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Verkehr in Kampala

Wirtschaft und Entwicklung

BeschreibungInhalt
geschätztes BIP:11,8 US-$
Pro Kopf Einkommen (Kaufkraftparität): 340 US-$
Rang der menschlichen Entwicklung (HDI):Rang 154 (von177 )
Anteil Armut (unter 1  $ pro Tag):31,00%
Einkommensverteilung (Gini-Koeffizient):43,0
Anteil alphabetisierte Erwachsene:63 %

Uganda

Landesflagge Uganda
Frauen auf dem Feld
Frauen auf dem Feld: Der überwiegende Teil der Arbeit in der Landwirtschaft wird ohne Maschinen erledigt. ©J. Ehrler
Feuerholz und Diesel
Alte und neue Technologie. Immer noch kochen die meisten Menschen mit Feuerholz. ©J. Ehrler
Stromleitungen
Strom ist knapp, das neue Kraftwerk soll Abhilfe bringen. ©J. Machulla
Giraffe am Albert Nile
Ist die Giraffe am Albertnile, bald Geschichte? ©E. Muderer
Äquator
Stopp am Äquator: Tourismus ist ein wachsender Wirtschaftszweig ©J. Ehrler
Bujagali Wasserfälle
Bujagali Wasserfälle bei Jinja: hier entsteht das neue Wasserkraftwerk © Nils Lotz

Wirtschaftssystem und seine Sektoren

Ugandas Wirtschaft

In den Jahren nach der Unabhängigkeit gehörte Uganda zu den industriell am weitesten entwickelten Ländern Ostafrikas. Interne kriegerische Auseinandersetzungen sowie volks- und betriebswirtschaftliches Missmanagement haben diese Entwicklung zunichte gemacht. Allerdings konnte Uganda seit Anfang der 1990er Jahre eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen LageÖffnet externen Link in neuem Fenster erzielen. Hierzu trugen enge Abstimmungen mit Weltbank und dem Internationalen Währungsfond (IWF) wesentlich bei. Die Armutsrate wurde erheblich reduziert (1992: 56%; 2000: 35%, 31% im Jahr 2007 und 30 % im Jahr 2010). InvestorenÖffnet externen Link in neuem Fenster aus dem In- und Ausland sind in Uganda willkommen.

Wirtschaftssektoren

Der Agrarsektor ernährt ca. 80% der Bevölkerung, davon sind etwa 2/3 Subsistenzwirtschaft. Die Landwirtschaft ist nicht nur wichtigster Wirtschaftszweig, sondern auch mit Abstand größter Devisenbringer des Landes. Als Anteil am Bruttoninlandsprodukt Öffnet externen Link in neuem Fenster nimmt allerdings der Sektor Landwirtschaft ab, er betrug laut ugandischem FinanzministeriumÖffnet externen Link in neuem Fenster noch 23,9 %. Die Sektoren Industrie (27 %) und Dienstleistungen (49,1%) gewinnen an Bedeutung. Hier spielen u.a. Telekommunikation, der Finanzsektor und Tourismus eine Rolle. Während die ugandische Regierung sehr interessiert an einem Wachstum der Industrie ist, steht die Energieknappheit dem krass entgegen.

Ölvorkommen am Lake Albert

Bis vor wenigen Jahren galt Uganda als arm an Bodenschätzen. Inzwischen haben sich die Hoffnungen auf ÖlfundeÖffnet externen Link in neuem Fenster in der Region des Albertsees in Westuganda nicht nur bestätigt, weitere Ölfelden kamen hinzu. Ab 2013 soll nun endlich das Öl gefördert werdenÖffnet externen Link in neuem Fenster. Die Regierung möchte baldmöglichst Einnahmen sehen, diese sollen für Bildung, Infrastruktur, Dienstleistung verwendet werden. Außerdem möchte Kampala eine Raffinerie im eigenen Land, doch von dessen Umsetzung ist nicht mehr viel zu hören. Streit gibt es um die SteuernÖffnet externen Link in neuem Fenster, die für die Weiterverarbeitung an Ugandas Regierung gezahlt werden müssten, doch niemand will bezahlen.

Ugandas Zivilgesellschaft, unterstützt von Parlamentariern und NGO´s drängen darauf, dass die Ölverträge publik gemacht werdenÖffnet externen Link in neuem Fenster. Die Erträge des sog. "Schwarzen Goldes" sollen nicht vorwiegend ausländischen Firmen aber auch nicht ugandischer KorruptionÖffnet externen Link in neuem Fenster zu Gute kommen.

Umweltschützer fürchten um den Erhalt des Murchison NationalparksÖffnet externen Link in neuem Fenster, in ihm liegt ein Teil der Ölfelder.

Weiterhin ist der Konflikt mit dem Nachbarland Kongo nicht gelöst. Denn die  Ölvorkommen befinden sich im Albertsee, der die beiden Länder trennt; und das genau im Gebiet des Grenzverlaufs, der daraufhin von beiden Seiten verschieden interpretiert wurde. Im Jahr 2007 kam es zu Übergriffen kongolesischer Soldaten, mehrere Menschen starben, darunter ein britischer Mitarbeiter der Ölfirma. Anschließend einigten sich die beiden Präsidenten, Museveni und Kabila, auf eine gemeinsame FörderungÖffnet externen Link in neuem Fenster des Öls. Doch im Moment ist davon nicht mehr viel zu hören.

Landwirtschaft

Produkte aus LandwirtschaftÖffnet externen Link in neuem Fenster und Gartenbau bilden nach wie vor die Basis der wirtschaftlichen Aktivitäten und sind für ca. 80% der Exporteinnahmen verantwortlich. Auch im relativ fruchtbaren Uganda spielen Fragen der Food SecurityÖffnet externen Link in neuem Fenster eine Rolle, insbesondere im Norden, im Zusammenhang mit der inzwischen zwar relativ guten Sicherheitslage, aber nach wie vor schlechten Infrastruktur. Dürre kommt vor allem im Norden und Osten (Karamoja) vor. 

Tourismus

Ugandas Beliebtheit als ein touristisches Ziel hat, vor allem aufgrund der verbesserten Sicherheit in den touristischen Zentren und der vermehrten Anzahl von privaten Investoren, in den letzten 5 Jahren signifikant zugenommen. Kamen im Jahr 1999 noch 36 943 Touristen nach Uganda, so waren Jahr 2009 bereits 817.000. Allerdings gaben ca. 50 % als Einreisegrund den Besuch von Freunden und Verwandten an, 21 % kamen geschäftlich und nur 16 % kamen um sich zu erholen bzw. Urlaub zu machen.

Ugandas 10 Nationalparks Öffnet externen Link in neuem Fenster sind zwar nicht übermäßig groß, doch bieten alle eine faszinierende Landschaft, von den heißen Quellen im Semliki ParkÖffnet externen Link in neuem Fenster, dem Riesenwachstum der Pflanzen im über 5000 m hohen RuwenzoriÖffnet externen Link in neuem Fenster, den Nilfällen im Murchisonfalls-NationalparkÖffnet externen Link in neuem Fenster, dem Bergregenwald im Mount ElgonÖffnet externen Link in neuem Fenster bis zur Savanne im Kidepo- NationalparkÖffnet externen Link in neuem Fenster. Ebenso ist die Tierwelt sehr vielfältig. Zwar gibt es Nashörner nur in einer Aufzuchtstation Öffnet externen Link in neuem Fenster im Nordwesten des Landes, doch ansonsten haben Ugandas Parks von Antilopen über Giraffen, Löwen, Nilpferden bis zu Zebras, von einer äußerst vielfältigen VogelweltÖffnet externen Link in neuem Fenster ganz zu schweigen, sehr viel zu bieten.Öffnet externen Link in neuem Fenster 

Dies hat auch die ugandische Regierung jetzt endlich erkannt und im März 2008 das Tourism Bill verabschiedet. Immerhin bringt Tourismus 590 Millionen Dollar jährlich. In Zukunft soll "Tourism Uganda", die Nachfolgeorganisation vom "Uganda Tourism Board" mehr Geld zur Verfügung stehen. Finanziert wird dies durch eine neue Hotelsteuer.

Öko - Tourismus

Uganda beherbergt etwa zwei Drittel der noch auf der Welt verbliebenen BerggorillasÖffnet externen Link in neuem Fenster. Zum Schutze der Primaten und zur wirtschaftlichen Förderung der lokalen Bevölkerung werden diese Naturschätze im Rahmen geordneter Ökotourismusprogramme Besuchern zugänglich gemacht, so z.B. im Waldreservat Bwindi ForestÖffnet externen Link in neuem Fenster.
Nahe den Parks, über ganz Uganda verstreut, finden Sie die Projekte der 1998 gegründeten Uganda Community Tourism AssociationÖffnet externen Link in neuem Fenster (UCOTA). Durch den sog. "Community Tourismus" wird die einheimische Bevölkerung in die Planung und Umsetzung von touristischen Entwicklungsprojekten involviert. Kleinprojekte, wie z. B. die Herstellung von Handarbeiten und Kunsthandwerk, aber auch traditionelle Veranstaltungen der Gruppen, werden gefördert. Bei dieser Art von Tourismus wird sichergestellt, dass Gewinne weitgehend bei der lokalen Bevölkerung verbleiben. Inzwischen hat auch Ugandas Regierung erkannt, dass die Dorfgemeinschaften einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg von Tourismus beitragen. In den neuen Tourismus-Richtlinien Öffnet externen Link in neuem Fenster erklärt die Regierung Tourismus zu einem wichtigen Standbein der Armutsreduzierung.

Schimpanse
Schimpanse auf der Ngamba island, Viktoriasee ©J. Ehrler
Mount Muhavura
Mount Muhavura im Südwesten des Landes ©J. Ehrler
Mount Elgon Nationalpark
In zehn Nationalparks sind Gäste willkommen. ©J. Ehrler
Riesenwachstum der Pflanzen in den Bergen des Südwestens
Riesenwachstum in den Bergen des Südwestens ©J. Ehrler

Regionale wirtschaftliche Bedeutung und Ausstrahlung

Die East African Community (EAC):

Bereits vor über zehn Jahren nahmen regionale Kooperations- und Integrationsbemühungen in Ostafrika einen neuen Anlauf. Der EAC-Vertrag schafft umfassende Regelungen zur Gestaltung der Zusammenarbeit. Ruanda und Burundi wurden am 1. Juli 2007 als neue Mitglieder der EAC aufgenommen.

Ein Binnenmarkt mit fast 127 Mio. Einwohnern entsteht derzeit auf einer Fläche der Größe Westeuropas. Anfang 2004 unterzeichneten die Staatschefs von Tansania, Kenia und Uganda das Protokoll zur Weiterentwicklung der East African CommunityÖffnet externen Link in neuem Fenster (EAC) zu einer ZollunionÖffnet externen Link in neuem Fenster, diese trat im Januar 2005 in Kraft und konnte Anfang 2010 nach einer Übergangsperiode, voll umgesetzt werden.

Seit Mitte 2010 verfügen die fünf Mitgliedsstaaten der Ostafrikanischen Gemeinschaft über einen gemeinsamen MarktÖffnet externen Link in neuem Fenster. So soll in Zukunft ein Austausch von Waren, Dienstleistungen, Arbeitskräften und Kapital ermöglicht werden. Für Arbeitskräfte und Unternehmen ist eine Niederlassungsfreiheit geplant. Neue Straßen und Eisenbahnen sollen den Handel erleichtern. Die Umsetzung kann 2 bis 5 Jahre dauern.
Die Währungsunion ist ebefalls auf dem Weg. Bis 2012 soll der East African Shilling eingeführt werden. Der Plan auf eine schnelle Umsetzung eines föderalen StaatenzusammenschlussesÖffnet externen Link in neuem Fenster wurde erst einmal zurückgesetzt. Bisher konnte sich bei der betroffenen Bevölkerung der 3 ursprünglichen Staaten der EAC keine Mehrheit finden. Im Auftrag der Bundesregierung unterstützt die GIZ Öffnet externen Link in neuem Fenster die Integrationsbemühungen der drei Staaten.

Neue Entwicklungen auf dem Weg zu einem Wirtschaftszusammenschluss Afrikas wurden im Oktober 08 in Kampala auf den Weg gebracht.  Ein historisches Treffen der drei regionalen WirtschaftsgemeinschaftenÖffnet externen Link in neuem Fenster (SADC, COMESA, EAC) fand in Kampala statt. Diese Wirtschaftsgemeinschaften wollen in Zukunft besser kooperieren und regelmässige Treffen abhalten. 

Afrikanische Union und NEPAD

Uganda ist Mitglied in diversen multilateralen Foren und Organisationen, so auch in der Afrikanischen UnionÖffnet externen Link in neuem Fenster und der Nepad:Die Afrikanische Union (AU) ist aus der Organisation Afrikanischer Einheit (OAU) hervorgegangen und wurde am 9. Juli 2002 in Durban (Südafrika) gegründet. Die OAU hatte in den rund vier Jahrzehnten ihrer Existenz die Auflösung der Kolonialstrukturen als Priorität angesehen. Bereits im Juli 2001 haben die Staats- und Regierungschefs der "Organisation für Afrikanische Einheit" die Initiative "New Partnership for Africa's Development" NEPADÖffnet externen Link in neuem Fenster ins Leben gerufen. Damit verpflichten sich die Staaten Afrikas zu Demokratie, Menschenrechten, guter Regierungsführung und stabiler Wirtschaftspolitik.

AGOA

Von den Amerikanern wird ihre Handelsinitiative AGOAÖffnet externen Link in neuem Fenster, (African Growth and Opportunity Act) die für etwa 6000 Produkte aus Afrika zollfreien Zugang zum amerikanischen Markt gewährt, als vorbildlich gepriesen. Die Initiative passt freilich ins Bild eines unilateral handelnden Amerikas, das den multilateralen Ansätzen - in diesem Fall der Welthandelsorganisation - eigene Abkommen entgegenstellt, deren Regeln es selbst bestimmen kann. Uganda trat als eines der ersten afrikanischen Ländern AGOA bei, mit großen Hoffnungen.

Wirtschaftsindikatoren, Analysen, Statistiken

Aktuelle Daten zur wirtschaftlichen EntwicklungÖffnet externen Link in neuem Fenster Ugandas finden Sie im Uganda Data Profile der Weltbank.Öffnet externen Link in neuem Fenster Für News aus dem Finanzsektor lohnt sich auch ein Blick in den News Room der Bank of UgandaÖffnet externen Link in neuem Fenster (BOU). Ebenfalls bei der BOU finden Sie die Monthly Financial and Economic ReviewÖffnet externen Link in neuem Fenster und Quarterly Economic ReportsÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Statistiken zu den unterschiedlichen Wirtschaftssektoren bietet das Uganda Bureau of statisticsÖffnet externen Link in neuem Fenster. Aktuelle Entwicklungen der Wirtschaft finden Sie beim FinanzministeriumÖffnet externen Link in neuem Fenster. Bei SocialwatchÖffnet externen Link in neuem Fenster finden Sie eine Vielzahl von Indikatoren im sozialen, aber auch wirtschaftlichen Bereich. Trotz vieler guter Gesetze werden die Menschenrechte nur unzureichend angewendet, vor allem bei Menschen, die in Armut leben, - und das sind immerhin 4 von 10 Ugandern. Auf der südafrikanischen Seite Mbendi Öffnet externen Link in neuem Fenster finden Sie ein Wirtschaftskurzprofil mit gezielten Informationen für südafrikanische Investoren. Eine wahre Fundgrube an Zahlen, Daten, Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Ländern und links finden Sie bei Welt in ZahlenÖffnet externen Link in neuem Fenster.

Wirtschaftspolitik

Das Armutsproblem

Die Charakterisierung der ugandischen Wirtschaft und die Beschreibung der entwicklungshemmenden Faktoren unterscheiden sich nicht viel von denen anderer Länder in Sub-Sahara Afrika und belegen, dass Uganda nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt zählt. Trotz durchschnittlicher Wachstumsraten in den letzten Jahren von 5 - 7% herrscht auf dem Lande nach wie vor eine unbeschreibliche Armut. Bei einer Verstädterungsrate von 13%, einer der geringsten Afrikas, ist hiervon der Großteil der Bevölkerung betroffen. Nur dank der Fruchtbarkeit des Landes kommen Hungersnöte wie beispielsweise in Äthiopien nicht vor.

Verschuldung

IWF, Weltbank und weitere Geber honorieren die entwicklungspolitischen Bemühungen Ugandas durch umfangreiche Neuzusagen um das Land bei der Armutsbekämpfung zu unterstützen. Wichtigste Geber sind die Weltbank, UNDP (United Nations Development Programme), Europäische Union und Afrikanische Entwicklungsbank sowie - bilateral - Großbritannien, Dänemark, USA, Schweden, Niederlande, Norwegen, Deutschland, Irland und Japan. Uganda hat sehr schnell auf die neue Weltbank-Politik reagiert und als erstes Land im März 2000 ein vollständiges Poverty Reduction Strategy PaperÖffnet externen Link in neuem Fenster eingereicht. Bereits im April des selben Jahres erreichte Uganda den completion point für die Aufnahme in das HIPC-II-Entschuldungsprogramm. Uganda profitiert jetzt von einem umfassenden EntschuldungsprogrammÖffnet externen Link in neuem Fenster in Höhe von insgesamt 1,95 Mrd. US-Dollar. Weltbank und IMF wollen der Regierung damit rund die Hälfte der Schulden erlassen.

Lesen Sie hierzu die Seiten des Uganda Debt networkÖffnet externen Link in neuem Fenster, eines Zusammenschlusses von Nicht-Regierungs-Organisationen, Institutionen und Individuen mit der Zielsetzung einer langfristigen Reduzierung der Schuldenlast und eines effektiven Einsatzes der nationalen Ressourcen zum Nutzen der Menschen in Uganda.
Mitte 2005 haben die Finanzminister der sieben führenden Industriestaaten und Russland sich darauf geeinigt, den ärmsten Ländern der Welt Schulden in Milliardenhöhe zu erlassen. Weltbank, Internationaler Währungsfond (IWF) und die afrikanische Entwicklungsbank werden insgesamt 40 Ländern, darunter Uganda, Schulden in Höhe von 56 Milliarden Dollar streichen. Eine erste Umsetzung dieses Beschlusses für Uganda und 14 weitere Staaten kündigte die Weltbank an. Für Uganda bedeutet dies eine Entschuldung um fast 90 % . Die frei werdenden Gelder sollen laut Finanzminister für die Bereiche Bildung und Infrastruktur verwendet werden.

Produkte und Produktionsweisen

Neben traditionellen Erzeugnissen wie Kaffee, Baumwolle, Tee und Tabak gibt es neue Devisenbeschaffer, wie z. B. VanilleÖffnet externen Link in neuem Fenster, Honig, Trockenfrüchte, SchnittblumenÖffnet externen Link in neuem Fenster oder nun auch der Anbau von Aloe, vielleicht eine Chance für das seither wirtschaftlich total vernachlässigte Karamoja. Auch FischÖffnet externen Link in neuem Fenster zählt zu den neuen Exportschlagern Ugandas. Doch nach jahrelanger Überfischung wird das Gut langsam knapp. Nun brachte der lukrative Viktoriabarsch, der v.a. in die EU exportiert wird, fast eine Konfrontation mit KeniaÖffnet externen Link in neuem Fenster. Denn ein reiches Fischfanggebiet liegt an einer winzigen Insel im Viktoriasee. Beide Länder erheben Anspruch auf die Insel, nun sollen alte Karten die Besitztümer klären.
Nach wie vor ist Kaffee eines der Hauptausfuhrprodukte. Die Uganda Coffee Development AuthorityÖffnet externen Link in neuem Fenster informiert umfassend über die Kaffeeanbaugebiete, die Verarbeitung und Bedeutung dieses für Uganda so wichtigen Produkts. Im Rahmen einer Public Private Partnership begleiten ein Kaffeehandelshaus und die GTZ gemeinsam ugandische KaffeebauernÖffnet externen Link in neuem Fenster bei der schwierigen Umstellung auf nachhaltige Anbaumethoden. Nicht ganz unproblematisch, da Bauern der Kaffeeplantage weichenÖffnet externen Link in neuem Fenster mussten.
Im Industriesektor spielen außer der Weiterverarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten die Eisen- und Metallindustrie eine Rolle. Außerdem wird Zement für den Bausektor hergestellt, in geringem Masse pharmazeutische Produkte und viele Dinge für den täglichen Bedarf, z. B. von Mukwano Industries. Öffnet externen Link in neuem Fenster

Baumwollverarbeitung in Ostuganda
Baumwollverarbeitung in Ostuganda ©J. Ehrler
Zweig einer Kaffeepflanze
Kaffee, ein wichtiges Exportgut ©J. Ehrler
Sortieren von Kaffeebohnen
Sortieren von Kaffeebohnen in Kaffeefabrik in Mbale ©J. Ehrler
Rindertransport in Westuganda
Rindertransport in Westuganda ©J. Ehrler

Handel

Die seit einigen Jahren bestehende negative Handelsbilanz verstärkte sich weiterhin. Die Ausgaben für Importe stiegen kontinuierlich, trotz einer Zunahme der Exporte konnte kein Wachstum der Einnahmen daraus erzielt werden. Das Ministry of Tourism, Trade and IndustryÖffnet externen Link in neuem Fenster bietet eine große Anzahl an Informationen zu diesem Thema.

Laut Auswärtigem Amt Öffnet externen Link in neuem Fenster ist Deutschland innerhalb der EU einer der wichtigsten Handelspartner Ugandas (Handelsvolumen 2009: 128 Mio Euro). Deutschland bezieht vorwiegend Kaffee, Fisch, andere landwirtschaftliche Produkte und Kobalt. Uganda importiert aus Deutschland vor allem Maschinen und chemische Erzeugnisse. Uganda erziehlte im Handel mit Deutchland einen leichten Überschuss.

Ladenbesitzer
Ladenbesitzer auf dem Land © Ernst Herold

Entwicklung und Entwicklungspolitik

Herstellung von Backsteinen
Die Herstellung von Backsteinen ist für viele Familien eine Einkommensquelle. Doch die Abholzung geht dadurch voran. © N. Lotz

Millenium Entwicklungsziele (MDG)

Alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, darunter Uganda, haben sich verpflichtet, die Millenium Entwicklungsziele Öffnet externen Link in neuem Fenster bis zum Jahr 2015 zu erreichen. Der sog. Poverty Eradication action planÖffnet externen Link in neuem Fenster (PEAP) und das daraus resultierende Poverty reduction strategy paperÖffnet externen Link in neuem Fenster stellt Ugandas nationalen Entwicklungsrahmen und mittelfristiges Planungsinstrument dar um die Entwicklungsziele Öffnet externen Link in neuem Fensterzu erreichen. Im Jahr 2008 fand eine Revision des PEAP statt. Die Umsetzung der Entwicklungsziele wird nun in einem 5, 10 und 30-jährigen National Development Plan weitergeführt und von der National Planning Authority (NPA) Öffnet externen Link in neuem Fensterkoordiniert. Die Umsetzung des Entwicklungsplanes erfolgt Sektor übergreifend und dezentral im sog. Local Government Öffnet externen Link in neuem Fenster

Einige EntwicklungszieleÖffnet externen Link in neuem Fenster, wie z. B. freie Grundbildung und Reduzierung der Prävalenz von HIV-Erkrankungen, konnte Uganda bereits erreichen. Doch in anderen Sektoren, allen voran dem Gesundheitsbereich, sind noch kaum Fortschritte zu erkennen.

Die Zahl der Armen hat sich von 56 % im Jhr 1992 auf 31 % verringert.

Inländische Entwicklungsanstrengungen

Uganda verfügt über eine rege Zivilgesellschaft mit einem großen Selbsthilfepotential. Eine Vielzahl von Nicht-RegierungsorganisationenÖffnet externen Link in neuem Fenster (NGO's) und Community based Organisationen (CBO's) wurden in den letzten Jahren gegründet. Viele NGO's in Uganda sind im nationalen NGO ForumÖffnet externen Link in neuem Fenster, bzw. bei DENIVA,Öffnet externen Link in neuem Fenster einem Netzwerk, das den Nichtregierungsorganisationen und kleinen CBO´s eine Plattform zum Austausch und gemeinsamer Lobbyarbeit bietet, organisiert. Bei WOUGNET Öffnet externen Link in neuem Fenster (Women of Uganda Network) sind eine Vielzahl von Frauenorganisationen registriert und online erreichbar. Ein neues und sehr umstrittenes NRO-GesetzÖffnet externen Link in neuem Fenster wurde noch am Ende der Legislaturperiode des 7. Parlaments verabschiedet und, trotz Protesten Öffnet externen Link in neuem Fenster einflußreicher NGO's, vom Präsidenten unterschrieben.

Vielfältige Initiativen sollen den Menschen aus der Armut heraushelfen. So profitieren im Moment vor allem Frauen aus den zahlreichen Angeboten der Mikrofinanzierung.Öffnet externen Link in neuem Fenster Zahlreiche staatliche Initiativen bekämpfen ebenfalls die Armut. Besonders in benachteiligten Gebieten gibt es zahlreiche Programme, z. B. den Northern Uganda Social Action FundÖffnet externen Link in neuem Fenster (NUSAF), oder Alternative Basic EducationÖffnet externen Link in neuem Fenster (ABEK) for Karamoja. Freilich sind auch diese Programme von internationalen Donors unterstützt.

GTZ Projekt zur Förderung von energiesparende Feuerstellen
GTZ Projekt zur Förderung von energiesparende Feuerstellen © Bild: N. Lotz

Ausländische Entwicklungsanstrengungen

Ugandas Abhängigkeit von ausländischer Hilfe war in den vergangenen 20 Jahren anhaltend hoch und an dieser Situation wird sich auch in absehbarer Zeit kaum etwas ändern. Deutschland erhöhte bei den Regierungsverhandlungen im Mai 2010Öffnet externen Link in neuem Fenster die Zusagen deutlich. Folgende Links führen Sie zu landesspezifischen Aktivitäten einzelner nationaler und internationaler Institutionen und Organisationen der finanziellen (FZ) und technischen (TZ) Entwicklungszusammenarbeit (EZ):

Multilaterale Geber


Deutsche Organisationen

Andere wichtige Geberländer

Letzte Aktualisierung

Diese Länderseite wurde zum letzten Mal im Dezember 2011 aktualisiert.

Autorin

Gertrud Schweizer-Ehrler

Gertrud Schweizer-Ehrler, Sozialmanagerin mit  pflegerischer Grundausbildung arbeitete über einen Zeitraum von insgesamt neun Jahren in einer Nicht-Regierungs-Organisation (SALEM InternationalÖffnet externen Link in neuem Fenster) in Uganda.

Erste Vorsitzende des Vereins Tukolere WamuÖffnet externen Link in neuem Fenster, gemeinsam für Eine Welt e.V.“

Freiberufliche Tätigkeit im Bereich der Beratung, Schulung, und Öffentlichkeitsarbeit zu entwicklungspolitischen Themen

Organisatorin und Reiseleiterin für Projekt- und BegegnungsreisenÖffnet externen Link in neuem Fenster nach Uganda und Herausgeberin des Uganda-Ostafrika-BlogsÖffnet externen Link in neuem Fenster

Anregungen und KommentareÖffnet externen Link in neuem Fenster sind willkommen.

Literaturhinweise

Weiterführende Literatur zu folgenden Themen:

Linktipps zu Wirtschaft und Entwicklung

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