster vom Land erheblich verstärken kann.
In NordmaliÖffnet externen Link in neuem Fenster ist aufgrund der Aridität ertragreicher und sicherer Anbau nur mit Bewässerung möglich sowie extensive Viehhaltung (Dromedare, Ziegen und Schafe).

Verstärkte Förderung erhält die Milchproduktion und -verarbeitungÖffnet externen Link in neuem Fenster, die zu einer Verringerung von MilchpulverimportenÖffnet externen Link in neuem Fenster beitragen könnte.

 

Brunnen bei Timbuktu
Bewässerungsanbau am Niger bei Ségou

An einem Brunnen in der Region Timbuktu (links oben), Bewässerungsanbau am Niger in der Region Ségou (rechts oben) und Regenfeldbau in der Region Sikasso (unteres Bild)

Regenfeldbau in der Region Sikasso
Fotos: Kai-Uwe Seebörger

Die Ursachen für immer wieder auftretende ErnährungskrisenÖffnet externen Link in neuem Fenster sind vielfach komplexer Natur. Nach einer Heuschreckeninvasion und einer ungünstigen Regenzeit stellte sich in 2004 die Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln zum ersten Mal seit längerer Zeit als extrem schwierig dar. Nach offiziellen Angaben waren mehr als eine Million Menschen vom Hunger bedroht und zumindest für einige Monate auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen, wobei die nördlichen Landesteile am schlimmsten betroffen waren. Auch aufgrund guter Regenzeiten konnten in den Jahren 2005 bis 2010 überdurchschnittlich gute Getreideernten eingebracht werden, was seither eine klare Entspannung der Ernährungssituation bewirkt hat, obwohl in einigen Gegenden erhebliche Ernteschäden durch ÜberschwemmungenÖffnet externen Link in neuem Fenster zu beklagen waren.

In 2009 wurde mit 6,3 Mio. t Getreide eine sehr gute Ernte erzielt. Dank eines Getreideüberschusses von ca. 1 Mio. t (2009) entwickelte sich Mali zeitweilig zu einem regional bedeutenden GetreideexporteurÖffnet externen Link in neuem Fenster. In 2010 wurde mit 6,4 Mio. t Getreide eine bisherige Rekordernte erzielt, wobei auch in weiten Teilen der häufig von Ernährungskrisen betroffenen Sahelzone eine sehr gute Ernte eingebracht wurde.

Für 2011 ging die Regierung zunächst von einer weiteren Steigerung der GetreideproduktionÖffnet externen Link in neuem Fenster aus. Jedoch wurde spätestens im November 2011 deutlich, dass infolge des ungünstigen Verlaufs der RegenzeitÖffnet externen Link in neuem Fenster das ambitionierte Ziel einer Getreideproduktion von 8,9 Mio. t bei weitem nicht erreicht werden konnte. Nach Einschätzung des AgrarministeriumsÖffnet externen Link in neuem Fenster war die Getreideernte in 2011 mit 5,1 Mio. t als lediglich durchschnittlich zu bewerten. Obwohl Anfang 2012 für das gesamte Land ein GetreideüberschussÖffnet externen Link in neuem Fenster von ca. 500.000 t beziffert wurde, droht infolge hoher ErnteeinbussenÖffnet externen Link in neuem Fenster in Teilen West- und Zentralmalis in 104 Gemeinden eine ernste ErnährungskriseÖffnet externen Link in neuem Fenster, wobei ca. 1,7 Mio. Menschen betroffen sind. Erschwerend wirkt sich auf die Versorgungslage die verstärkte Getreidenachfrage aus grenznahen RegionenÖffnet externen Link in neuem Fenster in Mauretanien und Niger aus, in denen die Getreideernte schlecht ausgefallen ist. Inzwischen ist ein von Regierung verabschiedetes NothilfeprogrammÖffnet externen Link in neuem Fenster angelaufen, das unter anderem die Gratisverteilung von 46.000 t Getreide in besonders betroffenen Gebieten vorsieht. Die Bewältigung der Ernährungskrise wird jedoch in erheblichem Maße von der drastischen Verschlechterung der Sicherheitslage in Nordmali beeinträchtigt.

Einen wesentlichen Beitrag zur mittelfristigen Steigerung der Getreideproduktion hat die Initiative Riz Öffnet externen Link in neuem Fenster geleistet. Hierbei handelt es sich um ein 2008 angelaufenes staatliches Förderprogramm für den Reisanbau, das auch von Gebern erhebliche Unterstützung erfahren hat. Im Rahmen des Programms, mit dem die Regierung auf die jüngste Entwicklung auf den Weltgetreidemärkten und steigende Verbraucherpreise reagiert hat, wird vor allem die Verwendung von Kunstdüngern subventioniert. Kritiker bemängeln insbesondere eine einseitige Bevorzugung des Reisanbaus und befürchten zunehmende SpekulationÖffnet externen Link in neuem Fenster und VermarktungsschwierigkeitenÖffnet externen Link in neuem Fenster. Angesichts hoher ReispreiseÖffnet externen Link in neuem Fenster beschloss die Regierung im März 2009 vorübergehende Importerleichterungen für Reishändler, die jedoch Gegenstand einer kontroversen Debatte waren. Subventioniert wird auch die Verwendung von KunstdüngerÖffnet externen Link in neuem Fenster im Baumwoll-, Mais- und Weizenanbau.

Die graduelle, wenn auch von einem alarmierend niedrigen Ausgangsniveau ausgehende, Verbesserung der Ernährungssituation lässt sich auch an der Entwicklung des Welthunger-IndexwertesÖffnet externen Link in neuem Fenster erkennen. Dieser betrug für Mali 1996 26,3 und hatte sich bis 2011 auf 19,7 verbessert (Vergleichswerte für 2011: Niger 23,0 / Burkina Faso 17,2 / Senegal 13,6). Damit belegte Mali Rang 53 von insgesamt 81 bewerteten Staaten mit einem Indexwert von über 5 (2010: Rang 52 von 84 Staaten).

Getreidespeicher
Fotos: Kai-Uwe Seebörger

 

 

 

 

Auf dem linken Bild sieht man einen traditionellen Getreidespeicher. Ein erheblicher Teil der Getreideernte geht infolge von Lagerungsverlusten und Schädlingsbefall verloren. Das Bild unten zeigt eine Rinderherde in der Region Ségou. Rinder aus Mali werden vor allem in die südlichen Nachbarländer exportiert.

Rinderherde in der Region Ségou

Bergbau und Industrie

Der GoldbergbauÖffnet externen Link in neuem Fenster erlebt seit den neunziger Jahren einen Boom. Im Süden und Südwesten Malis wurden große Goldlagerstätten erschlossen, wobei ausländischen Investoren (vor allem aus der Republik Südafrika) eine Schlüsselrolle zufiel. Nach Meinung von Kritikern ziehen ausländische Bergbaufirmen einen überproportionalen NutzenÖffnet externen Link in neuem Fenster aus dem malischen Goldbergbau, und in verstärktem Maße wird über AlternativenÖffnet externen Link in neuem Fenster in Bezug auf die Aufteilung der erwirtschafteten Erlöse diskutiert. Im August 2011 wurde Mali Mitglied der internationalen Rohstoff-Transparenzinitiative EITIÖffnet externen Link in neuem Fenster. Zivilgesellschaftliche Vereinigungen haben eine kritische BegleitungÖffnet externen Link in neuem Fenster der Initiative angekündigt.

Mali ist einer der größten Goldexporteure Afrikas. Allerdings ging die industrielle Produktion im Zeitraum 2008 bis 2010 von 52,8 t auf 46 t zurück (2006: 58 t). Trotz der erfolgten Schliessung einer der größten Goldminen des Landes wird für die kommenden Jahre mit einem erneuten Anstieg der GoldproduktionÖffnet externen Link in neuem Fenster gerechnet. Offizielle Stellen in Mali gehen davon aus, dass die Exploration und Produktion durch den starken Anstieg des Weltmarktpreises für GoldÖffnet externen Link in neuem Fenster (ca. 30 % Preisanstieg in 2010) angekurbelt werden.

Nördlich von Gao wird Phosphat für den Binnenmarkt abgebaut. In 2005 wurden in Nordmali ErdöllagerstättenÖffnet externen Link in neuem Fenster entdeckt, an deren ErschließungÖffnet externen Link in neuem Fenster große Hoffnungen geknüpft werden. Zudem bestehen Pläne zur Erschliessung von BauxitlagerstättenÖffnet externen Link in neuem Fenster und UranvorkommenÖffnet externen Link in neuem Fenster, zum Abbau von EisenerzÖffnet externen Link in neuem Fenster sowie zur Ausweitung der PhosphatproduktionÖffnet externen Link in neuem Fenster. Die Erschliessung der aufgeführten Rohstoffvorkommen würde die volkswirtschaftliche Bedeutung des Bergbaus sicherlich bedeutend erhöhen.

Der IndustriesektorÖffnet externen Link in neuem Fenster ist bislang lediglich von peripherer Bedeutung und wird von kleinen und mittelgroßen Betrieben dominiert. Von den ca. 17.000 Arbeitsplätzen im Industriesektor befinden sich ca. 75 % in der Agglomeration Bamako. Wichtigste Industriezweige sind die NahrungsmittelindustrieÖffnet externen Link in neuem Fenster und die Baumwollentkernung, sowie eine Textilfabrik. In 2007 wurde in der Nähe Bamakos die erste DüngemittelfabrikÖffnet externen Link in neuem Fenster des Landes eröffnet. Seither konnte die KunstdüngerversorgungÖffnet externen Link in neuem Fenster der malischen Agrarwirtschaft deutlich verbessert werden. Zudem wird ein Teil der Produktion in die Nachbarstaaten exportiert.

Eines der derzeit größten IndustrieprojekteÖffnet externen Link in neuem Fenster umfasst den Bau einer großen Zuckerfabrik sowie die Anlage von ca. 14.000 ha bewässerter Zuckerrohranbaufläche unter Beteiligung eines südafrikanischen Zuckerkonzerns im Gebiet des Office du Niger. Das Projekt stösst jedoch auf Proteste der lokalen Bevölkerung, die sich gegen den befürchteten Verlust von Anbauflächen wehrt. Im gleichen Gebiet tätigt bereits ein Großunternehmen aus LibyenÖffnet externen Link in neuem Fenster sehr umfangreiche Investitionen in der Bewässerungslandwirtschaft, die jedoch, ebenso wie ein Großprojekt eines malischen Investors, Gegenstand einer kontroversen DiskussionÖffnet externen Link in neuem Fenster sind. Zudem soll im Office du Niger mit chinesischer Unterstützung eine ältere ZuckerfabrikÖffnet externen Link in neuem Fenster ausgebaut werden, so dass Mali schon in wenigen Jahren von einem Zuckerimporteur zu einem regional bedeutenden Exporteur von Zucker werden könnte.

Ein weiteres wichtiges Industrieprojekt umfasst den Bau einer ZementfabrikÖffnet externen Link in neuem Fenster in Westmali. Die von einem indischen Unternehmen errichtete Fabrik soll nach ihrer Inbetriebnahme 2012 einen Großteil des rasch wachsenden Inlandsbedarfs an Zement decken. Die Realisierung des Projekts wurde jedoch durch Versuche eines großen französischen Zementherstellers verzögert, das Investitionsvorhaben des indischen Unternehmens zu sabotierenÖffnet externen Link in neuem Fenster. Ein weiteres indisches Unternehmen eröffnete in 2009 das erste TraktorenmontagewerkÖffnet externen Link in neuem Fenster des Landes. Ebenfalls von einem indischen Unternehmen wird die Errichtung des ersten StahlwerksÖffnet externen Link in neuem Fenster Malis geplant.

Im Januar 2011 wurde der Grundstein gelegt für ein FahrzeugmontagewerkÖffnet externen Link in neuem Fenster eines südkoreanischen Investors, in dem neben Traktoren auch LKW und Busse produziert werden sollen.

Ob sich die hohen Erwartungen (Schaffung von bis zu 20.000 Arbeitsplätzen) in Bezug auf die von der Industrieförderungsagentur AZIÖffnet externen Link in neuem Fenster durchgeführte Erschliessung einer neuen IndustriezoneÖffnet externen Link in neuem Fenster am Stadtrand von Bamako erfüllen werden bleibt abzuwarten. Darüber hinaus plant die AZI die Anlage weiterer IndustriezonenÖffnet externen Link in neuem Fenster in den Regionshauptstädten.

Industriebetrieb zur Speiseölherstellung
Foto: Kai-Uwe Seebörger

 

 

 

Koutiala, Region Sikasso: Industriebetrieb zur
Speiseölherstellung auf der Basis von Baumwollsamen

Informeller Sektor

Insbesondere in den rasch wachsenden Städten ist der informelle SektorÖffnet externen Link in neuem Fenster von großer Bedeutung. Er sieht sich jedoch mit einer Reihe ernster Probleme konfrontiert. So sind die im informellen Sektor erzielten Einkommen vielfach gering, der Zugang zu Krediten und Produktionsmitteln ist stark eingeschränkt und es fehlt weitgehend an Förderungsstrategien für diesen bislang von der Wirtschaftspolitik vernachlässigten Sektor. Zudem kommt es gerade in Bamako immer wieder zu Streitigkeiten zwischen der Stadtverwaltung und Angehörigen des informellen Sektors.

Von erheblicher Bedeutung gerade auch für den informellen Sektor ist die zunehmende Zahl von MikrofinanzinstitutionenÖffnet externen Link in neuem Fenster wie dem Dorfsparkassennetzwerk Kafo JiginewÖffnet externen Link in neuem Fenster, das seit seiner Gründung 1987 Kredite in Höhe von mehr als 82 Mrd. FCFA vergeben hat und gegenwärtig über 290.000 Mitglieder zählt. Eine wichtige Zielgruppe der Mikrofinanzinstitutionen stellen FrauenÖffnet externen Link in neuem Fenster dar.

Ende 2010 wurde bekannt, dass die Spar- und Kleinkreditkasse Jéméni in sehr ernste SchwierigkeitenÖffnet externen Link in neuem Fenster geraten war. Die Zahl der von dieser Krise betroffenen Personen wurde auf landesweit ca. 60.000 Sparer geschätzt. Als Reaktion auf die bekannt gewordenen Missstände kam es zu Demonstrationen und verstärktem VertrauensverlustÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Tourismus

In einigen Regionen hat der Tourismus zumindest bis 2008 deutlich an Bedeutung gewonnen. Die Zahl der ausländischen Touristen stieg von 98.000 Personen in 2002 auf 200.000 Personen in 2008, womit der TourismusÖffnet externen Link in neuem Fenster zwischenzeitlich ein immer wichtigerer Wirtschaftssektor (Einnahmen aus dem Tourismus 2008: 110 Mrd. FCFA) geworden war, der in 2008 vom malischen Tourismusminister als eine zukünftige Lokomotive des wirtschaftlichen Wachstums bezeichnet wurde. Allerdings ist seit 2009 aufgrund der zunehmend angespannten Sicherheitslage ein starker Rückgang der Zahl ausländischer BesucherÖffnet externen Link in neuem Fenster zu beobachten (2010: 120.000 ausländische Touristen), der in zunehmendem Maße auch die lokale WirtschaftsentwicklungÖffnet externen Link in neuem Fenster in den Tourismusgebieten gefährdet.

Zunehmende Beachtung findet ein UNESCO-Projekt zur Förderung eines sozial- und umweltverträglichen und nachhaltigen TourismusÖffnet externen Link in neuem Fenster m Dogonland.

Wirtschaftsindikatoren, Analysen, Statistiken

Mali gehört entsprechend der Indikatoren der menschlichen Entwicklung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen zu den 10 ärmsten Ländern der Welt (Rang 175 von 187 Staaten, 2011). Wichtigster Wirtschaftssektor ist die Landwirtschaft, die über 70 % der wirtschaftlich aktiven Bevölkerung beschäftigt und 35 % zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Stark an Bedeutung gewonnen haben in den letzten zehn Jahren der Goldbergbau sowie der informelle Sektor.

Es besteht ein deutliches Süd-Nord-Gefälle der wirtschaftlichen Entwicklung. Südmali mit der Agglomeration Bamako und den Baumwollanbaugebieten weist deutlich bessere Indikatoren der Wirtschaftsentwicklung auf als die zentralen und nördlichen Landesteile.

Von sehr erheblicher Bedeutung sind die RücküberweisungenÖffnet externen Link in neuem Fenster von im Ausland lebenden Maliern (nach Schätzungen ca. 200 Mio. Euro – in etwa 10 % des Bruttoinlandsprodukts – in 2010).

Der Ausbruch bürgerkriegsartiger Auseinadersetzungen in der Elfenbeinküste in 2002 und die dadurch ausgelöste dortige Wirtschaftskrise hatten sich negativ auf die Wirtschaftsentwicklung MalisÖffnet externen Link in neuem Fenster ausgewirkt. Wichtige Absatzmärkte für malische Agrarprodukte in der Elfenbeinküste brachen weg. Der bis 2002 in erster Linie über die Elfenbeinküste abgewickelte Außenhandel Malis wurde zudem durch stark gestiegene Transportkosten belastet. Erschwerend kam hinzu, dass aufgrund von fremdenfeindlichen Entwicklungen in der Elfenbeinküste zehntausende Malier nach Mali zurückkehren mussten. Dies brachte erhebliche wirtschaftliche Belastungen im Lande, da die üblichen Geldüberweisungen an in Mali lebende Familienangehörige entfielen. Zudem mangelte es in Mali an wirtschaftlichen Betätigungsmöglichkeiten für die Zwangsrückkehrer. Auch die erneute Zuspitzung der Lage in der Elfenbeinküste Anfang 2011 traf die malische Wirtschaft schwerÖffnet externen Link in neuem Fenster. Auch aus diesem Grund steigt die Bedeutung der Abwicklung des Außenhandels in ÜberseehäfenÖffnet externen Link in neuem Fenster außerhalb der Elfenbeinküste.

Mit der Elfenbeinküste wurde eine engere Zusammenarbeit in der Elektrizitätsversorgung vereinbart. Eine im Bau befindliche HochspannungsleitungÖffnet externen Link in neuem Fenster soll die Regionen Sikasso und Ségou mit Strom aus der Elfenbeinküste versorgen. Die Stromleitung ist für die Verbesserung der Elektrizitätsversorgung Malis von erheblicher Bedeutung und wird von einem indischen Firmenkonsortium errichtet. Darüber hinaus ist eine Verbindung der Elektrizitätsnetze Malis und GuineasÖffnet externen Link in neuem Fenster geplant sowie die Errichtung eines Stromverbunds mit Burkina Faso und GhanaÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Das WirtschaftswachstumÖffnet externen Link in neuem Fenster betrug in 2010 5,8 %, was einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr (4,5 %) bedeutete. In 2011 wurde ein Wirtschaftswachstum von 5,3 % erzielt, wobei das Wirtschaftswachstum vor allem von der für Mali günstigen Entwicklung des Weltmarktpreises für Gold profitiert hat. Für 2012 prognostiziertÖffnet externen Link in neuem Fenster der IWF ein Wirtschaftswachstum von über 5 %. Im Durchschnitt der Jahre 2002-2006 betrug das Wirtschaftswachstum 4,9 % (2007-2008: 4,2 %).

Zahlreiche aussagekräftige Daten zur Wirtschaftsstruktur und -entwicklungÖffnet externen Link in neuem Fenster finden sich unter anderem auf einer Internetseite der Weltbank.

Regelmäßig aktualisierte Informationen zur Ernährungslage und zu möglichen Ernährungskrisen in Mali stellen die Hungerfrühwarnsysteme FEWSNETÖffnet externen Link in neuem Fenster und SAPÖffnet externen Link in neuem Fenster bereit, sowie die Marktinformationssysteme OMAÖffnet externen Link in neuem Fenster und RESIMAOÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Wirtschaftspolitik

In der Wirtschaftspolitik verfolgt die Regierung eine Förderung der PrivatwirtschaftÖffnet externen Link in neuem Fenster und der Liberalisierung, wobei diese Politik neben Zustimmung auch AblehnungÖffnet externen Link in neuem Fenster erfährt. Der StaatshaushaltÖffnet externen Link in neuem Fenster ist defizitär, wobei das Defizit in 2010 im Vergleich zu 2009 geringer ausgefallen ist.

Seit 1988, mit Nachdruck aber insbesondere seit Mitte der neunziger Jahre unternimmt die malische Regierung deutliche Anstrengungen zur Ankurbelung der Wirtschaft. Die auf Druck und mit Unterstützung der Weltbank durchgeführten wirtschaftspolitischen ReformprogrammeÖffnet externen Link in neuem Fenster (Handelsliberalisierung, Privatisierung und Liquidierung unrentabler Staatsbetriebe, Sektorprogramme) führten zu mehr Leistungsanreizen und Wettbewerb sowie einem deutlichen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts und ausländischer Investitionen. Oftmals verursachten die auf Druck der internationalen Gebergemeinschaft initiierten Maßnahmen aber auch soziale HärtenÖffnet externen Link in neuem Fenster und trafen bei (Teilen) der Bevölkerung auf Ablehnung. Bei der gescheiterten Privatisierung der staatlichen Wasser- und Elektrizitätsgesellschaft Energie du Mali (EDM) (Übernahme der Kapitalmehrheit in 2000 durch die französische Bouygues-Gruppe) wurden sogar die vertraglich festgelegten Rahmenbedingungen auf Druck breiter Teile der Bevölkerung durch den Staatspräsidenten wieder außer Kraft gesetzt. Nach grundlegenden Meinungsverschiedenheiten mit der malischen Regierung verkaufte die Bouygues-Gruppe in 2005 ihre Anteile. Nach der gescheiterten PrivatisierungÖffnet externen Link in neuem Fenster bleibt abzuwarten, ob die EDMÖffnet externen Link in neuem Fenster ein ProblemfallÖffnet externen Link in neuem Fenster für die nationale Privatisierungspolitik bleiben wird, die im übrigen vor dem Wahljahr 2012 erheblich an Elan verloren hat. Dennoch ist eine erhebliche Ausweitung der Elektrizitätsversorgung auch im ländlichen Raum geplant, wobei verstärkt auch die SolarenergieÖffnet externen Link in neuem Fenster genutzt werden soll.

Die im Lande umstrittene Privatisierung der nationalen Baumwollgesellschaft CMDT Öffnet externen Link in neuem Fensterwurde mehrfach verschoben, und soll nun in 2012 abgeschlossen werden. Interessant könnten in dieser Hinsicht auch die in Burkina Faso gemachten ErfahrungenÖffnet externen Link in neuem Fenster sein.

Die Privatisierung der staatlichen Ölmühlengesellschaft HUICOMAÖffnet externen Link in neuem Fenster endete in einem Fiasko. Einen wesentlichen Erfolg stellte hingegen die Privatisierung der SOTELMAÖffnet externen Link in neuem Fenster dar, die sich zu 51% im Besitz des marokkanischen Unternehmens Maroc Télécom befindet. Jedoch war die Privatisierung mit einem erheblichen Arbeitsplatzabbau verbunden und die Verwendung der PrivatisierungserlöseÖffnet externen Link in neuem Fenster umstritten.

Die malische Regierung ist verstärkt bemüht, ausländische und malische PrivatinvestorenÖffnet externen Link in neuem Fenster, zum Beispiel für den Ausbau des Industriesektors zu gewinnen, wobei auch Public Private Partnership (PPP) gefördert wird. So wurde beispielsweise in 2010 ein neues, auf der Grundlage von PPP errichtetes, KraftwerkÖffnet externen Link in neuem Fenster eingeweiht, von dem eine Verbesserung der problematischen ElektrizitätsversorgungÖffnet externen Link in neuem Fenster erwartet wird.

Bislang konzentrieren sich Privatinvestoren auf die Sektoren HandelÖffnet externen Link in neuem Fenster, Telekommunikation, Transportwesen und Baugewerbe. Hemmend wirkt sich neben der Binnenlage und infrastruktureller Mängel die weiterhin weit verbreitete KorruptionÖffnet externen Link in neuem Fenster aus, welche nach einer Weltbank-Studie zu den wichtigsten Investitionshemmnissen zählt.

Der Doing Business 2011-BerichtÖffnet externen Link in neuem Fenster der Weltbank, der die Wirtschaftsfreundlichkeit verschiedener Staaten analysiert, stuft Mali zwar lediglich auf Rang 146 von 183 untersuchten Staaten ein. Zugleich bescheinigt der Bericht der Regierung seit 2005 Fortschritte in Bezug auf die Wirtschaftsfreundlichkeit staatlichen HandelnsÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Ein deutsches Bauunternehmen erfuhr bei der Verwirklichung eines ImmobilienprojektsÖffnet externen Link in neuem Fenster in Bamako ernste Schwierigkeiten.

Vom Ausbau des internationalen Flughafens Bamako werden wesentliche Impulse für die Wirtschaftsentwicklung, speziell der Agglomeration Bamako, erwartet.

Produkte und Produktionsweisen

In der Agrarwirtschaft dominieren traditionelle Produktionsweisen, die weitgehend ohne moderne Produktionsmittel auskommen. Ausnahmen stellen der moderne BewässerungsreisanbauÖffnet externen Link in neuem Fenster, der in verstärktem Maße von subventionierten Produktionsmitteln profitiert, und der exportorientierte BaumwollanbauÖffnet externen Link in neuem Fenster dar. Letzterer wurde seit den Neunziger Jahren massiv ausgeweitet, was zunehmende ökologische Schäden nach sich gezogen hat. Im Zeitraum 2006 bis 2008 ging die Baumwollproduktion erheblich zurück (Tiefpunkt in 2008 mit lediglich 201.000 t), wobei der ProduktionsrückgangÖffnet externen Link in neuem Fenster vor allem auf die verspätete Bezahlung der Baumwolle durch die CMDT, die Verschuldung der Bauern und gestiegene Produktionsmittelkosten zurückgeführt wurde. Zudem erwies sich die CMDT nur unzureichend in der Lage, den Bauwollbauern in ausreichendem Maße Produktionsmittel zu liefern. Es bleibt abzuwarten, ob die angestrebte ErhöhungÖffnet externen Link in neuem Fenster der Baumwollproduktion von langfristiger Dauer sein wird. Seit 2009 steigen die Produktionsmengen wieder deutlich an. In 2011 wurden 460.000 t Rohbaumwolle (2010: 260.000 t) geerntet, wobei die Produktion hinter dem Planziel von 500.000 t Rohbaumwolle zurückblieb.

Die USAID fördert seit 2005 die Verwendung von gentechnisch manipuliertem BaumwollsaatgutÖffnet externen Link in neuem Fenster, die jedoch umstritten ist. Mit Unterstützung der VR China werden Anbauversuche mit Hybridreissorten durchgeführt.

Bei der Ausarbeitung und Einführung von Regeln der biologischen SicherheitÖffnet externen Link in neuem Fenster strebt die malische Regierung eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Regierungen anderer westafrikanischer Staaten an.

Der biologische BaumwollanbauÖffnet externen Link in neuem Fenster gewinnt allmählich an Bedeutung und wird von über 8.000 Bauern in Südmali praktiziert. In zunehmendem Maße werden auch im Mangoanbau zertifizierte biologische AnbaumethodenÖffnet externen Link in neuem Fenster angewendet.

Baumwollernte in der Region Ségou
Foto: Kai-Uwe Seebörger

 

 

 

Baumwollernte in der Region Ségou

Der Anbau von GemüseÖffnet externen Link in neuem Fenster und ObstÖffnet externen Link in neuem Fenster hat vor allem im Umland größerer Städte stark zugenommen.

Insbesondere in Nord- und Zentralmali wird von den Tuareg, Mauren und Fulbe traditionelle halbnomadische und nomadische Tierhaltung praktiziert. Im Gegensatz hierzu steht die Entwicklung einer insbesondere im Umland Bamakos zunehmend intensiv praktizierten HühnerhaltungÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Im Handwerk, das vor allem in den Städten an Bedeutung gewinnt, dominieren informelle Strukturen und einfache Techniken. Zugleich erfährt das HandwerkÖffnet externen Link in neuem Fenster im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit zunehmende Aufmerksamkeit.

Im Gegensatz zur handwerklichen GoldgewinnungÖffnet externen Link in neuem Fenster sind die von den ausländischen Unternehmen im Goldbergbau praktizierten Abbautechniken kapitalintensiv und setzen entsprechend ausgebildetes Fachpersonal (häufig Ausländer) voraus. In zunehmendem Maße werden die durch den industriellen Goldbergbau verursachten UmweltschädenÖffnet externen Link in neuem Fenster kritisiert.

Handel

Wichtigste Handelspartner Malis sind die EU-Staaten sowie die Nachbarländer Senegal und Elfenbeinküste. Der malische AußenhandelÖffnet externen Link in neuem Fenster ist deutlich defizitär. So standen in 2008 Importen im Wert von 1490 Mrd. FCFA (2007: 1091 Mrd. FCFA, 2006: 951 Mrd. FCFA) Exporte von lediglich 939 Mrd. FCFA (2007: 746 Mrd. FCFA, 2006: 578 Mrd. FCFA) gegenüber. Wichtigste Einfuhrgüter waren Ausrüstungen, Geräte, Fahrzeuge, Mineralölprodukte sowie Nahrungsmittel.

Bei den Exporten stand in 2010 mit weitem Abstand Gold an der Spitze (75 % des Exportswerts), gefolgt von Baumwolle (8 % des Exportswerts). Aufgrund des Anstiegs des Weltmarktspreises für Gold erzielte Mali in 2011 im Vergleich zum Vorjahr 20 % höhere Einnahmen aus dem Goldexport. Der Anteil von Lebendvieh am Gesamtexport ist rückläufig, wobei jedoch zu erwähnen ist, dass die Lebendviehexporte nur teilweise von der offiziellen Handelsstatistik erfasst werden (weitverbreiteter Schmuggel von Vieh in die Nachbarländer). Schwierig zu erfassen sind auch ReexporteÖffnet externen Link in neuem Fenster von Importwaren.

Die malische Volkswirtschaft ist stark von der Entwicklung der Weltmarktpreise für BaumwolleÖffnet externen Link in neuem Fenster und Gold abhängig. Mali ist in besonderem Maße von den erheblichen Schwankungen der Weltmarktpreise für Baumwolle betroffen. 1995 erzielte das Land pro Tonne exportierter Rohbaumwolle 1.486 Euro, in 2000 dagegen nur noch 784 Euro, wozu unter anderem die Subventionspolitik der USA und EUÖffnet externen Link in neuem Fenster beigetragen hat. Der seitdem verzeichnete starke Wiederanstieg der Weltmarktpreise wurde jedoch zu einem erheblichen Teil durch die stark gestiegenen Produktionsmittel- und Transportkosten relativiert. Es bleibt abzuwarten, in welchem Maße der malische Baumwollsektor von dem im Oktober 2010 verzeichneten historischen Höchststand der Weltmarktpreise für BaumwolleÖffnet externen Link in neuem Fenster (Oktober 2010: 1.900 Euro / Tonne Rohbaumwolle) profitieren wird.

Angesichts stark steigender Weltmarktpreise für WeizenÖffnet externen Link in neuem Fenster wird auch in Mali verstärkt nach Alternativen zur Verwendung von importiertem Weizenmehl gesucht, das vor allem in den Städten in Form von Weißbrot konsumiert wird.

Durch eine verstärkte DiversifizierungsförderungÖffnet externen Link in neuem Fenster sollen die Abhängigkeit von Gold- und Baumwollexporten reduziert und die Exporte erhöht werden. Angestrebt wird insbesondere ein verstärkter Export von MangofrüchtenÖffnet externen Link in neuem Fenster, wobei das Exportvolumen von 2005 bis 2010 von 2.900 t auf 10.400 t gesteigert werden konnte und Mangofrüchte zum viert wichtigsten Exportprodukt geworden sind. Allerdings bestehen trotz zunehmender InvestitionenÖffnet externen Link in neuem Fenster und steigender MangoexporteÖffnet externen Link in neuem Fenster noch erhebliche Schwierigkeiten und HerausforderungenÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Staatsverschuldung

In 2005 profitierte Mali zusammen mit 17 anderen hochverschuldeten Entwicklungsländern von einem von den G-8-Staaten gewährten umfassenden SchuldenerlassÖffnet externen Link in neuem Fenster. Dennoch stellt die VerschuldungÖffnet externen Link in neuem Fenster weiterhin ein wichtiges Problem dar.

Entwicklung und Entwicklungspolitik

 

Armut und Armutsbekämpfung

Seit 1992 verfolgt die malische Regierung konsequent eine multisektorielle Politik der ArmutsbekämpfungÖffnet externen Link in neuem Fenster und der Befriedigung der Grundbedürfnisse, welche sich auch in den landesspezifischen Millenium - EntwicklungszielenÖffnet externen Link in neuem Fenster erkennen lässt. Die wichtigsten Entwicklungsprogramme zielen in erster Linie auf einen Ausbau der Basisgesundheitsdienste, der Wasserversorgung sowie des Grundschulwesens ab. Diese Schwerpunkte flossen seit 2002 in die Ausarbeitung von Armutsbekämpfungsstrategien Öffnet externen Link in neuem Fensterein. Ein Schwachpunkt bei der bisherigen UmsetzungÖffnet externen Link in neuem Fenster der Strategie ist in der relativ schwachen Beteiligung der Zivilgesellschaft zu sehen.

Ein von der Regierung initiiertes soziales WohnungsbauprogrammÖffnet externen Link in neuem Fenster, das für den Zeitraum 2008 bis 2012 die Fertigstellung von insgesamt 10.000 Wohneinheiten vorsieht, zielt in erster Linie auf die kleine städtische Mittelschicht ab.

Nationale Entwicklungsanstrengungen

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Regierung und ihre Kritiker die Entwicklungsplanungen und -perspektiven unterschiedlich bewerten. Während die Regierung ihre Erfolge und die von ihr initiierten Programme, wie zum Beispiel das PDESÖffnet externen Link in neuem Fenster, hervorhebt, zeichnen ihre Kritiker ein wesentlich pessimistischeres Bild der gegenwärtigen Situation, und üben scharfe Kritik an den RegierungsprogrammenÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Ausländische Entwicklungsanstrengungen

Im Juni 2008 haben die wichtigsten GeberÖffnet externen Link in neuem Fenster Mali für den Zeitraum 2008 bis 2012 insgesamt 3.215 Mrd. FCFA Entwicklungshilfe in Aussicht gestellt.

Die Bundesrepublik Deutschland ist nach Frankreich, den USAÖffnet externen Link in neuem Fenster, KanadaÖffnet externen Link in neuem Fenster und den Niederlanden ein wichtiges Geberland. Die wichtigsten multilateralen Geber sind die WeltbankÖffnet externen Link in neuem Fenster, der IWFÖffnet externen Link in neuem Fenster, die Kommission der EUÖffnet externen Link in neuem Fenster, die Afrikanische Entwicklungsbank und UNDP.

Folgende Links führen Sie zu landesspezifischen Aktivitäten einzelner Institutionen und Organisationen:

France diplomatieÖffnet externen Link in neuem Fenster

SNV Öffnet externen Link in neuem Fenster

CIDAÖffnet externen Link in neuem Fenster

EUÖffnet externen Link in neuem Fenster

Afrikanische EntwicklungsbankÖffnet externen Link in neuem Fenster

UNDPÖffnet externen Link in neuem Fenster

Deutsche Entwicklungs- und Hilfsorganisationen in Mali

Mali ist seit dem Jahr 2000 ein Schwerpunktpartnerland der deutschen EntwicklungszusammenarbeitÖffnet externen Link in neuem Fenster, zu dem die BRD schon seit der Unabhängigkeit gute Beziehungen unterhält.

Im Rahmen des Dreijahresprogramms 2009-2011Öffnet externen Link in neuem Fenster hat die Bundesregierung dem Land insgesamt 110 Mio. Euro als nicht-rückzahlbaren Zuschuss zugesagt, was einer erheblichen Steigerung im Vergleich zum Zeitraum 2006-2008 (72 Mio. Euro, 2003-2005: 67 Mio. Euro) entspricht. Schwerpunkte der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit sind die Unterstützung der Dezentralisierung und der KommunalentwicklungÖffnet externen Link in neuem Fenster, die Förderung der Landwirtschaft und eines nachhaltigen Ressourcenmanagements, sowie der Ausbau der Trinkwasserversorgung und der Abwasser- und Müllentsorgung. Zusätzlich beteiligt sich die Bundesrepublik an Aidspräventions- und Behandlungsmaßnahmen. Darüber hinaus erhält Mali Budgethilfe, die der Umsetzung der Wachstums- und Armutsbekämpfungsstrategie dient.

Folgende Links führen Sie zu landesspezifischen Aktivitäten deutscher Institutionen und Organisationen:

Bundesministerium für wirtschaftliche ZusammenarbeitÖffnet externen Link in neuem Fenster

Deutscher EntwicklungsdienstÖffnet externen Link in neuem Fenster

Gesellschaft für Internationale ZusammenarbeitÖffnet externen Link in neuem Fenster

Kreditanstalt für WiederaufbauÖffnet externen Link in neuem Fenster

Friedrich-Ebert-StiftungÖffnet externen Link in neuem Fenster

WelthungerhilfeÖffnet externen Link in neuem Fenster

Solisa FreundeskreisÖffnet externen Link in neuem Fenster

Eine-Welt Nordenham e.V.Öffnet externen Link in neuem Fenster

Partnerschaft für ländliche Entwicklung in Afrika e.V.Öffnet externen Link in neuem Fenster

Mali-HilfeÖffnet externen Link in neuem Fenster

bewässerter Gemüseanbau
Fotos: Kai-Uwe Seebörger
Kleinstaudämme

Dogonland, Region Mopti: Die von der deutschen Entwicklungszusammenarbeit geförderte Errichtung von Kleinstaudämmen (rechts) ermöglicht eine Ausweitung des bewässerten Gemüseanbaus (links).

Über den Autor

Der Diplom-Geograph Kai-Uwe Seebörger lebt in Berlin.

Seit 1993 ist er in der Entwicklungszusammenarbeit tätig. Mehrjährige Arbeitsaufenthalte und verschiedene Gutachtereinsätze in westafrikanischen Staaten mit Schwerpunkt Mali. Tutor in der Akademie für internationale Zusammenarbeit (AIZ) der GIZ. Lehraufträge an Universitäten und Fachhochschulen.

Ich freue mich auf Ihre Anregungen, Kommentare, Kritik.

Literaturhinweise

Weiterführende Literatur zu den Themen:

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2012 aktualisiert.

Trainingsangebote AIZ

Die AIZ mit Sitz in Bad Honnef bietet mehr als 50 monatlich stattfindende Trainingskurse zu folgenden Themen an: 

 

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