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Marktszene

Wirtschaft und Entwicklung

BeschreibungInhalt
geschätztes BIP:12,7 Millionen US-$ (2009)
Bruttonationaleinkommen pro Kopf:
1.090 US-$ (2010)
Rang der menschlichen Entwicklung (HDI):155 (von 187)
Anteil Armut (unter 2  $ pro Tag):60,3%(2005)
Einkommensverteilung (Gini-Koeffizient):39,2% (2005)
Anteil alphabetisierte Erwachsene:49,7%

Senegal

Landesflagge Senegal

3.1. Wirtschaft

3.1.1. Wirtschaftssystem und seine Sektoren

Die senegalesische Wirtschaft ist durch starke Importabhängigkeit, einen kleinen Heimatmarkt und eine geringe Exportbreite geprägt. Der Großteil der Bevölkerung arbeitet in Ackerbau und Fischfang, dabei wird der Arbeitsmarkt stark vom informellen Sektor dominiert. Die industrielle Produktion des Landes ist relativ schwach und der Tourismus in den letzten Jahren rückgängig. 

Wirtschaftssektoren

3.3.1.1. Landwirtschaft und Fischfang

Landwirtschaft

Obwohl fast 70% der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig ist, erwirtschaftet sie nur knapp 14% des BIP und das mit sinkender Tendenz. Die hauptsächlich kleinbäuerlich ausgerichtete Agrarwirtschaft leidet unter schlechten Rahmenbedingungen: die Böden sind schlecht und ausgelaugt und ein unsachgemäßer Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden aufgrund der mangelnden Aufklärung der Landbevölkerung führt zu einer weiterer Degradation der Böden. Seit den 70er Jahren ist die Sahelzone häufigen DürrezeitenÖffnet externen Link in neuem Fenster bzw. unregelmäßigen und niederschlagsarmen Regenzeiten ausgesetzt, eine Entwicklung, die sich unter der Einwirkung des Klimawandels noch weiter verschlimmern wird. Unter diesen Vorzeichen verschieben sich auch die traditionellen Anbauflächen für bestimmte Sorten.
Im Mai 2009 veröffentlichte das bereits genannte CILSS eine Studie über die Veränderungen der Umweltbedingungen und Produktionsweisen im Sahel.Öffnet externen Link in neuem Fenster

Landkarte Landwirtschaft im Senegal
Landkarte Landwirtschaft im Senegal. Quelle: www.au-senegal.com

Die LandwirtschaftÖffnet externen Link in neuem Fenster im Senegal ist wenig diversifiziert. GrundsätzlichÖffnet externen Link in neuem Fenster ist sie
bis heute durch eine extensive Erdnussmonokultur im Zentrum des Landes, dem sog. „Erdnussbecken“ (bassin arachidier), geprägt, für die der Grundstein in der Kolonialzeit gelegt wurde.
Die Franzosen ließen in den unterschiedlichen Kolonialgebieten Monokulturen anlegen, die sie zur Entwicklung des „Mutterlandes“ benötigten. Dabei wurde natürlich auf eine diversifizierte Entwicklung der Kolonien verzichtet bzw. die ursprüngliche Subsistenzlandwirtschaft zerstört.

Auch der unabhängige Senegal verabsäumte es, die landwirtschaftliche Produktion nach der Unabhängigkeit breit zu fächern. Die ProblemeÖffnet externen Link in neuem Fenster begannen, als die Erdnusspreise auf dem Weltmarkt verfielen, die Böden durch die extensive Monokultur kaputt gewirtschaftet waren und der Senegal einen Großteil der anderen Lebensmittel, v.a. Reis aus Südostasien und Weizen aus Frankreich, importieren musste.
Nach der Unabhängigkeit hatte das Office National de Coopération et d’Assistance pour le Développement (ONCAD) das Ankaufsmonopol im Agrarbereich inne, doch schon Mitte der 70er Jahre war es zu einem Riesenapparat mit überdimensionierten Verwaltungskosten aufgebläht. Misswirtschaft und MisskalkulationÖffnet externen Link in neuem Fenster durchzog die gesamte staatlich gesteuerte Anbau- und Ankaufspolitik des Sektors. 2001 forderte der IWF die Privatisierung der SONACOS, der nationalen Vermarktungsagentur. Sie wurde von einem Konsortium übernommen und am 1. Januar 2007 in SuneorÖffnet externen Link in neuem Fenster (Wolof: „unser Gold“ ) umbenannt.

Alte Frau auf Stuhl
Die Alten bleiben, die Jungen verlassen die Dörfer.
© Raimundo Maia Junior

Unbestritten ist, dass die Kleinbauern ums Überleben kämpfenÖffnet externen Link in neuem Fenster. Immer mehr der jungen Menschen verlassen ihre Dörfer und ziehen in die Städte.
Neben der institutionellen Misswirtschaft sind es eben auch die schwierigen Naturbedingungen, die die senegalesische Landwirtschaft so extrem anfälligÖffnet externen Link in neuem Fenster
machen: seien es Dürre, zu starke Regenfälle mit Überschwemmungen oder HeuschreckenÖffnet externen Link in neuem Fenster.
Die Ernährungslage im Senegal wird laut Welthungerindex 2010Öffnet externen Link in neuem Fenster als ernst eingestuft.


Einfachste Lebensbedingungen auf dem Land
Einfachste Lebensbedingungen auf dem Land
© Miriam Diop
Strohhütte im Dorf

© Matthias Hrubesch

Der Senegal versucht in den letzten Jahren eine Rückwendung von der reinen Exportwirtschaft. Nach den heftigen Protesten zu den Grundnahrungsmittelteuerungen 2008Öffnet externen Link in neuem Fenster stellte Präsident Wade seine Kampagne GOANAÖffnet externen Link in neuem Fenster zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität und der Erreichung von Nahrungsmittelautarkie vor – ein ambitionierter Plan, dessen Realisierung jedoch oft angezweifeltÖffnet externen Link in neuem Fenster wird.Um den sozialen Frieden zu erhalten, ist der senegalesische Staat gezwungen, den Markt für Grundnahrungsmittel zu subventionieren oder über Preissteuerungen zu lenken, dennoch leidet die einfache Bevölkerung unter den stark angestiegenen Lebensmittelpreisen.

Plakat GOANA

© Ines Gontek

Neben den traditionellen Cash Crops Erdnuss und in geringem Ausmaß BaumwolleÖffnet externen Link in neuem Fenster  werden als Food Crops für den eigenen Verbrauch v.a. Hirse (in den Küstengebieten vom importierten Reis verdrängt, im Landesinneren jedoch immer noch das traditionelle Grundnahrungsmittel), Mais, Sorghum, Maniok und Reis (im Flusstal des Senegal sowie in der Casamance) angebaut.

Nach der großen Nahrungsmittelkrise 2008 ließen sich zumindest in der heimischen Reiswirtschaft leichte Fortschritte verzeichnen: ein Großteil des im Senegal konsumierten Reises wird zwar immer noch importiert, dennoch gingen die Importraten in den letzten zwei Jahren erstmals zurück und die heimische ProduktionÖffnet externen Link in neuem Fenster konnte gesteigert werden.  Insgesamt jedoch konnte die in den letzten Jahren so oft propagierte Ernährungssicherheit bei weitem nicht erreicht werden und ein Großteil der Grundnahrungsmittel muss weiterhin importiertÖffnet externen Link in neuem Fenster werden.
Das Africa Rice Center Öffnet externen Link in neuem Fenster setzt sich für eine Intensivierung des Reisanbaus in Afrika ein und forscht im Bereich trockenheitsresistenter Samen.
Am Senegalfluss wird auch Zuckerrohr angebaut, in Richard Toll befindet sich die verarbeitende IndustrieÖffnet externen Link in neuem Fenster, die in erster Linie für den Binnenmarkt produziert.

Reisanbau in der Casamance
Reisanbau in der Casamance
© Ines Gontek
Feld eines Kleinbauern bei Mboro
Feld eines Kleinbauern bei Mboro
© Claudia Hrubesch
Wichtigstes landwirtschaftliches Produkt: die Erdnuss
Wichtigstes landwirtschaftliches Produkt: die Erdnuss
© Elisabeth Bazin
Hirseernte
Hirseernte
© Elisabeth Bazin

Der GemüseanbauÖffnet externen Link in neuem Fenster wird vor allem in den Einzugsgebieten von Dakar und Thies betrieben, insbesondere in den Niayes, den fruchtbaren Senken hinter dem Dünengürtel entlang der Küste zwischen Dakar und St. Louis.  
Der Obstanbau ist wenig strukturiert, der Großteil der einheimischen Früchte Öffnet externen Link in neuem Fenster wird nicht professionell angebaut, sondern von Frauen und Kindern gesammelt und auf den Märkten zum Verkauf angeboten.

Obstverkauf am Straßenrand
Obstverkauf am Straßenrand
© Margret Föh
Frauen verkaufen Blätter von Maniok, Süßkartoffel und Bissap
Frauen sammeln Blätter und verkaufen sie zum Verkochen
© Miriam Diop

Der krisengebeutelte Agrarsektor ist in einem schwierigen UmstruktierungsprozessÖffnet externen Link in neuem Fensterbegriffen. Sein Gelingen wäre notwendig, um das Land weniger anfällig für die fluktuierenden Weltmarktpreise und weniger abhängig von Importen zu machen und die galoppierende Landflucht aufzuhalten.
Bei der heute noch vorherrschenden Agrar- und Handelspolitik der IndustriestaatenÖffnet externen Link in neuem Fenster, die den afrikanischen Markt mit ihren hoch subventionierten Erzeugnissen überschwemmenÖffnet externen Link in neuem Fenster, ist dies jedoch kaum möglich. Solange sich auf der zwischenstaatlichen Ebene nichts ändert, kann den verschiedenen Programmen, die versuchen, die Kleinbauern durch z.B. Kleinkredite zu unterstützenÖffnet externen Link in neuem Fenster nur ein bescheidener Erfolg beschieden sein.

Das World Ressource Institute vergleicht landwirtschaftliche ProduktionsdatenÖffnet externen Link in neuem Fenster (aus den späten 90er Jahren) des Senegals mit dem Rest Subsahara Afrikas und der ganzen Welt.
Ein Business for Development Report 2008 der OECD beschäftigt sich mit den Perspektiven der senegalesischen Landwirtschaft und AgroindustrieÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Bewässerung

Die Landwirtschaft ist mit nur 5% an bewässerten Flächen extrem niederschlagsabhängig. Große Hoffnungen wurden deshalb auf die ganzjährige Bewässerungslandwirtschaft am Ufer des Senegalflusses gesetzt, die sich jedoch auch nach der der Fertigstellung zweier großer Staudämme, in Diama an der Mündung des Senegals und in Manantali in Mali, nicht ganz verwirklichen ließen. Die Wasserführung des Senegals ist zwar jetzt ganzjährig regulierbar, es fehlt aber immer noch an Mitteln für die Bewässerungskanäle der  landwirtschaftlichen Nutzflächen.
Auf einer Landkarte lässt sich die Nutzung des SenegalflussesÖffnet externen Link in neuem Fenster nachvollziehen.

Die Viehhaltung besteht in erster Linie in Rinderherden (Zebus) der nomadisierenden PeulhsÖffnet externen Link in neuem Fenster (Pular) (sog. „transhumants“).

Zebus
Zebus
© Claudia Hrubesch
Zebus

Etwa 30% der Landflächen sind ausgewiesenes Weideland, doch die Dürreperioden der letzten Jahrzehnte hatten auch hier schlimme Auswirkungen. In den 70er Jahren verendeten Tausende Rinder und viele der Viehzüchter fanden sich auf den Straßen Dakars wieder. Bis heute kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen herumziehenden Viehzüchtern und sesshaften Ackerbauern.
Die Rinderherden stellen ein nicht unerhebliches ökologisches Problem dar, da sie auf der Suche nach Futter auch nicht vor geschützten Wäldern und Reservaten haltmachen. Schlachtvieh  wird in der Regel auf Wochenmärkten vertrieben; bis vor kurzem gab es noch keine Möglichkeit, die produzierte Milch zu vertreiben und die Viehzüchter erzeugten lediglich für den Eigenbedarf.
Einige kleine Privatfirmen vertreiben heute Produkte aus lokaler FrischmilchÖffnet externen Link in neuem Fenster und Milchprodukte aus dem Senegal, doch es ist schwer, sich auf dem von importierter TrockenmilchÖffnet externen Link in neuem Fenster dominierten Markt zu behaupten.

Wochenmarkt Schafe

© Margret Föh
Schafsverkauf vor dem Tabaskifest in der Medina
Vor dem Tabaskifest werden überall Schafe verkauft
© Claudia Hrubesch

Fischfang

Fischerboote bei Ouakam
Fischerstrand von Ouakam,
© Matthias Hrubesch

Mehr als 600.000 Menschen leben vom Fischfang. Mit mehr als 455.000 Tonnen Fangmengen pro Jahr, von denen etwa 85.000 Tonnen in den Export gehen und ein Drittel der Exportmenge stellen, ist der Fischfang der größte Devisenbringer des Senegals. Der Hauptanteil wird bis heute von traditionellen Fischern erwirtschaftet (2008 lag der Anteil bei 87%). Die westafrikanischen KüstengewässerÖffnet externen Link in neuem Fenster sind eigentlich durch den Kanarenstrom begünstigt und weisen eigentlich große Artenvielfalt und Fischreichtum auf, doch die Biodiversität und der Fischbestand haben stark abgenommen.

Der EU wird oftmals SchuldÖffnet externen Link in neuem Fenster am Leerfischen der senegalesischen Fischgründe und dem Abnehmen der Fischvorräte gegeben, was von der EU jedoch dementiertÖffnet externen Link in neuem Fenster wird, die stattdessen den Ball an die senegalesische Regierung zurückspielt.
Auf alle Fälle wurde das  Fischereiabkommen zwischen der EU und dem Senegal seit Juli 2006 nicht mehr verlängert.
Der senegalesische Staat vergibt Einzellizenzen an ausländische Fischfangflotten, was immer wieder zu Protesten der einheimischen FischerÖffnet externen Link in neuem Fenster, der Zivilgesellschaft und Organisationen wie GreenpeaceÖffnet externen Link in neuem Fenster führt.

Wer immer jetzt auch für das Abnehmen der Fischbestände verantwortlich ist, Fakt ist, dass die traditionellen Fischer mit ihren kleinen Holzbooten und archaischen Fangmethoden immer öfter mit halbleeren Booten zurückkommen. Kein Wunder also, dass viele von ihnen während der großen illegalen Migrationsbewegung 2006Öffnet externen Link in neuem Fenster die Gelegenheit ergriffen, mit einem Schlag mittels des Verkaufs ihrer Boote ihre Existenz sichern zu können.

Fischkarren in St. Louis
Fischkarren in St. Louis
© Matthias Hrubesch
Fische zum Trocknen an der Sonne
Fische zum Trocknen an der Sonne
© Claudia Hrubesch

Nicht nur auf See, auch in den Binnengewässern und den Flussmündungen wird gefischt. 

Fischen im Sine Saloum Delta
Fischen im Sine Saloum Delta
© Raimundo Maia Junior
Auf dem Senegalfluss
Auf dem Senegalfluss
© Margret Föh

3.3.1.2. Industrie und Bergbau

Ansicht Zementwerke
Ansicht Zementwerke
© Miriam Diop

Der  sekundäre Sektor erwirtschaftet etwa 20% des BIP.
Zu den wichtigsten Industriezweigen gehören die verarbeitenden Industrie: Lebensmittel- (Öl, Fisch, Zucker, Getränke) und die Textil- und Lederverarbeitung.
Calciumphosphat, das im Tagebau gefördert wird, liefert die Basis für eine relativ florierende Düngemittelindustrie. Der Kalksteinabbau liefert die Basis für eine bescheidene lokale ZementindustrieÖffnet externen Link in neuem Fenster.
Geografisch ist der Industriesektor in erster Linie im Großraum Dakar konzentriert.

FrankreichÖffnet externen Link in neuem Fenster ist der erste ausländische Direktinvestor im Senegal. Das französische Außenministerium beziffert die Anzahl der französischen Unternehmen im Senegal mit 300 (davon rund 130 Filialen französischer Gesellschaften), die über 16 000 Arbeitsplätze stellen (20 % der Stellen des formellen Privatsektors).
In den letzten Jahren hatten staatliche Großbetriebe wie die rohölverarbeitende SAR Öffnet externen Link in neuem Fenster und die chemische Industrie ICSÖffnet externen Link in neuem Fenster vorübergehend mit enormen Problemen zu kämpfen. Heute sind die andauernden Engpässe in der Elektrizitätsversorgung ein gravierendes Problem für die industrielle Produktion.

Karte Minen und Bodenschatzvorkommen im Senegal.
Karte Minen und Bodenschatzvorkommen im Senegal. Quelle: www.amenagement-afrique.com

Der relativ junge Minensektor ist noch im Aufbruch begriffenen und ist aufgrund begrenzter Bodenschatzvorkommen nur bedingt ausbaufähig. Neben dem seit langem geförderten Phosphat (1,5% der Weltproduktion) konzentriert man sich auf die Förderung der Bodenschatzvorkommen im Südosten des Landes. Doch die Aufbruchsstimmung des vergangenen Jahrzehnts ist durch die Wirtschaftskrise und den Rückzug ausländischer Investoren gedämpft worden. Ein 2007 getroffenes Abkommen zur Eisenerzförderung zwischen dem Senegal und ArcelorMittal steht vor dem BruchÖffnet externen Link in neuem Fenster.  
Seit Juni 2009 wird in der Region von Kédougou durch Mineral Deposits Limited (MDL) in professionellem AusmaßÖffnet externen Link in neuem Fenster Gold gefördert. Grund zum Jubeln für Präsident WadeÖffnet externen Link in neuem Fenster, Grund zur KlageÖffnet externen Link in neuem Fenster über nicht erfolgte Entschädigungen bei der Enteignung der Landbevölkerung, Umweltprobleme und Korruption in der Minenregion.

3.3.1.3. Der tertiäre Sektor

Tourismusplakate im Sine Saloum

© Matthias Hrubesch

Der tertiäre Sektor macht etwa 60% des BIP aus.
Dabei ist v.a. der TourismusÖffnet externen Link in neuem Fenster ein wichtiger Devisenbringer.

Handgestrickt wie diese Plakate ist noch vieles im senegalesischen Tourismussektor. Was dem einen charmant und authentisch erscheint, ist für andere ein Manko.

2007 besuchten rund 800.000 Touristen das Land, in den letzten Jahren gab es aber eine rückläufige TendenzÖffnet externen Link in neuem Fenster bei den Nächtigungszahlen.
In erster Linie handelt es sich um einen Strand- und Pauschaltourismus, sowie in der Hauptstadt Dakar um einen hochwertigen Kongresstourismus.
Trotz eines Lippenbekenntnisses der RegierungÖffnet externen Link in neuem Fenster zur Entwicklung des ÖkotourismusÖffnet externen Link in neuem Fenster gibt es bislang in dem Gebiet nur wenig AngebotÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Badeinsel Ngor bei Dakar

© Claudia Hrubesch
Campement im Sine Saloum
Bootsfahrt durch die Mangroven
Vogelschutzgebiet Iles des Madeleines bei Dakar
Abendstimmung auf Fadiouth
Unter Palmen
Campement im Bassari Land © Ines Gontek
Hotel Meridien in Dakar © Matthias Hrubesch
Toubab Dialaw © Claudia Hrubesch

Des Weiteren ist die die Telekommunikationsbranche maßgeblich: es gibt heute drei Mobilfunkanbieter. Mit der Agence de Régulation des Télécommunications et des Postes Öffnet externen Link in neuem Fenster verfügt der Senegal seit 2001 über eine unabhängige Kontrollbehörde für den Sektor.
Dank des gutentwickelten Telekommunikationssektors ist der Senegal eines der wichtigsten Länder in der Süd-Nord-Auslagerung geworden und französische Firmen greifen auf die Dienste senegalesischer Callcenter mit ihren geringeren Personalkosten zurück.

Der BankensektorÖffnet externen Link in neuem Fenster ist gut entwickelt, es gibt etwa 20 niedergelassene BankenÖffnet externen Link in neuem Fenster im Senegal, die allerdings nur etwa 25% der wirtschaftlichen Aktivitäten finanzieren.
MiniunternehmerInnen, unter ihnen v.a. Frauen finanzieren ihre Aktivitäten oft über ein System von TontinesÖffnet externen Link in neuem Fenster, einer Art privater Sparvereine.
Natürlich ist auch der MikrofinanzsektorÖffnet externen Link in neuem Fenster mit Kleinkrediten in der Zwischenzeit gut vertreten.

BCEAO Gebäude im Stadtzentrum

© Claudia Hrubesch

Auch der Sitz der westafrikanischen ZentralbankÖffnet externen Link in neuem Fenster befindet sich in Dakar.
Die gemeinsame Währung Franc CFA ist fest an den Euro gebunden (1 EUR entspricht 655,957 FCFA).

BCEAO Gebäude im Stadtzentrum

3.1.2. Regionale wirtschaftliche Bedeutung und Ausstrahlung

Landkarte regionale Warenflüsse
Regionale Warenflüsse. Quelle: www.amenagement-afrique.com

Als Mitglied der westafrikanischen Wirtschafts- une Währungsunion UEMOAÖffnet externen Link in neuem Fenster und der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft CEDEAOÖffnet externen Link in neuem Fenster (ECOWAS) ist  der Senegal ein Schwergewicht in der regionalen Wirtschaft, was sich auch im BIPÖffnet externen Link in neuem Fenster widerspiegelt. Nach Nigeria, der Côte d'Ivoire und Ghana ist der Senegal die viertgrößte Wirtschaftsmacht in der Region.
Auf der Internetplattform Investir en zone francÖffnet externen Link in neuem Fenster finden potentielle InvestorInnen eine Fülle von Informationen zum gesamten Wirtschaftsraum.
Der Senegal ist auch Mitglied der Organisation zur Harmonisierung des Wirtschaftsrechts in Afrika (OHADAÖffnet externen Link in neuem Fenster).

Karte Regionale Infrastrukturprojekte im Rahmen des NEPAD.
Regionale Infrastrukturprojekte im Rahmen des NEPAD. Quelle: www.amenagement-afrique.com

Nach dem Ausbruch der Krise in der Côte d’IvoireÖffnet externen Link in neuem Fenster übersiedelten viele internationale Organisationen nach Dakar, im privatwirtschaftlichen Sektor „profitierte“  das Land jedoch weniger von den Problemen der zweiten regionalen Wirtschafsmacht. Auch der Dakarer Hafen spielte bislang trotz seiner Größe und trotz des „Ausfalls“ des Hafens von Abidjan keine wichtige Rolle als Eingangshafen für die Region, da die Verkehrsverbindungen in die Nachbarländer zu wenig ausgebaut sind. Der InfrastrukturausbauÖffnet externen Link in neuem Fenster gehört zu den Prioritäten der Regierungen und der vertretenen Geber in der Region.

Im Senegal finanzieren besonders die EU und der MCA Öffnet externen Link in neuem Fensterden Ausbau des Straßennetzes.

Typische Straßenszenen rund um Dakar: notorischer Stau, schlecht ausgebauter öffentlicher Verkehr und überladene Lastwagen, die die einzige Frachtverbindung für das Umland und sogar die Nachbarländer darstellen:

Permanenter Stau auf der Zubringerautobahn nach Dakar

© Miriam Diop
Schwer beladen
Ndiaga Ndiaye
Car rapide

3.1.3. Wirtschaftsindikatoren, Statistiken, Analysen

Verschiedene Wirtschaftsdaten zum Senegal findet man bei der WeltbankÖffnet externen Link in neuem Fenster, der Nationalen StatistikagenturÖffnet externen Link in neuem Fenster, bei BörsenorganisationenÖffnet externen Link in neuem Fenster, und der UEMOAÖffnet externen Link in neuem Fenster
Der African Economic OutlookÖffnet externen Link in neuem Fenster liefert umfassende Analysen zur wirtschaftlichen Entwicklung des Senegals.
Makroökonomisch gesehen hatte der Senegal in den Jahren vor 2008 eine positive Entwicklung zu verzeichnen, das BIP wuchs beständig und die InflationÖffnet externen Link in neuem Fenster war gering, bis jedoch die Treibstoffpreise und Preise für Grundnahrungsmittel analog zur globalen Entwicklung in die Höhe schnellten.
In den Jahren 2003-2007 verzeichnete der Senegal durchschnittliche Wachstumsraten von durchschnittlich 4,7%, die in den Krisenjahren 2008 und 2009 auf etwas mehr als 2% fielen. Im Jahr 2010 wurden wieder erhöhte Wachstumsraten verzeichnet. Das Wachstum wurde in der Vergangenheit in erster Linie von der starken Bau- und Telekommunikationsbranche getragen.
Leistungs-, Handels- und Dienstleistungsbilanz sind konstant defizitär.

3.1.4. Wirtschaftspolitik und Entwicklungspotential

Dorfversammlung

© Claudia Hrubesch

Präsident Wades Wirtschaftspolitik ist auf Liberalisierung und Privatisierung ausgerichtet.
Das zentrale Politikfeld ist die ArmutsbekämpfungÖffnet externen Link in neuem Fenster, gleichzeitig versucht die Regierung, gezielt das WirtschaftswachstumÖffnet externen Link in neuem Fenster und den Privatsektor mittels einer Strategie des beschleunigten WachstumsÖffnet externen Link in neuem Fenster zu unterstützen. Wade gehörte zu den Mitinitiatoren des NEPAD, welcher verstärkt ausländische Privatinvestitionen nach Afrika bringen soll.
Die ersten Strukturanpassungsprogramme wurden auf Druck der Bretton-Woods-Institutionen in den 80er Jahren durchgeführt und haben unbestritten die makroökonomischen Rahmenbedingungen verbessert, konnten jedoch die Wirtschaftsleistung nicht dauerhaft verbessern, geschweige denn die Armutsbekämpfung nachhaltig unterstützen. Die Abwertung des Franc CFA 1994 um 50% verbesserte zwar die Wirtschaftsleistung, erschwerte aber dauerhaft die Lebensbedingungen breiter Bevölkerungsschichten.

Solarpanels auf dem Land
Solarpanels auf dem Land
© Peracod/Gtz

Heute ist in erster Linie die schlechte EnergieversorgungÖffnet externen Link in neuem Fenster hindernd für die Wirtschaftsentwicklung des Landes. Der Senegal ist abhängig von Erdölimporten zur Stromerzeugung, die staatliche Energiegesellschaft Sénélec arbeitet trotz mehrmaliger Restrukturierungsversuche und Finanzspritzen durch internationale Geber defizitär und kann zudem den Energiebedarf nicht decken. Im Juni 2011 führten die andauernden Stromabschaltungen verbunden mit der allgemeinen politischen Unzufriedenheit zu ernsten Unruhen. Ein NotplanÖffnet externen Link in neuem Fenster zeigte im 2.Halbjahr 2011 erste Wirkungen, allerdings gingen die dafür eingesetzten Ressourcen zulasten anderer Ressorts. Trotz einer prinzipiellen Neuorientierung der senegalesischen Energiepolitik 1997 wird das hohe Potential für erneuerbare EnergienÖffnet externen Link in neuem Fenster (Sonne und Wind) bislang kaum ausgenützt.

Der Senegal ist aufgrund dieser verschiedenen Probleme als Investitionsland nicht gerade beliebt: im Weltbank-Bericht „Doing Business 2008“ belegte er noch den 168. Platz unter 175. In der Ausgabe von 2009 konnte das Land jedoch um 19 Plätze nach vorne springen, wurde 149tes unter 181 Ländern und wurde als einer der drei afrikanischen Staaten mit den besten Wirtschaftsreformen geführt. Ein wichtiger Grund für diesen Sprung ist die Gründung der APIXÖffnet externen Link in neuem Fenster (Agence de Promotion des investissements et des grands travaux), die Geschäftsinvestitionen erleichtern soll.
Das Jahr 2008 war von schweren Zahlungsrückständen des Staats an den PrivatsektorÖffnet externen Link in neuem Fenster geprägt, was das Vertrauen in das Wirtschaftsklima wieder erschütterte, vor den Präsidentenwahlen im nächsten Jahr herrscht auch in der Privatwirtschaft eine angespannte Stimmung. Im jüngsten "Doing Business Report"Öffnet externen Link in neuem Fenster nimmt der Senegal den 154. Rang ein.

In erster Linie konzentriert sich die Regierung auf große InfrastrukturprojekteÖffnet externen Link in neuem Fenster als Motor für die wirtschaftliche Entwicklung. Klein- und Mittelbetriebe werden  dabei eher vernachlässigt, obwohl gerade sie das Rückgrat der senegalesischen Wirtschaft darstellen könnten.

Plakat Air Sénégal International
"Europa zu leichten Preisen" - Werbeplakat Air Sénégal
© Miriam Diop

 

Nach dem Konkurs von Air Sénégal InternationalÖffnet externen Link in neuem Fenster nahm die neue nationale Fluglinie Sénégal AirlinesÖffnet externen Link in neuem Fenster mit Unterstützung der Emirates Group 2011 den Flugbetrieb auf.

3.1.5. Handel

Die Handelsbilanz des Senegals ist chronisch defizitär, und die Höhe des Defizits ist seit der Unabhängigkeit beständig angestiegen. Usherbroke gibt den freien Fall der HandelsbilanzÖffnet externen Link in neuem Fenster mit 8.740 % über 46 Jahre an.

Zu den wichtigsten ExportgüternÖffnet externen Link in neuem Fenster gehören Fisch- und Erdnusserzeugnisse, Erdölprodukte, Phosphate und Baumwolle.
Die wichtigsten Exportländer sind Mali, Indien, Frankreich, Gambia und Italien. Senegal konnte seine Absatzmärkte relativ erfolgreich diversifizieren; Frankreich, das 1967 noch 80% der senegalesischen Exporte aufnahm, macht heute nur mehr einen Prozentsatz von 5% aus. Hingegen ist es bis heute das wichtigste Importland (20%) für den Senegal, gefolgt von NIgeria, der VR China, Thailand (Reis), Spanien und den Beneluxstaaten. Dabei machen Lebensmittel (Reis, Weizenmehl, Trockenmilch, Zucker und Gemüse), Erdölprodukte, Metalle und Maschinen bis heute den Großteil der Importe aus, im Grunde muss der Senegal aber fast alle Arten von GüternÖffnet externen Link in neuem Fenster einführen.

Die EU ist als Wirtschaftsregion der Haupthandelspartner des Senegals. Der Senegal war in Westafrika federführend im WiderstandÖffnet externen Link in neuem Fenster gegen die neuen Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (APE - Accords de partenariat économiqueÖffnet externen Link in neuem Fenster).
Die EU und die AKP-Staaten verhandeln weiter, auf dieser Seite findet man die jeweils letzten Informationen zum Stand der VerhandlungenÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Der Senegal sucht seine Partnerschaftsoptionen deutlich zu diversifizieren, die Wiederaufnahme der Beziehungen zur VR China Öffnet externen Link in neuem Fenster als auch die Intensivierung der Beziehungen zum IranÖffnet externen Link in neuem Fenster sind ein Zeichen dafür. Inwiefern der Abruch der diplomatischen Beziehungen zum Iran im Februar 2011 die wirtschaftlichen Beziehungen beinträchtigt hat, iwird sich noch zeigen.

3.1.6. Staatsverschuldung

In der Vergangenheit hatte der Senegal oft auf ausländische Geldgeber zurückgegriffen, sodass die Verschuldung Mitte der 90er Jahre auf über 90% und auf eine Schuldendienstquote um die 20% angestiegen war. Der Senegal hat sich für die erweiterte Initiative für hoch verschuldete  arme Entwicklungsländer (HIPC - Heavily Indebted Poor Countries InitiativeÖffnet externen Link in neuem Fenster) qualifiziert.
Bei einem ersten Schuldenerlass 2000 nach Erreichen des Entscheidungszeitpunkts (decision point) wurde die Schuldenlast erheblich reduziert, so z.B. 50% an die IDAÖffnet externen Link in neuem Fenster. Nach dem Erreichen des Vollendungszeitpunkts (completion point) von HIPC II im April 2004 kam es zu einer weiteren wesentlichen Schuldenreduktion.Öffnet externen Link in neuem Fenster 2011Öffnet externen Link in neuem Fenster ist die Auslandsverschuldung erneut stark angestiegen und wird mit 3,885 Milliarden USD angegeben.
 

3.1.7. Auswirkungen globaler Entwicklungen

Von der Finanzkrise 2008/2009 und der Krise 2011 war im Senegal aufgrund der geringen Verflechtung mit der internationalen Finanzwelt zunächst nur wenig zu spürenÖffnet externen Link in neuem Fenster.
Die Prognosen gingen davon aus, dass das Land wohl härter von den indirekten Folgen der Finanzkrise getroffen werden wird, sobald sich der geringere Wohlstand senegalesischen ArbeitsmigrantInnen in einem Abnehmen der RücküberweisungenÖffnet externen Link in neuem Fenster - die im Senegal höher als die ODA sind -  niederschlagen oder sich ausländische Investoren zurückziehenÖffnet externen Link in neuem Fenster, wie es etwa bei der geplanten Förderung der Eisenerzvorkommen durch ArcelorMittal geschehen ist.

Eine von der Afrikanischen Entwicklungsbank und vom französischen Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Studie vom Januar 2008 untersucht vier afrikanische LänderÖffnet externen Link in neuem Fenster, die mit Frankreich historisch und migrationsbedingt eng verbunden sind. Bei einer Befragung von über 2.000 Haushalten im Senegal, in Mali, in Marokko und auf den Komoren ergab sich folgendes Bild: Im Jahr 2005 wurden in den Senegal 449 Millionen Euro rücküberwiesen (19 Prozent des BIP und 218 Prozent der öffentlichen Entwicklungshilfe), in Mali waren es 295 Millionen (11 Prozent des BIP und 79 Prozent der Entwicklungshilfe) und auf den Komoren 70 Millionen (24 Prozent des BIP und 364 Prozent der Entwicklungshilfe). Das Monatseinkommen der von diesen Überweisungen unterstützten Haushalte lag jeweils über dem nationalen Durchschnitt. Die betreffenden Haushalte konnten in Marokko mit diesem Geld mehr als die Hälfte ihre Einkommens decken, in Mali waren es zwei Drittel und in Senegal und auf den Komoren etwas weniger als die Hälfte. (nach Le Monde diplomatique, 16.1.2009)

2010 und 2011 begann die senegalesische Wirtschaft sogar wieder leicht zu wachsen und wurde in der Review des Policy Support Instrument des IWF ausdrücklich für seine Anstrengungen gelobtÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Chinas Engagement beeinflusst die Prämissen der Wirtschaftsbeziehungen wie auch der Entwicklungszusammenarbeit überall auf dem afrikanischen Kontinent.
Ein Jahr nach Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen analysierte die FES das chinesische Engagement im SenegalÖffnet externen Link in neuem Fenster.

3.2.2. Entwicklung und Entwicklungspolitik

Der Senegal gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und nimmt auf dem Human Development Index des UNDPÖffnet externen Link in neuem Fenster lediglich den 155. Platz unter 187 ein. Es gehört somit zu den am wenigsten entwickelten Ländern (LDC-Least Developed CountriesÖffnet externen Link in neuem Fenster).

Obdachloser

© Raimundo Maia Junior
Wäscherinnen in der Medina

Besonders Frauen sind oft Leidtragende der extremen Armut und dem Fehlen essentieller Grunddienste. 

Frau beim Wasserholen

© Claudia Hrubesch
Die Spreu von der Erdnuss trennen

© Elisabeth Bazin

3.2.2.1. Nationale Entwicklungsanstrengungen

Trotz des makroökonomischen Wachstums der vergangenen Jahre wurde noch kein Durchbruch in der Armutsbekämpfung erreicht. fast ein Viertel der Bevölkerung lebt in extremer Armut und muss mit weniger als einem USD am Tag auskommen. Dementsprechend steht die Armutsbekämpfung im Zentrum der nationalen Entwicklungsanstrengungen. Als Referenzrahmen dient das 2002 erarbeitete und 2005 fortgeschriebene Document Stratégique de Réduction de la PauvretéÖffnet externen Link in neuem Fenster (DSRP), das in seiner aktuellen Version allerdings verstärkt auf Maßnahmen für beschleunigtes Wachstum ausgerichtet ist.
VenroÖffnet externen Link in neuem Fenster beobachtet und analysiert den PRSP Prozess im Land.

Die MDGÖffnet externen Link in neuem Fensters, die im ersten DSRP noch kaum eine Rolle gespielt hatten, wurden in der entwicklungspolitischen Ausrichtung immer wichtiger.
In einer Datenbank der WeltbankÖffnet externen Link in neuem Fenster lässt sich landesspezifisch die Annäherung oder Erreichung der Milleniumsziele überprüfen.
Auch der MDG MonitorÖffnet externen Link in neuem Fenster der Vereinten Nationen verfolgt die Erreichung der Ziele.
Die senegalesische Regierung ist lediglich auf  dem richtigen Weg, die Ziele 2 und 4 zu erreichenÖffnet externen Link in neuem Fenster, d.h. die allgemeine Primarschulbildung und eine signifikante Senkung der Kindersterblichkeit, bei allen anderen Zielen ist sie bislang weit vom Ziel entfernt.

Wandgemälde Siggil ("Heb den Kopf")
Siggil ("Kopf hoch") - ein Projekt der inländischen NGO Enda gibt Jugendlichen die Hoffnung zurück
© Claudia Hrubesch

3.2.1. Ausländische Entwicklungsanstrengungen

Mit 1022 Millionen USD netto (2009) ist der Senegal der größte ODA Empfänger der RegionÖffnet externen Link in neuem Fenster. Dabei ist jedoch auf Seiten des senegalesischen Staates eine geringe Absorptionskapazität zu verzeichnen, 2004 wurde die Auszahlungsrate mit nur 66% angegeben.
Hier findet man einen guten ÜberblickÖffnet externen Link in neuem Fenster über die internationalen Geberleistungen von 2001-Anfang 2007.

Die wichtigsten multilateralen Geber sind die WeltbankÖffnet externen Link in neuem Fenster und die EUÖffnet externen Link in neuem Fenster
Daneben sind fast alle UN ProgrammeÖffnet externen Link in neuem Fenster mit nationalen Agenturen und oft auch den Regionalbüros für Westafrika vertreten.
Der internationale WährungsfondsÖffnet externen Link in neuem Fenster, die afrikanische EntwicklungsbankÖffnet externen Link in neuem Fenster, die europäische EntwicklungsbankÖffnet externen Link in neuem Fenster, die westafrikanische EntwicklungsbankÖffnet externen Link in neuem Fenster
und die islamische EntwicklungsbankÖffnet externen Link in neuem Fenster sind ebenfalls präsent.
Die französische EntwicklungsagenturÖffnet externen Link in neuem Fenster, USAIDÖffnet externen Link in neuem Fenster, MCC, die spanische Agentur zur EntwicklungszusammenarbeitÖffnet externen Link in neuem Fenster oder die japanische EntwicklungsagenturÖffnet externen Link in neuem Fenster sind nur als einige weitere unter vielen bilateralen Geber zu nennen.
Daneben gibt es noch eine Vielzahl an internationalen NGOs, die sich im Senegal betätigen.
Bei der Vielzahl dieser Geber ist es nicht verwunderlich, dass es oft schwierig ist, die Aktivitäten zu koordinieren und zu harmonisieren: Aid Effectiveness bleibt im Senegal noch ein hoch gestecktes Ziel.
2006 veröffentlichte die Weltbank im übrigen ausführliche Aid Effectiveness LänderprofileÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Ein umfassendes VerzeichnisÖffnet externen Link in neuem Fenster (Stand 2011) nennt die im Senegal tätigen Entwicklungsorganisationen: vom lokalen Verein bis zum multinationalen Geber sind alle vertreten.

3.2.3. Deutsche Entwicklungsorganisationen

Logo Kooperation Senegal - Deutschland

© Auswärtiges Amt

Der Senegal ist ein PartnerlandÖffnet externen Link in neuem Fenster der Bundesrepublik Deutschland. Die Zusammenarbeit hat das Ziel, die Umsetzung der senegalesischen Strategie zur Armutsbekämpfung zu unterstützen.
Deutschland nimmt unter den bilateralen Gebern hinter Frankreich, Japan und den USA den vierten Rang ein. Senegalesisch-deutsche RegierungsverhandlungenÖffnet externen Link in neuem Fenster fanden zuletzt im September 2009 in Bonn statt. Senegal erhielt dabei Mittelzusagen in Höhe von 57 Millionen Euro für den Zeitraum 2009 – 2011.
Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind: Dezentralisierung und lokale Entwicklung, nachhaltige Wirtschaftsförderung sowie erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Ein besonderes Augenmerk wird dabei der Unterstützung des Friedensprozesses in der Krisenregion Casamance geschenkt. Dazu berät Deutschland das Finanzministerium bei den Reformenprozessen für eine effektive Armutsminderung . Mit der Durchführung der Kooperationsmaßnahmen ist die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ)Öffnet externen Link in neuem Fenster betraut. Die bilaterale finanzielle Zusammenarbeit ist durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)Öffnet externen Link in neuem Fenster vertreten. 

Die deutsche Botschaft informiert umfassend über deutsch-senegalesische KooperationenÖffnet externen Link in neuem Fenster in allen Bereichen.
Zusätzlich ist Deutschland über die politischen Stiftungen Friedrich-Ebert-StiftungÖffnet externen Link in neuem Fenster, die Konrad- Adenauer StiftungÖffnet externen Link in neuem Fenster, die Friedrich Naumann StiftungÖffnet externen Link in neuem Fenster und seit relativ kurzer Zeit auch die Rosa-Luxemburg-Stiftung Öffnet externen Link in neuem Fenster vertreten. Im Bereich der Hochschulkooperation gibt es den DAADÖffnet externen Link in neuem Fenster und die kulturelle Zusammenarbeit erfolgt durch das Goethe-InstitutÖffnet externen Link in neuem Fenster.
Der Senegal profitierte von der Aktion Afrika Öffnet externen Link in neuem Fenster als auch von der Initiative Schulen: Partner der ZukunftÖffnet externen Link in neuem Fenster (3 Partnerschulen im Senegal). Eine kleine Bundeswehrberatergruppe unterstützt die senegalesischen Streitkräfte.

Die EZ-BroschüreÖffnet externen Link in neuem Fenster der deutschen Botschaft informiert detailliert über die offizielle deutsch-senegalesische Zusammenarbeit.
Daneben gibt es noch eine Vielzahl deutscher NGOs und VereineÖffnet externen Link in neuem Fenster, die sich oft aufgrund persönlicher Kontakte im Senegal engagieren.

Über die Autorin

Claudia Hrubesch, Jahrgang 1972, Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft, Französisch und Deutsch als Fremdsprache in Wien und Paris. Schwerpunkt: Geschichte und Literaturen Afrikas, Postcolonial Studies und interkulturelle Kommunikation. 

Lebt seit 10 Jahren im Senegal. Tätigkeiten beim Goethe-Institut Dakar, der GIZ, ECO Consult und als freiberufliche Beraterin im Kultur- und Kommunikationsbereich. Landestutorin bei Inwent.

Über Feedback freue ich mich.

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal am 6. Dezember 2011 aktualisiert.

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