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Peru und Bolivien gelten als Wiege der präkolumbischen Zivilisationen Südamerikas. Lange vor den Inka entwickelten sich hier die ersten Hochkulturen. Als älteste städtische Zivilisation ganz Amerikas gilt heute die erst 1999 im Supe-Tal nördlich von Lima entdeckte »Heilige Stadt von Caral
«. Funde konnten dort auf das Jahr 2627 v. Chr. datiert werden. Um 850 v. Chr. entstand in den Bergen bei Huaraz die Chavín-Kultur
: Der freigelegte Steintempel ist ein düsteres, einer raubtierähnlichen Gottheit geweihtes Labyrinth. Etwas später lebten an der Südküste Perus die Menschen der Paracas-Kultur
(550 v. Chr. bis 100 n. Chr.); sie beherrschten in jener Zeit schon jede heute noch verwendete Stick-, Knüpf- und Maschentechnik. Bald entwickelte sich in der Nachbarschaft die Nazca-Kultur
. Mit der Mochica-Kultur
an der Nordküste (ca 100 v. Chr.-800 n. Chr.) gehört sie zu den ersten komplexen Zivilisationen im heutigen Peru. Baumaterial der Moche war der ungebrannte Adobe-Ziegel. Um 500 und 600 erblühen am bolivianischen Ufer des Titicacasees und beim heutigen Ayacucho in Peru erste Großreiche mit Städten aus Stein: Tiwanaku (span. Tiahuanaco) und Wari
(span. Huari). Die Wari kannten viele Techniken, die später von den Inka übernommen wurden, u. a. führten sie Statistiken mit Hilfe von Knoten in farbigen Schnüren. Dürreperioden beendeten vermutlich ihre Vorherrschaft. Um 900 erwuchs der Moche-Kultur das Reich der Chimú
. Als ihre Hauptstadt Chan Chan (bei Trujillo) mit ca. 100 000 Einwohnern in voller Blüte stand, waren die Inka noch ein kleines Stammesfürstentum im Hochland. Erst im 15. Jh. besiegten sie die Chimú.
Das Inkareich entstand um 1200 n.Chr. und endete 1532 mit der Gefangennahme des letzten Inkaherrschers Atahualpa durch den spanischen Eroberer Francisco Pizarro in Cajamarca. Zu seiner Blütezeit hatte das Inkareich eine Ausdehnung von über 5000 km und reichte von Pasto im heutigen Kolumbien bis zum Fluß Maule in Chile. Das Inkareich
war eine Hochkultur, das die Landwirtschaft optimal auf den geographischen, topograpischen und klimatischen Bedingungen anpaßte. Es gewährleistete eine Selbstversorgung der Bevölkerung, versah die verschiedenen Gebiete des Landes mit Straßen und besaß ein effektives Verwaltungssystem. Ihre monumentalen Bauten - errichtet ohne Rad, Wagen und Zugtiere - und ihr vollendetes Kunsthandwerk faszinieren noch immer Menschen aus aller Welt.


Peru wurde für fast 300 Jahre von spanischen Vize-Königen regiert, die vor allem an der Ausbeutung von Edelmetallen interessiert waren. Die folgenden Jahrzehnte waren durch den Niedergang des Inka-Systems gekennzeichnet. Die indianische Bevölkerung wurde dezimiert: Ihre Zahl sank von ca. 15 Mio auf etwa 800,000. In der Nachfolgezeit wurde Lima zu einer der wichtigsten Städte in Amerika ausgebaut und als Stadt der Könige bezeichnet.
Im 18 Jh. kommt es zu Indianeraufständen unter der Führung von Tupac Amaru
, die von spanischen Truppen blutig niedergeschlagen werden. Die napoleonische Besetzung der iberischen Halbinsel schwächte die Herrschaft Spaniens in den Kolonien. Anfang des 19 Jh. beginnen die ersten Unabhängigkeitsbewegungen in Venezuela und Argentinien. Peru wird als letztes Land Südamerikas von der spanischen Kolonialherrschaft durch José de San Martín
und Simón Bolivar
befreit.

Die Anfänge der peruanischen Republik sind durch Instabilität und den "Caudillismo" gekennzeichnet, bis Ramón Castilla
(1844 - 1863) eine Konsolidierung des peruanischen Staates gelang. Während der Republik gab es mehrere Diktaturperioden: Die von Augusto B. Leguía
(1919-1930), die Militärdiktatur von Manuel A. Odría (1948-1956) und die revolutionäre Militärregierung
(1968-1980). Die (relativ) demokratischen Perioden waren kurz. Erst mit der Redemokratisierung ab 1980 stellte sich eine dauerhafte demokratische Periode ein.
In diesem Zeitraum ist zum einen das Aufkommen der Guerrillabewegung des Leuchtenden Pfades
, die während mehr als eine Dekade (1980-1992) die peruanische Entwicklung bestimmte und zum anderen die autoritäre Regierung von Alberto Fujimori
(1990-2000) zu erwähnen.
in den letzten 4 Dekaden hat Peru insgesamt gesehen eine sehr bewegte Entwicklung durchlebt. Seitdem die terroristischen Bewegungen besiegt und die Hauptverantwortlichen der Menschenrechtsverletzungen, Vladimiro Montesinos
und Alfredo Fujimori
, im Gefängnis sitzen und belangt werden, kommt das Land langsam zu normalen politischen Verhältnissen zurück.
Der Staat Peru ist eine demokratische, soziale, unabhängige und souveräne Republik. Er stellt eine Einheit dar und ist unteilbar. Der Staat ist repräsentativ, dezentralisiert und nach dem Prinzip der Gewaltenteilung organisiert. Die Stellung des Präsidenten innerhalb der exekutiven Gewalt ist mit weit reichenden Vollmachten - seit der Verfassung von 1993 - ausgestattet. Der Staatspräsident ist Staatsoberhaupt, Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Regierungschef. Die politische Wirklichkeit des Landes, die unter Fujimori Zweifel an der Unabhängigkeit der judikativen und legislativen Gewalt aufkommen ließ, gewann unter der Regierung Toledos (2001-2006) zunehmend an Glaubwürdigkeit.
Die Staatsform des Landes und die Funktionsweise des demokratischen Systems wird in der 1993 verabschiedeten Verfassung
geregelt, die auch ein Verfassungsgericht
schuf. Der Verabschiedung dieser Verfassung in einer umstrittenen Volksabstimmung ging die Auflösung des demokratisch gewählten Kongresses im Jahre 1992 voraus. Diese Verfassung wurde zudem von einer stark vom Präsidenten Fujimori beinflußten verfassungsgebenden Versammlung ausgearbeitet, weswegen dessen Legitimation in Frage gestellt wird und eine Rückkehr zur Verfassung von 1979 gefordert wird. Unter anderem stärkte die Verfassung die Stellung des Präsidenten im politischen System, ermöglichte dessen Wiederwahl und etablierte die Legislative als Einkammersystem (Kongress)
[Gesetzesvorlagen, Agenden, usw.]. Die Zahl der Kongressmitglieder beträgt 130, die für eine Periode von fünf Jahren gewählt werden.
Einige wesentliche Änderungen der Verfassung nach Fujimori betreffen die Wahlen:
Desweiteren wurde 2003 ein Parteiengesetz
verabschiedet, das das Einschreiben der Parteien ins Parteienregister vorschreibt. Hierzu benötigen die Parteien knapp 130.000 Unterschriften von Parteianhängern, was einem Prozent der Teilnehmer an der letzten landesweiten Wahl entspricht. Zusätzlich müssen die Parteien in zwei Dritteln der 25 Departements und in mindestens 65 Provinzen des Landes Parteikomitees gründen.
Eine 5%-Klausel verhindert, dass es zu einer Zerplitterung im Kongress kommen kann.
Das Land ist in 24 Departements, 195 Provinzen und in 1828 Bezirke (Distritos) gegliedert sind. Im Rahmen des Dezentralisierungs- und Regionalisierungsprozesses ist auch die Bildung von Makroregionen geplant. Bei einer Volksabstimmung in Oktober 2005 sprachen sich 78 Prozent der Bevölkerung von 16 Departamentos gegen ihre Zusammenlegung zu fünf Regionen (Norte, Nor Centro Oriente, Ica-Huancavelica-Ayacucho, Cusco-Apurímac und Arequipa-Puno-Tacna) aus.
Seit 1. Januar 2003 wurde der seit der spanischen Kolonialzeit herrschende Zentralismus zugunsten einer Dezentralisierung aufgegeben. Die sektorspezifischen Funktionen der Zentralregierung werden an die neugewählten Regionalregierungen bis Dezember 2007 übertragen.
Die mangelhafte Funktionsweise des Rechtstaates unter Toledo, ist unter Alan García hinsichtlich der Gewaltenteilung besser geworden, der es verstanden hat, für seine politischen Vorhaben Mehrheiten im Kongress zu bilden. Anders als in seiner ersten Amtszeit hat García auch darauf verzichtet, per Dekret zu regieren. Problematisch sind hingegen die Probleme der Justiz, insbesondere hinsichtlich ihrer Unabhängigkeit und ihrer Professionalität. Im Prinzip respektiert die Regierung die verfassungsmäßig garantierte Autorität der Judikative, doch hat sie es versäumt, über weitere Reformen die Justiz zu stärken. Zudem ist die Korruption innerhalb des Justizapparates in den letzten Jahren wieder gewachsen. Letztere ist nicht nur in der Judikative anzutreffen, sondern durchkreuzt auch weitere staatlichen Institutionen. In Peru ist das gesamte Kabinett in Oktober 2008 wegen eines Korruptionsskandals
zurückgetreten. In dem Skandal geht es um mögliche Schmiergeldzahlungen bei der Vergabe von Konzessionen an eine norwegische Erdölfirma.
Die Regierung des neugewählten Ollanta will gegen die Korruption hart vorgehen, allerdings steht der 2. Vize-Präsident, Omar Chehade, unter Korruptionsverdacht
.
Das staatliche Gewaltmonopol wird durch die Macht der Drogenmafia und der Reste des bewaffneten Leuchtenden Pfads in Frage gestellt, die in manchen Koka-Anbaugebieten
(VRAE Tal der Flüsse Apurimac und Ene) zusammenarbeiten.
Die sich aus den Großgrundbesitzern des Hochlands und der Küste rekrutierende peruanische Elite
hat über Jahrhunderte als Oligarchie das Land regiert, erst durch die Agrarreform von 1969 wurde ihr ihre Machtquelle entzogen. In den Jahren danach kamen neue Machtgruppen hinzu, die sich auf Industrie und Finanzaktivitäten konzentrierten, zu einem großen Teil europäischer Abstammung waren und vom Protektionismus des Staates lebten. Fujimoris Einstieg in die Politik und die konsequente Durchsetzung einer neoliberalen Wirtschaftspolitik auf südamerikanischem Boden führte zu einer Neustrukturierung des Machtblocks. Die herausragende positive Entwicklung des Bergbaus hat zur Bildung von:
- rein ausländischen Wirtschaftgruppen wie Southern Copper Corporation (Mexiko), Teck Cominco (USA), Doe Run (USA), Antamina und XSTRATA (Schweiz)
- gemischte Gruppen mit peruanischer Beteiligung wie Minera Yanacocha, Cerro Verde (Buenaventura Gruppe), Primax (Romero Gruppe)
- reine peruanische Gruppen wie Volcan, Minsur, Buenaventura, El Brocal, Milpo y Atococha.
In der auf den Export orientierten Landwirtschaft sind Konzentrationsprozesse zu beobachten, die aber bei weitem nicht die Bedeutung und Einfluss der auf den Bergbau orientierten Gruppen besitzen.
Diese wenigen ökonomischen Gruppen üben einen starken Einfluß auf Wirtschaft und Politik aus.
Die Führungsspitze Perús setzt sich ab dem 28.07.2011 aus dem neugewählten Präsidenten Ollanta Humala, der aus Piura stammenden 1. Vize-Präsidentin Marisol Espinoza
und dem 2. Vize-Präsidenten libanesischer Herkunft Omar Chehade zusammen. Als Folge einer gescheiterten Vermittlung zwischen Bergbauunternehmen, regionalregierung und anderen Beteiligten der Unruhen in der Bergbauregion von Cajamarca trat das Kabinett von Salomón Lerner Ghitis
im Dezember 2011 zurück. Das neue Kabinett
wird vom bisherigen Innenminister Oscar Valdés Dancuart angeführt.
Laut einer Meinungsumfrage
von Februar 2012 des Wirtschaftsinstituts Ipsos Apoyo, ist die Popularität der Regierung mit 59% Zustimmung recht hoch. Die Zunahme dieses Wertes -im Vergleich zu Januar 2012 (54%) oder Dezember 2011 (47%)- ist u.a. der Gefangennahme des Sendero-Führers Artemio zu verdanken. Aber auch der wahrgenommenen politischen Änderungen, in Angriff genommenen sozialen Programmen und Behandlung der Wirtschaftspolitik.
Bei den Präsidentschaftswahlen
von 10.04.2011 gewann der Vertreter der nationalistischen Partei Gana Peru, Ollanta Humala, mit 31,69% der abgegebenen Stimmen, gefolgt von Keiko Fujimori, Tochter des Ex-Präsidenten Alberto Fujimori, der neu gegründeten Fuerza 2011 mit 23.55%, Pedro Pablo Kuczynski, dem ehemaligen Wirtschaftsminister Toledos, mit 18.51%, dem ehemaligen Präsidenten Alejandro Toledo von Peru Posible mit 15.63% und dem ehemaligen Bürgermeister Limas Luis Castañeda mit 9.83%. Hierdurch wurde eine Stichwahl zwischen dem linksgerichteten Ollanta Humala und der konservativen Keiko Fujimori Stichwahl notwendig.
Die Umfrageergebnisse gaben Keiko bis eine Woche vor der am 5. Juni 2011 stattgefundenen Stichwahl eine knappe Mehrheit, sein Kontrahent Humala setzte sich jedoch mit 51.45% der gültigen Stimmen durch. Die Wahlkampagne zeichnete sich durch starke Polarisierung
und Aggresivität aus. Während die Unterstützer Fujimoris ( die dominanten Wirtschaftsgruppen, die Oberchicht, grosse Teile der Limaer Bevölkerung und der nördlichen Küste) das Bild eines Kommunisten und Zöglings Hugo Chávez an die Wand malten, hoben die Berater und Anhänger Ollantas (untere Schichten und Bevölkerung des Südens und Orients) das autoritäre und korrupte Regierung sowie die eklatanten Verletzungen der Menschenrechte und unfreiwillige Sterilisationen von Frauen unter Alberto Fujimori hervor. Keiko Fujimori gelang nicht eine Abgrenzung zu ihrem Vater zu ziehen, zumal ihre engste Berater, Vertrauten und Abgeordnete auch in der Regierung ihres Vaters eine bedeutende Rolle spielten. Ferner war die Parteinahme der Massenmedien (Fernseh- und Rundfunksender sowie Zeitungen) für Fujimori so offensichtlich, dass an einer Verschwörung gegen Humala gedacht werden musste. Schliesslich gelang Humala beim letzten Fernsehduell und Abschlussveranstaltungen die Stimmen der Unentschiedenen (an die 10% der Wahlberechtigten) für sich zu gewinnen. Die Parteinahme des Nobelpreisträgers Vargas Llosa, der sich vehement gegen eine Diktatur unter Keiko Fujimori wandte, dürfte auch entscheidend zu diesem Meinungsumschwung geführt haben. Nach Bekanntgabe der Wahlergebnis stürzte die peruanische Börse ab. Die konziliante Art von Humala und die erste Auslandsreise
nach Brasilien, Uruguay, Paraguay, Argentinien und Chile, haben die Entwicklung der Börse gestoppt und seine Gegner beruhigt.
Die Ergebnisse der Kongresswahlen vom 10.4.2011 gaben keiner Partei eine eindeutige Mehrheit, wodurch die Partei des Wahlsiegers Ollanta Humala, Gana Peru, auf Allianzen mit anderen Parteien angewiesen ist. Der Kongress setzt sich aus 47 Vertretern von Gana Peru (Ollanta Humala), 21 von Peru Posible (Alejandro Toledo), 37 von Fuerza 2011 (Keiko Fujimori), 12 von Alianza por el Gran Cambio (Pedro Pablo Kuczynski), 9 von Solidaridad Nacional (Luis Castañeda) und 4 von der regierenden APRA. Nach Verhandlungen zwischen Gana Peru und Peru Posible zeichnet sich eine hauchdünne Mehrheit mit 68 von 130 Sitze für die Regierungspartei im Kongress ab.
Die Schwerpunkte der Regierungsplolitik des neugewählten Präsidenten, Ollanta Humala, sind aus der "hoja de ruta"
(Roadmap) abzulesen. Dieses stellt eine abgeschwächte Version des ursprünglichen Parteiprogramms dar und wurde vor der Stichwahl veröffentlicht um die Wähler zu beruhigen.
Kommunal- und Regionalwahlen von Oktober 2010
Die letzten Kommunal- und Regionalwahlen fanden am 3. Oktober 2010 statt. Der Kampf um das Bürgermeisteramt in Lima, die in den letzten Wochen sehr an Schärfe gewann, wurde mit einem knappen Vorsprung von ca. 30 000 Stimmen (weniger als 1% der gültigen Stimmen) Unterschied zugunsten der Kandidatin der Linken "Fuerza Social", Susana Villaran, zu entscheiden. Die Vertreterin der zur "rechten" gehörenden PPC, Lourdes Flores Nano, muss sich wiedermal mit einem 2. Platz zufrieden geben.
Bei den Regionalwahlen setzten sich mehrheitlich die Vertreter von regionalen und unabhängigen Bewegungen, lediglich in wenigen Regionen gelang es nationalen etablierten Parteien, wie Acción Popular, Somos Perú, APP, den Regionalpräsidenten zu stellen. Die APRA ist der eindeutige Verlierer dieser Wahlen, obwohl es den bisherigen Regionalpräsidenten von La Libertad knapp die Wiederwahl gelang.
Die Massenmedien
Perus zeichnen sich zum einen dadurch aus, daß sie mehrheitlich in Händen weniger Gruppen in Besitz sind und damit anfällig für Korruption
sind.
Die größte der insgesamt 21 Tageszeitungen ist El Comercio
mit einer Auflage von etwa 0,5 Mio (2003). Seit ihrer Gründung im Jahr 1839 gehört sie der Familie Miró Quesada, gilt als Qualitätsblatt und konservativ. Ihr Konkurrent ist die liberale La República
mit ca. 150 000 Lesern. Danach folgen die Boulevardblätter "La Razón"
und "El Chino" der Familie Wolfenson mit jeweils 100 000 Lesern. Zu den Printmedien zählen weiter die wöchentliche Zeitschrift Caretas
und die vom Forschungszentrum DESCO alle 2 Monate herausgegebene Zeitschrift Que Hacer
.
Die Fernsehlandschaft besteht aus terrestrischen und Kabelsendern. Der Verlag "El Comercio" kaufte das Kabelprogramm Canal N und erwarb 33,33% der Anteile des terrestrisch ausgestrahlten Canal 4 (America Televisión). Weitere Inhaber sind der Verlag von La República und ein Ableger des kolumbianischen Medienkonzerns Caracol. America Televisión ist nach Canal 5 (Panamericana Televisión
), das Programm mit den größten Zuschauerzahlen im Land.
Im Rundfunkbereich haben sich unter dem Dach der "Coordinadora Nacional de Radio" 65 religiöse, gemeinnützige, kommunale und kulturell orientierte Stationen zusammengeschlossen. Der Rundfunksender "Radio Programas del Perú RPP"
ist einer der am meistgehörten Sender im Lande.
Verstösse gegen die Pressefreiheit
sind keine Seltenheit.
In den 80er und 90er Jahren haben die bewaffnete Bewegung des Sendero Luminoso und die Sicherheitskräfte der Polizei und des Heeres massive Menschenrechtsverletzungen
begangen. Die Wahrheitskommission hat 2003 Ihren Bericht
vorgelegt, die zur Aufklärung und Aufarbeitung dieser Vergehen und zur Versöhnung beitragen soll.
Auch unter der demokratischen Regierung von García erhalten Menschenrechtsanwälte Morddrohungen
und die Rechte der indigenen Bevölkerung (ai 2009
, Bericht der Info-Stelle Peru
) werden nicht beachtet.
Für die Rechte benachteiligter Gruppen und Personen setzten sich das Büro des Ombudsmans
und das Institut IDL
ein.
Die Beziehungen zu den USA haben für Peru traditionell außenpolitische Priorität. 30% der peruanischen Exporte gehen in die USA, auf der anderen Seite leben dort über 800 000 Peruaner, die Überweisungen über 800 Mio US $ tätigen. Daher ist die peruanische Außenpolitik bemüht, ihre Beziehung zu den USA zu pflegen. Diese Bemühungen sind von der USA mit dem Trade Promotion Agreement
(TPA) von Juni 2007 honoriert.
Anschliessend gab es einige Ergänzungen
.
Gleichzeitig ist Peru an einer Vertiefung seiner Beziehungen zu den lateinamerikanischen Staaten, zu Europa und zu den Staaten des pazifischen Raums interessiert. Zwei große internationale Gipfeltreffen fanden 2008 in Lima statt, im Mai 2008 der Gipfel aller Staaten der EU, Lateinamerikas und der Karibik und das Gipfeltreffen der APEC
(Asian-Pacific Economic Forum) vom 20. bis 23. November 2008.
Als Außenhandelspartner Perus und als Investoren liegen die USA und die Europäische Union in etwa gleich auf. Das Land ist interessiert an einer Verstärkung seiner wirtschaftlichen Beziehungen zur EU.
Das Handelsvolumen mit der EU ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Im Jahr 2007 erreichte es mit 7,3 Mrd. US$ gegenüber 6,5 Mrd. US$ im Vorjahr ein Plus von
rund 12,3%. Der Großteil der peruanischen Exporte (85%) nach Europa konzentriert sich auf sechs Länder (Spanien, Italien, Deutschland, Niederlande, Belgien und Großbritannien). Europa ist nicht nur zweitgrößter Handelspartner Perus, sondern zugleich größter Geber bei der EZ und auch größter Investor, vor allem im Banken- und Telekommunikationsbereich (Telefónica).
Auch wenn Deutschland für Peru kein besonders wichtiger Handelspartner ist, sind die Wirtschaftsbeziehungen traditionell gut. Das Handelsvolumen stieg 2007 auf rund 1,6 Mrd. US$. Dies entspricht einem Anstieg von etwa 24% gegenüber 2006 (1,3 Mrd. US$).
Die peruanischen Exporte nach Deutschland verzeichneten 2007 einen Anstieg von insgesamt 13,6% auf 927 Mio. US$. Die wichtigsten Exportprodukte sind Kupfer und Kupferkonzentrate (51,9%), Fischmehl (17,5%) und Kaffee (14,5%). Daneben werden vor allem Zinkoxid, Spargel und Silber beziehungsweise Silberkonzentrate nach Deutschland geliefert.
Die peruanischen Importe aus Deutschland verzeichneten 2007 einen Zuwachs von 40,7% im Vergleich zum Vorjahr (auf rund 719,32 Mio. US$). Der Anstieg der Importe ist vor allem auf die wachsenden Investitionen zurückzuführen. Wichtigste deutsche Exporte nach Peru waren Maschinen und Geräte für Brauerei- und Druckereibetriebe, Gasturbinen, Eisen- und Stahlerzeugnisse, Lastwagen, Kfz, Pressen, Dieselgeneratoren und Medikamente.
Der Ausbau der Beziehungen zur größten Wirtschaft des südamerikanischen Raumes, Brasilien, hat einen hohen Stellenwert. Der Bau der interozeanischen Strasse
, die den Pazifik mit dem Atlantik verbinden soll, wurde initiiert.
Am 26. Oktober 1998 wurde das Friedensabkommen zwischen Perú und Ecuador unterzeichnet, das einen Schlußstrich unter den 50 Jahre lang anhaltenden Grenzkonflikt zieht und der noch 1995 zu einem Grenzkrieg eskalierte. Am 15.05.1999 wurde die Grenzziehung beendet. Das peruanische Aussenministerium stellt Information zum Vertrag von Brasilia
, zum bilateralen Entwicklungsplan
und zu Projekten zur Verfügung.
Am 13. November 1999 unterschrieben die Außenminister Perus und Chiles eine Vereinbarung zur Ausführung von ausstehenden Klauseln des Friedensvertrages von 1929, womit sich auch die Beziehungen zwischen beiden Ländern normalisierte. Das Verhältnis zwischen A. García und der Präsidentin Bachelet ist sehr gut.
Nach dem Austritt Venezuelas geriet die Andengemeinschaft
in eine Krise. Perú, Bolivien, Ecuador, Kolumbien und das neu assoziierte Chile haben einen neuen Anlauf genommen, ihre Länder wirtschaftlich und politisch enger zu integrieren. Auch die Beziehungen zu anderen regionalen Zusammenschlüssen -wie dem Mercosur- sollen intensiviert werden. Dies alles waren Vorbedingungen für die Schaffung einer Gemeinschaft südamerikanischer Nationen
, die am 8.12.2004 in Cusco ihre Geburtsstunde hatte. Diese versteht sich als eine Eigeninitiative, die ein Pendant zu der von den USA lancierten lateinamerikanischen Freihandelszone ALCA
darstellt. Der venezolanische Präsident Hugo Chávez und Fidel Castro sind entschiedene Gegner dieser Institution
und haben deshalb 2004 die ALBA
(bolivarianische Alternative für Amerika) gegründet.

Gerardo Basurco Valverde, Dr. phil, Dipl. Volkswirt, geb. 1953, Studium der Volkswirtschaft und Politikwissenschaft.
Gutachter von Projekten der Entwicklungszusammenarbeit.
Für Anregungen und Kommentare wäre ich Ihnen dankbar.
Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2012 aktualisiert.
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