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T-shirt mit Logo 50 Jahre Unabhängigkeit © Otto Frick

Geschichte, Staat und Politik

BeschreibungInhalt
Tag der Unabhängigkeit:27. April 1960
Staatsoberhaupt:Präsident Faure Essozimna Gnassingbé
Regierungschef:Premierminister Gilbert Fossoun Houngbo
Politisches System:präsidiales Mehrparteiensystem 
Demokratie Status- Index (BTI):Rang 104 (von 128)
Korruptionsindex (CPI):Rang 111 (von 180)

Togo

Landesflagge Togo

Geschichte

Besonderheiten

Togo, das künstliche Segment eines geografischen Großraumes, verdankt seine Form und seine Grenzen kolonialer Willkür: an der Küste gut 50 km breit, erstreckt es sich als schmaler Streifen etwa 550 km nach Norden, mit einer Breite, die zwischen 45 und 140 km variiert. Von 1884 - 1914 war Togo deutsche Kolonie und wurde in seiner kurzen Geschichte nacheinander von drei Kolonialmächten regiert.

Vorkoloniale Zeit

Archäologische Funde belegen, dass Teile von Togo schon vor über 3000 Jahren besiedelt waren. Erst relativ spät, gegen Ende des 17. Jhs. entstanden auf dem Gebiet des heutigen Staates ein paar kleine regionale Reiche, wie das "Königreich" der GuinÖffnet externen Link in neuem Fenster (Glidji/Aného), das Tschaoudjo-Reich der Tem (Kparatao/Sokodé) und das Reich der Anoufo von Sansanné-Mango. Sie lagen in einer Pufferzone zwischen den mächtigen Königreichen der Ashanti, der Mossi und von Dahomé.

Getreidespeicher in den Grotten von Nano (Nok), die im 17. - 19. Jhdt. errichtet wurden © Otto Frick
Getreidespeicher in den Grotten von Nano (Nok), die im 17. - 19. Jhdt. errichtet wurden © Otto Frick

Viele der heute in Togo ansässigen Völker und Volksgruppen sind in den vergangenen Jahrhunderten aus verschiedenen Nachbarregionen in das heutige Territorium eingewandert. Die Ewé kamen aus der Region von Oyo im heutigen Nigeria über die historischen Stationen Ketou (Bénin), TadoÖffnet externen Link in neuem Fenster, Notsé, um sich dann zwischen den Flüssen Volta und Mono anzusiedeln. Die Fante und Ga (Mina/Guin)Öffnet externen Link in neuem Fensterkamen aus dem heutigen Ghana, die Tem aus Burkina Faso u. a. Sahelländern, die Anoufo aus der Elfenbeinküste.

Der atlantische Handel

Gedenktafel in Glidji, die an die Einwanderung der Guin erinnert © Otto Frick
Gedenktafel in Glidji, die an die Einwanderung der Guin erinnert © Otto Frick
Wooldhomé, ehemaliges Sklavenhaus in Agbodrafo  © Otto Frick
Wooldhomé, ehemaliges Sklavenhaus in Agbodrafo © Otto Frick

Ab 1471 landeten portugiesische Seefahrer, später auch andere Europäer an der Küste Oberguineas und der Handel zwischen Westafrika und Europa nahm seinen Anfang, der im transatlantischen Sklavenhandel einen traurigen Höhepunkt finden sollte. Das Küstengebiet Togos ist Teil eines von den Europäern Sklavenküste genannten Gebietes, das sich von der Voltamündung bis zum Nigerdelta erstreckte. Der einzige Handelsplatz zu jener Zeit war Popovi (Kleinpopo, 1905 in Anecho umbenannt). Die aus Elmina und Accra zugewanderten afrikanischen Händler zeichneten sich nicht nur durch den Besitz von Feuerwaffen aus (deshalb Poupou = Bumbum), sie waren auch im Umgang mit Europäern erfahrene Händler. Die europäischen Sklavenkäufer zogen deshalb von Popovi nach Ouidah weiter, wo sie die dortigen noch unerfahrenen Afrikaner im Handel leichter übervorteilen konnten. Von Ouidah, dem Hafen des Reiches Dahomey, exportierten sie Menschen nach Amerika en gros; in Popovi kauften Europäer nach ihren individuellen Wünschen Menschen bestimmten Alters und Geschlechts, die ihnen die afrikanischen Zwischenhändler in Popovi im "stillen Sklavenhandel" aus dem Landesinnern beschafften. 1807 verbot die britische Regierung den transatlantischen Sklavenhandel. Aber da die Sklaverei in Amerika noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fortbestand, wurden weiterhin Menschen - nunmehr illegal - dorthin verschifft. 1835 wurde an der Togoküste der zweite Platz des atlantischen Handels gegründet: Porto Seguro (heute Agbodrafo) mit den fünf Ursprungsdörfern auf dem Plateau über der Lagune, das so den Sammelnamen Togo (siehe Seite 1) erhielt.

Einen Aufsatz zum SklavenhandelÖffnet externen Link in neuem Fenster mit einer kritischen Einschätzung der Moderne und der gesamten postkolonialen Entwicklung publizierte der Historiker Steven Hahn.

Kolonialzeit

Polizeitruppe © Sammlung Otto Frick
Polizeitruppe © Sammlung Otto Frick
Strafgefangene beim Straßenbau in Atakpamé © Sammlung Otto Frick
Strafgefangene beim Straßenbau in Atakpamé © Sammlung Otto Frick
Baumwolltransport © Sammlung Otto Frick
Baumwolltransport © Sammlung Otto Frick

Ab 1847 begannen die ersten Missionsaktivitäten der Bremer Mission im Ewé-Gebiet. Später ließen sich Kaufleute mehrerer europäischer Nationen in den Küstenorten nieder, darunter der Hamburger Reeder Woermann und das Bremer Handelshaus Vietor. Am 2. Juli 1884 landete Gustav NachtigalÖffnet externen Link in neuem Fenster mit dem Kanonenboot Möwe an der Küste und ging auf das Angebot der Vertreter von mehreren Dörfern an der Lagune ein, mit dem Deutschen Reich Verträge abzuschliessen, um sich dadurch Handelsvorteile vor der einheimischen Konkurrenz in Popovi zu sichern. Nachtigal unterzeichnete am 5. Juli in Bagida eigenmächtig und entgegen den Instruktionen von Reichskanzler Bismarck mit mehreren Dorfvorstehern einen Schutzvertrag. Da das spirituelle Oberhaupt der Togo-Dörfer, Mlapa, bereits verstorben war, unterzeichneten Stabträger Plakko sowie die beiden Enkel Mlapas, Kudertschi und Oklu, den Protektoratsvertrag mit Nachtigal, in dem posthum Mlapa zum "König", nicht nur von Togo[ville], sondern eines fiktiven regionalen Reiches an der Küste erhoben wurde, um die Bedeutung der Verträge international zu unterstreichen.
Da der Küstenstreifen, der noch nicht von anderen Kolonialmächten besetzt war, sehr schmal war, versuchten die Deutschen dies durch das Vordringen tief ins Landesinnere zu kompensieren. In den beiden Nordbezirken Togos wohnte die Mehrheit der auf fast eine Million geschätzten Einwohner. Die Kolonialverwaltung nutzte die Nordbezirke als Reservoir zur Rekrutierung von Arbeitskräften für den Süden und Soldaten und suchte den Norden von europäischen Einflüssen wie Missionaren abzuschotten.
Eine sehr gute Sammlung von Aufsätzen und Dokumenten über die Geschichte WestafrikasÖffnet externen Link in neuem Fenster (und Togos) bietet eine Website, die auf Initiative des 10. Gipfels der Frankophonie 2004 erstellt wurde. Einige Texte sind auch in Deutsch, wie z.B. die Anfänge regionaler VerwaltungÖffnet externen Link in neuem Fenster im deutschen "Schutzgebiet" Togo von A. Ahadji.

Die schottische Version einer Karte von Hugo Zöller, der bereits 1884 Togo bereiste und darüber ein Buch veröffentlichte. © Wikipedia Commons - PD-old-100.
Die schottische Version einer Karte von Hugo Zöller, der bereits 1884 Togo bereiste und darüber ein Buch veröffentlichte. © Wikipedia Commons - PD-old-100.

Historische Persönlichkeiten

Sémassi - unbesiegbarer Soldat, Bild von Idrissou Morou © Sammlung Otto Frick
Sémassi - unbesiegbarer Soldat, Bild von Idrissou Morou © Sammlung Otto Frick

Zu den historischen Persönlichkeiten Togos gehört Foli Bébé, der etwa 1680 aus Accra kommend, die Stadt Glidji und das Königreich der GuinÖffnet externen Link in neuem Fenster begründete. König AgokoliÖffnet externen Link in neuem Fenster von Notsé verpflichtete seine Untertanen zu grausamer Zwangsarbeit um eine Stadtmauer zu errichten. Bruce Chatwin setzte Felix Francisco de Souza ein literarisches Denkmal als Vizekönig von Ouidah und sein Enkelsohn Pa Augustino de SouzaÖffnet externen Link in neuem Fensterwar Präsident der ersten politischen Partei, dem CUT, Comité d'Unité Togolais. Ouro Djobo Boukari (gestorben 1898), das Oberhaupt der Tem aus Kparatao/Sokodé verstand geschickt mit den Deutschen zu paktieren und war durch seine Reiterarmee, den Sémassi, bekannt geworden. Octaviano OlympioÖffnet externen Link in neuem Fenster, Spross einer afro-brasilianischen Familie, war erfolgreicher Kaufmann und Unternehmer, aktiv am wirtschaftlichen Aufschwung Lomés beteiligt und einer der einflussreichsten Bürger der Stadt während der deutschen Kolonialzeit. Pastor Andreas AkuÖffnet externen Link in neuem Fenster war der erste Afrikaner, der in der presbyterianischen Ewé-Kirche ein führendes Amt bekleidete. Agbanon IIÖffnet externen Link in neuem Fenster, König von Glidji (1929-1972) schrieb 1934 eine Geschichte von Pétit-Popo und des Volkes der Guin, die eine der ersten Monographien eines Togoers über Togo war. Persönlichkeiten, die im Kampf um die Freiheit und UnabhängigkeitÖffnet externen Link in neuem Fenster hervortraten, wurden von der Parti des Travailleurs zum 50 jährigen Jubiläum in einer Folge von Biografien gewürdigt. 2007 wurden in Lomé einige Straßen umbenannt, um Politiker, wie beispielsweise Sylvanus Olympio zu würdigen.Öffnet externen Link in neuem Fenster

Entstehung und Entwicklung des heutigen Staates

Die Mandatszeit

Der Erste Weltkrieg wurde auch in den Kolonien Afrikas ausgetragen, so auch in Togo. Schon nach wenigen Tagen mussten die Deutschen kapitulieren und Togo wurde von der britischen und französischen Administration in zwei „Okkupationszonen“ der Länge nach zu etwa gleichen Teilen geteilt. Die deutschen Kolonien wurden 1919 als Mandatsgebiete dem Völkerbund übertragen, der seinerseits Kolonialmächte als Verwalter einsetzte. 1920 wurde erneut geteilt: etwa ein Drittel für England und zwei Drittel entfielen an Frankreich. Diese zwei Drittel bilden den heutigen Staat Togo. Nach 1946 wurden die beiden Teile Togos als Treuhandgebiete der VN von beiden Mächten verwaltet mit dem Ziel, das Gebiet der jeweiligen Nachbarkolonie anzugliedern. Unter Aufsicht der VN entschied sich die Bevölkerung des britischen Treuhandgebietes am 9. Mai 1956 für eine Union mit dem 1957 unabhängig werdenden Ghana. Im französischen Treuhandgebiet brachte die von den VN überwachten Wahlen am 27. April 1958 Sylvanus OlympioÖffnet externen Link in neuem Fenster an die Macht als Ministerpräsident des sich selbstverwaltenden Togo. Sein Verdienst war zweifelsohne die Gründung eines selbständigen Staates, indem er sich weitgehend auf die Bundesrepublik und die USA stützte. Am 27. April 1960 konnte er als Präsident die Parole Ablode - FreiheitÖffnet externen Link in neuem Fenster  verkünden und Togo war unabhängig. 

Die Unabhängigkeit

Briefmarkenblock zum 50 jährigen Jubiläum der Unabhängigkeit mit den Porträts der Präsidenten © Foto Otto Frick
Briefmarkenblock zum 50 jährigen Jubiläum der Unabhängigkeit mit den Porträts der Präsidenten © Foto Otto Frick

Präsident Sylvanus OlympioÖffnet externen Link in neuem Fenster, ein Vertreter der Handelsbourgeoisie des Südens, erließ 1962 ein Verbot der Oppositionsparteien. Unzufriedenheit im Volk, hervorgerufen durch unpopuläre Wirtschaftsmaßnahmen, die Vernachlässigung des Nordens und die Weigerung, die von der französischen Kolonialarmee entlassenen Soldaten in das togoische Heer zu integrieren, trugen zu seinem gewaltsamen SturzÖffnet externen Link in neuem Fenster am 13. Januar 1963 bei. Es war der erste blutige Staatsstreich in den gerade unabhängig gewordenen Staaten Afrikas. Die putschenden Militärs setzten eine Zivilregierung unter Nicolas GrunitzkyÖffnet externen Link in neuem Fenster ein. Die verbotenen Parteien wurden wieder zugelassen. Ende November 1966 kam es zu einem erneuten Putsch und am 13. Januar 1967 übernahm die Armee definitiv die Macht. Unter dem neuen Präsidenten Eyadéma wurden die bestehenden Parteien wieder verboten und 1969 wurde die Einheitspartei RPT –Rassemblement du Peuple Togolais gegründet.

Die jüngere Geschichte Togos

Bronzestatue von Gnassingbé Eyadéma in Sarakawa © Otto Frick
Bronzestatue von Gnassingbé Eyadéma in Sarakawa © Otto Frick

Die jüngere Geschichte Togos ist geprägt durch die 38-jährige Herrschaft (1967-2005) von Präsident Eyadéma. Wie in anderen afrikanischen Ländern auch, geriet das autoritäre Regime Togos unter dem Eindruck von Mitterrands Discours de la BauleÖffnet externen Link in neuem Fenster und dem Zusammenbruch der Diktaturen des Ostblocks zu Beginn der 1990er Jahre ins Wanken. Massenproteste, die auf eine Demokratisierung zielten, führten zur Bildung einer NationalkonferenzÖffnet externen Link in neuem Fenster, der Aufgabe des Einparteiensystems, dem Referendum über eine neue Verfassung und Parlaments- wie Präsidentschafts- wahlen. Diese Schritte in Richtung Demokratisierung wurden mit Unterstützung des Eyadema untergebenen Militärs systematisch hintertrieben. Begründet mit der desolaten Menschenrechtslage kam es 1993 zu einem Bruch zwischen dem togoischen Staat und den internationalen Gebern, die - bis auf wenige Ausnahmen - ihre Unterstützung bis zum Ende der Amtszeit Eyadémas (und teilweise darüber hinaus) aussetzten. Die ökonomischen Folgen dieser Entwicklung waren für das Land außerordentlich schwer und sind bis heute nicht überwunden. 
Der Übernahme der Macht durch Eyadémas Sohn Faure Gnassingbé im Zuge der umstrittenen Wahl von 2005 war mit schweren Unruhen verbunden. Inzwischen hat sich die Lage durch die Öffnung Faures zur traditionellen Opposition entspannt. Die letzten Parlamentswahlen 2007 waren die ersten, deren Ergebnisse international ohne größere Einschränkungen akzeptiert wurden. Die Entwicklungszusammenarbeit seitens der westlichen Länder ist durchweg wieder aufgenommen.
Der ivorische Schriftsteller Ahmadou KouroumaÖffnet externen Link in neuem Fenster schilderte in seinem preisgekrönten Roman Die Nächte des großen JägersÖffnet externen Link in neuem Fenster eine Innenansicht der teilweise sehr okkulten Machtverhältnisse des Regimes von Eyadéma. Der Essay Togo: Ein Lehrstück fehlgeleiteteter DemokratieÖffnet externen Link in neuem Fenster analysiert die Herrschaft Eyademas und beschreibt die Übergangsphase nach seinem Tod. Auch die Geberländer, die dieses Regime unterstützten, werden kritisch in ihre Verantwortung genommen. Speziell BayernÖffnet externen Link in neuem Fenster betonte stets die besonderen Beziehungen zu Togo. Eine ausführliche Geschichte der GewaltÖffnet externen Link in neuem Fenster  in der Politik von der Kolonialzeit bis in die heutigen Tage publizierte Letogolais.

Staat

Präsident Faure Essozimna Gnassingbé auf einem Wahlplakat © Otto Frick
Präsident Faure Essozimna Gnassingbé auf einem Wahlplakat © Otto Frick

Togo hat ein präsidiales Mehrparteiensystem mit Staatspräsident Faure Essozimna GnassingbéÖffnet externen Link in neuem Fenster(RPT) an der Spitze des Staates. Er wurde am 4. März 2010 für fünf Jahre wiedergewählt.

Verfassung und Gewaltenteilung
Mit der VerfassungÖffnet externen Link in neuem Fenster vom 14. Oktober 1992, am 30. Dezember 2002 revidiert, wurde der rechtliche Rahmen für eine Demokratie mit Gewaltenteilung, Mehrparteiensystem (bereits 1991) und allgemeinen Bürger- und Menschenrechten installiert. Der Staatspräsident hat die exekutive Gewalt inne und ist zugleich Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Er wird für fünf Jahre gewählt und kann sich unbegrenzt wiederwählen lassen, nachdem im Dezember 2002 eine Verfassungsnovelle für den Präsidenten maßgeschneidert wurde, bei der u. a. das Mindestalter für einen Präsidentschaftskandidaten auf 35 Jahre herabgesetzt wurde. PremierministerÖffnet externen Link in neuem Fenster und RegierungÖffnet externen Link in neuem Fenster werden vom Präsidenten eingesetzt, der Premierminister wird von der Mehrheitsfraktion der Assemblée NationaleÖffnet externen Link in neuem Fenster gestellt, deren 81 Abgeordnete ebenfalls für fünf Jahre gewählt werden.

Verwaltungsstruktur und Dezentralisierung

Nach französischem Vorbild ist die Verwaltungsstruktur Togos zentralistisch auf die Regierung ausgerichtet. Togo ist in fünf Regionen, 30 Präfekturen und in eine Kommune (Lomé) gegliedert. Die Präfekten werden von der Regierung eingesetzt. Ein Dezentralisierungsprozess ist in der Agenda der Regierung vorgesehen und ist Bestandteil der 22 EngagementsÖffnet externen Link in neuem Fenster, einem Fahrplan der Regierung in Form von 22 Selbstverpflichtungen, die bei den Verhandlungen mit der EU zur Aufhebung der Wirtschaftssanktionen führten. Reformen sind im Gange und die DezentralisierungÖffnet externen Link in neuem Fenstersoll mit französischer Unterstützung realisiert werden, um den Kommunen mehr Autonomie und eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten.

Recht und Justiz

Durch die Verfassung ist die Unabhängigkeit der Justiz garantiert, faktisch war die Rechtssprechung jedoch auch politischem Einfluss unterworfen. Das RechtssystemÖffnet externen Link in neuem Fensterwurde durch französisches (Code Civile/Napoléon) und afrikanisches Recht geprägt. Höchste Instanz ist der Cour ConstitutionelleÖffnet externen Link in neuem Fenster (Verfassungsgericht). Die TodesstrafeÖffnet externen Link in neuem Fensterwurde am 28. 5. 2009 abgeschafft. Wichtige GerichtsinstanzenÖffnet externen Link in neuem Fensterfür Zivil- und Strafverfahren sind der Cour Suprême (Oberster Gerichtshof), zwei Berufungsgerichte, Gerichte erster Instanz und der Cour de Sûreté de l'Etat (Gericht für Staatssicherheit)Seit 2009 gibt es einen RechnungshofÖffnet externen Link in neuem Fenster, der zwar schon in der Verfassung von 1992 vorgesehen war, aber erst 2009 installiertÖffnet externen Link in neuem Fenster wurde. Gesetzestexte finden Sie auf den Seiten der amerikanischen Law Library of CongressÖffnet externen Link in neuem Fenster. Mit Hilfe vom Programme des Nations Unies (PNUD) konnte im November 2009 ein juristisches Multimedia DokumentationszentrumÖffnet externen Link in neuem Fenster der Öffentlichkeit übergeben werden. Im ländlichen Milieu existiert weiterhin die traditionelle Rechtsprechung, bei der der DorfchefÖffnet externen Link in neuem Fenster oder Ältestenrat befugt ist, über kleinere strafrechtliche oder zivilrechtliche Fälle zu urteilen. Auch Fälle von Selbstjustiz können vorkommen, wenn z. B. Marktdiebe auf frischer Tat ertappt werden. Nach französischem Vorbild gibt es zwei Exekutivorgane, die dem Innenministerium zugeordnete Polizei und die Gendarmerie unter Hoheit des Verteidigungsministeriums.

Die traditionellen Oberhäupter der Präfektur Tchaoudjo mit ihrem Chef Supérieur © Otto Frick
Die traditionellen Oberhäupter der Präfektur Tchaoudjo mit ihrem Chef Supérieur © Otto Frick

Parteien 
Die Regierungspartei Rassemblement du Peuple Togolais (RPT) mit Präsident Faure Gnassingbé ist mit 50 Sitzen im Parlament vertreten. Die oppositionelle Union des Forces de Changement (UFC)Öffnet externen Link in neuem Fenster mit Gilchrist Olympio ist mit 27 Sitzen und das Comité d’Action pour le Renouveau (CAR)Öffnet externen Link in neuem Fenster unter Vorsitz von RA Yaovi Agboyibo ist mit vier Sitzen ins Parlament eingezogen.
Andere Oppositionsparteien, die nicht im Parlament vertreten sind: Convention Démocratique des Peuples Africains – CDPA (Léopold M. Gnininvi), Alliance des Démocrates pour le Développement Intégral – ADDIParti des Forces du Changement (PFC), Union Démocrates Socialistes du Togo – U.D.S.-TogoWeitere ParteienÖffnet externen Link in neuem Fenster sind auf der Regierungs-Website aufgelistet; die Konrad-Adenauer-Stiftung hat eine Charakterisierung der togoischen ParteienlandschaftÖffnet externen Link in neuem Fensterveröffentlicht.

Militär
Das Militär, die Forces Armées Togolaises - FATÖffnet externen Link in neuem Fenster hatte in der Vergangenheit – wie schon während der deutschen Kolonialära – keine Gefahren von Außen abzuwehren, wurde aber wiederholt zur "Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit" vom Regime Eyadémas eingesetzt. Der etwa 13 000 Mann umfassende Militärapparat wird von Kabyé dominiert und die ranghöheren Offiziere und Entscheidungsträger stammen zum großen Teil aus Pya, dem Heimatort von Gnassingbé Eyadéma. Das Heer besteht aus ca. 12 000 Manndie Marine aus 200 Personen und die Luftwaffe zählt etwa 600 Mann. Dazu kommen paramilitärische Verbände, wie die etwa 750 Mann starke Gendarmerie und Milizen, die sich aus Soldaten und Zivilpersonen zusammensetzen. Die Konrad-Adenauer-Stiftung veranstaltete mehrere Seminare über StaatsbürgerkundeÖffnet externen Link in neuem Fenster mit höheren Offizieren der FAT. Im Januar 2008 verabschiedete der Conseil des ministres mehrere Dekrete zu einer Reform der Armee und der GendarmerieÖffnet externen Link in neuem Fenster.
Nach dem versuchten Putsch auf den PräsidentenÖffnet externen Link in neuem Fenster wurden innerhalb der Führungsspitze der Armee mehrere Personen ausgetauscht oder degradiert. Beim Besuch des Generalstabs der FAT in China wurde der Ausbau der militärischen ZusammenarbeitÖffnet externen Link in neuem Fenster vereinbart. 

Innenpolitische Themen

Brigitte Kafui Adjamagbo Johnson, die erste weibliche Kandidatin auf einem Wahlplakat © Otto Frick
Brigitte Kafui Adjamagbo Johnson, die erste weibliche Kandidatin auf einem Wahlplakat © Otto Frick
Jean-Pierre Fabre, der Kandidat der UFC auf einem Wahlplakat © Otto Frick
Jean-Pierre Fabre, der Kandidat der UFC auf einem Wahlplakat © Otto Frick
Wahlplakat mit Präsident Faure Gnassinbé © Otto Frick
Wahlplakat mit Präsident Faure Gnassinbé © Otto Frick

Wahlen

Die Präsidentschaftswahlen 2005Öffnet externen Link in neuem Fenster verliefen sehr gewalttätig und kosteten in den Tagen vor und nach der Wahl über 500 Personen das Leben, forderten Tausende von Verletzten und lösten einen Massenexodus aus, bei dem circa 30 - 40 000 Bürger in die Nachbarländer Ghana und Bénin flohen. Inzwischen ist ein Großteil der Flüchtlinge wieder zurückgekehrt. Im Oktober 2006 wurde eine unabhängige Wahlkommission (CENI) aus Regierungspartei und verschiedenen Oppositionsparteien und Vertretern der Zivilgesellschaft eingesetzt, die die Parlamentswahlen 2007 vorbereiten sollte. "Wahlen in Togo schwierig, aber "insgesamt gut"Öffnet externen Link in neuem Fenster – so lautete der Bericht von zwei deutschen Wahlbeobachterinnen während die Friedrich Ebert StiftungÖffnet externen Link in neuem Fenster die Ergebnisse der Parlamentswahlen vom 14. Oktober 2007 als Eine demokratische Wahl macht noch kein demokratisches Land kommentierte.
Das Verfassungsgericht modifizierte das WahlgesetzÖffnet externen Link in neuem Fensterim März 2009, womit bereits eine relative Mehrheit im ersten Wahlgang für einen Sieg ausreichte. Die Opposition forderte eine Wahl mit zwei DurchgängenÖffnet externen Link in neuem Fensterund einer einfachen Mehrheit sowie einer Rückkehr zur Verfassung von 1992, was u.a. eine Beschränkung der bisher unbegrenzten Anzahl der Amtsperioden des Präsidenten beinhaltet hätte, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. So konnte die RPT schon im Vorfeld der WahlenÖffnet externen Link in neuem Fenster ihre Vorteile nutzen und ausbauen, während der Opposition diverse Hürden in den Weg gelegt wurden.  
Die PräsidentschaftswahlenÖffnet externen Link in neuem Fenster am 4. März 2010 verliefen ohne gewaltsame Übergriffe, allerdings fiel die Wahlbeteiligung mit 65 % eher gering aus. Es standen sieben Kandidaten zur Wahl, darunter auch, erstmalig in der Geschichte Togos, eine Frau. Wahlsieger wurde erwartungsgemäß der Amtsinhaber Faure Gnassingbé mit 60,88 % der Stimmen, während Jean-Pierre Fabre von der UFC 33,93 % erhielt. Jean-Pierre Fabre weigert sich jedoch bislang, die Wahlergebnisse anzuerkennen und reklamiert seit Wochen in Demonstrationen den Wahlsieg für sich. Für den 6. - 19. November 2010 ist eine Volkszählung vorgesehen, u.a. auch als Grundlage für ein neues Wählerverzeichnis.

Wichtige politische Entscheidungen

Nach mehreren Gesprächen und Verhandlungsrunden in Rom und in Ougadougou konnte unter Vermittlung von Blaise CompaoréÖffnet externen Link in neuem Fenster am 20. August 2006 zwischen Regierung, Oppositionsparteien – jedoch ohne die wichtigste Oppositionspartei UFC!  – und einigen Organisationen der Zivilgesellschaft ein Accord Politique GlobalÖffnet externen Link in neuem Fensterabgeschlossen werden. Am 16. September ernannte Präsident Faure Gnassingbé den oppositionellen Rechtsanwalt Yawowi Agboyibo zum Premierminister und beauftragte ihn mit der Bildung einer Übergangsregierung der Nationalen EinheitÖffnet externen Link in neuem Fenster. Das waren die notwendigen Voraussetzungen, die der Wiederaufnahme der suspendierten Beziehungen mit der EU den Weg ebneten. Profitierend von der wachsenden internationalen Hilfe unternimmt die togoische Regierung gezielte Anstrengungen, ReformenÖffnet externen Link in neuem Fenster in sozialen Schlüsselsektoren einzuleiten: Gesundheit, Erziehung sowie Entwicklung der Infrastruktur, der Verwaltung und der Justiz. Die im September 2008 erfolgte Ernennung von dem parteilosen Premierminister Gilbert Houngbo, dem früheren Afrika Direktor des UNDP in Dakar war sicher eine wichtige Entscheidung, um frischen Wind in diese Reformbemühungen zu bringen, die mittlerweile einige sichtliche Ergebnisse brachten. Diplomatische AktivitätenÖffnet externen Link in neuem Fenster ergänzen und sichern die Reformen ab.
Die neue Regierung, die nach der Präsidentenwahl am 28. Mai gebildet wurde, ermöglichte erstmals in der Geschichte des Landes eine Regierungsbeteiligung der UFC, die sieben Ministerposten erhielt, darunter das Außenministerium. Allerdings wird diese Entscheidung innerhalb der UFC vom radikaloppositionellen Flügel um Fabre abgelehnt und den UFC-Ministern und Olympio, der diesen Deal mit der RPT ausgehandelt hatte, wurde der Parteiausschluss erklärt. 
Der Bertelsmann-Transformations-IndexÖffnet externen Link in neuem Fenster (BTI) informiert über den Demokratisierungsprozess und die marktwirtschaftlichen Reformen. In dem vom amerikanischen Freedom House veröffentlichten Ranking Freiheit in der WeltÖffnet externen Link in neuem Fenster von 2009 nimmt Togo den Platz 5 ein (auf einer Skala von 1.0 - 7.0) und fällt in die Kategorie der teilweise freien Länder.

Politische Auseinandersetzungen und Machtkämpfe

Auf den ersten Blick scheinen sich bei den politischen Auseinandersetzungen und Machtkämpfen seit Beginn der 1990er Jahre zwei unversöhnliche Machtblöcke gegenüberzustehen: Norden versus Süden, die RPT und die UFC, das Militär und die Kaufleute, zwei Familien und ihre Söhne im Dauerclinch. Der verstorbene Präsident versuchte die traditionelle Oppositionspartei UFC mit ihrem Vorsitzenden Gilchrist Olympio mit allen Mitteln von einer Regierungsbeteiligung fernzuhalten. Erst unter der Regierung von Faure konnte ein Konsens gefunden werden und das Verhältnis zwischen diesen beiden PolitikernÖffnet externen Link in neuem Fenster hat sich mittlerweile entspannt, wie auch in diesem Filmclip der Website der Présidence zu sehen ist.
Die Polarität Nord - Süd stimmt heute so nicht mehr; andere Parameter sind hinzugekommen. Zwar ist der Norden immer noch arm und benachteiligt, jedoch sind die Auswirkungen der maroden Wirtschaft, globalen Krisen, Umweltkatastrophen etc. im ganzen Land zu spüren. Herausforderungen, wie beispielsweise der Wirtschaft zum Aufschwung zu verhelfen und den Staat neu aufzubauen, können nur gemeinsam mit allen Parteien und Gruppen der Gesellschaft gemeistert werden.
Ostern 2009 wurde Kpatcha GnassingbéÖffnet externen Link in neuem Fenster, ein Bruder des Präsidenten und weitere 30 Personen festgenommen und eines PutschversuchsÖffnet externen Link in neuem Fenster bezichtigt. Sie sind bis heute ohne rechtsstaatliches Verfahren in Haft. Irin NewsÖffnet externen Link in neuem Fenster spricht von einem Putschversuch, vermutlich angezettelt, um die Stabilität des Landes auf die Probe zu stellen, während die Konrad-Adenauer-Stiftung von einem BrüderkriegÖffnet externen Link in neuem Fensterberichtete.

Zivilgesellschaft

Erst im Zuge der Demokratisierungswelle zu Beginn der 1990er Jahre wurde es möglich, zivilgesellschaftliche Organisationen in größerem Umfang aufzubauen. Zuvor gab es allein die nationalen Vertretungen internationaler Verbände (wie Pfadfinder, CVJM, INADES etc.) und kirchlicher Strukturen. Danach kam es zu einer Vielzahl von Vereins- und Verbandsgründungen, deren wichtigste Repräsentanten sich in der Fédération des ONG au Togo - FONGTOÖffnet externen Link in neuem Fenster zusammenschlossen. In den Jahren der offiziell suspendierten Zusammenarbeit mit dem togoischen Staat waren es fast ausschließlich zivilgesellschaftliche Organisationen, mit denen der vor Ort gebliebene DED kooperierte, der auf seiner Togo-Landesseite einen kurzen Überblick über die Akteure der ZivilgesellschaftÖffnet externen Link in neuem Fenster gibt. Den Civil Society Index – Country report for TogoÖffnet externen Link in neuem Fenster und weitere Informationen zur Zivilgesellschaft bietet die südafrikanisch-amerikanische CIVICUS, ein internationales Netzwerk von Gruppen und Institutionen der Zivilgesellschaft. 

Medien

Presse

Zwar wurde 2004 ein neues Pressegesetz eingeführt, die unabhängige Berichterstattung hat sich unter dem neuen Präsidenten Faure Gnassingbé deutlich verbessert, doch bleibt sie weiterhin durch staatliche Restriktionen bedroht. Auf der von Reporter ohne Grenzen veröffentlichten Weltrangliste für PressefreiheitÖffnet externen Link in neuem Fensterkonnte sich Togo nach dem Tod von Eyadéma deutlich verbessern und steht punktgleich mit fünf weiteren Ländern auf Platz 62 von 175. Das amerikanische Freedomhouse sieht das jedoch anders und im 2009 Freedom of the Press World RankingÖffnet externen Link in neuem Fenster steht Togo nur auf Platz 159 von 195. 
Die Presselandschaft bietet ein vielfältiges Angebot an Printmedien, die alle in Französisch erscheinen. Sie zeichnen sich jedoch durch geringe Auflagen aus und finden außerhalb von Lomé und einigen anderen Städten, vorwiegend im Süden, kaum Verbreitung. Die staatliche Togo-PresseÖffnet externen Link in neuem Fenster, die einzige Tageszeitung, hat auch je eine Seite mit Nachrichten in Ewé und Kabyé. Daneben gibt es die ebenfalls staatliche Presseagentur AtopÖffnet externen Link in neuem Fenster und mittlerweile die erste private Presseagentur Savoir NewsÖffnet externen Link in neuem Fenster. Der Minister für Kommunikation möchte den Beruf des JournalistenÖffnet externen Link in neuem Fenster "sanieren" und einen Presseausweis einführen und stellte weitere Erneuerungen im Bereich der Medien in Aussicht. 
Reporter ohne GrenzenÖffnet externen Link in neuem Fenster zeigte sich besorgt über die Verstärkung der Macht der Haute Autorité de l’audiovisuel et de la communication (HAAC)Öffnet externen Link in neuem Fenster. Auch Togosite - Le Togo sur le netÖffnet externen Link in neuem Fenster berichtete von einem Attentat auf die private togoische Presse seitens der HAACÖffnet externen Link in neuem Fenster.

TV und Radio
Neben dem staatlichen Fernsehsender TVT mit Stationen in Lomé und Kara gibt es mehrere kleine private Sender und das südafrikanische Pay-TV DStv mit Multichoice Togo. Radio LoméÖffnet externen Link in neuem Fenster ist auch im Internet mit Nachrichten präsent und Radio KaraÖffnet externen Link in neuem Fensterversorgt den Norden mit Nachrichten und Unterhaltung. Der private Sender FM LibertéÖffnet externen Link in neuem Fenster unterhält Büros in Lomé und in Kara. Einen Überblick über die Radiosender TogosÖffnet externen Link in neuem Fenster gibt es bei Radio World.

Online Nachrichten-Magazine
Das kanadische Medienportal ABYZÖffnet externen Link in neuem Fenster bietet Links zu Magazinen an, die regelmäßig über Togo berichten. Die staatliche Republicoftogo.comÖffnet externen Link in neuem Fenster hat sich zu einem professionell gemachten und durchaus interessanten Magazin entwickelt und präsentiert sich seit Dezember 2009 in neuer Gestalt und bietet Nachrichten auch als Video-Filme an. Die RegierungÖffnet externen Link in neuem Fenster nutzt die sozialen Netzwerke wie FacebookÖffnet externen Link in neuem Fensterund TwitterÖffnet externen Link in neuem Fenster. Neben dem der Oppositionspartei UFCÖffnet externen Link in neuem Fenster, gibt es mehrere Online-Magazine, die sich selber als oppositionell und/oder unabhängig bezeichnen. Einige davon sind letogolaisÖffnet externen Link in neuem Fenster, die von in Kanada lebenden Togoern produzierte DiastodeÖffnet externen Link in neuem FenstericilomeÖffnet externen Link in neuem FensterTogocityÖffnet externen Link in neuem Fenster und EtiameÖffnet externen Link in neuem Fenster. Das neue Online Magazin TogozineÖffnet externen Link in neuem Fenster hat seine Berichterstattung eher auf gesellschaftliche Themen fokussiert. Im Juni 2009 gab es rund 350 000 Internetbenutzer, das entspricht ca. 6% der Bevölkerung. Anfangs Dezember 2009 erhielt Togo eine eigene DomainÖffnet externen Link in neuem Fenster von GoogleGoogle.tgÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Menschenrechte
Die Menschenrechtslage hat sich seit 2006 deutlich verbessert, was auch von verschiedenen unabhängigen Beobachtern anerkannt wurde. Präsident Faure Gnassingbé setzte seinen Reformkurs entschlossen fort. In einem InterviewÖffnet externen Link in neuem Fensteräußerte sich der Minister für Menschenrechte und DemokratieförderungÖffnet externen Link in neuem Fensterzuversichtlich, was die Lage in Togo betrifft, wie auch seine Vorgängerin von einer Verbesserung der Situation in den GefängnissenÖffnet externen Link in neuem Fenster berichtete. Der Jahresbericht von 2009 von Amnesty InternationalÖffnet externen Link in neuem Fenster hingegen kritisiert Misshandlungen von Häftlingen und unmenschliche Haftbedingungen sowie das stark eingeschränkte Recht auf freie Meinungsäußerung. Informationen über die Arbeit der vom Staat eingesetzten MenschenrechtskommissionÖffnet externen Link in neuem Fenster in Togo finden Sie auf ihrer Website. Der neueste Bericht der United Nations Commission on Human Rights von 2009 über Togo liegt vor. Sie finden ihn (Report of the Special Rapporteur on human rights defenders - Mission to Togo) und weitere Berichte dieser Komission auf der Länderseite TogoÖffnet externen Link in neuem Fenster sowie Berichte über die vom Haut Commissariat des Nations Unies aux Droits de l’Homme (HCDH) organisierten nationalen Beratungen. Das U.S. Department of State veröffentlichte den 2009 Human Rights Report: TogoÖffnet externen Link in neuem Fenster. Einen ausführlichen Bericht über die MenschenrechteÖffnet externen Link in neuem Fenster, das Justizsystem und die Sicherheit in Togo stellte die Schweizerische Flüchtlingshilfe ins Netz. Die NRO ecoi.net - European Country of Origin Information NetworkÖffnet externen Link in neuem Fenster sammelt asylrelevante Informationen der entsprechenden Herkunftsländer. In der Suchmaske "Togo" eingeben und Sie finden zahlreiche Berichte von Religionsfreiheit, Pressefreiheit bis zu Menschenhandel, kurz eine sehr informative Linkliste.
Die universellen Menschenrechtserklärungen wurden inzwischen auch in die Landessprachen EwéÖffnet externen Link in neuem Fenster und KabyéÖffnet externen Link in neuem Fenster übersetzt. 2009 fand zum dritten Mal in Lomé das internationale Dokumentarfilmfestival der MenschenrechteÖffnet externen Link in neuem Fenster statt. Im Mai 2009 nahm die neugegründete staatliche Kommission für Wahrheit, Gerechtigkeit und VersöhnungÖffnet externen Link in neuem Fenster unter Vorsitz des Bischofs von Atakpamé ihre Arbeit auf. Sie soll die politisch motivierten GewalttatenÖffnet externen Link in neuem Fenster in Togo während der Herrschaft des 2005 verstorbenen Präsidenten Eyadema aufklären. Aufgrund unzureichender Finanzierung und den Prioritäten der Präsidentenwahl konnte sie aber noch wenig aktiv werden.

Korruption
Auf dem von Transparency International veröffentlichten tabellarischen Korruptionswahrnehmungsindex 2009Öffnet externen Link in neuem Fenster steht Togo an 111. Stelle von 180 Ländern. Die RegierungÖffnet externen Link in neuem Fenster und selbst der Präsident sagten der Korruption den Kampf anÖffnet externen Link in neuem FensterLe Monde berichtete über die AbsahnerÖffnet externen Link in neuem Fenster in Togo.

Außenpolitische Themen

Präsident Faure Gnassingbé und Bundespräsident Horst Köhler am 16. Juni 2009 in Berlin © Otto Frick
Präsident Faure Gnassingbé und Bundespräsident Horst Köhler am 16. Juni 2009 in Berlin © Otto Frick

Die außenpolitischen Beziehungen TogosÖffnet externen Link in neuem Fenster richteten sich in der Vergangenheit auf die EU, die VNÖffnet externen Link in neuem Fenster und die verschiedenen afrikanischen Organisationen und Bündnisse. Zu allen drei Nachbarstaaten hat Togo ein gutes und spannungsfreies Verhältnis. Nachdem die westlichen Geberländer 1993 ihre Zusammenarbeit aufgekündigt hatten, suchte Togo nach neuen Partnern und intensivierte die Beziehungen zur arabisch-islamischen Welt und auch zur VR China. Togo ist Mitglied der Vereinten Nationen und ihren Sonderorganisationen, der UA - Union AfricaineÖffnet externen Link in neuem Fenster, der CEDEAO/ECOWAS und der UEMOA (siehe Wirtschaftsteil), ANADÖffnet externen Link in neuem Fenster - Accord de Non-Agression et d'Assistance en matière de Défence, OHADAÖffnet externen Link in neuem Fenster - Organisation pour l’Harmonisation en Afrique du Droit des Affaires, OIC - Organization of the Islamic ConferenceÖffnet externen Link in neuem Fenster, ist durch die Lomé und Cotonou-Abkommen mit der EU assoziiert und Mitglied der FrankophonieÖffnet externen Link in neuem Fenster. Neben Frankreich ist Deutschland wichtigster PartnerÖffnet externen Link in neuem Fenster Togos in Europa. Bei seinem Besuch am 11./12. Februar 2008 in Togo verkündete der damalige Außenminister Frank Steinmeier das Ende der SanktionenÖffnet externen Link in neuem Fenster. Vom 15. - 19. Juni 2009 war Präsident Faure GnassingbéÖffnet externen Link in neuem Fenster auf StaatsbesuchÖffnet externen Link in neuem Fenster in Deutschland. Zum aktuellen Stand der deutsch-togoischen Beziehungen äußerte sich Alexander Beckmann, der deutsche BotschafterÖffnet externen Link in neuem Fenster in Togo in einem Interview.

Togo trat immer wieder bei innerafrikanischen Konflikten als Schlichter und VermittlerÖffnet externen Link in neuem Fenster auf und auch der jetzige Präsident Faure Gnassingbé führt diese Rolle fort. Auf der Website der Regierung werden Togos außenpolitische BeziehungenÖffnet externen Link in neuem Fenster skizziert: zur EU, zu Frankreich und Deutschland, aber auch zur arabischen Welt, zu Israel und dem Iran, zu Asien und den Vereinigten Staaten von Amerika sowie zu diversen internationalen Organisationen, wie den Vereinten Nationen. Togos diplomatische MissionenÖffnet externen Link in neuem Fenster sind hier in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet und ebenso die ausländischen diplomatischen Missionen in TogoÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Autor

Otto Frick arbeitete neun Jahre in Togo und leitete ein Atelier für visuelle Kommunikation und war in mehreren Projekten der EZ tätig. Er erstellte Publikationen zu landeskundlichen Themen Togos und zur Kunst und Kultur Afrikas.

Tätigkeiten in der Erwachsenen-bildung, in der Medien- und Organisationsberatung, in interkulturellen Projekten und als Kurator.

Über Ihr Feedback freue ich mich.

 

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Juli 2010 aktualisiert.

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