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Seit Frühjahr 2009 sind die Visabestimmungen für 80 Staaten, u.a. auch für Bundesbürger etwas gelockert worden (kein Einladungsschreiben mehr notwendig). Auf jeden Fall sollte man sich jedoch über die jeweils aktuellen Bestimmungen bei der Konsularabteilung
der Botschaft der Republik Tadschikistan in Berlin kundigmachen. Bei der Einreise ist eine Zollerklärung auszufüllen, wobei es ratsam ist, mitgeführte Devisen zu deklarieren, damit es nicht später bei der Ausreise zu Problemen kommt. Weiterhin zu beachten ist, dass ggf. innerhalb von 3 Tagen nach der Einreise eine Registrierung bei der Meldebehörde vorzunehmen ist. Reisen nach Berg-Badachschan
bedürfen einer separaten Genehmigung, die vor Ort erhältlich ist.
Mietbarer Wohnraum steht insbesondere in der Hauptstadt Dushanbe (von ca. 200 US$ im Monat an aufwärts) in ausreichender Menge zur Verfügung. Eine Suche über Makler ist möglich
– besser ist es jedoch, persönliche Kontakte zu nutzen. Die Mietpreise für Ausländer sind vergleichsweise überhöht. Vorsicht ist bei der Lage, Ausstattung und Zustand von Wohnraum angebracht, was insbesondere die Wasser- und Stromversorgung angeht sowie die Frage der Heizmöglichkeiten im Winter. Die Wohnungssuche auf dem Lande gestaltet sich schwierig.
Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs werden in den größeren Städten in genügender Menge und Vielfalt angeboten, wobei westliche Produkte – etwa in Supermärkten der Hauptstadt – recht teuer gehandelt werden. In ländlichen Gebieten ist die Produktvielfalt erheblich reduziert. Die Auswahl und das Angebot an frischen Lebensmitteln auf den Märkten
ist saisonalen und/oder Import-Schwankungen unterworfen. – Alles in allem aber zählt Duschanbe zu den Orten der Welt mit relativ niedrigen Lebenshaltungskosten
.
Über das Aussehen
der am 30. Oktober 2000 eingeführten neuen Währung (1 Somoni = 100 Diram) informiert die Nationalbank Tadschikistans auf ihrer Website. Untenstehend abgebildet der 100-Somoni-Schein (auf seiner Rückseite ist der Präsidentenpalast abgebildet):

Über den gerade aktuellen Kurs
des Somoni kann man sich ebenfalls auf der Website der Nationalbank informieren. Zu einem etwas niedrigeren Kurs lässt sich Bargeld an vielen Orten wechseln (vorzugsweise US$; beim Euro muss außerhalb größerer Städte mit erheblichen Kurseinbußen gerechnet werden). Die Geldscheine sollten neueren Datums und in gutem Zustand sein, da es andernfalls zu Verweigerungen der Annahme kommen kann. In der Hauptstadt ist es auch möglich per Kreditkarte (ansonsten als Zahlungsmittel so gut wie nicht im Gebrauch) an Geldautomaten Bargeld zu ziehen – Somoni (ohne lokale Gebühr) und US$ (bis zu 4% lokale Gebühr) bei einem Limit von ca. 2-300 US$ pro Tag. Zu beachten sind dabei noch die evtl. anfallende Gebühren der heimischen Bank.
Unabhängig vom Markt für Reiseführer
– Mai 2010 erschien der erste deutschsprachige Führer
und den aktuellsten Führer
gibt es nur auf Russisch – steckt die touristische Erschließung
Tadschikistans noch weitgehend in den Kinderschuhen. Mithin findet sich ein geregelt und regelmäßig verkehrendes öffentliches Transportwesen
, das sich auch dem Fremden leicht erschließt, nur bedingt vor. Wer über kein eigenes Fahrzeug verfügt oder sich nicht auf ggf. kostenträchtige Individuallösungen (Fahrzeug mit Fahrer) einlassen möchte oder kann, muss sich mit den manchmal beschwerlichen einheimischen Bedingungen und Gepflogenheiten vertraut machen: Von bestimmten Punkten aus verkehren nach Bedarf Busse und/oder Sammeltaxis. Der Norden und Osten des Landes sind im Winter nur schwierig oder überhaupt nicht zu erreichen. Bedingten Ersatz bieten hier Flüge der staatlichen Fluggesellschaft Tajik Air
, die rechtzeitig gebucht werden müssen und dennoch jederzeit witterungsbedingt plötzlich ausfallen können.
Auch wenn die generelle Sicherheitslage in Tadschikistan mittlerweile durchaus stabil erscheint, ist dennoch dringend anzuraten, sich über deren jeweiligen aktuellen Stand
z.B. beim Auswärtigen Amt und ggf. auch vor Ort bei relevanten internationalen Organisationen oder der Deutschen Botschaft
in Dushanbe zu informieren (letztere rät überdies von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, sich in die online-geführte Krisenvorsorgeliste
einzutragen).
Bei Reisen oder Ausflügen über Land verdient erhöhte Aufmerksamkeit, dass trotz eines schon seit Jahren laufenden Räumungsprogramms
sich an etlichen Stellen noch Minenfelder finden (besonders im Osten des Landes und in den Grenzregionen zu Afghanistan und Uzbekistan). Es gibt Straßenkontrollen. Bei diesen und auch sonst bei Kontrollen durch Angehörige der Sicherheitsorgane empfiehlt sich freundliches Verhalten und nach Möglichkeit nicht Orginaldokumente sondern nur Kopien davon aus der Hand zu geben. Von eigenen nächtlichen Überlandfahrten sollte wegen verbreiteter Erscheinungen grob mangelhafter Verkehrssicherheit abgesehen werden – in ganz besonderem Maße im grenznahen Gebiet zu Afghanistan (Schmuggler und Grenzschutz im Einsatz).
Zur Erhaltung der eigenen Gesundheit ist es gewiss nützlich, vorzusorgen und sich an einige Verhaltensmaßregeln zu halten. Neben der Einholung aktueller Informationen zu Gesundheitsfragen
, z.B. beim Tropeninstitut der Universität München, empfiehlt es sich für einen ausreichenden Impfschutz zu sorgen und eine (ggf. individuellen Erfordernissen angepasste) Reiseapotheke mitsichzuführen. Die Gesundheits- und Medikamenteversorgung vor Ort entspricht nicht unbedingt aktuellen europäischen Standards. Schwerwiegende Gesundheitsprobleme und Notfälle sollten besser außerhalb des Landes behandelt werden. Zur Vermeidung von Durchfallerkrankungen und (auch gefährlichen) Infektionen ist sorgfältige Hygiene stets angebracht - ebenso Vorsicht im Umgang mit Leitungswasser, dessen Qualität im allgemeinen schlecht ist. Vorsicht gilt auch beim Verzehr von frischem Obst, Gemüse oder von Speisen auf der Straße oder dem Bazar. Bei importierten Lebensmitteln lohnt es sich, auf die Verfallsdaten zu achten.

Lange Zeit war im WWW in erster Linie nur dies und das über
, aber kaum etwas aus
Tadschikistan zu erfahren. Mittlerweile haben sich das Internet, mit der seit 2003 im Lande selbst verwalteten Toplevel Domain .tj
, und auch die Mobiltelfonie zu boomenden Sektoren der Telekommunikationsbranche entwickelt. Mehrere private Provider und Mobilfunkanbieter machen sich gegenseitig und vor allem auch dem einstigen Monopolisten, der staatlichen Tajiktelecom
den Markt streitig.
Sämtliche Anbindungen an das WWW liefen zunächst über Satellit, seit ein paar Jahren aber auch über Glasfaserkabel
, für das Forschungs- und Bildungsnetz seit 2002 u.a. von der NATO im Rahmen des Virtual Silk Highway
organisiert und finanziert. Weiterfinanziert wird der Ausbau der Seidenstraße zur Datenautobahn für Forschung und Bildung seit 2010 von der EU im Rahmen des Projekts CAREN
, dessen tadschikischer Partner sich in TARENA
findet. Die Möglichkeiten, außerhalb der größeren Städte Anschluß ans Internet zu gewinnen, sind eingeschränkt. Die Nutzerquoten
sind – nicht zuletzt auch wegen der damit verbundenen Kosten – noch recht niedrig. Eher gering ist auch die Anzahl "genuin tadschikischer" Domains. Hinreichende Sprachkenntnisse im Russischen und Tadschikischen vorausgesetzt, verhelfen ein Katalog
von Internetressourcen und ein Ranking
der Websites zu einem guten Einblick in tadschikistanische Webinhalte.
Einen besonders rasanten Aufschwung hat in letzter Zeit die Mobiltelefonie genommen. Bereits über die Hälfte der Bevölkerung soll Kunde sein, wenn auch die Netze der Mobilfunkbetreiber
hauptsächlich nur in Gebieten mit hoher Bevölkerungsdichte gut ausgebaut sind, neuerlich auch in breitbandfähigen Frequenzbereichen.
Eine ganz wesentliche Rolle bei Tadschikistans Eintritt ins Informationszeitalter spielten und spielen einmal mehr internationale Geber sowie die Aktivitäten von ausländischen NGO's (z.B. das einst ehrgeizig angegangene, nun etwas verwaist wirkende Informationsportal Tajikistan Development Gateway
ist/war ein von der Weltbank initiiertes und in Washington basiertes Projekt). Schon seit etlichen Jahren läuft z.B. das Internet Access and Training Program des US-Außenministeriums, verwaltet von der vor Ort präsenten NGO International Research & Exchanges Board
(IREX). Von Regierungsseite ist der Internetzugriff weitgehend unbehindert. Ähnlich wie bei den klassischen journalistischen Medien scheint bei Website-Erstellern vor Ort die Schere im Kopf direkten staatlichen Zensurmaßnahmen zuvorzukommen.
zurückgreift, kann eine Menge Literaturnachweise aus deutschen Forschungseinrichtungen bei der Datenbasis internationale Beziehungen und Länderkunde der Universitätsbibliothek Karlsruhe finden.
gibt Robert Middleton – ein Vertreter der Agha Khan Stiftung – auf seiner sehr informativen und überdies reich illustrierten Website zu den Pamiren und Berg-Badachschan.
außenstehender Beobachter finden sich auf einer Internetressourcen-Seite gesammelt, die vom Open Society Institute der Soros-Stiftung betrieben wird. Das Londoner Institute for War & Peace Reporting stellt seit September 2006 ein kritisches News Briefing
zu Zentralasien zur Verfügung, auf der Basis von Informationen eigens herangezogener und ausgebildeter lokaler Journalisten. Als eine Nachrichtenagentur, die sich auf Länder mit geringer Berichterstattung konzentriert, bietet sich Tajikistan Newswire
an.
bietet The Weather Underground, und aus Tadschikistan selbst das Staatsamt für Hydrometeorologie mit Wettervorhersagen
.
befinden sich eher noch im Stadium der Entstehung
.
Die Uhren in Duschanbe gehen gegenüber Greenwich (GMT) um 4 Stunden vor. Feiertage sind: 1. Januar – Neujahr; 8. März – Internationaler Frauentag; 21.-22. März – Nauruz (das iranische Neujahrsfest); 1. Mai – Tag der Arbeit; 9. Mai – Tag des Sieges (im Zweiten Weltkrieg); 27.Juni - Tag der nationalen Versöhnung; 9. September – Tag der Unabhängigkeit; 6. November – Tag der Verfassung. Hinzukommen noch das islamische Fest des Fastenbrechens am Ende des Ramadan (Id-i Ramazon oder Id al-fitr) und das Opferfest (Id-i kurbon oder Id al-adha), deren Zeitpunkt in beiden Fällen nach dem Mondkalender berechnet wird (sie finden infolgedessen jedes Jahr zu einem anderen Termin statt, der jeweils um rund 11 Tage gegenüber dem vorangegangenen Jahr vorverschoben ist).

)Reinhard Eisener
Dr.phil., geb. 1956, Studium der Islamkunde, Iranistik und Geschichte. Seit den 1970er Jahren kontinuierlich Reisen und Forschungsaufenthalte im Nahen und Mittleren Osten, Russland und Zentralasien; zahlreiche Fachpublikationen.
Über Kommentare und Anregungen freue ich mich stets.

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im März 2012 aktualisiert.
Allgemeine und Reiseliteratur
zu Tadschikistan
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