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In ethnischer Sicht ist Nigeria ein Vielvölkerstaat
. Mehr als 400 unterschiedliche Sprach- und Volksgruppen verteilen sich auf die verschiedenen Regionen des Landes. Die größten ethnischen Gruppen sind:
(33%) im Norden,
(21%) im Südwesten und die Igbo
(18%) im Südosten.
Die Minderheiten, "Minority Groups", umfassen u.a.:
Das Problem der Machtverteilung zwischen den Ethnien führt permanent zu Spannungen und Konflikten, da die Minderheiten das politische Gewicht der großen Volksgruppen meist als Dominanz empfinden. Fakt ist, dass das gesellschaftliche Leben im Land durch Stammesdenken, Machtkämpfe und Kämpfe zwischen den Religionen beeinträchtigt wird.
Insgesamt werden in Nigeria über 400 Sprachen und weit über 1000 Dialekte gesprochen. Die Amtssprache des Landes ist Englisch. Als Verkehrssprachen gelten Hausa, Yoruba und Igbo, die Sprachen der drei Hauptvolksgruppen in den jeweiligen Regionen, sowie Pidgin-English oder Broken English
in den Ballungszentren Südnigerias. Die wichtigsten Sprachgruppen
werden von der Universität Texas, Austin, dargestellt. Gute und detaillierte Angaben zur Sprachenvielfalt Nigerias macht auch Ethnologue
.
Trotz des Ölreichtums sind die Unterschiede zwischen Armen und Reichen im Land immer noch sehr groß. So kommen die Einnahmen aus dem Erdöl- und Erdgasgeschäft in erster Linie den den ausländischen Ölkonzernen und der reichen nigerianischen Minderheit zugute, die Mehrheit der Bevölkerung bleibt dabei vom Reichtum ausgeschlossen. Weit mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, bei den Jugendlichen wird sie sogar auf über 20% geschätzt. Der Mangel an lohnabhängiger Beschäftigung führt dazu, dass immer mehr Nigerianer/innen in den Großstädten Überlebenschancen
im informellen Wirtschaftssektor als "self-employed" suchen. Die Massenverelendung nimmt seit Jahren bedrohliche Ausmaße an.
Bedauerlicherweise führt die Armut häufig auch dazu, dass junge Mädchen, insbesondere aus den Bundesstaaten Edo und Delta, nach Europa gehen, in der Hoffnung, dort Geld für sich und ihre Familien zu verdienen. In der Realität landen diese Frauen jedoch meist im Prostitutionsgewerbe, wobei die Zuhälter den Verdienst abkassieren und kaum Geld für die Frauen, geschweige denn ihre Familien in Nigeria übrig lassen. Das Portal NAPTIP
bietet ausführliche Informationen zu dieser Thematik.
Seit dem Ölboom in den 1970er Jahren ist die Zahl der Einwohner/innen in den Großstädten Nigerias sprunghaft gestiegen. Die Urbanisierungsrate beträgt 47%. Immer mehr Menschen strömen täglich in die Großstädte auf der Suche nach besseren Verdienstmöglichkeiten.
Trotz des Reformprogramms der Obasanjo-Administration zur Wiederbelebung der Landwirtschaft, ist die Armut
in den ländlichen Gebieten nach wie vor größer als in den städtischen Ballungsgebieten. Insbesondere die jungen Menschen sehen in der Landwirtschaft keine Verdienstmöglichkeiten. Außerdem wurde seit dem Ölboom fast ausschließlich in die Modernisierung der Großstädte investiert, sodass die ländlichen Gebiete mehr und mehr verfielen.
Obwohl die nigerianische Verfassung von 1999 die Gleichheit der Geschlechter
garantiert, sieht die Wirklichkeit anders aus. Von dem Ziel, den Frauenanteil im Parlament um 30% anzuheben, wie es die "National Policy on Women" (2002) der Obasanjo-Regierung vorsah, ist Nigeria auch heute noch weit entfernt. Nach den Parlamentswahlen von 2007 war nur ein geringer Prozentsatz von Frauen in beiden Häusern der Nationalversammlung
vertreten.
Innerhalb der ländlichen Bevölkerung ist das Geschlechterverhältnis eindeutig, da das Leben immer noch stark von traditionellen Gesetzen und Praktiken bestimmt wird. Allerdings gibt es je nach ethnischer Zusammensetzung
, religiöser Zugehörigkeit und Region große Unterschiede. Einen guten Einblick in die rechtliche, soziale und ökonomische Situation der Frau im islamischen Norden Nigerias ermöglicht eine Veröffentlichung
der Ethnologin Katja Werthmann.
Eine Vielzahl von Frauenorganisationen
engagiert sich in Nigeria für die Gleichstellung der Geschlechter.
Homosexualität
ist in Nigeria verboten und steht unter Strafe. So können gleichgeschlechtliche Eheschließungen mit bis zu 14 Jahren Haft strafrechtlich verfolgt werden.
Das nigerianische Bildungssystem basiert auf einem so genannten 6-3-3-4-Prinzip. Für Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren besteht Schulpflicht und der Schulbesuch ist für die Grundschule und die untere Sekundarschule (JSS) gebührenfrei.
Das nigerianische Bildungssystem
Dauer | Alter | Schulart | Bezeichnung | Abschluss |
6 Jahre | 6-12 Jahre | Grundschule | Primary School | First School Leaving Certificate |
3 Jahre | 12-15 Jahre | Sekundarschule | Junior Secondary School (JSS) | Junior Secondary School Certificate |
3 Jahre | 15-18 Jahre | Sekundarschule | Senior Secondary School (SSS) | Senior Secondary Certificate oder General Certificate of Education |
4 Jahre | 18-22 Jahre | Hochschule | University | Bachelor |
In den 29 Jahren Militärherrschaft wurde das Bildungswesen in Nigeria stark vernachlässigt. Die Bildungspolitik der Regierung Obasanjo hat in den acht Jahren (1999-2007) viel für die Verbesserung des Bildungssektors versprochen, aber nur wenig umgesetzt. Folge: Die Bildungsangebote auf den drei Ebenen des nigerianischen Bildungswesens (primär, sekundär und tertiär)
sind qualitativ unzureichend. Nicht nur, dass die Ausstattung der Schulen landesweit in einem katastrophalen Zustand ist, in vielen Schulen mangelt es darüber hinaus sogar bereits an Unterrichtsräumen
. Zulauf haben in den letzten Jahren die Privatinstitutionen, die sich allerdings nur wohlhabende Familien leisten können.
Weitere Informationen zur Bildungssituation in Nigeria finden sich auch hier:
Insgesamt ist die Gesundheitsversorgung in Nigeria
als unzureichend einzustufen. Wer kein Geld hat, bekommt keine medizinische Behandlung. Zwischen Arm und Reich sowie zwischen Nord und Süd besteht ein erhebliches Gefälle. Auf dem Land sind die Verhältnisse noch schlechter als in der Stadt.
Die medizinischen Einrichtungen werden vom Staat unterhalten. Nur ganz wenige Einrichtungen werden von den Kirchen oder von privaten Trägern finanziert. Dementsprechend hoch sind die Gebühren für die medizinische Behandlung und Versorgung in privaten Einrichtungen.
Der Glaube an die Heilungskräfte der traditionellen Medizin ist bei den Nigerianern nach wie vor sehr lebendig. Vor allem bei bestimmten Krankheiten werden eher die traditionellen Heiler
konsultiert.
Gegen Meningitis führten Ärzte ohne Grenzen
2009 eine Massenimpfkampagne in Norden Nigerias durch. Informationen über die Aufklärungsarbeit gegen die Beschneidung von Frauen in Nigeria liefern Waris Dirie
und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
. Umfassende Daten zu Malaria, AIDS, übertragbaren Geschlechtskrankheiten oder die Beschneidung von Frauen sind im Demographic and Health Survey
2008
enthalten.
Ausführliche Informationen über die Gesundheitsversorgung in Nigeria gibt die Weltgesundheitsorganisation WHO-NIGERIA
.
HIV-AIDS hat sich in den letzten Jahren in Nigeria sehr schnell ausgebreitet. Einen aktuellen Report über HIV-AIDS in Nigeria liefert UNAIDS
. Gründe für die rasante Ausbreitung sind Faktoren wie Promiskuität, die seltene Verwendung von Kondomen, ländliche und städtische Armut, die niedrige Alphabetisierungsrate und schlechte Bildung, der insgesamt schlechte Gesundheitszustand, der niedrige gesellschaftliche Status von Frauen sowie die Stigmatisierung von Erkrankten.
Zur Bekämpfung der weiteren Ausbreitung von HIV-Aids wurde 2002 von Seiten der Regierung eine "National Agency for the Control of HIV/AIDS (NACA)"
gegründet. Informationen über HIV/AIDS in Nigeria bieten "Journalist Against Aids (JAAIDS) Nigeria"
und die WHO-Nigeria. Eine andere Informationsquelle
befasst sich mit Aufklärungsprogrammen über AIDS in Nigeria. Eine Liste von Vorbeugungsmaßnahmen für Mädchen und junge Frauen wurde 2005 von der "International Planned Parenthood Federation (IPPF)"
erstellt.
Das Gebiet, das der heutige Staat Nigeria umfasst, hat viele eindrucksvolle Kulturen und Staatenbildungen hervorgebracht. Dies ist in Publikationen umfangreich beschrieben und analysiert worden. Nigeria besitzt große und bedeutende Museen, z.B. in Lagos (Nationalmuseum), Jos (Freilichtmuseum) oder Benin (Benin-Bronzen) sowie eine große Zahl regionaler Museen. Gewinnen Sie einen Einblick und einen Vorgeschmack auf touristische Ziele unter Kulturvielfalt Nigerias
.
Die traditionellen Kulturen und ihre künstlerischen Erzeugnisse sind weltberühmt. Dazu zählen u.a. die NOK-Terrakotten (bis zu 3000 Jahre alt), Metallgüsse aus Ife, Benin-Bronzen, Zeugnisse der Sao-Kultur vom Tschadsee, Bronzen aus Igbo-Ukwu, Terrakotten aus Owo, die Masken vieler Völker, Batiken, Färberei-Produkte, Töpferwaren und Weberzeugnisse.
In der modernen zeitgenössischen Kunst hat Nigeria eine ganze Reihe von anerkannten Künstler/innen hervorgebracht. Künstler wie Twins Seven Seven
, Chief Muraina Oyelami, Obiora Udechukwu, Uche Okeke, Jimoh Buraimoh u.a. haben sich dabei weltweit einen Namen gemacht.
Die zeitgenössische Literatur Nigerias hat mit der Verleihung des Nobelpreises für Literatur an Wole Soyinka
(1985) ihren offiziellen Einzug in die Weltliteratur erhalten. Auch die Verleihung des Friedenpreises des Deutschen Buchhandels 2002 an Chinua Achebe
brachte vor allem dem deutschen Publikum die nigerianische Literaturwelt nah. 2007 wurde Achebe mit dem Man Booker Prize, dem bedeutendsten
Literaturpreis im englischen Sprachgebiet
geehrt. Unter den Schriftstellerinnen mit internationaler Anerkennung befinden sich die verstorbene Flora Nwapa sowie Buchi Emecheta und Zaynab Alkali. Einige ihrer Werke wurden ins Deutsche übersetzt und vom Göttinger Lamuv Verlag
herausgegeben. Zu den neueren weiblichen Stimmen des Landes zählt die junge Chimamanda Ngozi Adichie
, die bereits zwei ihrer Romane im renommierten Luchterhand Verlag in München veröffentlicht hat. Einen Überblick
über die nigerianischen Schriftsteller/innen erhalten Sie hier.
Besonders bei den Volksgruppen der Igbo und Yoruba im Süden des Landes steht das mündliche Erzählen
als wichtigste Kunstform in hohem Ansehen. Die Erzählungen sind reich an Sprichwörtern und Lebensweisheiten und erfüllen in der Gesellschaft verschiedene Funktionen.
In der Musikszene genießt die nigerianische Musik bereits internationale Anerkennung. Die Afro-Beat-Tradition des 1997 verstorbenen Fela Kuti
wird heute von seinem Sohn Femi Kuti fortgesetzt. King of Juju Music Sunny Ade
begeistert das Publikum weltweit mit seiner "Juju Musik". Chief Stephen Osita Osadebe
gehörte zu den besten Highlife-Musikern Westafrikas.
In der Film- und Videobranche Nigerias boomt das Geschäft. Bekannt unter "Nollywood"
wird nicht nur in englischer Sprache, sondern auch in Igbo, Yoruba, Hausa und Pidgin-English produziert. Die Nollywood-Filme orientieren sich am nigerianischen Alltagsgeschehen
und thematisieren Phänomene wie Neid, Missgunst, Eifersucht, Armut und Reichtum in der Gesellschaft, AIDS, Korruption, Prostitution, Gewalt sowie interreligiöse Familiengeschichten. Traditionelle Aspekte
wie Zauberei und Magie werden dabei ebenfalls selbstverständlich in die Filmhandlungen integriert.
Nigerianer/innen sind in Westafrika für ihre farbenprächtige und kunstvoll bestickte Kleidung bekannt. Da Nigeria ein Vielvölkerstaat ist, hat jede ethnische Gruppe ihre traditionelle Kleidung. In ländlichen Gebieten werden diese auch heute noch im Alltag getragen. Die Männer tragen den "statusgebundenen Chieftaincy", den "Jumper" die sog. "Agbada"
und den "Baba Rija". Die nigerianischen Frauen auf dem Land tragen das "Buba" mit dem traditionellen Wickelrock, der "Wrapper"
genannt wird.
Die nigerianische Verfassung garantiert Religionsfreiheit
. Dabei gestaltet sich die religiöse Freiheit aber für den christlichen Teil der Bevölkerung, der in einem der Bundesstaaten lebt, in denen die Scharia herrscht, äußerst problematisch.
Drei Arten von Religion sind in Nigeria zu finden: der Islam, der durch den Transsahara Handel im 11. Jahrhundert entstanden ist; das Christentum, eingeführt um 1842 von europäischen Missionaren, und die indigene Religion, die es schon immer gab. Fast 50% der Bevölkerung sind Moslems, 45% Christen und der Rest der Bevölkerung gehört indigenen Glaubensrichtungen an. Eine detaillierte Übersicht über die verschiedenen Religionen bieten die U.S. Library of Congress
.
Im Norden des Landes überwiegt der muslimische Anteil der Bevölkerung und im Südosten der christliche, während es im sogenannten Middle Belt und im Südwesten eine eher ausgewogene Verteilung gibt.
Aus den Marktzentren des Transsahara-Handels am Tschadsee entwickelte sich im 9. Jahrhundert das Rech Kanem-Bornu im Nordosten Nigerias. Hier begann die Islamisierung des Nordens Nigerias, denn die Herrscher dieses Reiches waren die ersten, die im 11. Jahrhundert zum Islam übertraten. Zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert breitete sich durch den Transsahara-Handel der Islam in die benachbarten Hausa-Staaten (Kano, Katsina, Zaria) aus. Eine völlige Islamisierung des Hausa-Gebietes setzte 1804 mit dem Jihad unter der Führung des Islamgelehrten Usman Dan Fodio
ein, der mit der Gründung des Kalifats Sokoto und dem Vordringen bis nach Ilorin im nördlichen Yoruba-Land die Stellung des Islam endgültig festigte.
Im Norden Nigerias sind zwei Strömungen des Islam vertreten: die Bruderschaft der Qadiriyya in Sokoto und der Tijaniyya
, der alteingesessenen Hausa in Kano. Beide sind Varianten des sunnitischen Islam. Seit der nigerianischen Unabhängigkeit sind viele islamische Gemeinschaften entstanden, d.h. wie bei den Christen auch, passte sich der Islam den afrikanischen Traditionen u.a. mit der Entstehung neuer islamischer Sekten an.
Abgesehen von Niederlassungen einzelner Missionare in den großen Sklavenumschlagplätzen (Badagry, Calabar, Lagos) begann eine systematische christliche Missionierung
erst um 1842, ausgehend vom "Fourah Bay College" in Freetown/Sierra Leone, wo Großbritannien befreite Sklaven angesiedelt hatte. So stammte auch der erste Bischof Nigers (Westafrika), Samuel Ajayi Crowther, von dort. Den Anfang der Christianisierung machten die anglikanischen Missionare aus England
. In den Folgejahren breitete sich das Christentum im Süden Nigerias nach und nach aus. Das Zentrum der Missionierung war die Stadt Abeokuta im Südwesten Nigerias. Die erste Missionsstation im Südosten Nigerias wurde erst 1885 in Onitsha gegründet.
Das Christentum unterteilt sich in Katholiken (13%), Protestanten (15%) und synchretistische afrikanische Kirchengemeinschaften (17%) - einer Vermischung von traditionellen Religionen und Freistilevangelisten, meistens Mitglieder evangelikaler und pentekostaler Kirchen
. Über tausend dieser neuen afrikanischen Kirchengemeinden mit mehreren Millionen Mitgliedern
gibt es bereit in Nigeria, Tendenz steigend. Dabei sind die meisten dieser Kirchen stark profitorientiert; "Church is business."
, ist ein geflügeltes Wort in Nigeria.
Als Dachverband verschiedener christlicher Kirchen und Organisationen in Nigeria fungiert die 1976 gegründete Christian Association of Nigeria
.
Trotz der Anfeindungen durch die etablierten Glaubenseinrichtungen über Jahrhunderte hinweg haben sich die traditionellen Religionen
behaupten können und erleben drezeit eine Art Renaissance. Je nach Volksgruppe glaubt man an Erdgeister, Wassergötter, Ahnengeister, Gottheiten, Magie und Zauberei. Ausgeprägt bei den Volksgruppen im Süden Nigerias ist der "Juju-Glaube", in dessen Zentrum Juju als magische Zauberkraft steht. Erscheinungsformen sind Juju-Wälder, Juju-Flüsse, Juju-Pflanzen, Juju-Bäume oder auch Gegenstände wie Amulett und Talisman.
Trotz der Akzeptanz von Christentum und Islam sucht die breite Mehrheit der nigerianischen Bevölkerung im Juju Schutz vor fremden Mächten. Die nominelle Zugehörigkeit zu einer etablierten Religion bedeutet für viele Nigerianer/innen keineswegs die Aufgabe ihrer traditionellen Religion.
Das Verhältnis zwischen den Anhängern der beiden Religionen - Islam und Christentum - ist äußerst gespannt. Oft genügt ein geringer Anlass, um blutige Unruhen auszulösen. Ein auch nur annähernd in Verbindung gebrachter Vorfall im christlichen Süden gegen Muslime wird sofort Reaktionen im Norden hervorrufen, die immer wieder zum Tod von sog. Nichtgläubigen führen (Pogrome). Diese gehören mittlerweile zum politischen Alltagsgeschehen. Seit 1999 sprechen die offiziellen Zahlen von über 10.000 Toten aufgrund von religiösen Unruhen
. Die tatsächlichen Zahlen dürften um ein Vielfaches höher liegen.
Lesenswert dazu ist die Einschätzung der Globalsecurity
. Mit der Einführung der Scharia in bisher 12 Nordstaaten haben sich die Spannungen verschärft.
Dr. Emmanuel I. Ede wurde 1955 in Agbani/Enugu-State, Nigeria, geboren und lebt seit 1971 in Deutschland. Neben seinem Beruf als selbstständiger Architekt ist er als Trainer für Interkulturelle Handlungskompetenzen mit den Schwerpunkten West- und Zentralafrika, als Tutor für landesspezifische Auslandsvorbereitung für Nigeria sowie als Gutachter für politische Bildung tätig.
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Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Dezember 2011 aktualisiert.
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