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Hügelkette, Enugu/Nigeria © E. Ede

Landesübersicht und Naturraum

BeschreibungInhalt
Offizieller Name:Bundesrepublik Nigeria
Fläche:923.768 km²
Einwohner:

Bevölkerungswachstum:
Regierungssitz:
Klima (für Hauptstadt):

140 Mio. (Volkszählung 2006)
162 Mio. (Schätzung 2011)
2,6 % pro Jahr
Abuja
tropisch (trocken und heiß)

Nigeria

Landesflagge Nigeria

Lage und Größe

Lage von Nigeria  © Wikimedia Commons
Lage von Nigeria © Wikimedia Commons

Lage im Raum und Größe Nigerias

An der Westküste Afrikas gelegen, hat Nigeria mit der Atlantikküste im Süden des Landes nur eine einzige natürliche Grenze.  Im Westen grenzt das Land an BeninÖffnet externen Link in neuem Fenster, im Norden an NigerÖffnet externen Link in neuem Fenster, im Nordosten an den Tschad Öffnet externen Link in neuem Fensterund im Osten an KamerunÖffnet externen Link in neuem Fenster. Diese Grenzziehung ist das Resultat der europäischen Kolonialpolitik des 19. Jahrhunderts.

Mit einer Gesamtfläche von 923.768 Quadratkilometern ist Nigeria zweieinhalb Mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Die längste Ausdehnung von Westen nach Osten beträgt 1.300 km, von Norden nach Süden 1.100 km. Die Küstenlänge beträgt 853 km.

Grunddaten

Neben den offiziellen Webseiten der nigerianischen RegierungÖffnet externen Link in neuem Fenster und des National Bureau of Statistics Öffnet externen Link in neuem Fensterbieten der HDRÖffnet externen Link in neuem Fenster des UN-Entwicklungsprogramms, das CIA World FactbookÖffnet externen Link in neuem Fenster, die WeltbankÖffnet externen Link in neuem Fenster, das Auswärtige AmtÖffnet externen Link in neuem Fenster, die BBCÖffnet externen Link in neuem Fenster, der Bertelsmann Transformation IndexÖffnet externen Link in neuem Fenster und die Federal Research DivisionÖffnet externen Link in neuem Fenster der Bibliothek des US-Kongresses umfassende und detaillierte Informationen über Nigeria.

Naturräumliche Gegebenheiten

Topographie

Topographisch gesehen besteht das Land im Küstengebiet überwiegend aus Mangrovensümpfen, geprägt von Wasserläufen und Lagunen. Landeinwärts schließt sich ein Tief- und Hügelland mit tropischem Regenwald an. In der Landesmitte geht die Landschaft in hügelige Plateaus mit einzelnen Inselbergen über. Während hier eine Feuchtsavannenvegetation vorherrscht, gibt es im Norden mit seinen trockenen Steppen- und Halbwüstenregionen eine Trockensavannenvegetation. Das Portal OnlinenigeriaÖffnet externen Link in neuem Fenster bietet ausführliche Erläuterungen zu den unterschiedlichen Vegetationszonen Nigerias.

Niger und Benue sind die Hauptflüsse Nigerias. Der Niger, der dem Land seinen Namen gab, durchfließt das Land von Nordwesten nach Süden auf einer Länge von 1.170 km und fächert sich mit seiner Mündung in den Atlantik zum Nigerdelta auf. Der Kainji-Stausee am Niger im Nordwesten Nigerias wurde 1968 durch den Kainji-Staudamm aufgestaut. Der Damm ist für die Energiegewinnung des Landes von großer Bedeutung.

 

Gehöft im Savannengebiet © E. Ede
Gehöft im Savannengebiet © E. Ede
Inselberg "ZUMA ROCK" von Abuja © E. Ede
Inselberg "ZUMA ROCK" von Abuja © E. Ede
Gehöft im Regenwaldgebiet © E. Ede
Gehöft im Regenwaldgebiet © E. Ede
Fischer in der Küstenregion © E. Ede
Fischer in der Küstenregion © E. Ede

Yankari-Nationalpark © Wikipedia
Yankari-Nationalpark © Wikipedia

Tierwelt

Nigerias Tierwelt ist sehr artenreich. Infolge der intensiven Besiedlungen und extensiven Rodung von Regenwäldern im Süden des Landes sind jedoch einige Tierarten von der Ausrottung bedroht. Der Kainji-NationalparkÖffnet externen Link in neuem Fenster im Nordwesten und der Yankari-NationalparkÖffnet externen Link in neuem Fenster im Nordosten des Landes dienen neben der Förderung des Tourismus dem Schutz dieser Tierarten. Über 50 verschiedene Säugertierarten sowie mehr als  300 unterschiedliche Vogelarten  - wie z.B. Löwen, Büffel, Nilpferde, Antilopen, Krokodile und Affenarten - sind in den Nationalparks zu finden. 

Klima

Das Klima Nigerias wird bestimmt durch den Wechsel von Regenzeit (Mai bis Oktober) und Trockenzeit (November bis April). Während die Regenzeit im Norden nur vier Monate andauert (Juni bis September), ist diese an der Küste ausgeprägter mit neun Monaten (März bis November). Im Küsten- und Regenwaldgebiet herrscht feuchtwarmes Klima mit jährlichen Niederschlägen von 1500-3000 mm, Temperaturen zwischen 28-35°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80-100%. Die Regenmenge nimmt von Süden nach Norden stark ab.

Im Landesinneren und im Norden (Savannengebiete) herrscht ein trockenheißes Klima mit jährlichen Niederschlägen von 500-1300 mm, Temperaturen von bis zu 40°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70%.Die Klimadiagramme weltweitÖffnet externen Link in neuem Fenster bieten einen Klimaquerschnitt einiger wichtiger Städte Nigerias.

Ökologische Probleme

Abfackeln von Erdgas im Nigerdelta © Wikimedia Commons
Abfackeln von Erdgas im Nigerdelta © Wikimedia Commons

Bodenverseuchung, Wasser- und Luftverschmutzung im Nigerdelta

Seit 1958 wurde im Nigerdelta Erdöl und -gas gefördert. Die massive Umweltverschmutzung und Zerstörung von Lebensraum kostete, trotz Massenprotesten der dort lebenden Volksgruppen, das Leben von Tausenden Menschen. Die Zerstörung der Umwelt und des Lebensraumes im Nigerdelta als Folge der Erdölförderung werden in der Erklärung von BernÖffnet externen Link in neuem Fenster und im Amnesty International Bericht von 2009Öffnet externen Link in neuem Fenster zum Nigerdelta ausführlich dargestellt.

Die UmweltproblemeÖffnet externen Link in neuem Fenster Nigerias sind im Nigerdelta, in dem Erdöl und Erdgas gefördert werden, am gravierendsten. Die Zerstörung von Ackerflächen und Mangrovenwäldern, die Verseuchung fischreicher Gewässer und die zunehmende Luftverschmutzung stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der unkontrollierten Erdgas- und Erdölförderung - wie bspw. dem Abfackeln von Erdgas, der Verschüttung von Öl und der schlechten Wartung der Pipelines. Obgleich die umweltschädlichen Wirkungen bekannt sind, konnte selbst nach mehr als 40 Jahren die verheerende Praxis des Abfackelns Öffnet externen Link in neuem Fenster bis heute nicht vollständig unterbunden werden. Wie fatal die Verschmutzung ist, zeigen die Bilder von Ed KashiÖffnet externen Link in neuem Fenster in der National Geographic und Kadir van LohuizenÖffnet externen Link in neuem Fenster von Amnesty International. Das ganze Ausmaß der Ölpest im Nigerdelta wird anhand von KurzvideosÖffnet externen Link in neuem Fenster deutlich.

Desertifikation und Dürre im Norden

Die nördlichen Bundesstaaten sind durch die sich immer weiter ausbreitende SahelzoneÖffnet externen Link in neuem Fenster geprägt. Mit dem Klimawandel ist in dieser Region seit mehreren Jahren eine erhöhte Austrocknung der landwirtschaftlichen Nutzflächen und des Tschadsees Öffnet externen Link in neuem Fensterzu beobachten. Die negativen Folgen des KlimawandelsÖffnet externen Link in neuem Fenster werden in einem Bericht von BBC dargestellt. 

Bodenerosion und Abfallprobleme im Süden

Die Ausbreitung der Bodenerosion im Südosten des Landes als Folge der massiven Abholzung gilt als weitere ökologische Bedrohung für die Menschen und ihre Lebensräume. In vielen Großstädten des Südens ist die Gesundheit der Bewohner/innen wegen des unreflektierten Umgangs mit der MüllentsorgungÖffnet externen Link in neuem Fenster insbesondere des illegalen Elektromülls aus den Industriestaaten des Westens erheblichen Gefahren ausgesetzt.

 

Straßenzustand durch Bodenerosion © E. Ede
Straßenzustand durch Bodenerosion © E. Ede
Umgang mit dem Müll in Lagos © E. Ede
Umgang mit dem Müll in Lagos © E. Ede

Sozialgeographische Gegebenheiten

Bevölkerung

Mit einer Bevölkerungszahl von 140 Millionen Einwohnern und einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 2,6% gilt Nigeria gemäß der VolkszählungÖffnet externen Link in neuem Fenster von 2006 als der bevölkerungsreichste Staat Afrikas und stellt fast die Hälfte der gesamten Einwohner Westafrikas (ca. 45%). Dabei leben 51% der nigerianischen Bevölkerung in ländlichen Gebieten, wo sie mehrheitlich in der Landwirtschaft tätig sind.

Siedlungen und Städte

Die Bevölkerungsverteilung ist zwischen dem Norden und dem Süden des Landes unterschiedlich. Am dichtesten besiedelt sind der Südosten und Südwesten des Landes. Hier leben die meisten Menschen in den GroßstädtenÖffnet externen Link in neuem Fenster Lagos, Ibadan, Benin City, Port Harcourt und Aba. Der Norden des Landes ist, mit Ausnahme des Großraumes Kano, Zaria, Kaduna, dünn besiedelt.

Mit mehr als 15 Millionen Einwohner/innen ist Lagos die zweit größte Stadt in Afrika und eine der "Megastädte" der Welt. Die Stadt hat die höchste Einwohnerdichte des Landes. Täglich strömen Tausende von Menschen in die Großstädte und hoffen dort bessere Verdienstmöglichkeiten zu finden. Da es jedoch an Jobs und bezahlbaren Unterkünften fehlt, enden viele Menschen als Straßenhändler, Hausangestellte oder als Bettler in den Großstadtslums. Trotz aller NachteileÖffnet externen Link in neuem Fenster hat Lagos jedoch eine magische Anziehungskraft.

Markt in der Großstadt Lagos © Wikimedia Commons
Markt in der Großstadt Lagos © Wikimedia Commons
Straßenszene in der Großstadt Ibadan © Wikimedia Commons
Straßenszene in der Großstadt Ibadan © Wikimedia Commons

Verkehrswege

Verkehrstechnisch ist Nigeria dank seines Erdölbooms in den 1970er Jahren gut erschlossen. Infolge der Korruption mangelt es jedoch an regelmäßiger Instandsetzung der Verkehrswege.

Der wichtigste Verkehrsweg in Nigeria ist die Straße. Etwa 90% des Waren- und Personenverkehrs wird über die Straße abgewickelt. Das Land verfügt insgesamt über 3.500 km Schmalspurbahnen, die von Lagos bis Nguru und von Port Harcourt bis Maiduguri führen. Da diese sich allerdings in einem maroden ZustandÖffnet externen Link in neuem Fenster befinden, sollen sie nun mit chinesischer HilfeÖffnet externen Link in neuem Fenster modernisiert werden.

Zunehmend wichtiger wird auch der Luftweg. Neben den internationalen Flüghäfen Öffnet externen Link in neuem Fenstervon Lagos, Abuja, Kano und Port Harcourt besitzt Nigeria 18 weitere Flughäfen für den Inlandsflugverkehr.

Nach wie vor sind auch die SeewegeÖffnet externen Link in neuem Fenster bedeutsam. Für den Binnenschiffverkehr stehen über 8600 km Wasserwege zur Verfügung. Die wichtigsten Überseehäfen sind Lagos, Warri, Port Harcourt und Calabar. Der Hafen von Lagos ist sehr überlastet und ständig verstopft.

Das Staatswappen
Das Staatswappen

Nationale Symbole

Staatswappen

Das Staatswappen von Nigeria besteht aus einem in der Mitte durch ein Ypsilon dreigeteiltes Schild mit einem darauf sitzenden roten Adler. Rechts und links wird das Schild von weißen Pferden, die auf den Hinterbeinen stehen, abgestützt. Die Basis wird gebildet aus einem Blumenmeer in den Nationalfarben Grün und Weiß und der Inschrift "Einheit und Glaube, Frieden und Fortschritt", dem Motto Nigerias. Die ausführliche Erklärung des Wappens ist im FlaggenlexikonÖffnet externen Link in neuem Fenster zu finden.

Die Landesflagge
Die Landesflagge

Landesflagge

Die LandesflaggeÖffnet externen Link in neuem Fenster besteht aus drei gleich großen, vertikalen Streifen (grün-weiß-grün). Grün symbolisiert die Landwirtschaft, Weiß steht für die Einheit und den Frieden.

Nationalhymne

Die nigerianische Nationalhymne "Arise, O Compatriots, Nigeria`s Call Obey" können Sie hier hörenÖffnet externen Link in neuem Fenster und lesen.Öffnet externen Link in neuem Fenster

Autor

Dr. Emmanuel I. Ede
Dr. Emmanuel I. Ede

Dr. Emmanuel I. Ede wurde 1955 in Agbani/Enugu-State, Nigeria, geboren und lebt seit 1971 in Deutschland. Neben seinem Beruf als selbstständiger Architekt ist er als Trainer für Interkulturelle Handlungskompetenzen mit den Schwerpunkten West- und Zentralafrika, als Tutor für landesspezifische Auslandsvorbereitung für  Nigeria sowie als Gutachter für politische Bildung tätig.

Der Autor freut sich über Ihre Kommentare und AnregungenÖffnet externen Link in neuem Fenster zu dieser Nigeria-Länderinformationsseite.

Literaturhinweise

Weiterführende Literatur zu den Themen:

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im April 2012 aktualisiert.

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