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Weitere Karten zu Südafrika und den einzelnen Provinzen finden Sie u.a. auf der Seite der Kapstadt-Homepage
oder von South Africa Travel
. Noch weiter durchklicken bis hin zu einzelnen Regionen, Städten oder Naturparks können Sie sich in der Kartensammlung
von "Südafrika Reise". Einen Kartenüberblick liefert zudem das southafrica info
.
Die University of Texas bietet zudem Karten zu:
(bietet Klick auf einzelne Provinzen)Eine ständig aktualisierte Kartensammlung zu humanitären, sozialen und Umweltfragen bietet Relief Web
.
Die Republik Südafrika liegt zwischen 22 und 35 Grad südlicher Breite und 17 und 33 Grad östlicher Länge und erstreckt sich auf einer Fläche von 1.219.912 qkm. Es ist damit mehr als dreimal so groß wie Deutschland. Im Norden grenzt Südafrika an Namibia, Botswana und Simbabwe und im Nordosten an Mosambik. Im Osten und Süden wird es vom Indischen Ozean, im Westen vom Atlantischen Ozean begrenzt. Lesotho und Swasiland bilden Enklaven in Südafrika.
Südafrika ist aufgeteilt in neun Provinzen
: Limpopo (früher Nord-Transvaal), Nord-West, Gauteng, Mpumalanga (früher Ost-Transvaal), Freistaat, KwaZulu-Natal, Ost-Kap, West-Kap und Nord-Kap.
Regierungssitz ist die Stadt Pretoria (2006 umbenannt in Tshwane), das Parlament befindet sich in Kapstadt. Die bevölkerungsreichste Stadt und die wirtschaftliche Drehscheibe des Landes und des ganzen Südlichen Afrika ist Johannesburg.
Das Bild von Südafrika ist geprägt von den Vorstellungen über seine schönen Landschaften und seinen Naturreichtum. Deshalb findet man vor allem auf den Seiten der zahlreichen Tourismusanbieter werbeträchtige Fotos vom Land. Verschiedene South Africa Photo Galleries
zu Menschen, Landschaften, Flora, Fauna u.a. zeigt die Seite des South Africa Info, weitere Seiten bieten neben den üblichen Safaribildern auch Szenen aus dem Alltag der einzelnen Regionen
und wichtigsten Städte
. Eine Dia-Show kann man auf der Seite von Helmut Hartmann
anklicken, weitere Reise-Fotos bei Afrika-Fotos
. Die am häufigsten fotografierte Stadt ist sicherlich Kapstadt
.
Bilder aus dem Alltag bietet die Fotoseite von allafrica.com
. Schöne Fotos finden Sie auch auf der Seite von Alex Sievers
.
Aus den zahlreichen Seiten, die Grunddaten zu Südafrika liefern, sind hier stellvertretend das Auswärtige Amt
sowie das CIA Factbook
genannt, willkommen heißt Sie auch der Südafrika Guide
. Ausführlich führt die Internet-Enzyklopädie Wikipedia
in das Land ein. Sehr informativ ist auch die offizielle Seite der Regierung About South Africa
mit ihren 22 Unterkapiteln.
Relevante Statistiken liefert Statistics South Africa
, das die Bevölkerungszahl auf der Grundlage des Gemeindezensus, dem Community Survey 2007
, für 2007 auf 48,5 Mio. hochschätzt. Gegenüber dem Stand von 2001 (44,8 Mio.) ist das ein Bevölkerungszuwachs von 8,2 Prozent. Für Mitte 2011
wird die Bevölkerungszahl vom Statstikamt auf 50,59 Mio. geschätzt, darunter 79,5 Prozent Schwarze (40,20 Mio.), 4,56 Mio. Weiße, 4,53 Mio. Coloureds und 1,27 Mio. Inder/Asiaten. Im Oktober 2011 wurde der Census 2011
durchgeführt, der neue Aufschlüsse über die Bevölkerung Südafrikas geben wird.
Topografisch könnte man Südafrika mit einer schmalrändigen, umgestülpten Untertasse vergleichen. Auf den Küstenstreifen folgt in steilem Anstieg das innere Hochland, das dann sanft ins Kalahari- bzw. Limpopobecken abfällt. Das aus einzelnen Gebirgsketten betehende Randschwellengebirge, das Südafrika im Westen, Süden und Osten umgibt, nennt man Great Escarpment
. Die Drakensberge
durchziehen das Land vom Nordosten bis in die Enklave Lesotho im Südosten, wo sie mit dem Thabana Ntlenyana ihren höchsten Punkt (3.482 m über NN) erreichen. Höchster Berg Südafrikas ist der Njesuthi mit 3.446 m.
Die Reliefkarte
zeigt die geografische Gestalt von Hochland, Randgebirge und Küstenstreifen.
Das Klima
ist insgesamt gemäßigt; subtropisch im Norden und mediterran an der Küste. Geringe Niederschläge lassen in großen Teilen keine Landwirtschaft zu. Die fruchtbaren Flächen behielten sich während der Jahrzehnte der Apartheid die Weißen vor.
Auch wenn die ursprüngliche Vegetation durch menschlichen Eingriff weitgehend verändert ist, existieren auf Grund der klimatischen Verhältnisse dennoch mehrere voneinander unterscheidbare Vegetationszonen, von den dichten tropischen Wäldern und Bergwäldern im Osten über das Grasland und die Savannengebiete im zentralen Hochland bis hin zu den Dornbuschsavannen im Westen.
Südafrika ist ein rohstoffreiches Land
, vor allem die großen Vorkommen an Gold, Diamanten, Kohle, Platin, Chrom und Eisenerz haben dem Land zu einer starken wirtschaftlichen Stellung verholfen. Die Lagerstätten
der bedeutendsten Mineralien befinden sich im Nordosten des Landes, in den sog. "Greenstone Belts".
Ökologische Gesichtspunkte spielen angesichts der scharfen sozialen Probleme noch eine untergeordnete Rolle. Dabei ist allerdings das Umweltbewusstsein durchaus vorhanden. Zahlreiche Gesetze und Verordnungen zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen sind in Kraft.
Einen Überblick über den Umweltbereich liefert der State of Environment
des Ministeriums für Umwelt und Toursimus
, das die nationalen Strategien zur Umweltpolitik formuliert. Dazu gehört auch das National Framework For Sustainable Development
, dessen Entwurf das Umweltministerium zur öffentlichen Diskussion ins Netz gestellt hat.
Südafrika ist bekannt für seine Tier-
und Pflanzenwelt
. Das einzigartige Ökosystem am Kap gehört zu den drei Weltregionen mit der größten Artenvielfalt
. Erhalten wird diese durch ein dichtes Netz staatlicher Schutzgebiete
, das aus Nationalparks
und – auch von Provinzen und Gemeinden überwachten – Naturschutzgebieten besteht. Am bekanntesten ist der Krüger Nationalpark
, der Teil des grenzübergreifenden Great Limpopo Transfrontier Park
ist, mit 35.000 qkm größtes Reservat der Welt. Das System geschützter Gebiete wird ergänzt durch eine Vielzahl privater Naturschutzgebiete. Dabei sind etliche Naturschutzorganisationen
engagiert.
Vergessen darf man allerdings nicht, dass die großen Parks ursprünglich Kulturlandschaften waren und die dort lebenden Menschen für die Naturparkidee vertrieben wurden. Massenvertreibungen und die Schaffung von Homelands zu Zeiten der Apartheid haben zu weiträumigen Wüstungen in diesen übersiedelten Reservaten geführt.
Durch seine vergleichsweise fortgeschrittene Industrialisierung leidet Südfrika an Luft- und Wasserverschmutzung durch chemische bzw. Energieunternehmen. Auf diesem Feld gibt es erste Ansätze einer sauberen Produktion.
Eines der größten Umweltprobleme Südafrikas ist die Wasserknappheit
. Die Verfassung Südafrikas enthält ein Grundrecht auf eine ausreichende Wasserversorgung. Doch weniger als 10 Prozent des Regens ist als Oberflächenwasser nutzbar, eine der niedrigsten Raten weltweit. Insofern sind die Folgen des Klimawandels in Südafrika besonders gravierend bei der Wasserversorgung und der Landwirtschaft. Zusätzlich bieten die großen Umweltschäden durch den intensiven Bergbau ökologischen und sozialen Zündstoff
.
Das südafrikanische Gesetz zur Biodiversität soll eigentlich eine Erforschung genetischer Ressourcen zu Kommerzialisierungszwecken oder zur Patentierung verhindern. Doch der internationale Pharmakonzern Nestlé hat im krassen Gegensatz zu dem Gesetz fünf Patente auf die Verwendung von Rooibos und Honeybush angemeldet. Der Tee aus Rotbusch und Honigbusch wird aus Pflanzen des Fynbos
gewonnen. Schon seit Jahrhunderten werden diese Pflanzen in der traditionellen Medizin benutzt. Wenn Nestlè die Patente bekäme, haben die Kleinbauern keine Chancen mehr und südafrikanische Firmen dürfen keine Produkte mit demselben Wirkstoff herstellen. Ein krasser Fall von Biopiraterie
.
Auf vielen Gebieten des Umweltschutzes engagiert sich Earthlife Africa
u.a. auch im Kampf gegen die Nuklearenergie. Südafrika setzt nämlich mit Hilfe alter deutscher Technologie auf den Ausbau der Atomkraft
. Das bislang einzige Atomkraftwerk Afrikas – Koeberg bei Kapstadt
– soll durch eine neue Anlage
ergänzt werden. Südafrika ist allerdigs weit davon entfernt, dass Atomkraft die Energieprobleme des Landes
lösen könnte, wie der Bündnis90/Die Grünen-Abgeordnete Oliver Krischer die Atomenergie Südafrika in einem Interview bewertet. Nach der Reaktorkatastrophe in Japan im März 2011 müsste eigentlich auch in Südafrika ein Umdenken stattfinden, doch die Atomfrage ist angesichts drinlicherer Probleme wie Armut in Südafrika noch ein Luxusthema
für die Südafrikaner.
Südafrika ist das Land mit den höchsten CO2-Emissionen in Afrika. Im Juli 2008 hat das Umweltministerium eine ambitionierte langfristige Strategie zum Klimaschutz
vorgelgt, mit der das Land einen klimafreundlichen Entwicklungsweg einschlagen will. Doch das Beharren auf Kohle und Atomktraft steht dem Wunsch nach einem wachsenden Markt für erneuerbare Energien
entgegen. Südafrikas Energiekonzern Eskom hat den größten Kohleausstoß
in Afrika und ist für 40 Prozent der Gesamtemmissionen Südafrikas verantwortlich. Zu Recht stellt sich also die Frage Kohle oder Klimaschutz
? Die Proteste von Umweltschützern gegen mit Weltbankdarlehen
gebaute neue Kohlekraftwerke nehmen zu, doch Südafrika setzt weiterhin auf Kohlestrom statt Klimaschutz
.
Das neuste Programm Regierung zum Klimaschutz, das Green Paper zum National Climate Change Response
, hat der Südafrika-Experte Patrick Bond als "talk left walk right"
kritisiert.
Earthlife Africa hat eine ausführliche Studie zum Klimawandel
und seine Folgen für Entwicklung und Energieproblemein Südafrika herausgegeben. Dass die Fußballweltmeisterschaft 2010 wegen der langen Transportwege das Klima neun Mal mehr als die WM 2006 in Deutschland verschmutzt haben soll, ist nicht gerade ermutigend. Das zumindest sagte ein Bericht der Klimabehörde
Südafrikas, der auf dem Klimagipfel im Dezember 2009 in Kopenhagen vorgelegt wurde.
Anlässlich des Weltklimagipfels in Durban im November/Dezember 2011 versucht Südafrika, die Bevölkerung mit einem Klimazug
, der von Kapstadt über Johannesburg nach Durban fährt, für den Klimaschutz zu schärfen. Der Weltklimagipfel ist für Südafrika die größte Show seit der WM
2010. Für Afrika gehe es im Kampf gegen den Klimawandel um Leben und Tod
, meinte Staatspräsident Zuma zur Eröffnung des Klimagipfels.
Das Ökodorf Lyndoch
im Westkap zeigt, wie man mit gefiltertem Wasser und Solarenergie Alternativen schaffen kann.
In Südafrika gibt es elf offizielle Landessprachen
(in der Reihenfolge der Häufigkeit): Zulu, isiXhosa, Afrikaans, sePedi, English, seTswana, seSotho, xiTsonga, siSwati, tshiVenda, isiNdebele. Zu Zeiten der Apartheid war das Afrikaans
die Sprache der Unterdrücker. Die beiden häufigsten Muttersprachen sind isiZulu
(ca. 11 Millionen Sprecher) und isiXhosa
(ca. 9 Millionen Sprecher). Die Vielfalt der Sprachen und neue Ortsbezeichnungen führen bisweilen zu einem Ortsnamen-Babylon
.
Über 58 Prozent der Gesamtbevölkerung lebt in Städten
. Größte Stadt ist Johannesburg
mit 3,2 Mio. Einwohnern (hier ein interaktiver Stadtplan
), in Kapstadt
leben 2,8 Mio. Menschen, dicht gefolgt von Durban
mit 2,7 Mio. Einwohnern, die weiteren Millionenstädte sind East Rand (2,4 Mio. Einw., Teil der Greater Johannesburg Metropolitan Area
) und Pretoria (Tshwane)
mit 1,7 Mio. Einwohnern.
Südafrikas Provinzen sind in 53 Distrikte unterteilt, die sich wiederum in 262 Gemeindebezirke
aufteilen. Mehr als 60 Städte haben über 100.000 Einwohner
, wobei in den Großräumen von Johannesburg, Kapstdt, Durban, Pretoria und Port Elizabeth 38 Prozent der Bevölkerung Südafrikas leben.
Millionen von Menschen leben in den zu Zeiten der Apartheid geschaffenen Townships
. Die Versorgung der Bevölkerung, die vielerorts in Squatter-Siedlungen lebt, mit ausreichend Wohnungen, Strom und Wasser ist eine immense Herausforderung für die Regierung, was immer wieder zu sozialen Spannungen führt. Bekannte Townships sind Soweto
, Symbol des Widerstands gegen Apartheid, bei Johannesburg und die berüchtigten Cape Flats
bei Kapstadt. Allein in Kayelithsha
leben an die 1,5 Mio. Menschen.
Südafrika verfügt über ein gut ausgebautes Transportnetzwerk
mit über 73.000 km befestigten Nationalstraßen und 24.000 km Schienen. Fast alle Nachbarländer sind mit der Eisenbahn verbunden. Auch im Bus- und Flugverkehr (578 Flughäfen, davon 147 mit geteerter Landebahn) hat sich das Land in seiner Infrastruktur
an die Bedürfnisse des modernen Reiseverkehrs angepasst. Angesichts der Fußball-WM 2010 hat die Regierung etliche Energien und Gelder in die Verbesserung der Verkehrswege stecken müssen. So wurden neun Milliarden Rand zur Verbesserung und Erweiterung der Transportinfrastruktur in den neun Spielstädten investiert. Auf diese Weise hat Johannesburg zum ersten Mal ein Nahverkehrssystem
erhalten, den Gautrain
.



Die heutige Landesflagge
gilt seit April 1994, den ersten Wahlen nach Apartheid. Rot steht dabei für das im Befreiungskampf vergossene Blut, Grün für das Land, Blau für die Ozeane, Weiß für die weiße, Schwarz für die schwarze Bevölkerung und Gold für den Reichtum des Landes. Die Historie der Flaggen zeigt die Flaggengeschichte
.
Das Staatswappen
("Coat of Arms") besteht aus den Elementen Elefantenstoßzähne, Weizenähren, ein Schild, zwei sich die Hände reichende San, ein Schlagstock (Knobkierie), ein Speer, der Protea King, der Sekretärsvogel und der Sonnenaufgang.
Nationales Tier ist der Springbock.
Südafrikas Nationalhymne
"Nkosi sikelel' iAfrika" ist die bekannteste Melodie Afrikas. Sie wurde ursprünglich von einem Methodistenpfarrer für den Gottesdient komponiert. Mit entsprechender Ausrüstung können Sie sie in der Chorversion
hören (7,6 MB). Daneben gilt auch noch "die Stem" als Hymne.
Lothar Berger, M.A., geb. 1953, Studium der Ethnologie, Afrikanistik, Soziologie und Musikwissenschaften.
Langjähriger Redakteur von "afrika süd" in der informationsstelle südliches afrika (issa
), Bonn.
Ich freue mich auf Ihre Kommentare, Anregungen und Kritik.
Diese Länderseite wurde zum letzten Mal am 1. Dezember 2011 aktualisiert.
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