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See in der Ennediwüste

Landesübersicht und Naturraum

BeschreibungInhalt
Offizieller Name:Republik Tschad
Fläche:1,284 Mio km²:
Einwohner:10,80 Mio.
Regierungssitz:N'Djaména
Klima (für Hauptstadt):Trockensavanne

Tschad

Landesflagge Tschad

Lage und Größe des Landes

Nationalflagge
©3dflags.com

Die Republik Tschad (Hauptstadt N'DjaménaÖffnet externen Link in neuem Fenster) ist mit 1.284.000 km² das fünftgrößte Land Afrikas (Weltrang 20). Der Binnenstaat grenzt im Norden an Libyen, im Osten an den Sudan, im Süden an die Zentralafrikanische Republik und im Westen an Kamerun, Nigeria und den Niger. Der im Westen des Landes gelegene TschadseeÖffnet externen Link in neuem Fenster ist das größte Binnengewässer und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Sahel, den sich die Anrainer Kamerun, Nigeria und Niger mit dem Tschad teilen.
Der Tschad besitzt eine Nord-Süd- Ausdehnung von 1800 km,
die Ost-West Ausdehnung beträgt etwa 1000 km. Im Norden Zentralafrikas gelegen erstreckt sich das Binnenland von der Sahara (Wüste und Halbwüste) im nördlichen Teil, über die SahelzoneÖffnet externen Link in neuem Fenster (Dornstrauch- und Trockensavanne) bis zur Sudanzone (Feucht- Waldsavanne) im Süden. Etwa 1/3 des Staatsgebiets ist landwirtschaftlich nutzbar, nur 4 % (32.000 km²) kann für Ackerland und Dauerkulturen genutzt werden, lediglich ein Zehntel ist von Wald bedeckt.
Das östliche Tschadseebecken, dass das Zentrum des Landes beherrscht, prägen weite Ebenen (tiefster Punkt bildet die Bodélésenke mit 155 m über NN), die im Nordwesten durch das vulkanische TibestimassivÖffnet externen Link in neuem Fenster begrenzt werden. Die höchste Erhebung bildet dort der Emi KussiÖffnet externen Link in neuem Fenster  mit 3.415 Metern. Im Nordosten erstreckt sich die Schichtstufenlandschaft des Ouaddai- und EnnediÖffnet externen Link in neuem Fenster-Plateaus (1259 m und 1450 m). Die Ausläufer bilden im Zentrum des Landes das Guèramassiv bei Mongo. Der Südwesten des Tschad ist von der Schwemmlandebene der beiden grössten Flüsse, von Chari und Logone geprägt und bildet den fruchtbarsten Teil des Landes. Die beiden Flüsse speisen den Tschadsee, der das grösste Binnengewässer Westafrikas darstellt und keinen Abfluß besitzt.

Übersichtskarten und weitere Karten

Tschad Übersichtskarte
©University of Texas 1991

Weitere Karten zeigen die historische Öffnet externen Link in neuem Fenster Entwicklung des Landes, das ReliefÖffnet externen Link in neuem Fenster oder die administrativeÖffnet externen Link in neuem Fenster Aufteilung. Eine interaktive KarteÖffnet externen Link in neuem Fenster veranschaulicht Größenverhältnisse und zeigt auch kleine Dörfer und das Kartenmaterial von reliefwebÖffnet externen Link in neuem Fenster zeigt aktuelle Entwicklungen und Veränderung bezüglich der Flüchtlingsproblematik im Osten und Süden des Landes, Naturkatastrophen, Einsatzorte von Nothilfeorganisationen und vieles mehr.
Eine Karte von N'DjaménaÖffnet externen Link in neuem Fenster gibt einen ersten Überblick vom Stadtbild der Hauptstadt des Tschad.

Landesimpressionen

Einige Landesimpressionen vermitteln einen ersten visuellenÖffnet externen Link in neuem Fenster Einblick in dieses vielschichtige Land und Photos von Le Tchad VirtuelÖffnet externen Link in neuem Fenster zeigen Szenen von Land und Leuten.

Grunddaten

Das CIA World Fact BookÖffnet externen Link in neuem Fenster bietet eine aktuelle Übersicht über wichtige Grunddaten zu Staat, Wirtschaft und Bevölkerung des Tschad. Informationen auf Deutsch können bei wikipediaÖffnet externen Link in neuem Fenster abgerufen werden.

Chamäleon
Chamäleon (Joerg Meyer)

Naturraum

Klima: Das KlimaÖffnet externen Link in neuem Fenster im Tschad ist überwiegend heiss und trocken, wobei die Durchschnittstemperaturen bei 28 Grad C liegen. Die Jahreszeiten sind geprägt durch die Regenzeit (Juni - September) mit lokal unterschiedlichen NiederschlägenÖffnet externen Link in neuem Fenster, den "Winter" (Oktober–Februar) mit seinem trockenem Wüstenwind "Harmattan" und der Hitzeperiode (März–Mai). Im Süden des Landes gibt es zudem im Mai noch eine kurze Regenzeit, den 'Mangoregen' (Pluie des mangues).
Die TemperaturenÖffnet externen Link in neuem Fenster liegen im Norden zwischen 4°C und 50°C, im Süden zwischen 10°C und 45°C. 
In N'DjaménaÖffnet externen Link in neuem Fenster liegt das Jahresmittel bei 27,8 Grad C und die Niederschläge bei jährlich etwa 556 mm, in AbechéÖffnet externen Link in neuem Fenster bei 28,7 Grad C und 398 mm Niederschlag und in SarhÖffnet externen Link in neuem Fenster bei etwa 27,4 Grad C und über 1000 mm Niederschlag im Jahr.

Bodenschätze

Der Tschad besitzt vor allem im Tibestigebirge im Norden nicht erschlossene Uran-, Gold-, Zinn-, Wolfram-, und Bauxitvorkommen. Nordöstlich des Tschadsees wird Natron und an mehreren Stellen der Sahara Steinsalz gewonnen, das vor allem für die Märkte im Süden des Landes bestimmt ist.
In Mayo Kebbi wird seit 1992 GoldÖffnet externen Link in neuem Fenster gewonnen.
Erdölfelder befinden sich im Dobabecken (Südwesten), in der Nähe von Sarh, Bongor und am Tschadsee. Seit 2003 fließt das erste Erdöl aus dem DobabeckenÖffnet externen Link in neuem Fenster durch eine über 1000 km lange Pipeline zum Hafen von Kribi (Kamerun). 

 

At-Tunjur, heiliger Berg in der Region Guéra (Joerg Meyer)
At-Tunjur, heiliger Berg in der Region Guéra (Joerg Meyer)

Flora und Fauna

Die Naturlandschaft des Tschad ist im äußersten Süden durchsetzt von FeuchtsavannengebietenÖffnet externen Link in neuem Fenster, die jedoch bei einer Niederschlagsgrenze von etwa 1000 mm in die Trockensavanne übergehen. Charakteristisch für die Trockensavanne sind Baobab (Affenbrotbäume), Kapok-, Sheabutter- und Nérébäume, wobei die beiden letzteren die wichtigsten Nutzbäume darstellen (fetthaltige Früchte). Die Flussufer sind gesäumt mit GaleriewäldernÖffnet externen Link in neuem Fenster.
Weiter nördlich schließt sich die Dornbuschsavanne (ab etwa 500 mm jährlicher Niederschlagsmenge) an, die als charakteristisch für die Sahelgebiete gilt. Die Vegetation besteht hier aus Dornbüschen, Sträuchern, und Gräsern, die jedoch während der Trockenzeit verdorren und durch übermäßige Weidewirtschaft im Bestand zurückgehen. Wichtigster Baum in dieser Vegetationszone ist die Schirmakazie (Acacia albida), die als Futterlieferant für Weidetiere dient. Weitere wichtige Nutzpflanzen sind die Acacia senegal, die das Gummi arabicumÖffnet externen Link in neuem Fenster liefern und die Dattelpalme, die in den Oasen der nördlichen Gebiete zu finden ist.

Bis Mitte der 70er Jahre hatte der Tschad einen überaus reichen WildtierbestandÖffnet externen Link in neuem Fenster, der durch ein weites Netzwerk von Nationalparks und Reservaten geschützt wurde. Jahrzehntelanger Bürgerkrieg und viele Dürrejahre führten dazu, dass heute nur noch kleine Populationen dieser einzigartigen Tierwelt überlebt haben. Vereinzelt trifft man im Norden noch auf seltene Antilopenarten (DamaÖffnet externen Link in neuem Fenster, AddaxÖffnet externen Link in neuem Fenster), weiter verbreitet sind die DorkasgazellenÖffnet externen Link in neuem Fenster , Wüstenfüchse (FennekÖffnet externen Link in neuem Fenster), Schakale, Hyänen und Marabus. Nach Berichten des Sahara Conservation FundÖffnet externen Link in neuem Fenster gibt es gemeinsame  Aktionspläne von Tschad und Niger, durch grenzüberschreitende  Maßnahmen vom Aussterben bedrohte Arten besser zu schützen.
Das Gebiet des Tschadsee beherbergt viele hundert Vogelarten, da der See Heimat und Rastplatz für Millionen von Zugvögeln aus Europa ist.
Im südlichen Teil des Landes leben noch (in und um den ZakoumaÖffnet externen Link in neuem Fenster- und MandaÖffnet externen Link in neuem Fenster-Nationalpark) große Elefantenherden, die aber durch WildererÖffnet externen Link in neuem Fenster bedroht sind. Größere Säugetiere sind desweiteren Giraffen, Löwen, Leoparden, Gnus, Warzenschweine, Gazellen, Hyänen und viele verschiedene Affenarten.

Ökologische Probleme

DesertifikationÖffnet externen Link in neuem Fenster und damit einhergehende KonflikteÖffnet externen Link in neuem Fenster zwischen sesshaften Ackerbauern und nomadisierenden ViehzüchternÖffnet externen Link in neuem Fenster stellen auch im Tschad ein grundlegendes gesellschaftliches ProblemÖffnet externen Link in neuem Fenster mit gravierenden ökologischen Auswirkungen dar. Diese haben sich durch die politischen und damit einhergehenden ethnischen Spannungen (zunehmender Bevölkerungsdruck durch FlüchtlingsströmeÖffnet externen Link in neuem Fenster) in den letzten Jahren noch dramatisch verschärft.

Der Tschadsee, dessen Fläche in den letzten Jahrzehnten aufgrund von KlimaveränderungÖffnet externen Link in neuem Fenster und verstärkter Nutzung des Wassers drastisch geschrumpft ist, stellt einen sehr wichtigen Faktor in der lokalen ÖkonomieÖffnet externen Link in neuem Fenster und im regionalen Ökosystems dar. Seine FlächeÖffnet externen Link in neuem Fenster lag 1960 noch bei 26.000 km² bei nur fünf Meter maximaler Tiefe. Gegenwärtig gehen konservative Schätzungen nur noch von einer Größe von 1.500 km² aus, die aber je nach Jahreszeit variiert. Der See besitzt keine Abflüsse und wird zu 90 % von den größten tschadischen Flüssen Logone und Chari (1.200 km) gespeist. Bilder aus dem Weltraum zeigen die dramatische EntwicklungÖffnet externen Link in neuem Fenster des fragilen Ökosystems Tschadsee.
1964 wurde die Lake Chad Basin CommissionÖffnet externen Link in neuem Fenster (LCBC) von den vier Anrainerstaaten des Tschadsees ins Leben gerufen, um eine bessere Ressourcennutzung gewährleisten zu können.

Eine anschauliche Reportage über das sich verändernde Leben eines jungen Sultans am Tschad-See wird in dem GEO-Artikel "Das Reich des YerimaÖffnet externen Link in neuem Fenster" erzählt.

Weitere ökologische Probleme wie Grundwasserverschmutzung, Staubbelastungen oder unzureichendes Abfallmanagement bringt die ErdölförderungÖffnet externen Link in neuem Fenster in der Doba-Region im Süden des Landes mit sich, da bis heute keine ausreichenden UmweltschutzÖffnet externen Link in neuem Fensterpläne und Gutachten erstellt bzw. umgesetzt wurden.

Kamele an einer Wasserstelle in der Nähe der Stadt Mao (Joerg Meyer)
Kamele an einer Wasserstelle in der Nähe der Stadt Mao (Joerg Meyer)

Sozialgeographische Gegebenheiten

N'DjaménaÖffnet externen Link in neuem Fenster ("Ort der Ruhe") ist die Hauptstadt des Tschad und zugleich auch die größte Stadt des Landes mit ihren geschätzten knapp 1 Mio Einwohnern. Weitere größere Städte -  und auch die einzigen von industrieller Bedeutung - wie MoundouÖffnet externen Link in neuem Fenster, SarhÖffnet externen Link in neuem Fenster und DobaÖffnet externen Link in neuem Fenster liegen im agrarwirtschaftlich nutzbaren und daher auch dichter besiedelten Süden des Landes. Abeché mit seinen rund 80.000 Einwohnern bildet die größte Stadt im nordöstlichen Teil des Landes.
Im Jahr 2010 ist die Bevölkerung des Tschad auf 10,8 Millionen Einwohner angewachsen. Wenn man die letzten zehn Jahre betrachtet, war das BevölkerungswachstumÖffnet externen Link in neuem Fenster deutlich rückläufig und beträgt aktuell 2,068 %.
Ca. 80 % der Menschen wohnen in ländlichen Gebieten und leben größtenteils von der Subsistenzwirtschaft, wobei eine klimatisch bedingte, ungleiche räumliche Verteilung festzustellen ist.
In der am dichtesten besiedelten Präfektur des Südens, Logone Occidental, leben etwa 40 Einwohner pro km², in den am dünnsten besiedelten Präfekturen des Nordens, Borkou, Ennedi und Tibesti (BET), liegt eine BevölkerungsverteilungÖffnet externen Link in neuem Fenster von etwa 0,2 Einwohnern pro km² vor. Nach Angaben des Human Development Index der UNDP  2010 zählt der Tschad zu den ärmsten Ländern der Welt und nimmt dabei den Rang 163 (von 169) ein. Trotzdem das BIP pro EinwohnerÖffnet externen Link in neuem Fenster im Zeitraum 2000 bis 2009 von ca. 900 USD auf über 1.600 USD stieg, nahm auch der Anteil der Menschen, die unter der ArmutsgrenzeÖffnet externen Link in neuem Fenster leben, im selben Zeitraum von 65 % auf 81 % zu.

Verkehrswege

Transport durch die Wüste (Joerg Meyer)
Transport durch die Wüste (Joerg Meyer)

Der Tschad, der etwa 3,5 mal so groß ist wie Deutschland, besitzt ein StraßennetzÖffnet externen Link in neuem Fenster von 33.400 km, wovon jedoch nur etwa 1600 km geteert sind. Dies kann vor allem in der Regenzeit zu großen logistischen Problemen und erheblichen Verzögerungen in der wirtschaftlichen Versorgung führen. Zudem verfügt das Land über keinerlei Eisenbahnnetz und die größten Flüsse Chari und Logone sind nur in der Regenzeit schiffbar.
In N'Djaména befindet sich der einzige internationale FlughafenÖffnet externen Link in neuem Fenster;
desweiteren gibt es im ganzen Land 53 ungeteerte und fünf geteerte Landebahnen (in Abeché, Bol, Moundou, Mao und Faya-Largeau).

©3dflags.com

Nationale Symbole

Staatswappen
Wappen des Tschad (Quelle: Wikipedia)

 

 

Die Nationalflagge des Tschad wurde am 6.11.1959 offiziell eingeführt. Sie besteht aus einem blauen, gelben und roten Band und ist der französischen Trikolore nachgebildet. Die Farben symbolisieren den südlichen fruchtbaren Teil des Landes (blau), den wüstenhaften Teil (gelb) und die Farbe rot steht für Einheit und Fortschritt im Land. Einer anderen Auslegung nach bedeutet Blau die Freiheit des tschadischen Volkes, Gelb das Land (Wüste) und Rot das Blut derjenigen, die die Nation verteidigt haben.


Bis 1970 führte der Tschad ein Staatssiegel, das in ähnlicher Form von der Administration bis heute als Stempelaufdruck verwendet wird. Der Tschad gab sich dann ein neues Staatswappen, das einen Schild mit aufgehender Sonne und Orden zwischen einem goldenen Mufflon und Löwen zeigt. Darunter ist ein goldenes Schriftband mit dem Motto: "Einheit, Arbeit und Fortschritt" angebracht.

Die Nationalhymne des Tschad 'La Tchadienne' wurde von Louis Gidrol geschrieben und von Paul Villard komponiert.


Peuple Tchadien, debout et à l'ouvrage!
Tu as conquis la terre et ton droit;
Ta liberté naitra de ton courage.
Lève les yeux, l'avenir est à Toi.
O mon Pays, que Dieu te prenne en garde,
Que tes voisins admirent tes enfants.
Joyeux, pacifique, avance en chantant,
Fidèle à tes anciens te regardent.

Wenn Ihr Computer über die notwendige technische Ausstattung verfügt, können Sie hier die tschadische NationalhymneÖffnet externen Link in neuem Fenster hören.


Schwarzstörche
Vogeldurchzugsgebiet im Tschad (Joerg Meyer)
Waran auf der Straße
gefährliches Verkehrshindernis (Joerg Meyer)

Über die Autorin

Brigitte Salzberger, Ethnologin (MA), geb. 1967 lebt und arbeitet in Rheinland-Pfalz.

Verschiedene Forschungs-aufenthalte in Tschad, Ghana und Südostasien. Seit 2001 als freie Referentin in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit (Erwachsenenbildung, Kinder und Jugendliche) tätig.

Seit 2003 Landeskunde-Tutorin für den Tschad bei InWEnt - Vorbereitungsstätte für Entwicklungszusammenarbeit.

Über Anregungen und Kommentare freue ich mich.

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im August 2011 aktualisiert.

Literaturhinweise

Weiterführende Literatur zu den Themen

NaturraumÖffnet externen Link in neuem Fenster

ÖkologieÖffnet externen Link in neuem Fenster

Städte und InfrastrukturÖffnet externen Link in neuem Fenster

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