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StaatsbürgerInnen der Europäischen Union bekommen ein kostenloses 3-Monats-Visum direkt bei der Einreise in den Pass gestempelt. Wer sich länger als drei Monate durchgehend im Land aufhalten will, sich jedoch nicht für länger niederlässt, muss beim Innenministerium um die Verlängerung des Visums ansuchen. Wer jedoch für längere Zeit seinen Wohnsitz im Land aufschlägt, muss beim Innenministerium (Anlaufstelle: Police des Etrangers im Stadtteil Dieppeul) eine Carte Nationale d’Identité Etrangère
beantragen. Die deutsche Botschaft hat die wichtigsten Informationen in einem Merkblatt
zusammengefasst. Genauere Niederlassungsbestimmungen finden sich hier
.
Die senegalesische Botschaft
in Berlin kann mit weiteren Informationen dienen.
Ein Leben in Dakar und ein Leben auf dem Land oder einer Kleinstadt kann kaum unterschiedlicher sein. Während in Dakar Restaurants
, Supermärkte, Bäckereien, Banken und neue Wohnhäuser und Villen nur so aus dem Boden schießen und man so gut wie alles findet, was das Herz begehrt (wenn auch zu entsprechenden Preisen), gibt es in der Provinz nur ein sehr eingeschränktes Angebot an Konsumgütern. Hier finden sich einige Tipps zum Leben in Dakar
.
In den Städten und Tourismusgebieten gibt es zumeist 1-2 Supermärkte oder größere Läden (meist von Libanesen geführt), ansonsten beschränkt sich das Angebot auf saisonales Obst und Gemüse, Fisch, Fleisch und entsprechende Getreidesorten. Obst und Gemüse lassen sich am billigsten auf dem Markt erstehen. Konsumgüter, die von der breiten Bevölkerung erstanden und verwendet werden, sind im europäischen Vergleich sehr billig; Importware, Toilettenartikel, Elektrogeräte und ähnliches hingegen um einiges teurer.
Die Immobilienpreise für Kauf- wie auch Mietobjekte
sind in Dakar in den letzten Jahren beständig in die Höhe gewandert und betreffen Wohnniveaus und Wohngegenden.
Außerhalb Dakars und der touristischen Petite Côte sind die Immobilienpreise wesentlich niedriger.
Der westafrikanische Franc CFA ist zum fixen Wechselkurs von 655,957 an den Euro gebunden.
In Dakar finden sich mittlerweile viele Banken, an denen man mit Bankomat- und Kreditkarten Geld ziehen kann. Auch eine Bezahlung mit Kreditkarte ist in Dakar in vielen Hotels und ausgewählten Geschäften möglich. Außerhalb der Hauptstadt gibt es Geldautomaten nur in größeren Städten.
Mit Western Union
und MoneyGram
kann man sich fast überall hin Geld überweisen lassen, allerdings sind die Spesen dafür sehr hoch.
Bei der Einfuhr von Devisenbeträgen über 1.500 Euro empfiehlt es sich, eine Deviseneinfuhrerklärung abzugeben, bei der Ausreise sind diese Erklärung und Umtauschnachweise vorzulegen. Die senegalesischen Zollbehörden zögern nicht, bei Verdacht auf Devisenschmuggel undeklarierte Devisen zu beschlagnahmen. Franc CFA dürfen nur in der Höhe von 20.000 ausgeführt werden.
Die beste Reisezeit ist in den kühleren Monaten von November bis Mai. Die touristische Infrastruktur ist gut erschlossen und eine Vielzahl europäischer Fluglinien und Charterflüge (diese in erster Linie aus Frankreich) landen in Dakar.
Als französischsprachige Fundquelle für Hotels, Restaurants und allgemeine Tipps sei noch einmal die Seite Au-Senegal
genannt, Informationen auf Englisch gibt es z.B. im Lonely Planet
.
Verkehr und Fahrstil sind gewöhnungsbedürftig. Der Verkehr in Dakar ist laut und chaotisch und Verkehrsregeln werden nur selten beachtet. Die Endlosstausstaus, wie sie in den letzten Jahren an der Tagesordnung waren, sind durch die neue Straßeninfrastruktur zum Glück selten geworden, nur am Nadelöhr Rufisque am Eingang der Halbinsel Cap Vert kommt es bis heute zu kilometerlangen Autoschlangen.
Der Zustand der Überlandstraßen ist oft schlecht, wenn in den letzten Jahren auch verstärkt Anstrengungen gemacht wurden, das Straßennetz auszubauen. Leider sind die Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen oft auch von schlechter Qualität. Von Überlandfahrten während der Nacht ist abzuraten: oft kommt es wegen unbeleuchteter Fahrzeuge oder Eselskarren zu Unfällen.
Von Reisen auf dem Landweg in die Casamance über Gambia wird abgeraten und auch von allen nicht unbedingt erforderlichen Fahrten über die N4 (Transgambienne) in den Westen der Casamance. Im Juni 2009 erließ der Gouverneur der Casamance ein Nachtfahrverbot (18:00-06:00) für die N4 und die N5.
Es gibt zahlreiche Autovermietungsagenturen
. Eine große Auswahl an Gebrauchtwagen
(Privatverkäufe) findet sich hier.
Der öffentliche Verkehr findet vor allem auf der Straße
statt: in Buschtaxis (32 Plätze) oder sogenannten 7-Places, umgebauten Renault 504. Sie fahren erst ab, wenn sie voll sind, die Abfahrtsorte befinden sich in Städten an den "gares routières" - für den großen gare routière Dakars Pompiers braucht der oder die Reisende gute Nerven, um sich all der hilfreichen Hände, Vermittlern, Führern und fliegenden Händlern zu erwehren. Die Fahrpreise sind fix.
Die Fahrzeuge befinden sich oft in einem erbarmungswürdigen Zustand - Afrika war und ist der Schrottplatz Europas - und im August 2003 wurde ein Gesetz erlassen, das die Einfuhr von Kraftfahrzeugen, die älter als 5 Jahre sind, untersagt.
Langsam sind auch Autobusse immer verbreiteter.
Die einzig nennenswerte Bahnstrecke ist die Verbindung Dakar - Bamako, die zur Zeit allerdings eingestellt ist.
Die Casamance ist heute wieder mit einer regelmäßigen Schiffsverbindung, die übrigens mit deutscher Hilfe eingerichtet wurde, an den Rest des Landes angebunden. Die "Aline Sitoé Diatta
" (nach einer Heldin des antikolonialen Widerstands aus der Casamance) verbindet 2 Mal wöchentlich Dakar und Ziguinchor.
Dazu gibt es tägliche Flugverbindungen
Dakar - Ziguinchor.
Eine originelle Art das Land kennenzulernen ist mit dem Fahrrad, es gibt gelegentlich geführte Fahrradtouren
eines kleinen deutschen Reiseveranstalters.
Die SenegalesInnen sind sehr kinderfreundlich, und es ist sehr angenehm, mit Kindern im Land zu leben.
In Dakar ist das Schulangebot
vielfältig und von hoher Qualität. An internationalen Schulsystemen gibt es das französische
und das amerikanische
. Deutschsprachige Eltern haben sich zu einer Elterninitiative
zusammengeschlossen und privaten Deutschunterricht für ihre Kinder organisiert.
Die Sicherheitslage ist im Senegal im Allgemeinen recht gut und man kann sich sehr frei bewegen. Dabei sollte man natürlich grundlegende Sicherheitsvorkehrungen beachten und Wertgegenstände und Schmuck nicht offen am Körper tragen. In der Hauptstadt lässt sich ein Ansteigen an bewaffneten Raubüberfällen und Einbrüchen beobachten. Ein Sonderfall ist die Sicherheitslage in der Casamance, vor Reisen in diese Region sollte man sich unbedingt nach der aktuellen Sicherheitslage erkundigen.
Auf alle Fälle sollten sich europäische StaatsbürgerInnen in der Krisenvorsorgeliste
ihres Heimatlandes, wie z.B. Deutschlands, registrieren lassen.
Die Reise- und Sicherheitsinformationen
des Auswärtigen Amts informieren über die aktuelle Situation.
Vor der Abreise sollte man sich tropenmedizinisch beraten lassen. Einen Überblick über empfohlene Impfungen und verbreitete Krankheiten findet sich hier
, auch die Reise- und Sicherheitshinweise des AA sind hilfreich.
Wichtig sind allgemeine Hygienemaßnahmen (häufiges Händewaschen mit Seife, Nahrungsmittelhygiene) und ein konsequenter Mückenschutz als Schutz vor Malaria und anderen durch Insektenstiche übertragene Krankheiten.
Die medizinische Versorgung in Dakar ist gut, im Rest des Landes jedoch sehr mangelhaft. Einige spezielle Behandlungen oder Untersuchungen können in Dakar nicht durchgeführt werden und sollten in Europa programmiert werden.
Neben vielen privaten Arztpraxen gibt es ein gut funktionierendes ärztliches Notarztservice
, das Hausbesuche macht. Hier findet sich eine umfangreiche Liste
verschiedener Ärzte und Spitäler, die amerikanische Botschaft hat auf ihrer Liste
den Fokus zusätzlich auf die Beherrschung der englischen Sprache gelegt.
Die Apotheken sind gut sortiert,von den im Straßenverkauf erhältlichen Medikamenten ist abzuraten, da sie oft gefälscht sind.
Im Senegal wurde der Telekommunikationssektor durch die Einführung des Mobilfunks revolutioniert. Während der Ausbau des Festnetzes stagniert, ist man heute auch in den entlegensten Landesteilen mit dem Handy erreichbar und der Senegal hat eine der höchsten Mobilfunkbenutzerdichten in Afrika. Es gibt zur Zeit drei Anbieter: Orange
, Tigo
und Expresso.
2007 wurden die Telefonnummern umgestellt, den bislang siebenstelligen Nummern wurden je nach Anbieter zwei Nummern vorangestellt. Sollte man noch auf alte Telefonnummern stoßen, müssen einfach nur die entsprechenden Ziffern vorangestellt
werden.
Für Anrufe aus Deutschland lohnt es sich günstige Call by Call Anbieter oder die Preise von Prepaid Karten zu vergleichen.
Der Senegal war auch ein Pionier in Bezug auf die Internetnutzung in Westafrika. Die NutzerInnenzahlen haben eine rasante Entwicklung
durchgemacht: wurden für das Jahr 2000 noch 40.000 NutzerInnen angegeben, waren es 2007 schon 540.000 und 2010
923.000 InternetuserInnen (7.3% der Bevölkerung). (Quelle Internet World Stats und Osiris).
Die Dichte an Internetcafés, sog. Cybercafés, in den Städten ist hoch, die Preise pro Stunde belaufen sich auf etwa 250 FCFA. In den Städten bekommt man problemlos einen Hausanschluss per ADSL oder WiFi. Dazu bieten Orange und Expresso mobiles Internet an, mit dem man im ganzen Land erreichbar ist.
Zu den nützlichen Adressen für deutsche StaatsbürgerInnen gehört natürlich die deutsche Botschaft
, in der Avenue Pasteur auf dem Plateau gelegen.
Eine nützliche Adresse für Neuankömmlinge ist Expat Dakar mit einem übersichtlich nach Rubriken geordneten Adress- und Linkverzeichnis
, in den Kleinanzeigen
lässt sich von Autos, über Möbel, Kinderspielzeug und Haustiere so ziemlich alles finden, was das Herz begehrt und vor der Ausreise auch wieder praktisch verkaufen.
Die Dakar Women's Group
ist ein Verein englischsprechender Frauen und bietet verschiedenartigste Freizeitaktivitäten an. Der deutsche Stammtisch
, der einmal im Monat stattfindet, ist eine gute Gelegenheit, andere Deutsche kennenzulernen.
Hier findet man noch einmal einen Veranstaltungskalender
.
Die Universität Stanford bietet eine umfangreiche Linksammlung zum Senegal
, die es sich einmal durchzuforsten lohnt.
Claudia Hrubesch, Jahrgang 1972, Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft, Französisch und Deutsch als Fremdsprache in Wien und Paris. Schwerpunkt: Geschichte und Literaturen Afrikas, Postcolonial Studies und interkulturelle Kommunikation.
Lebt seit 10 Jahren im Senegal. Tätigkeiten beim Goethe-Institut Dakar, der GIZ, ECO Consult und als freiberufliche Beraterin im Kultur- und Kommunikationsbereich. Landestutorin bei Inwent.
Über Feedback freue ich mich.
Diese Länderseite wurde zum letzten Mal am 29. August 2011 aktualisiert.
Die AIZ mit Sitz in Bad Honnef bietet mehr als 50 monatlich stattfindende Trainingskurse zu folgenden Themen an:
Gerne konzipieren wir für Sie maßgeschneiderte Trainingskurse, die sich an Ihren individuellen Bedürfnissen und Interessen orientieren. Wir freuen uns über Ihre Anfragen!
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