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An der Westküste Afrikas gelegen, hat Nigeria mit der Atlantikküste im Süden des Landes nur eine einzige natürliche Grenze. Im Westen grenzt das Land an Benin
, im Norden an Niger
, im Nordosten an den Tschad
und im Osten an Kamerun
. Diese Grenzziehung ist das Resultat der europäischen Kolonialpolitik des 19. Jahrhunderts.
Mit einer Gesamtfläche von 923.768 Quadratkilometern ist Nigeria zweieinhalb Mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Die längste Ausdehnung von Westen nach Osten beträgt 1.300 km, von Norden nach Süden 1.100 km. Die Küstenlänge beträgt 853 km.
Einen Eindruck der Vielseitigkeit Nigerias vermitteln die folgenden Webseiten:
Neben den offiziellen Webseiten der nigerianischen Regierung
und des National Bureau of Statistics
bieten der HDR
des UN-Entwicklungsprogramms, das CIA World Factbook
, die Weltbank
, das Auswärtige Amt
, die BBC
, der Bertelsmann Transformation Index
und die Federal Research Division
der Bibliothek des US-Kongresses umfassende und detaillierte Informationen über Nigeria.
Topographisch gesehen besteht das Land im Küstengebiet überwiegend aus Mangrovensümpfen, geprägt von Wasserläufen und Lagunen. Landeinwärts schließt sich ein Tief- und Hügelland mit tropischem Regenwald an. In der Landesmitte geht die Landschaft in hügelige Plateaus mit einzelnen Inselbergen über. Während hier eine Feuchtsavannenvegetation vorherrscht, gibt es im Norden mit seinen trockenen Steppen- und Halbwüstenregionen eine Trockensavannenvegetation. Das Portal Onlinenigeria
bietet ausführliche Erläuterungen zu den unterschiedlichen Vegetationszonen Nigerias.
Niger und Benue sind die Hauptflüsse Nigerias. Der Niger, der dem Land seinen Namen gab, durchfließt das Land von Nordwesten nach Süden auf einer Länge von 1.170 km und fächert sich mit seiner Mündung in den Atlantik zum Nigerdelta auf. Der Kainji-Stausee am Niger im Nordwesten Nigerias wurde 1968 durch den Kainji-Staudamm aufgestaut. Der Damm ist für die Energiegewinnung des Landes von großer Bedeutung.
Nigerias Tierwelt ist sehr artenreich. Infolge der intensiven Besiedlungen und extensiven Rodung von Regenwäldern im Süden des Landes sind jedoch einige Tierarten von der Ausrottung bedroht. Der Kainji-Nationalpark
im Nordwesten und der Yankari-Nationalpark
im Nordosten des Landes dienen neben der Förderung des Tourismus dem Schutz dieser Tierarten. Über 50 verschiedene Säugertierarten sowie mehr als 300 unterschiedliche Vogelarten - wie z.B. Löwen, Büffel, Nilpferde, Antilopen, Krokodile und Affenarten - sind in den Nationalparks zu finden.
Das Klima Nigerias wird bestimmt durch den Wechsel von Regenzeit (Mai bis Oktober) und Trockenzeit (November bis April). Während die Regenzeit im Norden nur vier Monate andauert (Juni bis September), ist diese an der Küste ausgeprägter mit neun Monaten (März bis November). Im Küsten- und Regenwaldgebiet herrscht feuchtwarmes Klima mit jährlichen Niederschlägen von 1500-3000 mm, Temperaturen zwischen 28-35°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80-100%. Die Regenmenge nimmt von Süden nach Norden stark ab.
Im Landesinneren und im Norden (Savannengebiete) herrscht ein trockenheißes Klima mit jährlichen Niederschlägen von 500-1300 mm, Temperaturen von bis zu 40°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70%.Die Klimadiagramme weltweit
bieten einen Klimaquerschnitt einiger wichtiger Städte Nigerias.
Seit 1958 wurde im Nigerdelta Erdöl und -gas gefördert. Die massive Umweltverschmutzung und Zerstörung von Lebensraum kostete, trotz Massenprotesten der dort lebenden Volksgruppen, das Leben von Tausenden Menschen. Die Zerstörung der Umwelt und des Lebensraumes im Nigerdelta als Folge der Erdölförderung werden in der Erklärung von Bern
und im Amnesty International Bericht von 2009
zum Nigerdelta ausführlich dargestellt.
Die Umweltprobleme
Nigerias sind im Nigerdelta, in dem Erdöl und Erdgas gefördert werden, am gravierendsten. Die Zerstörung von Ackerflächen und Mangrovenwäldern, die Verseuchung fischreicher Gewässer und die zunehmende Luftverschmutzung stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der unkontrollierten Erdgas- und Erdölförderung - wie bspw. dem Abfackeln von Erdgas, der Verschüttung von Öl und der schlechten Wartung der Pipelines. Obgleich die umweltschädlichen Wirkungen bekannt sind, konnte selbst nach mehr als 40 Jahren die verheerende Praxis des Abfackelns
bis heute nicht vollständig unterbunden werden. Wie fatal die Verschmutzung ist, zeigen die Bilder von Ed Kashi
in der National Geographic und Kadir van Lohuizen
von Amnesty International. Das ganze Ausmaß der Ölpest im Nigerdelta wird anhand von Kurzvideos
deutlich.
Die nördlichen Bundesstaaten sind durch die sich immer weiter ausbreitende Sahelzone
geprägt. Mit dem Klimawandel ist in dieser Region seit mehreren Jahren eine erhöhte Austrocknung der landwirtschaftlichen Nutzflächen und des Tschadsees
zu beobachten. Die negativen Folgen des Klimawandels
werden in einem Bericht von BBC dargestellt.
Die Ausbreitung der Bodenerosion im Südosten des Landes als Folge der massiven Abholzung gilt als weitere ökologische Bedrohung für die Menschen und ihre Lebensräume. In vielen Großstädten des Südens ist die Gesundheit der Bewohner/innen wegen des unreflektierten Umgangs mit der Müllentsorgung
insbesondere des illegalen Elektromülls aus den Industriestaaten des Westens erheblichen Gefahren ausgesetzt.
Mit einer Bevölkerungszahl von 140 Millionen Einwohnern und einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 2,6% gilt Nigeria gemäß der Volkszählung
von 2006 als der bevölkerungsreichste Staat Afrikas und stellt fast die Hälfte der gesamten Einwohner Westafrikas (ca. 45%). Dabei leben 51% der nigerianischen Bevölkerung in ländlichen Gebieten, wo sie mehrheitlich in der Landwirtschaft tätig sind.
Die Bevölkerungsverteilung ist zwischen dem Norden und dem Süden des Landes unterschiedlich. Am dichtesten besiedelt sind der Südosten und Südwesten des Landes. Hier leben die meisten Menschen in den Großstädten
Lagos, Ibadan, Benin City, Port Harcourt und Aba. Der Norden des Landes ist, mit Ausnahme des Großraumes Kano, Zaria, Kaduna, dünn besiedelt.
Mit mehr als 15 Millionen Einwohner/innen ist Lagos die zweit größte Stadt in Afrika und eine der "Megastädte" der Welt. Die Stadt hat die höchste Einwohnerdichte des Landes. Täglich strömen Tausende von Menschen in die Großstädte und hoffen dort bessere Verdienstmöglichkeiten zu finden. Da es jedoch an Jobs und bezahlbaren Unterkünften fehlt, enden viele Menschen als Straßenhändler, Hausangestellte oder als Bettler in den Großstadtslums. Trotz aller Nachteile
hat Lagos jedoch eine magische Anziehungskraft.
Verkehrstechnisch ist Nigeria dank seines Erdölbooms in den 1970er Jahren gut erschlossen. Infolge der Korruption mangelt es jedoch an regelmäßiger Instandsetzung der Verkehrswege.
Der wichtigste Verkehrsweg in Nigeria ist die Straße. Etwa 90% des Waren- und Personenverkehrs wird über die Straße abgewickelt. Das Land verfügt insgesamt über 3.500 km Schmalspurbahnen, die von Lagos bis Nguru und von Port Harcourt bis Maiduguri führen. Da diese sich allerdings in einem maroden Zustand
befinden, sollen sie nun mit chinesischer Hilfe
modernisiert werden.
Zunehmend wichtiger wird auch der Luftweg. Neben den internationalen Flüghäfen
von Lagos, Abuja, Kano und Port Harcourt besitzt Nigeria 18 weitere Flughäfen für den Inlandsflugverkehr.
Nach wie vor sind auch die Seewege
bedeutsam. Für den Binnenschiffverkehr stehen über 8600 km Wasserwege zur Verfügung. Die wichtigsten Überseehäfen sind Lagos, Warri, Port Harcourt und Calabar. Der Hafen von Lagos ist sehr überlastet und ständig verstopft.
Das Staatswappen von Nigeria besteht aus einem in der Mitte durch ein Ypsilon dreigeteiltes Schild mit einem darauf sitzenden roten Adler. Rechts und links wird das Schild von weißen Pferden, die auf den Hinterbeinen stehen, abgestützt. Die Basis wird gebildet aus einem Blumenmeer in den Nationalfarben Grün und Weiß und der Inschrift "Einheit und Glaube, Frieden und Fortschritt", dem Motto Nigerias. Die ausführliche Erklärung des Wappens ist im Flaggenlexikon
zu finden.
Die Landesflagge
besteht aus drei gleich großen, vertikalen Streifen (grün-weiß-grün). Grün symbolisiert die Landwirtschaft, Weiß steht für die Einheit und den Frieden.
Die nigerianische Nationalhymne "Arise, O Compatriots, Nigeria`s Call Obey" können Sie hier hören
und lesen.
Dr. Emmanuel I. Ede wurde 1955 in Agbani/Enugu-State, Nigeria, geboren und lebt seit 1971 in Deutschland. Neben seinem Beruf als selbstständiger Architekt ist er als Trainer für Interkulturelle Handlungskompetenzen mit den Schwerpunkten West- und Zentralafrika, als Tutor für landesspezifische Auslandsvorbereitung für Nigeria sowie als Gutachter für politische Bildung tätig.
Der Autor freut sich über Ihre Kommentare und Anregungen
zu dieser Nigeria-Länderinformationsseite.
Weiterführende Literatur zu den Themen:
Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im April 2012 aktualisiert.
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