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Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Sierra Leone ein gültiges Visum, welches bei der sierra-leonischen Botschaft
in Berlin beantragt werden kann. Weitere Informationen bietet die Seite des Auswärtigen Amtes
. Der Reisepass muss bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein, eine Gelbfieberimpfung ist ebenfalls nachweispflichtig.
Die Versorgungsbedingungen und –möglichkeiten unterscheiden sich von Standort zu Standort. In Freetown und den Distriktstädten kann man sich in libanesischen Supermärkten mit europäischen und arabischen Lebensmitteln versorgen. Die aus Europa importierten Nahrungsmittel sind allerdings zwei- bis viermal teurer als in Deutschland. Die Waren auf den Märkten oder in den kleinen Shops sind zwar begrenzt, aber günstiger. Auf den Märkten findet man saisonabhängig ein recht breites Angebot an Obst und Gemüse. In ländlichen Gebieten ist die Verfügbarkeit von frischem Obst und Gemüse noch besser und viel günstiger. Zutaten für typisch sierra-leonische Gerichte
können auf den lokalen Märkten zu sehr guten Preisen eingekauft werden.
Fleisch gibt es fast überall bei Metzgern frisch zu kaufen. Die Qualität ist außerhalb der Hauptstadt meist besser. Frische Fische
werden an der Küste in sehr guter Qualität verkauft. Besonders beliebt ist der Barracuda und der Bonita. Snapper ist auch weit verbreitet und wird ebenfalls in vielen Restaurants
angeboten.
Meistens wird von den Entsendeorganisationen eine angemessene Unterkunft
zur Verfügung gestellt. Es kann aber auch selbst oder über einen Makler eine Wohnung gesucht werden. Dabei ist zu beachten, dass eine Mietvorauszahlung von 12-36 Monaten durchaus üblich ist. In den Städten werden größere Häuser aus Beton angeboten, die in der Regel von einer hohen Mauer umgeben sind. Üblicherweise werden die Häuser von Sicherheitsfirmen bewacht.
Die Netzspannung
beträgt 230 Volt/50 Hertz, die verwendbaren Stecker sind dreipolig (Steckertyp D und G). Man sollte sich daher einen Steckdosenadapter (UK-Standard) besorgen. Stromausfälle sind häufig und dauern je nach Standort unterschiedlich lange. Ratsam ist daher der Betrieb eines Generators. In den ländlichen Regionen ist Strom eher selten vorhanden. Obwohl Sierra Leone ein wasserreiches Land ist, ist die Wasserversorgung
auf dem Land und auch in der Stadt qualitativ und quantitativ häufig problematisch. Das Wasser hat keine Trinkwasserqualität und sollte daher vor seiner Verwendung immer abgekocht werden.
Banken
in Freetown wie die Ecobank
wechseln problemlos Euros, englische Pfund oder US-Dollar in Leones. Es kann auch Geld bei der Ankunft am Flughafen gewechselt werden. Am beliebstesten sind US-Dollar. Es empfiehlt sich, im Zweifel die Wechselkurse zu vergleichen. Außer Banken gibt es überall Wechselstuben. Gewechselt wird auch im Hotel oder im Supermarkt. Der aktuelle Kurs lässt sich ermitteln nach der Oanda-Liste
. Der Wechselkurs liegt zur Zeit (Dezember 2011) bei 5600Le für 1€.
Es gibt einige Geldautomaten in Freetown und in den größeren Städten. Die Benutzung kostet je nach Bank und Karte unterschiedlich hohe Gebühren. Empfehlenswert ist daher bei einem längeren Aufenthalt, sich ein Konto zu eröffnen. Die Deviseneinfuhr ist in unbeschränkter Höhe möglich. Geldtransfers wie Auslandsüberweisungen sind aber auch direkt auf ein sierra-leonisches Konto möglich. Dies ist eine günstige Alternative zu Western Union, es dauert aber circa eine Woche, bis das Geld auf dem Konto gutgeschrieben ist.
Seit dem Ende des Bürgerkrieges sind Reisen im Land grundsätzlich ohne Einschränkungen möglich. Allerdings sind die Straßenverhältnisse teilweise sehr schlecht. Der größte Teil des Straßennetzes besteht aus ungeteerten Pisten, die vielfach in der Regenzeit unpassierbar werden. Selbst in und um die Hauptstadt Freetown sind die Straßen nur teilweise geteert und können sich in der Regenzeit in Schlammpisten verwandeln.
Mögliche Verkehrsmittel sind: PKW, Bus, Taxi und Minibusse, die in Sierra Leone Poda-Podas genannt werden. Die öffentlichen Transportmöglichkeiten
im Land sind begrenzt. Es gibt keine Bahn, und reguläre Buslinien verkehren nur zwischen den großen Städten. Ansonsten ist man auf Minibusse oder Taxis und Motorradtaxis (okadas) angewiesen. Von der lokalen Bevölkerung werden Überlandfahrten auf Pick-ups, Land Cruisern und LKWs genutzt. Diese entsprechen aber selten unseren Sicherheitsmaßstäben. Es können auch Wagen mit Fahrer gemietet werden. Aus Sicherheitsgründen ist es nicht empfehlenswert, nach Einbruch der Dunkelheit auf Landstraßen zu fahren.
Traumhaft schön sind in Sierra Leone die Strände
. Die Strände der Western Area eignen sich besonders gut für Wochenendausflüge. Sinnvoll für das Baden im Meer ist eine Gezeitentabelle
. Diese ist übrigens auch für den Kauf von frischem Fisch nützlich: Die lokalen Fischer ziehen ihre Fangnetze bei Ebbe ein.
Weitere schöne Ausflugsziele bieten beispielsweise das Tacugama Sanctuary
in der Nähe von Freetown, Tiwai Island
im Süden des Landes oder der höchste Berg Westafrikas, Mount Bintumani
im Norden des Landes. Desweiteren gibt es kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten
, beispielsweise auf Bunce Island
und den Banana Islands
zu sehen.
Für Ausländer mit schulpflichtigen Kindern gibt es außerhalb der staatlichen Schulen eine ganze Reihe privater Schulen wie die Sierra Leone International School, das Limount College, die American International School
, die Lebanese International School
und andere
.
Die deutsche Botschaft Freetown
ist seit 2003 (mit eingeschränktem Zuständigkeitsbereich - keine Wahrnehmung von Rechts- und Konsularaufgaben - nur Nothilfe, keine Erteilung von Visa) wieder eröffnet.
Empfehlenswerte Adressen für tagesaktuelle Sicherheitsinformationen:




Für eine Reise nach Sierra Leone ist eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben und wird in der Regel bei der Einreise kontrolliert. Während der Regenzeit kommt es auch immer wieder zu Cholera-Epidemien, aber das Infektionsrisiko ist relativ gering. Da Hepatitis A und B weit verbreitet sind, ist eine Schutzimpfung gegen beide Erreger empfehlenswert. Eine Impfung gegen Tollwut sollte je nach Einsatz- und Arbeitsgebiet ebenfalls in Betracht gezogen werden.
Eine ärztliche Versorgung
ist in Sierra Leone nur sehr eingeschränkt vorhanden.
Weitere aktuelle Empfehlungen über die am häufigsten auftretenden Krankheiten, Vorsorgemaßnahmen und Impfhinweise geben:
Die Verbreitung von Festnetztelefonen
ist relativ gering. Allerdings ist die Verwendung von Mobiltelefonen seit 2002 angestiegen. In der Hauptstadt und den großen Städten gibt es viele Internetcafes mit unterschiedlicher Leistungsfähigkeit. Dabei haben sie immer wieder mit unzureichender Strom- und Netzversorgung zu kämpfen. Das Mobilfunknetz ist recht stabil. Bei schlechtem Empfang unterwegs ist es manchmal einfacher, eine SMS zu verschicken. Die Möglichkeiten für die Bevölkerung, sich über das Internet zu informieren, sind noch recht gering.
Mehrere internationale Nachrichtendienste informieren über den letzten Stand der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Situation in Sierra Leone in französischer und englischer Sprache:
Auf viele lokale sierra-leonische Nachrichten
kann auch im Internet zugegriffen werden.
Afrika-Travel
bietet Informationen und Hintergrundberichte für Reisende.
Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Dezember 2011 aktualisiert.
Christiane Braun studierte Geographie, Soziologie und Spanisch. Seit 2010 ist sie u.a. als Landeskunde-Tutorin für Sierra Leone bei der Akademie für internationale Zusammenarbeit (AIZ) der GIZ tätig.
Die Autorin freut sich auf Ihre Anregungen und Kommentare!