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Deutsche Bürger benötigen für touristische Zwecke kein Einreisevisum. Weitere Einreisebestimmungen
und Sicherheitshinweise sind z.B. auf der Homepage des Auswärtigen Amtes nachzulesen. Dort gibt es auch wichtige Adressen bzw. Telefon-/Faxnummern der deutschen
bzw. ruandischen Vertretungen![]()
Die allgemeine Kriminalität in Ruanda ist gering.
Seit Anfang 2010, zunächst im Züge der Präsidentschaftswahlen, hat es in der Hauptstadt 11 Granatanschlag
mit Todesfolge gegeben. Als Ziele der Angriffe wurden belebte Orte der Stadt wie Bushaltestellen und Marktstände ausgewählt. Vor allem die aus dem Osten der Demokratischen Republik Kongo agierende Hutu-Miliz FDLR
wird von der Regierung verantwortlich gemacht.
Für weitere allgemeine Reise- und Sicherheitsinformationen
sowie eine Reisewarnung
empfiehlt sich das Internetportal des Auswärtigen Amtes.
Kigali
, die Hauptstadt Ruandas, ist auf mehreren Hügeln gebaut. Der Stadtkern befindet sich auf dem "Plateau" des Haupthügels "Nyarugenge". Dort haben die wichtigsten Einrichtungen für den Dienstleistungssektor ihre Sitze. Am Hang des gleichen Hügels liegt ebenfalls "Kiyovu", das von ausländischen Staatsangehörigen bevorzugte Wohnviertel der Stadt. Dort, in dem ruhigen grünen Villenviertel, von der Außenwelt durch hohe Mauern und Wachpersonal abgeschirmt, wohnen und arbeiten Angehörige ausländischer Vertretungen, Entwicklungshelfer sowie ein Teil der besser verdienenden ruandischen Oberschicht. Die dafür verlangten Mietpreise sind überdurchschnittlich hoch und werden in den meisten Fällen über die jeweiligen Arbeitsverträge geregelt. Oft sind solche Mietpreise nicht gerechtfertigt. Kiyovu ist auch ältestes Wohnviertel Kigalis, die Gebäude befinden sich überwiegend in schlechtem Zustand.
Derzeit erfährt Kiyovu eine massive Moderniesierungsdynamik als Folge einer Regierungverfüngung. Eigentümer werden aufgefordert ihre alte Häuser dem neue erstellten „Masterplan“ der Hauptstadt anzupassen. Dies bedeutet in der Regel ein Abriss bestehender alten Bungalow zu gunsten von konstenintensiven mehrstöckigen Neubauten.
Die anhaltende Wiederaufbauphase hat einen Bauboom zur Folge. Dementsprechend ist eine sich schnell verändernde Stadt Kigali zu beobachten. Die Stadt hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre flächenmäßig verdoppelt. Neue Villenviertel, moderne Wohnsiedlungen, hohe Bürokomplexe und Einkaufszentren sind entstanden. Auch auf der öffentlichen infrastrukturellen Ebene hat die Stadtverwaltung einige Erfolge zu verzeichnen. So wurden die meisten Hauptstrassenverbindungen innerhalb der Hauptstadt asphaltiert bzw. instand gesetzt. Durch einen strengeren Polizeieinsatz hat die städtische Verwaltung eine für regionale Verhältnisse bemerkenswerte Ordnung im Bereich der Sicherheit, dem Verkehr und der Hygiene durchgesetzt (Moped-Taxi-Fahrer tragen beispielsweise den vorgeschriebenen Helm und eine Sicherheitsweste).
Das Angebot auf dem Wohnungsmarkt wird immer vielfältiger. Einen einschränkenden Faktor stellt jedoch die Energie- und Wasserversorgung dar. Die verfügbare Menge von Strom und Wasser ist der Nachfrage bereits weit unterlegen. Strom und Wasser hin und wieder in unregelmäßigen Zeitabständen abgeschaltet. Der Mangel gilt zwar landesweit, bestimmte Wohnorte und Stadtteile stehen jedoch in der Versorgung auf der Prioritätenliste weit vorne, andere nicht. Lösungen bestehen aus hauseigenen Notstromaggregaten und Wasserspeichern.
Die ganz große Mehrheit der Stadtbevölkerung lebt in ärmeren Verhältnissen in Randzonen
der Stadt. Dort gibt es in den selbst gebauten Hütten kein fließendes Wasser und als Toilette muss ein Loch im Boden ausgegraben werden. Es gibt aber in allen Wohnvierteln eine Minderheit durchaus sehr wohlhabender Bevölkerungsschichte. Eine Entstehung der Mittelschicht ist zu beobachten, der Unterschied zwischen arm und reich bleibt jedoch sehr groß.
Auf dem Lande leben die Menschen in Streusiedlungen in einfachen Verhältnissen. Dort fehlen in der Regel sowohl Wasserleitungen als auch Strom. Elektrisches Licht gibt es nur in den Handelszentren an Hauptstrassenverbindungen, an Missionsstationen und an den Verwaltungssitzen der Distrikte.
In Kigali und den größeren Städten gibt es wenige Hotels und Restaurants
mit internationalem Charakter. In den teuren Supermärkten der Hauptstadt, darunter ein deutscher Metzger bzw. Bäcker, ist fast alles erhältlich, was man zum täglichen Leben braucht. Importierte Waren sind aufgrund der langen Transportwege und der nach Kategorie eingestuften hohen Einfuhrsteuer, überdurchschnittlich teuer. Weine zählen beispielsweise zur Kategorie der Luxuswaren und sind daher für Ottonormalverbraucher nicht erschwinglich. Auf den Lokalmärkten ist das Angebot an frischen Lebensmitteln groß. Außerhalb der Städte ist die Versorgung mit importierter Ware schwieriger.
Die ruandische Landeswährung
, Ruanda-Franc (RWF), erfreut sich einer relativen Stabilität. Der Wechselkurs
basiert auf täglichen US Dollar Raten. 1 Euro = 775 RWF,.1 US Dollar = 599 RWF (Stand: Januar 2012). Mit Kreditkarten kommt man in Ruanda nicht weit. Bis auf wenige Banken und Hotels der Hauptstadt werden sie nicht angenommen. Geldautomaten sind selbst in der Hauptstadt selten und sind, wenn vorhanden, nur mit lokalen Geldkarten bedienbar. Die Mitnahme von Devisen in bar wird empfohlen, bessere Wechselraten werden für Euro und US-Dollar angeboten, Bargeld sollte nur in Banken, Hotels oder in den zahlreichen Foreign-Exchange-Büros der Hauptstadt gewechselt werden.
Die Telekommunikation gehört zu den am schnellsten wachsenden Sektoren der ruandischen Wirtschaft. Internet und Mobiltelefon sind in aller Munde. Dies gilt sowohl für die politische Führung als auch für alle Bevölkerungsschichten. Das Mobilfunknetz ist relativ gut ausgebaut. In allen Städten Ruandas kann man mit dem Handy telefonieren. Nur noch die von Hauptstrassen weit entfernten Hügel werden vom Mobilfunk noch nicht abgedeckt. Anbieter ist neben dem langjährigen Monopolist "MTN Rwandacell"
, Millicom International Cellular (MIC) welche unter der bekannten Marke TIGO
seit 2009 auf dem ruandischen Markt opperiert.
Die staatliche Telefongesellschaft Rwandatel
wurde bereits privatisiert. Das erste Nachfolgunternehmen Terracom hatte angefangen ein zweites Funknetz aufzubauen . 2007 kam es zu Unzufriedenheit seitens der Regierung. Terracom wurde vorgeworfen die Vertragsvereinbarungen nicht einzuhalten. Schließlich kam es aufgrund der nicht erfüllten hohen Erwartungen zum endgültigen Scheitern
des gesamten Privatisierungsvorhabens. Ende 2007 übernahm der zweite Investor LAP Green Networks
aus Libyen 80% der Anteile am Unternehmen und sagte Investitionen von 100 Mio. US$ für den Betriebsstart zu. . Im April 2011 verlor auch dieser Investor seine Lizenz durch die nationale Regulierungsbehörde RURA. Der vermutete Zusammenhang mit dem zeitgleich erfolgten Untergang vom Kadaffi Regime in Libyen wurde aus Ruanda dementiert.
In der Hauptstadt sowie in den wichtigsten Großstädten besteht die Möglichkeit über einen Breitband-Telefon- und Internetanschluss mit zumutbaren Lieferfristen zu verfügen. Internetzugang bekommt man außerdem über die vorhandenen zahlreichen Internetcafés. Auf dem Land bleibt die hochgelobte ICT-Politik
der Regierung zunächst noch ein Traum.
Die hygienischen Verhältnisse sind im allgemeinen schlecht. Sanitäre Anlagen sind, wenn überhaupt vorhanden, im desolaten Zustand. Die Möglichkeit allgemeiner medizinischer, insbesondere guter fachärztlicher Versorgung ist eingeschränkt und die allgemeinen Krankenhauseinrichtungen sind unzureichend.
Mit am häufigsten auftretende Krankheitsbilder sind Durchfallerkrankungen verursacht durch Amöben, Würmer oder Bakterien bzw. Viren Hepatitis und Malaria. Zur Malaria-Vorbeugung wird Schutz vor Mückenstichen empfohlen. Dazu sind langärmlige Kleidung, Sprays, Cremes, Lotionen, Mosquitonetze, etc.hilfreich. Auch eine Vorbeugung mit Medikamenten wird empfohlen. Daher sollte vor Abreise eine Beratung beim Arzt stattfinden. AIDS, Geschlechtskrankheiten und Tuberkulose etc. sind verbreitet. Der Nachweis einer Gelbfieber-Impfung ist bereits am Flughafen bei der Einreise in Ruanda Pflicht. Gesundheits- und Impfhinweise
zu Ruanda bietet das Tropeninstitut der Universität München
Das Landschaftsbild des Akagera-Nationalparks
in der trockenen Savannenregion Ost-Ruandas wird von niedrigen Hügeln und weitläufigen Mulden bestimmt. Typische Vegetationsformen sind Gras-, Strauch- und Buschsavanne, in denen die Akazienbäume dominieren.
Vor dem Bürgerkrieg rechnete man den Park dank seines ehemaligen Wildreichtums zu den schönsten Tierparks Afrikas. Große Bestände gab es z B. bei Nilpferden, Antilopen, Zebras und Büffeln. In geringerer Zahl konnte man Löwen, Elefanten, Nashörner und Giraffen beobachten.
Die Lebensräume dieser Tiere sind inzwischen stark bedroht
. Ende des Bürgerkrieges 1994 siedelten sich viele aus dem Exil zurückkehrende Ruander im Nordteil des Parks an. Wandernde Viehherden und landwirtschaftliche Ansiedlungen haben sich zunehmend in das Parkgelände vorgeschoben. Nur ein kleiner Teil des Parks wird noch streng geschützt.
Auf der Randschwelle des Zentralafrikanischen Grabens haben sich die Reste eines ehemalig ausgedehnten Berg-Nebelwaldes erhalten.Der ökologische Wert
dieses Waldes zeigt sich zum einen durch die reichhaltige Zahl der Pflanzenarten
, zum anderen ist dieser Wald ein lebenswichtiges Wasserreservoir des Landes. Auch die Tierwelt zeigt eine große Artenvielfalt bei Vögeln, Amphibien, Reptilien und Säugern (Schimpansen, Stachelschweine u. a.).
In der Region der Virunga-Vulkane
im Grenzgebiet von Ruanda, der Demokratischen Republik Kongo und Uganda leben in den dichten Nebelwäldern in Höhenlagen zwischen 2.000 und 4.000 Metern ca. 600 bis 650 Berggorillas. Einige der Virunga- Vulkane bilden die heutige Nordgrenze von Ruanda und stehen als Nationalpark unter strengem Schutz. Sie sind Teil des Zentralafrikanischen Grabens und teilweise noch heute aktiv.
Nach dem Bürgerkrieg sind die Gebiete der Gorillas wieder zugänglich und abgesichert. Es werden ein- bis zweitägige Touren
zu den fünf im Park lebenden und an Besucher gewöhnten Gorillagruppen angeboten. Maximal acht Besucher pro Tag und Gorillagruppe sind zugelassen. Die Beschränkung der Besucherzahlen sowie WWF-Projekte
sollen dazu beitragen, das Überleben der Berggorillas zu sichern.
Die meisten Ruander gehen zu Fuß zum Markt. Sie transportieren ihre Waren in Körben auf dem Kopf, in Taschen oder auf Fahrrädern.
Größere Strecken zwischen den Streusiedlungen und den lokalen bzw. städtischen Märkten werden mit Hilfe von Kleinlastwagen (Pick-up) zurückgelegt. Ein weiteres Transportmittel
sind die Minibusse, die für 9 Personen zugelassen, aber meist mit mehr besetzt sind. Diese Sammeltaxis transportieren Menschen und Waren über asphaltierte aber auch holprige oder rutschige Pisten. Fahrpläne und Haltestellen gibt es nicht; die Busse fahren erst, wenn sie voll besetzt sind. Regelmäßig verkehrende Mini- bzw. Linienbusse existieren nur als Verbindung zwischen Kigali und anderen größeren Provinzstädten. Auch in die Nachbarstaaten, nach Kampala
(Uganda) und Bujumbura (Burundi), besteht Reisebusverkehr.
In den Städten warten kleine Motorräder an jeder Ecke um Passagiere quer durch alle Stadtteile zu befordern. Sie haben den Vorteil dass sie nahezu überall durchkommen. Eisenbahnverbindungen gibt es in Ruanda nicht.
Jacques Nshimyumukiza
ist Architekt und in seinem Fachgebiet, Umwelt- und Raumplanung, als Consultant tätig. Nebenberuflich organisiert und leitet er Projekt- und Studienreisen nach Ruanda, hauptsächlich im Rahmen der langjährigen Länderpartnerschaft zwischen Ruanda und dem Bundesland Rheinland-Pfalz. Seit 2002 ist er als Landeskunde-Tutor für Ruanda und Burundi bei der GIZ tätig.
Auf Anregungen und Kommentare würde ich mich sehr freuen
Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Dezember 2011 aktualisiert.
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